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Thomas24
12.08.2021, 09:50
Pssst... komm den Leuten doch nicht mit schnöden Fakten 😉

Dr.Hackenbush
12.08.2021, 10:05
Irgendwie dreht es sich hier jetzt doch mehr um Klimawandel als um die Bundestagswahl 2021.


Na, wenn man konsequent sein wurde: drastische Einschränkung des Individualverkehrs, plus weitere Verbesserung der Abgasaufarbeitung, massiver Aufbau von Sharing Angeboten und ÖPNV. Aber global - nicht bloss national. Einschränkung des Transport - und Flugverkehrs als flankierende Maßnahmen. Mit allen Konsequenzen für Lieferketten und Lebensstandard usw. Davon ist aber nie die Rede.

Dazu hatte ich am 01.06. (https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?105658-Bundestagswahl-2021&p=2198595#post2198595) bereits was geschrieben.

Die privaten Haushalte sind gar nicht mal so hoch an den Emissionen beteiligt.

Ergänzend dazu einen Link zu T&E
https://www.transportenvironment.org/press/elektrifizierung-von-dienstwagen-w%C3%BCrde-pkw-emissionen-deutschland-um-ein-drittel-senken-studie

https://i.imgur.com/R6xTO8f.jpg

Thomas24
12.08.2021, 10:43
Irgendwie dreht es sich hier jetzt doch mehr um Klimawandel als um die Bundestagswahl 2021.



Dazu hatte ich am 01.06. (https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?105658-Bundestagswahl-2021&p=2198595#post2198595) bereits was geschrieben.

Die privaten Haushalte sind gar nicht mal so hoch an den Emissionen beteiligt.

Ergänzend dazu einen Link zu T&E
https://www.transportenvironment.org/press/elektrifizierung-von-dienstwagen-w%C3%BCrde-pkw-emissionen-deutschland-um-ein-drittel-senken-studie

https://i.imgur.com/R6xTO8f.jpg

Ich finde es persönlich ja auch schade, dass dem Thema in der Debatte so ein hoher Stellenwert eingeräumt wird, während andere Themenfelder, die viel unmittelbarer und drängender anzugehen wären, völlig stiefmütterlich behandelt werden.

Vor allem, weil wir uns da - trotz der Faktenlage- diskurstechnisch kein bißchen vom Fleck zu bewegen scheinen. Weder bei der E- Mobilität, Energiewende usw. Ist ja seit Juni bereits hier im Thema alles mehr als einmal (durchaus mit Zahlen, Daten, Grafiken) durchdekliniert worden. Fände es persönlich besser, wenn man die ganze Klimathematik einmal separat in einen eigenen Thread ausgliedern würde, und hier zur Abwechslung auch mal andere Themen zur Sprache kämen. User Matexc hat sich ja die Mühe gemacht, die einzelnen Parteiprogramme diesbezüglich mal zu screenen.

Salzi19
12.08.2021, 12:46
Ich persönlich vermisse im derzeitigen Wahlkampf ein bisschen die Debatte um den öpnv :-nix der müsste dringend ausgebaut werden. In meinem Wohnort (knapp 30.000 Einwohner) z. B. gibt es immer noch Stadtviertel, in denen man zur nächsten Bushaltestelle gute 5km laufen darf und Sonntags fahren von zehn Buslinien nur zwei. Mit solchen Angeboten wird man die Leute nie vom Auto wegbekommen :-wow

Kandra
12.08.2021, 12:54
Ich persönlich vermisse im derzeitigen Wahlkampf ein bisschen die Debatte um den öpnv :-nix der müsste dringend ausgebaut werden. In meinem Wohnort (knapp 30.000 Einwohner) z. B. gibt es immer noch Stadtviertel, in denen man zur nächsten Bushaltestelle gute 5km laufen darf und Sonntags fahren von zehn Buslinien nur zwei. Mit solchen Angeboten wird man die Leute nie vom Auto wegbekommen :-wow

Dies. Mein Krankenhaus liegt auf einem Berg und zwischen 8 und 17 Uhr fährt einmal pro Stunde ein Bus dran vorbei. Ich würde ja wirklich gerne mit dem Zug fahren, wäre auch deutlich billiger, aber ich bin tatsächlich nicht bereit, das doppelte an Zeit PRO Strecke zu brauchen, weil man ja quasi zu Fuß oder mit dem Fahrrad vom Bahnhof zum Krankenhaus fahren muss, weil der öffentliche Nahverkehr in der dieser Ecke quasi nicht vorhanden ist. Und das ist hier kein Kaff sondern ne Stadt mit knapp 80.000 Einwohnern.
Aber alle beschweren sich, dass in den Straßen ums Krankenhaus immer so ein Verkehr ist...

DrSkywalker
12.08.2021, 13:46
Klimawandel ist nach aktuellen Umfragen eben das relevanteste Thema bei der Bundestagswahl. Warum sollte man das Thema dann aus dem Thread ausgliedern? Die CDU und auch die FDP stehen auf dem Gebiet leider sehr blank da, wirklich erstaunlich, jeder wusste, dass es Das Thema sein wird.

Gerade die FDP hat so gut wie keine konkrete Lösung parat, sondern redet von "technologischen Lösungen" und grünem Wasserstoff, welcher wohl die nächsten zehn Jahre nichts zur Lösung beitragen könnte.

Evil
12.08.2021, 13:57
Evil, was überzeugt dich denn nicht an der E-Mobilität? Bzw. fällt dir eine bessere Alternative ein?
Wie die anderen schon sagten:
erstens ist die Produktion eines Elektroautos im Verhältnis sogar klimaschädlicher als die eines Verbrenners
zweitens ist die Energiespeicherung mittels Akku nicht besonders effizient; besser sind da Oberleitungen wie bei der Bahn, aber das ginge allenfalls in Städten. Es hat schon seinen Grund, warum sich bei der Bahn die Akkumulatortriebwagen (Heulbojen, wer sich daran noch erinnert ;-)) nie durchgesetzt haben, und das Konzept gibt es schon über 100 Jahre.
drittens wäre der Steckdosenstrom, mit dem man 40 Millionen Elektroautos in Deutschland laden würde, hauptsächlich Kohle-, Gas- und ausländischer Atomstrom.

Es fehlt ein Gesamtkonzept für den Transportsektor. Darin haben Elektroautos sicherlich einen Platz, aber "es wird jetzt nur noch Elektroautos geben" ist kein tragfähiges Konzept.
Und damit schließt sich der Kreis zu den Wahlen insgesamt, leider sehe ich bei keiner Partei ein echtes schlüssiges Gesamtkonzept, weder für Finanzen, Renten noch Transport. Es werden immer nur einzelne griffige Brocken hingeworden.

Feuerblick
12.08.2021, 15:34
…einzelne griffige Brocken, die bei genauem Hinsehen in der Gesamtschau keinen oder wenig Sinn ergeben.

Thomas24
12.08.2021, 17:40
Klimawandel ist nach aktuellen Umfragen eben das relevanteste Thema bei der Bundestagswahl. Warum sollte man das Thema dann aus dem Thread ausgliedern? Die CDU und auch die FDP stehen auf dem Gebiet leider sehr blank da, wirklich erstaunlich, jeder wusste, dass es Das Thema sein wird.

Aber es ist eben nicht das einzige Thema. Es gibt da ja noch zwei bis drölfzig andere Themen, die man mal angehen könnte.

Beispiel?
Derzeit implodiert die afghanische Armee und die Taliban erobern in Windeseile Afghanistan zurück. Absehbar wird der Fluchtdruck aus Afghanistan in Richtung Europa zunehmen. Die Frage ist, wie wollen wir damit als Gesellschaft umgehen? Eine Wiederholung von 2015 (erstmal alle rein, dann sehen wir weiter) ist sicherlich von niemandem gewünscht, auch gesamtgesellschaftlich scheint sich die Stimmung gedreht zu haben- aber bislang hört man von allen politischen Parteien nur dröhnendes Schweigen. Nach den flächendeckenden Corona Lockdowns global und auch in Europa wird man der Bevölkerung die "Deutschlands Grenzen lassen sich eben nicht abriegeln" Story aus 2015 sicher nicht ein zweites Mal unwidersprochen als bare Münze auftischen können. Auch die anderen loftigen Verheißungen haben sich - oh Wunder- nicht bewahrheitet (das sind alles dringend benötigte Fachkräfte in einer überalternden Gesellschaft, uns wurden Menschen geschenkt usw.).



Gerade die FDP hat so gut wie keine konkrete Lösung parat, sondern redet von "technologischen Lösungen" und grünem Wasserstoff, welcher wohl die nächsten zehn Jahre nichts zur Lösung beitragen könnte.

Da befindet sich die FDP in guter Gesellschaft. Auch die Internationale Energieagentur hat in ihren Forecasts die Sinngemäße Formulierung drin (das Erreichen der Pariser Klimaziele basiert auf der Adaption von Technologien, die entweder derzeit gar nicht, oder nur im Prototyp Stadium existieren).

Thomas24
12.08.2021, 17:42
…einzelne griffige Brocken, die bei genauem Hinsehen in der Gesamtschau keinen oder wenig Sinn ergeben.

Ja, aber wenn man dezent darauf hinweist, wird man von einigen Usern direkt in die Klimaleugner Ecke etc. gestellt. Die Diskurskultur hat auch in diesem Forum Federn lassen müssen.

Aber es bleibt dabei: mit vermeintlicher Moral alleine lassen sich weder die Gesetze der Physik, noch Angebot /Nachfrage bei kritischen Rohstoffen etc. nicht ausser Kraft setzen.

Lava
12.08.2021, 17:58
Glaubt ihr nicht, dass jeder, der sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, das weiß? Ist ja nicht so, ddass nnicht aauch an Lösungen und Verbesserungen gearbeitet wird. Aber wir müssen den CO2 Ausstoß nunmal so gut wie sofort senken und das geht nicht ohne E-Autos.

Evil
12.08.2021, 18:13
Aber wir müssen den CO2 Ausstoß nunmal so gut wie sofort senken und das geht nicht ohne E-Autos.
Ist das so? Senkt der massenhafte Austausch von Verbrennerfahrzeugen durch Akkumulatorfahrzeuge den CO2-Austausch? Wird nicht zunächst durch die massenhafte Produktion erstmal mehr emitiert? Wäre es nicht besser, vorhandene Fahrzeuge möglichst wenig und dafür möglichst lange zu nutzen? Und dafür im Urlaub eben nicht zu fliegen? Sollte man das nicht mal ganz nüchtern durchrechnen und am Ende schauen, welche Zahl besser ist?

Mich stört, daß das Elektroauto als DIE unumstößlich notwendige Neuerung dargestellt wird, und dann gleich massenhaft.
Und nein, die Argumentation "wir müssen schnell handeln, also tun wir irgendwas, was gut gemeint ist" ist weder logisch noch wirkungsvoll, wenn auch moralisch und ethisch schön.

Feuerblick
12.08.2021, 18:21
In der Zeit der Pandemie sollten wir doch gelernt haben, dass „Wir tun jetzt schnell irgendwas“ nicht immer zielführend ist.
Eine vernünftige Analyse und dann daraus passende Schlüsse ziehen. Dauert auch nicht länger, als irgendwelche Parolen zu wiederholen, um irgendwas verkaufen zu müssen, was einer näheren Betrachtung eben nicht standhält. :-meinung

Lava
12.08.2021, 22:11
Es wird ja jetzt auch nicht aus Panik jeder sofort seinen Verbrenner verkaufen. Es wird ja auch nicht die Nutzung der noch vorhandenen Verbrenner verboten, sondern der Verkauf von neuen. Wer kein neues Auto braucht, wird sich jetzt auch keins kaufen. Unseren Passat werden wir auch fahren, bis er auseinander fällt. Aber falls wir mal ein Zweitauto brauchen sollten, würden wir sicher keinen reinen Verbrenner mehr kaufen.

Und natürlich muss man AUCH an anderen Ecken umdenken. Regional, saisonal kaufen, ÖPNV nutzen, Bahn nutzen, mehr Fahrrad fahren. Das ist doch vollkommen logisch und schließt sich überhaupt nicht mit E-Mobilität aus. Ich kann eure Argumentation nicht nachvollziehen.

Elektromotoren sind effizienter:
"Ein Elektromotor setzt rund 80 % der ihm zugeführten Energie in Bewegung um und gibt im Umkehrschluss nur 20 % der Energie an die Umwelt ab. Sicher müssen noch Verluste berücksichtigt werden, die beim Laden der Batterie anfallen. Dennoch kommt ein Elektrofahrzeug auf einen Wirkungsgrad von 64 % und ist damit sehr viel effizienter als ein Wagen mit konventionellem Verbrennungsmotor. Zum Vergleich: Bei einem Dieselmotor liegt der Wirkungsgrad bei circa 45 %, bei einem Benziner nur bei 20 %."

Auch das Recyceln von Akkus ist keine unlösbare Aufgabe :
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/technologie/batterien-elektroautos-recycling-101.html

Ach ja : was werden die Folgen des Klimawandels sein? Destabilisierung ohnehin ärmerer Länder und eine Massenflucht, wie sie die Menschheit noch nicht erlebt hat. Wer nix gegen den Klimawandel tut, kann eigentlich schonmal eine 30m hohe Mauer mit Selbstschussanlagen um Europa herum bauen.

Thomas24
12.08.2021, 23:20
In der Zeit der Pandemie sollten wir doch gelernt haben, dass „Wir tun jetzt schnell irgendwas“ nicht immer zielführend ist.
Eine vernünftige Analyse und dann daraus passende Schlüsse ziehen. Dauert auch nicht länger, als irgendwelche Parolen zu wiederholen, um irgendwas verkaufen zu müssen, was einer näheren Betrachtung eben nicht standhält. :-meinung

Das wäre sehr schön. Die Realität sieht aber vermutlich so aus.



Die Frage des Threads ist "was wählt ihr und warum? Und da sehe ich einfach, es gibt dieses große, nicht wegzuleugnende Problem des Klimawandels und der winzig kleine Mini-Step, den ich aktuell politisch leisten kann, um IRGENDWAS zu tun, ist wenigstens zu bekunden, dass ich will, dass die Politik IRGENDWAS tut.

Irgendwas eben. Aber bitte pronto. 😑

Thomas24
12.08.2021, 23:30
Und natürlich muss man AUCH an anderen Ecken umdenken. Regional, saisonal kaufen, ÖPNV nutzen, Bahn nutzen, mehr Fahrrad fahren. Das ist doch vollkommen logisch und schließt sich überhaupt nicht mit E-Mobilität aus. Ich kann eure Argumentation nicht nachvollziehen.

Man merkt's. Woran liegt's? Funkel, Evil und andere haben es doch sehr knapp, prägnant und verständlich dargelegt.

Feuerblick
13.08.2021, 06:02
Es schließt sich deswegen gegenseitig aus, weil „die Politik“ gerade nur E-Mobilität wild und per Gießkannenprinzip fördert, aber keinerlei Ideen zu all den anderen Punkten hat, die effektiver und sinnvoller wäre.

DrSkywalker
13.08.2021, 10:48
Ich möchte mal zwei konkrete Beispiele nennen, welche man sofort umsetzen könnte: Solaranlagen verpflichtend auf jeden Neubau. Tempolimit von 130.

Kosten beide nichts, das Tempolimit gar nichts, die solaranlagen armotisieren sich nach ca 10 Jahren und erwirtschaften dem Eigentümer noch Gewinne.

Warum ist CDU und FDP hier dagegen? Bemüht sich eine Partei wirklich um klimaschutz wenn man das Tempolimit ablehnt?

Zum Tempolimit: https://www.google.com/amp/s/www.br.de/nachrichten/amp/deutschland-welt/faktenfuchs-was-bringt-ein-tempolimit-auf-autobahnen,SdEUSXg

Thomas24
13.08.2021, 11:44
Ich möchte mal zwei konkrete Beispiele nennen, welche man sofort umsetzen könnte: Solaranlagen verpflichtend auf jeden Neubau. Tempolimit von 130.

Kosten beide nichts, das Tempolimit gar nichts, die solaranlagen armotisieren sich nach ca 10 Jahren und erwirtschaften dem Eigentümer noch Gewinne.

Warum ist CDU und FDP hier dagegen? Bemüht sich eine Partei wirklich um klimaschutz wenn man das Tempolimit ablehnt?

Zum Tempolimit: https://www.google.com/amp/s/www.br.de/nachrichten/amp/deutschland-welt/faktenfuchs-was-bringt-ein-tempolimit-auf-autobahnen,SdEUSXg

8 der 10 größten Solarpanel Hersteller kommen aus China. Mindestens 45 bis (nach anderen Quellen bis zu 80%) des benötigten Polysilokons ebenfalls. Und die alten Manchester Kapitalisten von der BBC und die bekanntermaßen rechtslastige Guardian sind nicht die einzigen, die auf die "prekären Arbeitsbedingungen" in Xinjian hinweisen (forced Labour klingt auch netter als "Sklaverei").

https://www.bbc.com/news/world-asia-china-57124636

https://www.theguardian.com/environment/2021/apr/23/revealed-uk-solar-projects-using-panels-from-firms-linked-to-xinjiang-forced-labour

Kommt komischerweise in der deutschen Berichterstattung über die Segnungen der Solarenergie aber nie vor. Genauso wie die Kinder/Sklavenarbeit in den Kobalt Minen des Kongos unter Aufsicht lokaler Warlords auch nie in der Tesla Werbung zu sehen sein wird. Ach ja, laut Frau Baerbock brauchen wir ja gar kein Kobalt, sondern "Kobold" - das ändert natürlich alles :D

DrSkywalker
13.08.2021, 13:19
Ich habe immer das Gefühl dass Rechte bzw liberale prekäre Arbeitsbedingungen immer nur dann anprangern wenn es gerade in die politische Agenda passt.

Natürlich liegt da einiges im Argen und muss verbessert werden ohne Frage.

Heute ist Armin Laschet übrigens auf Elon Musk getroffen sehr bezeichnend das ganze hier ein kurzer Ausschnitt:

https://mobile.twitter.com/stephanpalagan/status/1426136441655021568