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epeline
16.09.2021, 10:07
Also ich war ja selbst schon mal privat versichert bis zum Ende des Studiums.
Ich kann mir das mit dem Ibu dagegen sehr sehr gut vorstellen.
Ich hatte da auch einige Kämpfe, auch wegen der Bezahlung eines KH Aufenthaltes.
Auch Verwandte hatten öfter mal solche Probleme oder einfach horrende Kosten.
Also ich will nie wieder in die PKV

Feuerblick
16.09.2021, 10:19
Ich kann mich über nichts beklagen. Medikamente aller Art werden sofort und ohne Rückfrage bezahlt. KH-Aufenthalte sind kein Problem. Ich kann mir hingegen nicht vorstellen, dass eine PKV ein indiziertes, zugelassenes und verordnetes Standardmedikament nicht zahlt. Damit würden sie vor jedem Gericht hinten runterfallen.

habichnicht
16.09.2021, 10:57
Vielleicht geht es um den Unterschied zwischen verschreibunbgspflichtigen und nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten.. Ibu ist ja meines Wissens bis 200 mg/Tabelette nicht verschreibungspflichtig, darüber hinaus aber schon. Dann müsste man sich höher als 200 mg/Tablette dosiertes Ibu verordnen lassen und die Tabletten teilen.

bipoka
16.09.2021, 11:25
In Bezug auf die GKV? Brutus Antwort fand ich gut, die Idee nur 5 Kassen zu haben würde schon mal einiges an Ressourcen freisetzen- aber auch da würden die FDPler "Regulierung" kritisieren.


Eben. Es ist garkein freier Markt.
Neben der Beitragsbemessensgrenze darf eine PKV auch Leute ablehnen z.B. mit chronischen Erkrankungen, dass ist in der GKV nicht so möglich. Es ist also kein Wettbewerb und freier Markt. Es sind ungleiche Bedingungen.

Des Weiteren nutzt die PKV alle Strukturen (Kliniken, Praxen, MVZ), die durch die GKV finanziert bzw. durch das Bundesland geschaffen wurden. Würde man konsequent sein mit den Marktregeln müssten die PKV Patienten in reinen Privatkliniken/Praxen behandelt werden, also ihre ganz eigene Infrastruktur schaffen.

Um es kurz zu machen: Geld ist genug da, müsste aber effizienter genutzt werden.

epeline
16.09.2021, 12:15
Warum in besagtem Fall ein Unterschied zwischen Ibu 400 und Ibu 800 gemacht wird, weiß ich nicht.
Aber ich kenne mehrere ähnliche Fälle, wo es um andere Medikamente und Hilfsmittel geht. Dafür aber wieder Dinge bezahlt werden, die die GKV nie tragen würde.

Und ich habe diese Streitigkeiten auch schon selbst erlebt und würde das daher nicht einfach als unglaubwürdig abstempeln. Dafür wissen wir jetzt auch zu wenig über die individuelle Situation.

Aber in die PKV ginge ich nie nie wieder

habichnicht
16.09.2021, 12:52
Dass die Versicherung dieser Patientin Ibu 400 nicht erstatten würde, kann ich (auch) nicht glauben und wenn ihr 400 mg als Einzeldosis zu hoch wären, könnte sie die 400er Tabletten halbieren. @FrPelz, frag doch mal nach, warum sie 800er verordnet bekommt.

Feuerblick
16.09.2021, 13:50
Ibu 400 ist aber doch nicht verschreibungspflichtig. Daher wird das ganz sicher nicht erstattet. Das würde auch die GKV eigentlich nicht erstatten (auch wenn sie es oftmals tut). Kostet aber auch nur Centbeträge. Alle anderen (verschreibungspflichtigen) Analgetika werden sicherlich erstattet.
Es klang ja so, als würde die Dame ausschließlich Ibu 800 einnehmen, weil sie nur die erstattet bekommt - im Gegensatz zu allen anderen Analgetika.

habichnicht
16.09.2021, 14:19
Ibu 400 ist aber doch nicht verschreibungspflichtig.Oh, ich dachte das wäre schon ab 400 mg verschreibungspflichtig. Dann verstehe ich, weshalb die Frau sagt, sie bekomme nur 800er erstattet.
Kostet aber auch nur Centbeträge. Eben, diese Kosten wären zu verkraften.
Alle anderen (verschreibungspflichtigen) Analgetika werden sicherlich erstattet. Es klang ja so, als würde die Dame ausschließlich Ibu 800 einnehmen, weil sie nur die erstattet bekommt - im Gegensatz zu allen anderen Analgetika. @FrPelz, frag sie doch mal, warum bzw. ob es unbedingt Ibu sein muss.

bipoka
16.09.2021, 17:26
Man muss auch dazu sagen, dass es die verschiedensten PKV Tarife gibt. Einige Billig/Basic PKV Tarife haben weniger Leistungen und eine hohe Selbstbeteiligung (was bereits der Name sagt).
Zu der Ibu 800 oder 400 kann man wenig sagen, ohne den konkreten Fall zu kennen.

Feuerblick
16.09.2021, 17:28
Und alles zusammen hat, wenn wir ehrlich sind, auch nichts mit dem Threadthema zu tun. :-)

Lava
16.09.2021, 20:23
Du kannst bei der PKV nicht in die Zukunft gucken. Ich glaub mein Papa bezahlt inzwischen über 1000€. "Für die Rücklagen" heißt es da immer. Wir werden sehen. Hab auch geschluckt, als mir auf einmal die Rate um über 100€ erhöht wurde. Begründung : die anderen in meinem Tarif hätten mehr Leistungen in Anspruch genommen.

John Silver
17.09.2021, 08:43
Es ist nicht die Frage, ob die PKV gut oder schlecht sei, sondern ob eine Einheitsversicherung für alle gut sei. Ist sie nicht. Selbst die erhofften Einsparungen sind sehr fraglich, und in allen anderen Punkten wird es eine Verschlechterung geben.

Partyarthy
17.09.2021, 10:31
Zu den Wahlprogrammen der Union/FDP, was Steuern angeht, hatte Marcel Fratzscher gestern beim Lanz sehr interessante Dinge gesagt. Kann ich wärmstens empfehlen.
Z.B. dass es mit dem Wirtschaftswachstum durch Steuersenkungen für Reiche wohl noch nie funktioniert habe und dass es sinnvoller wäre Menschen mit geringem Einkommen zu entlasten und Vermögen stärker belasten. Seine Ansichten schienen mir nicht besonders emotional aufgeladen zu sein und so ganz faktenfrei ist er auch nicht (als Professor für Makroökonomie und Präsident des DIW Berlin). :-nix

DrSkywalker
17.09.2021, 13:47
Zu den Wahlprogrammen der Union/FDP, was Steuern angeht, hatte Marcel Fratzscher gestern beim Lanz sehr interessante Dinge gesagt. Kann ich wärmstens empfehlen.
Z.B. dass es mit dem Wirtschaftswachstum durch Steuersenkungen für Reiche wohl noch nie funktioniert habe und dass es sinnvoller wäre Menschen mit geringem Einkommen zu entlasten und Vermögen stärker belasten. Seine Ansichten schienen mir nicht besonders emotional aufgeladen zu sein und so ganz faktenfrei ist er auch nicht (als Professor für Makroökonomie und Präsident des DIW Berlin). :-nix

Ich seh es doch an mir. Wenn ich noch mehr verdiene kaufe ich eben noch mehr Wertpapiere. Mehr konsumieren würde ich nicht bei 10 % mehr Einkommen. Geringverdiener würden mehr netto tendenziell eher ausgeben aus div. Gründen. Aber: Geringverdiener zahlen eh schon fast keine Steuern...

Partyarthy
17.09.2021, 13:52
Aber: Geringverdiener zahlen eh schon fast keine Steuern...
Und damit das nicht so bleibt, muss ein Mindestlohn von 12€ her...
Mehr Konsum, mehr Steuereinnahmen. (Auch wenn ich persönlich kein Fan des immer größeren Konsums bin. Aber darauf ist nun mal unsere Wirtschaft aufgebaut.)

Bonnerin
18.09.2021, 16:11
Stark emotional aufgeladene Ansichten bei gleichzeitiger Faktenfreiheit? Vielleicht symptomatisch für unsere Zeit. Gestern wurden beispielsweise im Spiegel die Ergebnisse einer Umfrage vom Deutschen Bankenverband bei 700 Jugendlichen veröffentlicht. 44% wussten nicht, was überhaupt eine Inflationsrate :-(( ist. Ich gehe dennoch davon aus, dass diese 44% sehr vehement ihre Positionen zu einer "gerechteren Gesellschaft" oder zur Bekämpfung des Klimawandels vertreten würden, und wie man dieses politisch gesellschaftliche Utopia wohl am besten erreichen möge (Spoiler: einfach mehr umverteilen!) :-nix.



Ich bin mal so frei und behaupte jetzt, du bist älter als ich (seit einigen Jahren ja Facharzt, daher bin ich sicher, dass dem so ist).

Die Qualität der deutschen Presse/Nachrichten ist seit Jahren unterirdisch. Aber: die Qualität des Schulunterrichts ist noch viel schlimmer. War aber vielleicht zu deiner Zeit anders. Zugegebenermaßen ist mein Abi nun auch schon 8 Jahre her, aber wirklich was gelernt in der Schule habe ich den 13 Jahren nicht. Vielleicht etwas Mathe, weil ich viel Interesse daran hatte, und Englisch. Aber gerade im Bezug auf echte Probleme ist das deutsche Bildungssystem in seiner feel good-bubble.
Ich habe tatsächlich, weil ich aus Interesse als freiwilligen Extrakurs Sozialwissenschaften/Wirtschaft hatte, etwas über Wirtschaft gelernt in der Oberstufe. Aber auch nur, weil meine Lehrerin Quereinsteigerin war, die hatte bis zur Geburt ihres Kindes im Management von einem internationalen Konzern gearbeitet.

Man sollte eher mal dafür sorgen, dass die Schulen wieder in der Lage sind, Menschen Zusammenhänge und Wissen zu vermitteln als nur "Kompetenzen". Und ja, ich war auch echt sauer, dass ich am Ende meine Erststimme einer Lehrerin geben musste, um mit größter Wahrscheinlichkeit zu verhindern, dass der Wahlbezirk hier am Ende der CDU zufällt. Obwohl ich auch Freund:innen in dem Bereich hab ist das ein Berufsstand, bei dem mir direkt immer die Galle hochkommt.

Loreleye
18.09.2021, 19:54
Frau Baerbock hat bei dem Triell vorgeschlagen, die E-Auto-Prämie auf 9000 Euro nach der Wahl zu erhöhen. Das Ziel des Klimaschutzes ist natürlich sehr wichtig. Man fragt sich jedoch, ob es der richtige Weg ist. Und man fragt sich, ob es nicht wie auch schon bei der Abwrackprämie unter dem Deckel des Umwelschutzes Lobbyarbeit der Autoindustrie dahinter steht. Immerhin fördere ich damit die obere Mittelschicht und Oberschicht. Wenn man bereit ist, ca, 20 - 100 Tsd für ein E-Auto auszugeben und in der Regel ein Haus besitzt, gehört man nicht mehr zu den Ärmeren. Und dafür wird das alte Auto ggf. verschrottet. Die Batterie hat teilweise nicht so lange Lebensdauer und problematisch in der Herstellung (seltene Erden aus Afrika).

Wenn ich schon ein umweltfreundliches Transportmittel fördere, wäre da vielleicht ein Lastenrad eine bessere Alternative. Schon für die Hälfte der zukünftigen E-Auto-Prämie kann ich das passable Lastenrad komplett bezahlen und als Autoersatz in der Stadt benutzen. Und eine viel kleinere Batterie in der Wohnung laden, mehr sich körperlich betätigen und fit bleiben. Es ist natürlich nicht für jede Stadt geeignet, aber das E-Auto noch weniger.

Bei dem Triell hat das Thema Bildung auch gefehlt, das wäre vielleicht das Steuergeld besser aufgehoben, auch für das Klima. Man weiß doch, wie die Kenntnisse bezüglich der gesunden Lebensweise, der wirtschaftlichen Zusammenhänge fehlen.
Das Windrad vor unserer Wohnung steht leider die ganze Woche nun still. Noch ein paar Jahre abwarten und es muss ein neues her.

Oder sieht ihr außer der Förderung der ökologischen Landwirtschaft bessere Ideen von den Grünen.

Was wir nicht vergessen dürfen, in unserem Land stehen immernoch jedem die Wege offen. Ich kann, wenn ich mich genug anstrenge, die Mittelschicht/obere Mittelschicht erreichen. Klar, ein Haus in der Metropole wird es nicht mehr, aber entweder das Haus oder die Metropole kann man sich schon leisten. Und man kann sich mit den Nebenjobs ein Studium gut finanzieren. Und man kann sich das Studium und Lebenshaltungskosten gut mit den Nebenjobs finanzieren.

Partyarthy
19.09.2021, 09:50
Was wir nicht vergessen dürfen, in unserem Land stehen immernoch jedem die Wege offen. Ich kann, wenn ich mich genug anstrenge, die Mittelschicht/obere Mittelschicht erreichen. Klar, ein Haus in der Metropole wird es nicht mehr, aber entweder das Haus oder die Metropole kann man sich schon leisten. Und man kann sich mit den Nebenjobs ein Studium gut finanzieren. Und man kann sich das Studium und Lebenshaltungskosten gut mit den Nebenjobs finanzieren.
Ja, es gibt auch Beispiele, bei denen Kinder aus armen Verhältnissen studieren und zur Mittel-/Oberschicht aufsteigen. Aber wie heißt es so schön: "Jeder kann es schaffen, aber eben nicht alle". Glaube viele wären schon froh, wenn sie für ihren Vollzeitjob angemessen bezahlt werden würden. Nicht jeder muss studieren. Wir brauchen auch andere Berufe.
Man macht es sich ziemlich leicht, wenn man auf diese "jeder kann durch eigene Anstrengung die Mittelschicht erreichen"-Möglichkeit verweist. Damit gibt man (als Politik/Gesellschaft) die Verantwortung für die Missstände einfach ab.

bipoka
19.09.2021, 10:06
Es ist nicht die Frage, ob die PKV gut oder schlecht sei, sondern ob eine Einheitsversicherung für alle gut sei. Ist sie nicht. Selbst die erhofften Einsparungen sind sehr fraglich, und in allen anderen Punkten wird es eine Verschlechterung geben.

Na das ist ja gut beantwortet und argumentiert. Ist sie nicht. Punkt.
Die PKV ist Rosinenpickerei, wurde bereits dargelegt. Sie brauch keine chronisch Kranken aufnehmen/kann sie ABLEHNEN, dass darf gerne die Allgemeinheit bezahlen, soll doch nicht die Gewinnmarge beeinträchtigen. Nanana.
Die PKV nutzt die Resourcen der GKV/Staats (müssten ihre eigenen MVZ, Praxen, Kliniken betreiben). Die PKV ist nur über der Einkommensbemesseungsgrenze nutzbar bzw. Sondergruppen z.B. die zahlenmäßig größte Gruppe: Beamte. Mir kann jetzt niemand erzählen, diese Sonderrechte einer im Großen und Ganzen gut gestellten Gruppe kostet nix, ja sei sogar vorteilhaft betrachtet auf die Ausgaben fürs Gesundheitswesen.

Aus der Perspektive der Leistungserbringer, die von P-Patienten profitieren, ist es anders. Wenn man die Möglichkeit hat viel Privat abzurechnen, ist es natürlich vorteilhaft und man würde sich dieses Geschäft nicht ohne einen Obulus wegnehmen lassen.
Deshalb hört man immer wieder und wahrscheinlich gleich auch wieder, warum man die PKV behalten soll.
a) wegen den Rücklagen für dieses exklusives Grüppchen
b) damit eine kleine Gruppe in der Bevölkerung mehr Wahlfreiheit hat bei der Krankenversicherung
c) damit eine kleine Gruppe in der Bevölkerung je nach Tarif bessere Leistungen auswählen kann
d) weil es lukrativ abzurechnen ist

Fr.Pelz
19.09.2021, 10:34
Im Grunde wird sich eh alles der Klimakrise unterordnen müssen. Es ist jetzt schon klar, dass wir das 1,5 Grad-Ziel nicht erreichen werden, wenn wir nicht CO2 irgendwie abscheiden (und die Technologien dazu sind noch sehr am Anfang. )

Ich empfehle SEHR das Maischberger-Interview mit Maja Göpel (Podcast oder Youtube (https://www.youtube.com/watch?v=CS23T9Wt_ww)). Sie hat erwähnt, dass in Umfragen mit Fokusgruppen herausgestellt wurde, dass sich 60% der Menschen Verbote wünschen auf den Umweltschutz bezogen. 1. Gibt das einen klaren Rahmen vor, 2. fühlt man sich dann nicht so allein und ohnmächtig mit seinen einzelnen Verhaltensweisen, wie Radfahren etc- weil es eben alle tun. (Sie gibt auch die Quelle an, ca 15min vor Schluss).
Auch im Lage der Nation-Podcast wird ganz schön darauf hingewiesen, dass die Grünen als die böse Verbotspartei hingestellt werden- aber im Grunde die CDU genauso viele Dinge verbieten will, halt andere -aber Verbote sind Verbote.

"Laschet tut so, als könne er mit dem Klima das machen, was er mit allem und jedem macht. Es in ein joviales Gespräch verwickeln. Weißt du, Klima, mein Vater war Bergmann..." (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-09/klimaschutz-wahlkampf-bundestagwahl-medien-parteien-zielsetzung/komplettansicht)