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Kackbratze
01.06.2021, 21:08
Ein Leasingauto behält ja ein Leben lang den gleichen Wert. Der Wertverlust wird nur auf die Leasingfirma umgelagert, die dann ein vergleichsweise wertloses Auto dann entsorgen muss. Egal wohin.

Bei der Rechnung wurden nur Haushalte direkt berechnet. Da sind diese Zahlen möglich, was aber vergessen wird, sind die sekundären Kosten durch erhöhte Transportkosten der Waren, der Dienstleister und zB des ÖPNV, da ja Alle (!) davon betroffen sind, was Industrie und öffentlichen Dienst mit einschließt.

Wenn die Telekom die Preise erhöht, weil der Kundendienst teurer wird, der Hausbau durch die Abgaben teurer wird und die vegane Hafermilch im Supermarkt einen Preisaufschlag bekommt ist der Bonus schnell aufgefressen.
Wie schon angemerkt, Wirtschaft ist mehr als das eigene Bankkonto und da sind einzelne Stellschrauben manchmal desaströs für das gesamte System.

Als Beispiel kann man die Preiserhöhung nach der Einführung der Ökosteuer auf Benzin anschauen.

Fr.Pelz
01.06.2021, 21:17
Es gibt auch Vorschläge, die z.B mit dem Wegfall der Stromsteuer kalkulieren, was dann wiederum einige sekundäre Kosten senken würde. https://www.ccl-d.org/static/files/%C3%9Cbersicht_Vorschl%C3%A4ge-19-06-20.pdf

Aber klar, zum Nullpreis wirds die Energiewende nicht geben. Es ist ist trotzdem so, dass wir jetzt die Weichen für die kommenden Generationen stellen müssen, und ja dafür müssen wir auch Opfer bringen. So wie in der Nachkriegszeit einiges an Aufwand für unsere Großeltern nötig war, um den Grundstein für unseren jetzigen Reichtum zu legen, so müssen wir jetzt halt ein bisschen die Ärmel hochkrempeln.

Kackbratze
01.06.2021, 21:22
Der Wegfall der Stromsteuer würde aber den Haushalt belasten, der ja mit seinen Sozialausgaben zurecht kommen muss.

Der blumige Vergleich mit der Nachkriegsgeneration passt nicht, da dort für den Wohlstand aus Ruinen gearbeitet wurde.
Hier ist das Ziel die Quadratur des Kreises, mehr Migration, mehr Sozialleistungen bei gleichzeitigem Steigen der Kosten und steigenden Energiekosten. Der fehlende Fortschritt wird als positiv verkauft, was man machen kann, aber dabei wird halt insgesamt weniger Geld verdient, was die Steuereinnahmen senkt, die aber für Energiewende und Co benötigt werden.
Wo setzt der Hebel jetzt an?
Geld "den Reichen" wegnehmen? Dann gehen die Reichen.
Firmen mehr besteuern? Weg sind die, ob pleite oder Ausland, egal.
Das ist wie in Ökotopia, in dem Buch werden alle nicht erklärbaren Anteile mit "wurde erfunden und erforscht" abgekürzt.
Das ist für eine Utopie ein gangbarer Weg, hier geht es aber um die Realität von 81mio Menschen.

Thomas24
01.06.2021, 21:32
Vielleicht bin ich auch nur zu blöd. Aber ich verstehe immer noch nicht, wo wir das benötigte Kupfer, Kobalt, Lithium, Neodyn etc. für eine grundlegende Elektrifizierung des Individualverkehrs her bekommen sollen.

Für UK wurde es schonmal durchgerechnet, was für Ressourcen für einen Schwenk weg vom Verbrennungsmotor hin zur E- Mobilität erforderlich wäre. Die Rechnung ging schon allein für UK hinten und vorne nicht auf .
https://www.treehugger.com/why-electric-cars-wont-save-us-there-are-not-enough-resources-build-them-4857798

"we have to stop talking about how electric cars will save us; it takes too much stuff to make them all, puts out too much upfront carbon, and nobody is going to make enough of them fast enough. All that copper and lithium and nickel and aluminum and steel has to come from somewhere."

Thomas24
01.06.2021, 22:07
Der Wegfall der Stromsteuer würde aber den Haushalt belasten, der ja mit seinen Sozialausgaben zurecht kommen muss.

Der blumige Vergleich mit der Nachkriegsgeneration passt nicht, da dort für den Wohlstand aus Ruinen gearbeitet wurde.
Hier ist das Ziel die Quadratur des Kreises, mehr Migration, mehr Sozialleistungen bei gleichzeitigem Steigen der Kosten und steigenden Energiekosten. Der fehlende Fortschritt wird als positiv verkauft, was man machen kann, aber dabei wird halt insgesamt weniger Geld verdient, was die Steuereinnahmen senkt, die aber für Energiewende und Co benötigt werden.
Wo setzt der Hebel jetzt an?
Geld "den Reichen" wegnehmen? Dann gehen die Reichen.
Firmen mehr besteuern? Weg sind die, ob pleite oder Ausland, egal.
Das ist wie in Ökotopia, in dem Buch werden alle nicht erklärbaren Anteile mit "wurde erfunden und erforscht" abgekürzt.
Das ist für eine Utopie ein gangbarer Weg, hier geht es aber um die Realität von 81mio Menschen.

100 % agreed. Es ist wie so oft: kommen Emotionen ins Spiel, fliegen Fakten aus dem Fenster.
Mir ist auch nicht klar, wie man Maßnahmen gutheißen kann, die über eine schlechtere Wettbewerbsfähigkeit zu einem stagnierenden BIP bei gleichzeitig steigenden Ausgaben führen können. Ich verstehe ja das Anliegen, sich Sorgen um die Umwelt zu machen etc.

Aber die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen mit Rohstoffen umgesetzt werden, die es gar nicht in ausreichender Menge gibt, und von denen einige unter sehr fragwürdigen Umständen aus Dritte Welt Ländern importiert werden müssten (wie Kobalt aus der Demokratischen Republik Kongo, oder wie Frau Baerbock es in ihrem legendären Interview nannte, "Kobold"). Funkel hat ja schon darauf hingewiesen.

Alles mit einem Energienetz, dass dafür nicht ausgelegt ist (in einem Land, in dem allein Planungsverfahren gerne 10 Jahre und länger dauern), mit intermittierend arbeitenden Stromquellen ohne die technische Möglichkeit der Zwischenspeicherung- und die existierende CO2 neutrale Energie Technologie, mit der man wenigstens das Grundlastproblem lösen könnte, ist politisch und gesellschaftlich hierzulande als "Igitt, Igitt" geächtet. Gleichzeitig sind wir aber jetzt schon gezwungen, Kohlestrom aus Polen und Nuklearenergie aus Frankreich zu reimportieren, nur zum Vielfachen des ursprünglichen Preises.

Und das alles nur um am Ende global gar keinen Impact zu erzielen. Und alle anderen bevölkerungsreichen Player, auf die es global ankäme- sagen von vorneherein: "so wir ihr das gerade macht, werden wir das nicht nachmachen" (wenn auch diplomatisch etwas netter formuliert). So viel zu erhofften Vorbildfunktion. Das Vorgehen ist mir völlig schleierhaft. Das ähnelt Selbstmord aus Angst vor dem Tod :-((

kartoffelbrei
02.06.2021, 06:28
Vielleicht habe ich es auch einfach überlesen, aber was ist denn jetzt der Gegenvorschlag der Grünen-Gegner, wie mit dem Klimawandel umzugehen ist?

Kackbratze
02.06.2021, 08:13
Der CO² Ausstoß kann mit modernen AKW gesenkt werden, die modernen Kraftwerke produzieren weniger Atommüll, es gibt sogar schon experimentelle Reaktoren, die ihren eigenen Müll recyclen. Das wäre ein Weg um von fossilen Kraftwerken wegzukommen und gleichzeitig die grundsätzliche Bilanz zu bessern.
Beim Straßenverkehr ist, unabhängig vom Dieselskandal, der Verbennungsmotor aktuell vorne, aber anstatt isoliert die sekundär umweltschädliche Batterietechnik zu fördern, sollten dort mehr Anreize für andere Motoren (Wasserstoff, whatever) gefördert werden. Durch den Markt, d.h. Autos mit niedrigem Ausstoß werden weniger besteuert, aber nicht im Kauf gefördert. Damit werden Firmen anfangen sich real mit der Forschung auseinanderzusetzen und Produkte anbieten die auch Konkurrenzfähig sind.
Verbote von Plastiktüten o. Ä. waren Augenwischerei, ein konsequentes Exportverbot von Müll würde mehr bringen, dafür darf man dann aber nicht parallel den Bau von effizienten Müllverbrennungsanlagen und Recyclinganlagen verhindern (was die Grünen gleichzeitig auch gerne machen).
Die Industrie kann durch Steuervorteile als Steuerungselement dazu gebracht werden, Co2 zu senken.
Aber das sind Vorschläge, die ich in 2min in der Kaffeepause raushauen kann. Die Gegenfinanzierung muss auch bedacht werden.
Das Grundsätzliche Ziel sollte es sein durch Förderung (Steuersenkungen sind auch Förderung) Unternehmen dazu zu bringen, diese Techniken zu entwickeln und einzusetzen.
Das wird die Wirtschaft weniger abwürgen, als Steuererhöhung und Strafe.

Evil
02.06.2021, 08:22
Vielleicht habe ich es auch einfach überlesen, aber was ist denn jetzt der Gegenvorschlag der Grünen-Gegner, wie mit dem Klimawandel umzugehen ist?
Die Ideen sind ja grundsätzlich nicht schlecht, nur halt nicht konsequent zu Ende gedacht und vor allem nicht auf Umsetzbarkeit und Effektivität überprüft.

Ich halte die Grünen für ein entscheidendes Korrektiv, damit Umwelt- und Klimaschutz nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben, sondern auch mal wirklich gefördert werden. Außerdem scheinen sie aktuell kompetenter zu handeln als andere, wenn man sich mal die Kandidatenkür anschaut.

Die Vorschläge der Grünen zu 100% so umzusetzen halte ich aber für einen großen Fehler, von daher wäre mir eine schwarz-grüne oder noch besser Jamaika-Koalition am liebsten. Ich weiß aber noch nicht, wie ich am besten wählen sollte, um das zu erreichen.

Matzexc1
02.06.2021, 08:28
Vielleicht habe ich es auch einfach überlesen, aber was ist denn jetzt der Gegenvorschlag der Grünen-Gegner, wie mit dem Klimawandel umzugehen ist?

Eigentlich reden wir über die Bundestagswahl, aber diesen off topic erlaube ich mir:

1) Ich stelle mir die Frage wieviel des Klimawandels durch den Menschen gemacht wurde. Haben wir Einfluss: ja.Allein unserer Einfluss ????

Mein Plan wäre:

Strom
sinnvoller Aufbau der erneuerbarer Energien und technologische Weiterentwicklung der Grundlastfähigen(Kohle,Gas,Atom,Wasserkraft).
Ansätze gibt es ja schon:
https://www.sciencedaily.com/releases/2019/01/190131113834.htm
https://www.popularmechanics.com/science/green-tech/a24631/india-co2-baking-soda/

Und auch der Weltklimarart erwähnt die Kernenergie als Brückentechnik
https://www.umwelt-journal.at/weltklimarat-spricht-sich-fuer-ausbau-der-atomkraft-aus/

Und beim Müll reden wir auch von technologischer Weiterentwicklung
https://www.heise.de/tp/features/China-baut-Thoriumreaktor-in-Gansu-4012683.html

Da reden wir über Forschung,Ingenieurswesen und vor allem Bildung(die aktuell noch genauso läuft wie zu Bismarcks Zeiten. Das dumme ist nur das wir anstatt auf Weiterentwicklung und Entwicklungshilfe zur Reduktion der Emissionen in den Schwellenländern lieber auf Kaiser Wilhelm II setzen." Am deutschen Wesen wird die Welt genesen" Wenn wir die ganze Sache auch noch so aufziehen würden das es Gewinn bringen soll, also marktwirtschaftlich, dann hätten wir auch Chancen eine verträgliche Veränderung herbeizuführen. Hier kommt aber Ideologie, oder auch der Streit zwichen Energie-Öko und Umwelt-Öko, Pumpspeicherkraftwerke sind halt nicht bei allen beliebt und die Alpenländer haben auch keine Lust unsere Batterie zu spielen.

Mobilität:
Ich sehe das E-Auto nicht als Heilsbringer. Man kann unmöglich die Mobilität, aus bereits genannten Gründen auf Strom umstellen.
Wir reden also auch hier von mehr als einem Ansatz, wir reden von Gas,Wasserstoff,alternativen Kraftstoffen und auch Strom

Bosch hat einen künstlichen Treibstoff entwickelt, der CO2 ärmer ist als Diesel
https://www.focus.de/auto/news/care-diesel-medienbericht-behoerden-lassen-sauberen-diesel-nicht-zu_id_11309187.html

Aber stattdessen bauen wir Batterieforschungszentren an völlig unsinniger Stelle und Stromleitungen auf Autobahnen.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/kritik-an-vergabe-fuer-batteriefabrik-100.html

Ich finde es auch eine ausgewachsene Doppelmoral der Grünenfans oder FFF Führung, oder einer gewissen Carola Flugreisenzu machen und allen anderen zu sagen sie sollen es nicht. Die Niedrigverdiener können das meist auch nicht.

Industrie und Landwirtschaft:
Auch hier geht es um Technolgien und Weiterentwicklung, die Gängelung und Schädigung unserer Lebensgrundlage ist mir persönlich einfach zu heiss, im Interesse der Zukunft der nachfolgenden Generationen. Man muss aber auch nicht das Bio-Amaranth oder das Superfood aus Südamerika(Afrika,etc. importieren

Matzexc1
02.06.2021, 08:38
Und zweitens: was werden unsere Enkel sagen? Was sagen wir, wenn die fragen "Oma, ihr wusstet doch schon seit den 70ern in welche Richtung das geht, warum habt ihr nichts gemacht?" Ich möchte dann wenigstens sagen können, dass ich mir Gedanken darum gemacht habe und das, was in meiner Macht steht, versucht habe.



Und dann? Dann sind wir nicht mehr unter den reichsten 5 Ländern sondern nur noch unter den reichsten 10? Wie schlimm wäre das denn?

Die CDU-Regierung hat übrigens 100 000 Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien vernichtet(!). Haben die das prophylaktisch gemacht um die Bevölkerung ärmer zu machen und sie damit schonmal auf die grünbeteiligte Regierung vorzubereiten?

Ich mache mir eher die Sorge ob die nachfolgende Generation nicht eines Tages kommt und fragt:
Wieso habt ihr unsere Lebensgrundlage zerlegt? Und deine Fragen sind da mit drin.

Matzexc1
02.06.2021, 09:51
Mich würde jetzt mal interessieren wie die Parteien zu dem Zukunftsthema Bildung/Forschung stehen und diese weiterentwickeln wollen, weil am Ende haben wir nur noch die Gehirne der nachfolgenden Generation als Ressource.

Ich versuch mal eine Zusammenfassung (Webseiten/Wahlprogramme soweit vorhanden), ich bitte um Entschuldigung und um Hinweis auf inhaltliche Fehler. Ich versuche alles um keine Wertung vorzunehmen

Ordnung in alphabetischer Reihenfolge, nicht nach politischer Präferenz

AfD: https://www.afd.de/bildung-schule/
Leistungsorientiert, Stärkung der beruflichen Bildung und Abkehr von Überakademisierung
Magister und Diplom anstatt Master, Leitbild des selbstständigen Bürgers und einheitliche Prüfungen, höhere Finanzierung der Hochschulen

CDU/CSU(Thesenpapier 2017): https://archiv.cdu.de/artikel/vorrang-fuer-bildung-und-forschung
mehr digitales lernen, einheitliche Standards, Förderung und Weiterentwicklung der beruflichen Bildung, Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Exzellenz und Hightechstrategie für Hochschulen, internationale Zusammenarbeit fördern, Auslandserfahrungen

FDP(Wahlprogramm) https://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramme-2021
Förderung beruflicher Bildung und Exzellenzinitiative zur Zukunft, verbunden mit internationalem Austausch
Gründung einer European Digital Unviersity, Qualitätsoffensive in der Hochschullehre und Digitalisierung, Erasmus+ ausbauen,
offene Debattenultur in Wissenschaft und lehre, Reduzierung des chinesischen Einflusses, Verbesserung der Rahmenbedingungen und dadurch Förderung von Karrieren von Frauen,Aufhebung des Kooperationsverbotes, Verstärkte Grundlagenforschung, elternunabhängiges Bafög und Stipendien verbessern

Freie Wähler(mit dabei aufgrund der Anwesenheit im bayerischen Landtag):https://www.freiewaehler.eu/unsere-politik/wahlprogramm/
Gleiche Bildungschancen für alle, Digitalisierung, Hightech Förderung, Betriebspraktika bei allen weiterführenden Schulen,
Verbesserung der Personalsituation und gute Ausbildung des Personals, persönliche Entwicklung fördern, frühkindliche Entwicklung,
kostenfreie Ganztagsschule, bundesweit enheitlicher Standard, Förderung beruflicher Bildung und dualer Studiengänge, elternunabhängiges Bafög und Stipendien ausbauen, Erasmus fördern,Aufhebung des Kooperationsverbotes

Grüne:https://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramme-2021
Kita für alle, mehr Fachkräfte, Ganztagsgrundschulen,Förderung der Schulen in benachteiligten Gebieten, Förderung der Digitalisierung, Verbesserung der Bildungszusammenarbeit, Ausbildungsgarantie mit Anerkennung von einzelnen Bausteinen, Mindestvergütung in allen Ausbildungsberufen, Ausbau der Begabtenförderung, Internationalisierung der beruflichen Bildung,
Grundsicherung(Eltern-und altersunabhängig) für Azubis und Studierende anstatt Bafög mit Anpassung an die Regelsätze für Erwachsene. Alphabetisierung der funktionalen Analphabeten, Förderung anhand Nachhaltigkeitskriterien, 3,5% der Wirtschaftleistung in Forschung und Entwicklung, Schaffung von Gesetzgebungslaboren zur politischen Beratung,
Förderung der Digitalisierung an Hochschulen, Open Access als Standard, Verbesserung der Karrierechancen(40% Frauenanteil bei Professoren) Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit auch in der Außenpolitik

Die Linke:https://www.die-linke.de/wahlen/wahlprogrammdebatte-2021/wahlprogrammentwurf-2021/
Mehr Personal, Stoppen/Rückabwicklung der Privatisierung, Aufhebung des Kooperationsverbotes, kostenloses Essen und Fahrmöglichkeiten, gebührenfeie Kitas, Verbesserung der Bezahlung, Ganztagsbetreuung,, Stärkung der Inklusion, Anerkennung der Heruknftssprache bei Migranten als Prüfungssprache, Ausbau der Schulsozialarbeit, mehr besser ausgebildetes Fachpersonal, mobile Endgeräte für alle, Digitalisierung, Ausbau des Schwimmunterrichts, kein Lobbyismus in der Bildung und keine Bundeswehr, Gleichstellung der Lehrämter, verbesserte Ausbildungsvergütung, solidarische umlagefinanzierung und dadurch gute Ausbildung, politische Bildung als teil der Ausbildung, Weiterbildungsgeld im Rahmen des sozialökologischen Umbaus(finanziert durch Unternehmensumlage), keine Studiengebühren, rückzahlungsfreies Bafög, Abschaffung der befristeten Verträge, 50% Frauenquote auf jeder karrierestufe, transparente Forschung, Abschaffung aller Zugangsbeschränkungen an Hochschulen, Ausrichtung der Forschung auf Umwelt,Klimawandel und soziale Probleme
Rechtsanspruch auf das oben stehende

Ein Zitat muss ich mir hier erlauben:
"Um dem neoliberalen Mainstream in den Wirtschaftswissenschaften kritisches Denken zur Seite zu stellen, wollen wir plurale Ansätze in Forschung und Lehre an Hochschulen, Universitäten und in der Politikberatung fördern. Dazu gehören (post-)keynesianische, marxistische, ökologische und feministische Wirtschaftstheorien. Wir fordern im Rahmen der Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes die Einrichtung eines Forschungsclusters zu sozialökologischer Transformation mit heterodoxer Ausrichtung der Forschung."

SPD:https://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramme-2021
Elternunabhängiges, rückzahlungsfreies Bafög, Ausbau Kita, Ganztagesbetreuung, gleiche Chancen,, Frewilliges Jahr nach der Schule für alle, mehr Personal und bessere Bezahlung, mehr Sozialarbeit, Digitalisierung, Verbesserung der Ausbildungsvergütung, Unternehmen bei Ausblidung in Verantwortung nehmen, Weiterbildung in allen Lebensphasen mit Förderung,
Föderung von Spitzentechnologien, soziale/technologische und kulturelle Innovationen, Exzellenz fördern, Abschaffung der Befristung.

Bitte nicht falsch verstehen: Das SPD Programm war hier das schwierigste, lest bitte selbst nach bevor ihr Kritik anbringt. Danke

Dr.Hackenbush
02.06.2021, 10:01
Immerhin hat Doppelmoral einen Unterhaltungswert (ab 49:50 )


https://www.youtube.com/watch?v=iIytN96Ppss&t=2993s

Kackbratze
02.06.2021, 10:49
Die Parteien "links der Mitte" bevorzugen eindeutig die Grundlagen wie Ausbildung oder Zweitqualifikation und lassen die Unis eher liegen bzw. sehen höchstens Gleichberechtigung als ihr Thema dort an.
Die "rechts der Mitte", bis auf die CDU (2017 ist leider veraltet, deren Programm fehlt), wollen die Unis stärken um daraus mehr Wissen zu generieren, ob nun international oder national.

milz
02.06.2021, 18:52
Also ich kann es jetzt nicht wirklich glauben, dass hier 19/50 die AfD wählen wollen. Die Partei ist rückständig und antidemokratisch.

Schubbe
02.06.2021, 19:24
Vielleicht bin ich auch nur zu blöd. Aber ich verstehe immer noch nicht, wo wir das benötigte Kupfer, Kobalt, Lithium, Neodyn etc. für eine grundlegende Elektrifizierung des Individualverkehrs her bekommen sollen.

Die einzige Antwort hier lautet China, aber China hat hier ganz eigene Bestreben: China wird prognostisch innerhalb der nächsten 10-15 Jahren Nettoimporter von seltenen Erden werden, produziert aber etwas mehr als 85% des aktuellen Weltbedarfs. Durch die prophezeite Revolution im Automobilbereich/grüne Technologie/... steigt der Bedarf aber überproportional schnell an.

Erschwerend hinzu kommt, dass der "fair-trade" Seltenerdenmarkt außerhalb von China ohne Subventionen eigentlich nicht wirtschaftlich ist, weil es nicht nur eine riesige Umweltsauerei ist und keiner wirklich Geld dafür locker machen möchte, sondern auch weil immer wieder die einheimische Bevölkerung sich dagegen wehrt. Das Geld gibt es auch dann nicht, wenn es interne Strategiepapiere gibt (s. Australien), die explizit die Förderung dieser Industrie vorsieht. Natürlich habe sich viele chinesische Firmen bereits weitreichend die Minen- oder Grundstücksrechte von ausländischen Vorkommen gesichert und nutzen ihre Größe, um sich global zu etablieren bevor es andere können. Die Investitionskosten für das reine Aufstellen einer Mine liegt durchaus im Bereich von etwa 10^9 USD.

Interessanter Fun Fact am Rande: Für E-Mobilität und eigentlich jede Form von Elektromotor braucht man eine ganze Menge Neodym. Das Zeug kann man eigentlich nur fördern, wenn man nebenher auch ganz andere radioaktiven Metalle (Uran und Thorium) ausbuddelt.

McDübel
02.06.2021, 19:34
Also ich kann es jetzt nicht wirklich glauben, dass hier 19/50 die AfD wählen wollen. Die Partei ist rückständig und antidemokratisch.

Das Umfrageergebnis ist auch für die Tonne. Siehe meinen anderen Beitrag ;)

Fr.Pelz
03.06.2021, 19:37
Für die Spritpreise gibt hier mal ne schöne Gegenüberstellung der Parteien. Die Spritpreise dürften so oder so in den nächsten Jahren steigen – auch wenn Annalena Baerbock nicht Kanzlerin wird. (https://www.zeit.de/mobilitaet/2021-06/spritpreise-erhoehung-autofahren-benzin-co2-preis-steuer-gruene#die-gruenen)

Thomas24
03.06.2021, 19:55
Erschwerend hinzu kommt, dass der "fair-trade" Seltenerdenmarkt außerhalb von China ohne Subventionen eigentlich nicht wirtschaftlich ist, weil es nicht nur eine riesige Umweltsauerei ist und keiner wirklich Geld dafür locker machen möchte, sondern auch weil immer wieder die einheimische Bevölkerung sich dagegen wehrt.

Hey, Schubbe. Alles richtig.
Und nicht nur die Projekte von "Indigenen", NGOs usw. machen da schnell einen Strich durch alle green New Deal Träume, siehe Referendum in Grönland vor ein wenigen Wochen. Auch die offizielle Staatspolitik kann nach einem Machtwechsel mal eben schnell die Versorgung an Rohmaterialien gefährden. Siehe Wahlergebnis der Linken in Südamerika (die sicher den bösen Gringos von Rio Tinto, MacMoran etc. nicht erlauben können, "die natürlichen Ressourcen des Landes zu den derzeitigen Bedingungen auszubeuten usw." und einen größeren Anteil an der Ausbeute für sich selbst haben wollen "fair share" usw.) im Bereich Kupfer etc. pp.

Oder Kasachstan beschließt, eine ihre Uran Abnahmeverträge für Kazatatomprom neu verhandeln zu wollen (einige der Projekte wurden von Franzosen gebaut und finanziert, aber der ausländische Anteil fällt immer weiter, während der Kasachisch - russische Anteil immer weiter steigt... sind halt richtig smart vorgegangen- die doofen Ausländer gingen in Vorleistung, finanzieren und bauen die Projekte, und wenn alles läuft, werden Sie Stück für Stück enteignet). Naja, am Ende zahlt das ja der europäische, amerikanische und Chinesische Endverbraucher auf seiner Stromrechnung (Nein, das zahlen nicht die Konzerne)- und Kasachstan freut sich.


Das Geld gibt es auch dann nicht, wenn es interne Strategiepapiere gibt (s. Australien), die explizit die Förderung dieser Industrie vorsieht. Natürlich habe sich viele chinesische Firmen bereits weitreichend die Minen- oder Grundstücksrechte von ausländischen Vorkommen gesichert und nutzen ihre Größe, um sich global zu etablieren bevor es andere können. Die Investitionskosten für das reine Aufstellen einer Mine liegt durchaus im Bereich von etwa 10^9 USD.

Ist mir schon alles klar. Allein das Genehmigungsverfahren für eine neue Kupfermine dauert je nach "environmental and societal concerns" gern über 10 bis 15 Jahre, plus meist liegen die Vorkommen in unwirtlichen Gebieten und es muss erstmal Infrastruktur aufgebaut werden, um an das Deposit zu kommen (inkl. Straßen, Stromleitungen, die ihrerseits wiederum genehmigt und finanziert werden müssen usw.). Zudem wurde ja auch in den letzten Jahren immer weniger Capex auf neu Exploration verwendet. Öl, Gas, viele Metalle etc. (z.B. im Bereich Silber - Solarpanele anyone? Etc.), inkl. durchschnittlich eher niedriger werdendem Erzgehalt etc. Das ist alles nicht gut für das "wir bekommen das schon irgendwie hin" Narrativ- nicht gut für die Umwelt, und gar nicht gut für den Endverbraucher.

Bei rasch anspringender Nachfrage würden zunächst "past producer" mit bewiesenem Erzvorkommen und bereits vorhandener Infrastruktur wieder reaktiviert werden, um die Nachfrage kurzfristig decken zu können, siehe still gelegte Uran oder Kupferminen usw. Neues Angebot kommt dann aber erst nach Genehmigung, Bau und Finanzierung online - knapp 10 bis 15 Jahre später. War auch eher eine rethorisch gemeinte Frage an die: "wir reichen Nationen müssen es nur eine Energie- und Verkehrswende wollen, dann läuft das alles irgendwie schon und wir retten den Planeten" Fraktion, die sich mit solchen Kleinigkeiten wie Angebot/Nachfrage Dynamiken usw. nicht auseinandersetzen möchten und denken, mit Moral alleine könnte man Mathematik Schachmatt setzen. Diese Art von vereinfachendem Denken mit einer klaren "gut und böse" Dichotomie ist ja -leider nicht nur in diesen Kreisen, aber dort ganz besonders- sicher meistens gar nicht Mal böse gemeint, aber einfach mal maximal uninformiert. Die Welt ist eben nicht schwarz - weiß, sondern nur verschieden grau. Aber back to Topic.

Kackbratze
03.06.2021, 20:03
Für die Spritpreise gibt hier mal ne schöne Gegenüberstellung der Parteien. Die Spritpreise dürften so oder so in den nächsten Jahren steigen – auch wenn Annalena Baerbock nicht Kanzlerin wird. (https://www.zeit.de/mobilitaet/2021-06/spritpreise-erhoehung-autofahren-benzin-co2-preis-steuer-gruene#die-gruenen)

Das ist korrekt, das hat auch niemand in Abrede gestellt. Allerdings ist das Tempo, was die Grünen fordern und das Gesamtbild nicht förderlich für den Standort Deutschland.
Andersrum gesagt: wenn hier alle Firmen pleite sind, weil die Umweltauflagen und Kosten so hoch sind, werden die Gesetze wieder abgeschafft, damit wieder jemand investiert, was am Ende vermutlich zu deutlich weniger Umweltauflagen und Umweltschutz führt, Hauptsache es gibt Jobs.

Ich sehe den ökologischen Stempel, den die Grünen sich auferlegen, nicht so ausgeprägt, sondern eher nicht durchdacht und auf lange Sicht schädlich.

Die Frage der internationalen Verträge ist bei den Grünen auch ein Kritikpunkt. Einerseits wird die Forderung nach internationaler Zusammenarbeit gefordert und gefördert, aber bestehende Verträge, wie z.B. die NATO sollen nicht eingehalten werden. Das passt rational nicht zusammen.

Thomas24
03.06.2021, 20:14
Mich würde jetzt mal interessieren wie die Parteien zu dem Zukunftsthema Bildung/Forschung stehen und diese weiterentwickeln wollen, weil am Ende haben wir nur noch die Gehirne der nachfolgenden Generation als Ressource.

Ich versuch mal eine Zusammenfassung (Webseiten/Wahlprogramme soweit vorhanden), ich bitte um Entschuldigung und um Hinweis auf inhaltliche Fehler. Ich versuche alles um keine Wertung vorzunehmen


Erstmal: vielen Dank für die Mühe, dich da durch die verschiedenen Parteiprogramme durchzulesen.
Habe eine Frage: unsere Welt wird immer komplexer und die kognitiven Anforderungen an die Bevölkerung steigen. Wir sehen diesen Trend ja bereits seit Jahrzehnten, zunächst im Bereich der einfachen Tätigkeiten, zunehmend auch in komplexeren Arbeitsgebieten (siehe FinTechs, LegalTechs etc.), Stichwort: Automatisierung, KI, Smart Algos, die jetzt auch in Bereiche vordringen, die vor wenigen Jahrzehnten noch als "sichere Jobperspektive für das Leben" angesehen wurden. Es gab ja mal den sprichwörtlichen "Bankbeamten"- so sicher und seriös wurde dieser Job angesehen. Ich denke da an Dinge, wie Buchhaltung, Fahrer- und Kuriertätigkeiten, Sachbearbeiter bei Ämtern, Versicherungen etc.

Während 85% der Bevölkerung sich vermutlich mehr oder weniger gut auf die neuen Job Anforderungen werden einstellen können- inkl. Neuerwerb von Skills, permanenter Weiterbildung, ggf. Berufswechsel usw. Was passiert aber mit den ca. 15% der Bevölkerung, die vermutlich nicht die notwendigen Voraussetzungen mitbringen (IQ beträgt mehr als eine Standardabweichung unterhalb des Medians, also ca. IQ bei 85 Punkten und tiefer), um Sie dauerhaft auf kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten umzutrainieren?

Was ist die Antwort der Parteien auf diese Problematik? Eine zunehmend komplexer werdende Arbeitswelt mit immer weniger Job Opportunitäten für einfache Jobprofile? Mal angenommen, wir würden uns nicht mit: Jeder Mensch kann alles lernen- man muss ihn/Sie nur dauerhaft dazu trainieren etc. selbst belügen, sondern uns auf die kalten Fakten konzentrieren.

Wie wollen wir dauerhaft 15% der Menschen eine sinnvolle und menschenwürdige Perspektive anbieten, wenn es immer weniger Jobs gibt, die dieses Segment der Bevölkerung sinnvoll und als Sinn stiftend wahrnehmen kann. Ich vermute, in den Parteiprogrammen wird dazu nichts stehen (oder irgendeine Variante zu universal Basic Income).
Hast du dazu was in den Parteiprogrammen gefunden?