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DrSkywalker
01.09.2021, 09:14
Es macht ihm spaß, eindeutig. Ist ja auch okay aber ohne Spaß verfasst man solche Texte nicht.

Im Übrigen geht es nicht nur um die Menschen sondern auch um die Natur, Flora und Fauna, Artenvielfalt die bedroht ist und so weiter.

Kackbratze
01.09.2021, 09:20
Ein subventionierten Arbeitsplatz ist eine Stelle, die Steuergelder kostet.
Das Auto hat auch nicht durch Subventionen gegen den Eselkarren gewonnen, wenn eine Technologie unausgereift ist, muss man entweder Investoren suchen, die da eine Zukunft drin sehen, oder das Projekt ist zukünftig nicht so rentabel, wie man es denkt.

Bei der Höhle des Löwen sind wir alle voll dabei, wenn eine Idee zerpflückt wird, weil sie halt "nicht gut" ist.
Sowie es grün angemalt ist, muss man es auf Biegen und Brechen verfolgen, anstatt zu akzeptieren, dass man dann wohl woanders schauen muss, um eine umweltschonende Energiegewinnung zu finden.

Aktuell liegt die Moral weit vor der Realität, dementsprechend gibt es tiefe Gräben, die man versucht mit Geld aufzufüllen.
Leider ist das Geld irgendwie endlich und immer mehr Menschen fällt auf, dass sie weniger haben. Da ändern auch 75€ Pfandrückgabe nix dran.

DrSkywalker
01.09.2021, 09:31
Dem Markt sind nur eben das Klima, die Natur, die Tiere und auch die Menschen schxxegal. Und da wir Menschen zu einem gewissen Maß intelligent und moralisch handeln aber auch egoistisch muss man Entwicklungen lenken, zb durch subventionen.

Fr.Pelz
01.09.2021, 10:00
Tja dann werden die Menschen halt weniger Geld haben. Wenn sie es sich vorher von der Natur, den Ressourcen genommen haben, kann das halt nicht so weiter gehen, denn die sind WIRKLICH endlich. Das ist eine harte Wahrheit, gegen die sich immer all sträuben, aber es wird halt immer super gern ausgeblendet, dass dieser tolle Reichtum den wir "erwirtschaftet" haben halt durch die Natur, die Bodenschätze "subventioniert" wurde. Wenn man sich mal klar macht, dass diverse wichtige Pflanzen auf Bienenstäubung angewiesen sind, jährlich erbringen diese Bienen weltweit quasi eine Leistung von 70 Milliarden USD und in Deutschland 2 Milliarden. Das kriegen wir bislang kostenlos - das ist nicht unsere tolle Wirtschaftsleistung, das nehmen wir uns weils halt da ist und irgendwann ist es nicht mehr da. In den USA werden Mandelbäume schon z.T handbestäubt, weil durch Pestizideinsatz die Bienen fehlen...
Die Kohle buddeln wir kostenlos aus dem Boden, das Wasser entnehmen wir kostenlos den Kreisläufen, verschmutzen es kostenlos mit Nitraten etc etc. Irgendwann steht am Ende dann halt doch mal eine Rechnung.

Thomas24
01.09.2021, 10:48
Ach Thomas. Macht es dir eigentlich Spaß, so etwas an den Haaren herbeizuziehen? Schon das mit den Nationalstaaten ist doch Quatsch, das will niemand, nicht mal Sarah Wagenknecht :-D Und den Rest mit der weltweiten Diktatur ist ein lustiges Hirngespinst, den man gut und gerne als "Anti-Grünen-Propaganda" werten darf. Vielleicht solltest du mal etwas anderes als die "Welt" lesen, um weniger Alpträume zu haben.
Alternativ kann man zb wie jetzt schon geplant, die wirtschaftliche Zusammenarbeit an klimafreundliches Produzieren knüpfen. Wirtschaftliche anreize statt Diktatur, ganz FDP-like. ("Klimaclub")

Ach Frau Pelz, ein so drängendes globales Problem wie der Klimawandel muss doch eine globale Antwort haben. Das Aussterben der Menschheit droht :-oopss. Zumindest hast du doch Angst um dein Leben, bzw. deiner Kinder- deine Worte, nicht meine. Da ist kein Platz mehr für so nebensächliche Dinge, wie Nationalstaatliche Befindlichkeiten, sieht auch Herr Harari so.

“Hence there are many things that governments, corporations and individuals can do to avoid climate change. But to be effective, they must be done on a global level. When it comes to climate, countries are just not sovereign. They are at the mercy of actions taken by people on the other side of the planet. The Republic of Kiribati – an islands nation in the Pacific Ocean – could reduce its greenhouse gas emissions to zero and nevertheless be submerged under the rising waves if other countries don’t follow suit. Chad could put a solar panel on every roof in the country and yet become a barren desert due to the irresponsible environmental policies of distant foreigners. Even powerful nations such as China and Japan are not ecologically sovereign. To protect Shanghai, Hong Kong and Tokyo from destructive floods and typhoons, the Chinese and Japanese will have to convince the Russian and American governments to abandon their ‘business as usual’ approach.” Noah Yuval Harari



Alternativ kann man zb wie jetzt schon geplant, die wirtschaftliche Zusammenarbeit an klimafreundliches Produzieren knüpfen. Wirtschaftliche anreize statt Diktatur, ganz FDP-like. ("Klimaclub")

Ich seh da keinen Raum für, wenn die Interessenlagen gänzlich unterschiedlich liegen. Wir, die Mittelschichtgesellschaften der ersten Welt, pushen hart das Narrativ vom anstehenden Klimawandel und den Untergang. Unsere Ängste und Sorgen sind anderen Teilen der Welt aber recht gleichgültig, die haben andere Sorgen. Energiesicherheit und Versorgungssicherheit stehen da an höherer Stelle als bei uns. Und wenn bei uns Brownouts mal tatsächlich auftreten sollten, dann werden sich andere Akteure dreimal überlegen, ob Sie unserem Beispiel folgen wollen, oder dem Beispiel Russlands und Chinas. Wir könnten natürlich auch versuchen, andere Menschen zu zwingen (durch Sanktionen, Embargos, Militär...), die Dinge so zu sehen, wir wir Sie sehen. Das hat ganz wunderbar funktioniert. Zuletzt beim gescheiterten Exportversuch "westlicher Werte" in den nahen Osten oder nach Afghanistan.


Dem Markt sind nur eben das Klima, die Natur, die Tiere und auch die Menschen schxxegal. Und da wir Menschen zu einem gewissen Maß intelligent und moralisch handeln aber auch egoistisch muss man Entwicklungen lenken, zb durch subventionen.

Auch Aktivisten ist das in Wirklichkeit alles ziemlich egal. Sonst hätten die feinen Damen und Herren von Extinction Rebellion nach den Demos in London nicht 120 Tonnen unaufgeräumten Müll hinterlassen- und das von Leuten, denen es angeblich um die Umwelt geht :D

Feuerblick
01.09.2021, 11:23
Was ist das denn für eine Einstellung? „Dem Rest der Welt ist Klimaschutz egal, die haben andere Sorgen, also machen wir auch nix“? Ernsthaft jetzt?
Die Partei, die mit dieser Argumentation aus dem Kindergarten käme, wäre für mich von vornherein unwählbar.
Ich bin durchaus für durchdachte Lösungen, frage mich aber auch, warum man in den letzten Jahren offenbar keine Zeit fürs Denken gefunden hat, obwohl das Problem bekannt war. Stattdessen haut man jetzt Schnellschüsse raus, die nur Geld kosten und die ärmer machen, die sowieso schon knapp dran sind.

Fr.Pelz
01.09.2021, 11:35
Gut dann haben Herr Harari und du halt die gleiche Meinung, dass alle mit anpacken müssen und diesen Teil der Antwort teile ich auch: alle Staaten müssten etwas tun, um sich zu bewegen. Nur der Umkehrschluss: Wenn nicht alle was tun, kann mans gleich lassen, ist halt falsch. Siehe Feuerblick. Und nein, man kann andere nicht zwingen, das hat auch keiner gesagt. Und wie gesagt: wenn man wirtschaftlich nur mit denen kooperiert, die sich klimafreundlicher verhalten, dann ist das schon irgendwann in deren Interesse. Oder halt nicht. Aber wie gesagt, selbst WENN Russland, China und die USA (kommt Trump wieder?) sagen, sie haben keinen Bock auf Klimaschutz, heißt das trotzdem nicht, dass wir uns bequem in den Liegestuhl legen können oder sollten.

Kackbratze
01.09.2021, 11:48
Eine subventionierte Industrie, die demnach nicht kostendeckend arbeitet ist aber keine Technik, die wir dann als zukünftiger Weltmarktführer exportieren können und so nach der Vorbildfunktion in die Spitzenposition wechseln können.

Aktuell sind wir weltwirtschaftlich der Hippie, der immer mehr zerlumpt, weil er immer weniger Wirtschaftsleistung hat und von der "nimm den mal mit zur Party der zahlt immer Alles" zu "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, die haben nicht mal elektrisches Licht und geben ihr Geld für Schwachsinn aus" Nummer schrumpfen.

Fr.Pelz
01.09.2021, 12:59
Aber ist das denn ein reales Problem? Hr. Lesch zeigt in dem obigen Video jedenfalls, wie erneuerbare Energien immer günstiger werden und Atomstrom immer teurer. Und wenn man erstmal Subventionen in die Entwicklung steckt, werden ja auch Technologien entwickelt, die die Produkte/Erzeugung im Nachgang günstiger machen, das gilt für E-Autos genau wie für komplexe Abläufe in den Industrien. Und warum müssen wir denn unbedingt die Spitzenposition in irgendwas haben? Klar, sollte man immer nach dem Besten streben, aber dann halt bitte nach dem Besten für alle und nicht nur für ein paar Wirtschaftsbosse und Finanzmagazinleser.

bipoka
01.09.2021, 13:02
Was ist das denn für eine Einstellung? „Dem Rest der Welt ist Klimaschutz egal, die haben andere Sorgen, also machen wir auch nix“? Ernsthaft jetzt?
Die Partei, die mit dieser Argumentation aus dem Kindergarten käme, wäre für mich von vornherein unwählbar.


Aber da gibt es einige ältere Semester, die genauso denken und auch wählen.


Ein subventionierten Arbeitsplatz ist eine Stelle, die Steuergelder kostet.
Das Auto hat auch nicht durch Subventionen gegen den Eselkarren gewonnen, wenn eine Technologie unausgereift ist, muss man entweder Investoren suchen, die da eine Zukunft drin sehen, oder das Projekt ist zukünftig nicht so rentabel, wie man es denkt.


die hiesige Autoindustrie erhält ihre Subventionen (weißte noch die Abwrackprämie), die Landwirtschaft erhält am meisten Subventionen und wird von der ausländischen Konkurrenz abgeschottet mit Zöllen, die Kohle wird subventioniert inbs. die Steinkohle wurde jahrelang subventioniert.

Matzexc1
01.09.2021, 13:20
Aber wie gesagt, selbst WENN Russland, China und die USA (kommt Trump wieder?) sagen, sie haben keinen Bock auf Klimaschutz, heißt das trotzdem nicht, dass wir uns bequem in den Liegestuhl legen können oder sollten.

In den Liegestuhl legen sich die genannten weil unsere Industrien dann dort sitzen, die Chinesen kaufen aktuell große Teile des deutschen Maschinenbaus auf


Was ist das denn für eine Einstellung? „Dem Rest der Welt ist Klimaschutz egal, die haben andere Sorgen, also machen wir auch nix“? Ernsthaft jetzt?
Die Partei, die mit dieser Argumentation aus dem Kindergarten käme, wäre für mich von vornherein unwählbar.
Ich bin durchaus für durchdachte Lösungen, frage mich aber auch, warum man in den letzten Jahren offenbar keine Zeit fürs Denken gefunden hat, obwohl das Problem bekannt war. Stattdessen haut man jetzt Schnellschüsse raus, die nur Geld kosten und die ärmer machen, die sowieso schon knapp dran sind.


Wie lange gibt es schon Probleme bei Hebammen, Pflegepersonal, Infrastruktur, Bildung???

Das Thema wurde nur dank einer gewissen Schwedin und einer Gruppe rich kids, die im Rest er Welt relativ unbekannt sind, für die Regierung relevant.

Ich würde an anderen Hebeln ansetzen, sich selbst das Wasser/Jobs/Industrien abzugraben bringt nichts, man muss der Welt zeigen können: Macht es uns nach und ihr seid auch erfolgreich


Tja dann werden die Menschen halt weniger Geld haben.

Und genau aus diesem Grund werden uns andere nicht folgen.

Thomas24
01.09.2021, 13:30
Was ist das denn für eine Einstellung? „Dem Rest der Welt ist Klimaschutz egal, die haben andere Sorgen, also machen wir auch nix“? Ernsthaft jetzt?
Die Partei, die mit dieser Argumentation aus dem Kindergarten käme, wäre für mich von vornherein unwählbar.

Wo liest du denn das heraus, bitte? Ich habe nur nochmal verdeutlicht, dass a) das Thema "Klimaschutz" in anderen Teilen der Welt bei weitem nicht denselben Stellenwert genießt, wie bei uns. Weder auf der politischen Agenda, noch im Alltag. Andere Belange haben dort ein höheres Gewicht, z.B. der Aspekt Versorgungssicherheit. Und b) wir gar nicht erst auf die Idee kommen brauchen, anderen Nationen vorzuschreiben, wie Sie bittedanke zu wirtschaften und zu leben haben, vor allem nicht im Brustton der moralischen Überlegenheit, den wir Europäer ja gerne mit Inbrunst in die Welt tragen.


Stattdessen haut man jetzt Schnellschüsse raus, die nur Geld kosten und die ärmer machen, die sowieso schon knapp dran sind.

Eben! Wir sollten nicht auf die Idee kommen, Selbstmord aus Angst vor dem Tod begehen zu wollen. Und nebenbei bemerkt finde ich in diesem Kontext finde ich Aussage wie

Tja dann werden die Menschen halt weniger Geld haben.
grenzwertig, weil eben nicht "die Menschen" weniger Kaufkraft in der Tasche haben. Es sind nicht die gut verdienenden in den gut sanierten Altbauvierteln dieser Republik, die nonchalant "halt weniger Geld haben". Nochmal: Energiepreisinflation 11,6%. Das schultern "die Menschen", die in einem Mediziner- Forum teilnehmen vielleicht mit einem Achselzucken. Aber nicht der Großteil der Bevölkerung. On Top käme ja noch die um 2 Jahre vorgezogene CO 2 Bepreisung, falls der grüne Parteitagsbeschluss umgesetzt werden würde.


Eine subventionierte Industrie, die demnach nicht kostendeckend arbeitet ist aber keine Technik, die wir dann als zukünftiger Weltmarktführer exportieren können und so nach der Vorbildfunktion in die Spitzenposition wechseln können.

Aktuell sind wir weltwirtschaftlich der Hippie, der immer mehr zerlumpt, weil er immer weniger Wirtschaftsleistung hat und von der "nimm den mal mit zur Party der zahlt immer Alles" zu "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, die haben nicht mal elektrisches Licht und geben ihr Geld für Schwachsinn aus" Nummer schrumpfen.

Das ist zwar fies und etwas polemisch, aber ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte.
Wie hat sich die Welt denn in den letzten 20 Jahren gewandelt?
33030



ABER niemand kann in die Zukunft sehen, wir MÜSSEN gewisse Risiken eingehen (ja auch, dass man mal kurzzeitig eben keinen Strom in der Steckdose hat oder dass sogar, auwei auwei mal die ein oder andere Industrienanlage runtergefahren werden muss wegen akutem Strommangel) denn das Risiko des Klimawandels ist halt einfach größer. Einiger der von der Flutkatastrophe betroffenen Haushalte haben immer noch keinen Strom. Sorry, aber da hab ich lieber ne chinesische Solaranlage auf dem Dach oder eben mal kurz keinen Strom als dass mein Haus wegschwimmt

Vor diesem Hintergrund darf ich mir von anderen Diskussionsteilnehmern ernstgemeinte Vorschläge anhören, weitere Teile der Energieinfrastruktur + Abhängigkeit von strategischen Metallen, äh, seltenen Erden bitte in chinesische Hände abzugeben. Der Umwelt zuliebe. Und zwar all das, während China, ca. alle drei Tage ein neues Kohlekraftwerk ans Netz bringt. Na, Dankeschön.

Matzexc1
01.09.2021, 13:31
Aber ist das denn ein reales Problem? Hr. Lesch zeigt in dem obigen Video jedenfalls, wie erneuerbare Energien immer günstiger werden und Atomstrom immer teurer.

https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/
ist ein bisschen informativer.

Unterschiede Atomstrom erneuerbare Energien:
Atomstrom Vorteile
ist wetterunabhängig, auf Knopfdruck verfügbar, kann eine gleichmäßige Erzeugung garantieren
Nachteile
Teuer beim Auf und Abbau, Umgang mit Müll

Erneuerbare Energien
Vorteile
geringe Investitionen bei Wind und Solarenergie, Unfallfolgen und Auf und Abbau weniger schwer, Müllproblem in teilen geringer
https://www.tagesspiegel.de/wissen/recycling-alter-windkraftanlagen-wie-die-muehlen-zermahlen-werden/27067744.html
https://www.sonderabfall-wissen.de/wissen/wohin-mit-ausgedienten-solarmodulen/
Nachteile
außer Wasserkraft meist periodisch verfügbar, Wasserkraft abhängig von der Niederschlagsmenge, größerer Flächenverbrauch als ein AKW,

Ergänzungen willkommen

Matzexc1
01.09.2021, 13:35
@ Frau Pelz

Warum ein Stromausfall absolut nicht gut wäre
https://www.bayern3.de/risiko-stromausfall-blackout-folgen

Ich finde das ganze relativ optimistisch

Thomas24
01.09.2021, 13:46
Nur kurz auf die Schnelle: würde noch den Aspekt ergänzen wollen, dass die Haltbarkeit der Solarenergieinfrastruktur geringer ist, als bei der Nuklearenergie. Während der Laufzeit eines Atomkraftwerkes, würden wir im gleichen Zeitraum zweimal dieselbe Solarenergieinfrastruktur auf- und abbauen müssen, sowie die Entsorgungskosten/ Recycling on top. Darüber hinaus besteht keine Grundlastfähigkeit. Scheint die Sonne = gut. Weht der Wind = gut. Windstille Nacht = schlecht. Derzeit besteht keine in industriellem Ausmaß verwendbare Speichertechnologie, sonst wäre eines der Hauptprobleme der erneuerbaren Energien gelöst. Nuklearenergie und Kohle/Gaskraftwerke sind Grundlastfähig.

Bezüglich der CO 2 Emissionen von Windkraft etc. sollte man den CO2 Abdruck des dafür benötigten Fundamentes, sowie des verwendeten Stahls (bei 130 m hoher Propeller) nicht vernachlässigen. 6 von 10 größten Zementhersteller der Welt sitzen in China und China emittiert allein durch die Zementproduktion ca. 6% der globalen CO2 Emissionen (klingt zwar nicht nach viel, ist aber in absoluten Mengen recht beeindruckend). On Top kommen noch die Emissionen durch die Stahlproduktion. Auf den Vorschlag, dass die Menschheit halt weniger bauen muss (= weniger Beton und Stahl), müssen wir bestimmt nicht lange warten.

Dritter Aspekt: aufgrund der fehlenden Transmissionskapazität sind wir nicht in der Lage, unsere Windenergie voll auszunutzen. In Hochzeiten wird die "überschüssige" Energie aus den offshore Windfarmen der Nordsee derzeit nach Dänemark übertragen und die Dänen schalten ihre Windräder ab. Dafür zahlen wir den Dänen einen zusätzlichen 6% Aufschlag auf den Preis. Klingt verrückt, ist aber so.

Thomas24
01.09.2021, 13:52
Das Thema wurde nur dank einer gewissen Schwedin und einer Gruppe rich kids, die im Rest er Welt relativ unbekannt sind, für die Regierung relevant.


Auch in anderen Teilen der Welt beobachtet man aufmerksam, welche Knöpfe man drücken muss, um bei Europäern zu punkten. Die Taliban vesprechen daher brav, nicht nur Frauenrechte zu achten (hört, hört!), sondern verpflichten sich zum Kampf gegen den Klimawandel. Die Taliban:-wow.
https://www.independent.co.uk/climate-change/news/taliban-afghanistan-climate-change-b1909760.html

Fr.Pelz
01.09.2021, 13:58
@ Frau Pelz

Warum ein Stromausfall absolut nicht gut wäre
https://www.bayern3.de/risiko-stromausfall-blackout-folgen

Ich finde das ganze relativ optimistisch

Ich hab das Buch Blackout gelesen (ganz gut recherchiert übrigens)und da wurde es natürlich auch dramatisch dargestellt. Und natürlich kann es dramatische Folgen haben, aber um wirklich mehrere Tage! Stromausfall zu haben, braucht es schon konzertierte Aktion (im Buch waren das z.B Hacker, die in Europa und USA die Anlagen und Netze angegriffen haben) Im Normalfall können Ausfälle einzelner Werke ja relativ schnell aufgefangen werden. Dein Artikel sagt, dass so etwas sehr unwahrscheinlich wäre. Der Bericht des Bundesrechnungshofs beziffert das Risiko auch klein - dagegen steht halt das große Risiko der Klimawandelfolgen. Heute wurden die 30 Milliarden Euro freigegeben für den Aufbau nach der Flutkatastrophe...

Und ja Thomas, 11% weniger Geld ist für einige ganz schön viel - dann eben mal ernstgemeinten Umbau der Sozialsysteme und ja, böse böse: gesellschaftliche Umverteilung. Du schreibst "Selbstmord vor dem eigenen Tod" aber das Reaktionsmuster ist doch das gleiche wie "Wir dürfen die Superreichen nicht mehr besteuern, sonst rennen sie weg".

Und dass andere Länder mehr oder weniger als wir in Punkto Klimaschutz machen, kann halt kein Argument sein für uns.

Matzexc1
01.09.2021, 14:00
Auch in anderen Teilen der Welt beobachtet man aufmerksam, welche Knöpfe man drücken muss, um bei Europäern zu punkten. Die Taliban vesprechen daher brav, nicht nur Frauenrechte zu achten (hört, hört!), sondern verpflichten sich zum Kampf gegen den Klimawandel. Die Taliban:-wow.
https://www.independent.co.uk/climate-change/news/taliban-afghanistan-climate-change-b1909760.html

Man fliegen die Rich Kids nach Kabul zu einer Unterstützungsdemo? In den meisten europäischen und nordamerikansichen Ländern zu demonstrieren müsste ja aufgrund der Gesetzeslage(friedliche Polizei, Grundrechte,...) allmählich langweilig werden.
Wie wäre denn mal
China
https://www.tagesspiegel.de/politik/bericht-des-weltklimarats-wann-protestieren-fridays-for-future-vor-chinas-botschaft/27499396.html
Russland https://ensia.com/features/climate-change-activist-russia-fridays-for-future-greta-thunberg/

Ich schweife ab, aber die Einseitigkeit der Bereitschaft für das Klima zu kämpfen ist einfach sehr überraschend

Matzexc1
01.09.2021, 14:10
Dein Artikel sagt, dass so etwas sehr unwahrscheinlich wäre. Der Bericht des Bundesrechnungshofs beziffert das Risiko auch klein - dagegen steht halt das große Risiko der Klimawandelfolgen. Heute wurden die 30 Milliarden Euro freigegeben für den Aufbau nach der Flutkatastrophe...


Und dass andere Länder mehr oder weniger als wir in Punkto Klimaschutz machen, kann halt kein Argument sein für uns.

https://www.deutschlandfunk.de/ruesten-gegen-den-blackout-unsichere-stromversorgung-in.724.de.html?dram:article_id=456306

Solange wir eine gute Infrastruktur haben kann gegengesteuert werden, allerdings wurden auch schon Teile Südeuropas schon vom Netz getrennt
https://www.focus.de/finanzen/energieversorgung-europa-schrammte-am-freitag-knapp-am-blackout-vorbei_id_12864728.html

Und du redest vom Normalfall
https://www.rnd.de/panorama/nach-hochwasser-tausende-menschen-im-westen-immer-noch-ohne-strom-HNHVBUF35EZDXRC43Y2NB7JQXQ.html
Da du die ganze zeit von Klimawandelfolgen sprichst... und wir verlässliche Grundlastkraftwerke abschalten im Sinne der Energiewende wüde ich das Risiko um einiges höher einschätzen

Thomas24
01.09.2021, 14:29
Ich hab das Buch Blackout gelesen (ganz gut recherchiert übrigens)und da wurde es natürlich auch dramatisch dargestellt. Und natürlich kann es dramatische Folgen haben, aber um wirklich mehrere Tage! Stromausfall zu haben, braucht es schon konzertierte Aktion (im Buch waren das z.B Hacker, die in Europa und USA die Anlagen und Netze angegriffen haben) Im Normalfall können Ausfälle einzelner Werke ja relativ schnell aufgefangen werden. Dein Artikel sagt, dass so etwas sehr unwahrscheinlich wäre.

Das Tail Risk eine tagelangen Blackouts ist zwar klein, aber nicht null. Ein größeres Problem könnten Brownouts werden. Brownouts in instabiler werdenden Netzen sind hingegen bereits heute ein reales Risiko, Texas und Kalifornien sind mahnende Beispiele.


Der Bericht des Bundesrechnungshofs beziffert das Risiko auch klein - dagegen steht halt das große Risiko der Klimawandelfolgen. Heute wurden die 30 Milliarden Euro freigegeben für den Aufbau nach der Flutkatastrophe...

...Von der ja nicht wirklich feststeht, dass Sie in den Kontext des Klimawandels einzuordnen ist. Kackbratze hat es ja schon dargelegt.


Und ja Thomas, 11% weniger Geld ist für einige ganz schön viel - dann eben mal ernstgemeinten Umbau der Sozialsysteme und ja, böse böse: gesellschaftliche Umverteilung. Du schreibst "Selbstmord vor dem eigenen Tod" aber das Reaktionsmuster ist doch das gleiche wie "Wir dürfen die Superreichen nicht mehr besteuern, sonst rennen sie weg".

Also ad 1. Umverteilung findet - in relevantem Ausmaß- bereits ja statt. Wenn du es nicht glauben magst, dann schau auf deine letzten Lohnzettel. Vergleich dann deinen Lohnzettel ruhig mal mit einem Gutverdiener in Steuerklasse 1- also ohne Kinderfreibeträge. Ein hohes Maß an Umverteilung ist real. Ad 2. Unser Sozialstaat ist bereits recht adipös. Seit Jahren ist der größte Posten im Bundeshaushalt "soziales" und es besteht kein Hinweis darauf, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird. Ad 3. Man könnte ja auf die Idee, noch mehr Umverteilung = noch mehr Gerechtigkeit. In diesem Kontext wird halt gerne auf Skandinavien verwiesen, aber auch da gibt das die Datenlage nicht her (Beispiel Schweden: die obersten 10% besitzen 74,9 % aller Assets, das oberste Prozent: 36,7%. Die Vermögensverteilung ist also noch ungleicher als hierzulande, trotz größerem Ausmaß an Umverteilung durch Steuern und Abgaben). Die Vorstellung, dass ein mehr an Steuern und Abgaben zu einer gleichmäßigeren Vermögensverteilung zu führen soll... da hab ich angesichts der Datenlage eine Frage drüber. Ad 4. Es gibt eine Grenze dessen, was Menschen bereits sind bei steigendem Ausmaß an Umverteilung noch zu leisten. Typisches Ausweichverhalten ist: Reduktion der Arbeitszeit auf Teilzeit, oder Auswanderung (by the way: ca. 200.000 Deutsche verlassen Deutschland jährlich, davon haben 3/4 einen Hochschulabschluss), Ausweichen in Schwarzarbeit in Branchen in denen das möglich ist, usw. pp. Ad 5. Der Schluss, dass "Superreiche" bei steigender Besteuerung das Land verlassen, ist ja keine fixe Idee oder Propaganda. Das ist empirisch mehrfach gut belegt aus der Vergangenheit- zuletzt beispielsweise in Frankreich.


Und dass andere Länder mehr oder weniger als wir in Punkto Klimaschutz machen, kann halt kein Argument sein für uns. Welchen positiven Effekt erhoffst du dir denn unter dem Strich für die Welt, wenn wir Teile unserer Energieinfrastruktur in Schnellschüssen aus der Hüfte teurer und gleichzeitig instabiler machen, unsere heimische Industrie weniger kompetitiv machen, erhöhte Inflation in Kauf nehmen und uns als Bonbon zeitgleich in stärkerer Rohstoffabhängigkeit von Ländern mit geringeren Umwelt-, Menschenrechts- und Arbeitsrechtsstandards begeben- während zeitgleich unsere CO 2 Einsparungen mehr als überkompensiert werden von anderen Nationen, die auch dankend Teile unserer Industrie aufkaufen (und von denen wir dann noch abhängiger werden)? So wollen wir eine Vorbildfunktion abgeben für unsere Nachbarstaaten, damit Sie uns nacheifern? So helfen wir der Umwelt? Hm, ok.