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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : !!!INITIATIVE GEGEN UNBEZAHLTES PJ !!!!



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Kaya777
06.04.2007, 12:45
So sehe ich das auch. Neben den guten PJlern gibt es eben auch haufenweise Tagträumer. Die denken, die ganze Arbeit ist superlässig und was ich nicht mache, macht dann schon ein anderer.

Ich fand das PJ ja auch sehr entspannt und war überrascht, wie stressig es ist, wenn man auf einmal für alles verantwortlich ist. Aber nichtsdestotrotz hab ich mich bemüht und gemacht, was ich konnte. Im Gegenzug dazu habe ich dann auch viel gelernt.

Man kann auch Pech haben und auf eine Station kommen, auf der man nur ausgenutzt wird. Aber jemandem, der nicht mitdenkt, der sich nicht für die Patienten interessiert, der in der Visite aus dem Fenster schaut und dem man bei jedem Konsilschein erklären muss, was für eine Fragestellung er draufschreiben muss, dem kann man auch nicht selbständig Patienten überlassen. Man muss sich einbringen, dann hat man auch was davon. Sicher, die Lehre muss sich verbessern. Das ist klar. Aber jeder hat es auch ein bisschen selbst in der Hand, wieviel er mitnimmt.
:-meinung

jemand
06.04.2007, 13:52
Im Gegenzug dazu habe ich dann auch viel gelernt.

So ein Blödsinn!!! Da verwechselt wohl jemand Ursache und Wirkung.

Das PJ, so wie es ist, gehört ersatzlos gestrichen. Ein Pflichtpraktikum, egal ob bezahlt oder unbezahlt, das keinen akademischen Ansprüchen genügt hat in einem Universitätsstudium nichts aber auch rein gar nichts verloren.

Meinetwegen kann man die Approbation dann auch erst nach einem postgradualen AiP erteilen. Viele Mediziner wollen sowieso nicht mehr im klinischen Bereich arbeiten!!! :-meinung

jemand
06.04.2007, 14:12
... Das begreift man erst, wenn man plötzlich in Echt eine Station führen muss.

Ach ja übrigens, noch ein Argument weshalb das PJ ersatzlos gestrichen gehört. Danke! :-))

alley_cat75
06.04.2007, 14:28
Das PJ, so wie es ist, gehört ersatzlos gestrichen. Ein Pflichtpraktikum, egal ob bezahlt oder unbezahlt, das keinen akademischen Ansprüchen genügt, hat in einem Universitätsstudium nichts aber auch rein gar nichts verloren.

Was bitte würde denn in einem Praktikum Deinen akademischen Ansprüchen genügen? Mediziner nach 5 Jahren theoretischem Unterricht in die Kliniken zu schicken - ohne Praxisteil - ist nun wirklich mehr als lächerlich.


Viele Mediziner wollen sowieso nicht mehr im klinischen Bereich arbeiten!

Aha, daher weht der Wind. Wieder einer, der Arzt werden will, weil man sich auf Cocktail-Partys so schön wichtig tun kann. :-dagegen Egal, wo ein Arzt später tätig ist, das klinische Prozedere und vor allem den Umgang mit Patienten sollte er schon kennen. :-meinung

KingLoui
06.04.2007, 14:29
Also ich find's zum Beispiel auch erschreckend wie abfällig und unloyal sich hier einige Ärzte über Pjler äußern. Diese Arroganz von der ach so schweren Stationsarbeit halte ich für völlig überzogen. Also auf der Station auf der ich kürzlich war, hatte ich nicht den Eindruck die Stationsärztin hätte mehr Stress gehabt als der PJler, abgesehen natürlich von ihrer Verantwortung. Warum jemand der 8+ Stunden zumindestens den Job einer Sekretärin im Arztzimmer erledigt, nicht wenigstens entschädigt wird bleibt mir ein Rätsel und ist für mich regelrecht absurd.

alley_cat75
06.04.2007, 14:33
Ach ja übrigens, noch ein Argument weshalb das PJ ersatzlos gestrichen gehört. Danke!

Na, Kausalitätsevrknüpfungen musst Du wohl noch üben. Wenn ich behaupte, das Erlernen und Organisieren von Arbeitsabläufen ist wichtig, spricht ja nun wirklich nichts dagegen, dass bereits vor dem Berufseinstieg zu können. Leute mit Deiner Einstellung sind der Grund dafür, dass das PJ auch weiterhin unentgeldlich bleiben wird. Dafür danke ich Dir vielmals, da ich mich einmal mehr in meiner Meinung bestätigt fühle.

Flowrocka
06.04.2007, 15:02
1. Also ich finde es auch traurig, dass es hier Leute gibt, die die Einstellung vertreten "ich habe auch nix dafür bekommen, wieso ihr dann". Das sind dann echt so Leute, die zu den unter ihnen positionierten Angestellten ******* sind, nur weil ihr Chef auch ******* zu ihnen ist. In meinen Augen Sozialversager und Armutszeugnis für jeden, der im Gesundheitssystem arbeitet und dazu noch den titel Arzt trägt. PJ ist nach meiner persönlichen Erfahrung keine Ausbildung, sondern Arbeit mit einem kleinen Ausbildungselement (die hat ein Assistenzarzt auch; bevor wiede Aufschreie durch die Reihen gehen: es liegt mir völlig fern, die Arbeit eines Arztes und eines Pjlers miteinander zu vergleichen)
2. Abgesehen von der Verbesserung der Lehre im Pj sollte es das Anliegen jedes Medizinstudenten, Assistenzarztes, Ober- und Chefarztes sein, dass das Pj bezahlt wird. Wieso? Weil damit ein Signal für uns alle gesetzt wird, und zwar, dass im Gesudheitssektor (wie in jedem anderen Wirtschaftssektor auch) gute Arbeit mit gutem Geld bezahlt werden muss. Wir haben auch mit den Ärzten für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen gestreikt, auch wenn viele von uns gar nicht in die Klinik gehen.
3. Wir Mediziner müssen besser zusammenhalten.

frohe Ostern!

Ehemaliger User 20130505
06.04.2007, 15:04
Meinetwegen kann man die Approbation dann auch erst nach einem postgradualen AiP erteilen. Viele Mediziner wollen sowieso nicht mehr im klinischen Bereich arbeiten!!!Daran habe ich auch schon gedacht. Warum soll der anscheinend relativ hohe Anteil an Medizinstudenten, der gar nicht als Arzt arbeiten will, ein PJ, das er unmotiviert 'absitzt', machen? Damit ist beiden Seiten nicht gedient.
Man könnte das Hammerexamen ähnlich wie bei den Juristen in ein erstes und zweites Staatsexamen aufteilen. Im ersten würden die Kenntnisse in der Theorie geprüft und als Abschluss meinetwegen der akad. Grad eines Diplom-Mediziners* verliehen - ähnlich wie es bei den Juristen an manchen Unis nach dem ersten Staatsexamen den Diplom-Juristen gibt.
(*Nein und nochmals nein, ich bin ganz bestimmt kein Kommunist und auch kein Ossi, und habe sogar noch niemals auch nur einen Fuß in eines unserer östlichen Bundesländer gesetzt. :-angel )

Für diejenigen, die eine ärztliche Tätigkeit anstrebten, könnte man dann eine zweijährige bezahlte praktische Ausbildung (foundation years?) einführen, nach der bei bestandenem Examen die Approbation erteilt würde.

Soweit ich weiß, steht oder stand im Rahmen irgendeiner EU-Anpassung auch mal ein Bachelor-Studiengang für Medizin zur Diskussion, gegen den sich die Ärztekammer aber heftig wehrt. In einem solchen Studiengang dürfte es auch kein PJ mehr geben.


..Mediziner nach 5 Jahren theoretischem Unterricht in die Kliniken zu schicken - ohne Praxisteil - ist nun wirklich mehr als lächerlich.Wie meinst Du das? Genau das geschieht doch, wenn ein Student im 11. Semester sein erstes PJ-Tertial beginnt.:-nix

Muriel
06.04.2007, 15:33
Wie meinst Du das? Genau das geschieht doch, wenn ein Student im 11. Semester sein erstes PJ-Tertial beginnt.:-nix
klar geschieht das, aber dann ist der Student nun mal Student und kein Arzt, was ein himmelweiter Unterschied ist. Das PJ soll einen auf das Berufsleben vorbereiten, und meines hat das sehr gut getan (zumindest das Fach, in das ich dann eingestiegen bin). Es ist nun mal Sinn der Sache, dass man in einem Stadium der Ausbildung, in dem man nur eine allenfalls geringe Verantwortung selber trägt, langsam lernt, was später abseits von A, B, C, D und E wichtig wird.

Sorpresa
06.04.2007, 15:45
(*Nein und nochmals nein, ich bin ganz bestimmt kein Kommunist und auch kein Ossi, und habe sogar noch niemals auch nur einen Fuß in eines unserer östlichen Bundesländer gesetzt. :-angel )


ich weiß grad nicht welche der beiden seiten sich nun glücklicher schätzen darf.
(sorry 4 OT)

Ehemaliger User 20130505
06.04.2007, 15:58
klar geschieht das, aber dann ist der Student nun mal Student und kein Arzt, was ein himmelweiter Unterschied ist. Das PJ soll einen auf das Berufsleben vorbereiten, und meines hat das sehr gut getan (zumindest das Fach, in das ich dann eingestiegen bin). Es ist nun mal Sinn der Sache, dass man in einem Stadium der Ausbildung, in dem man nur eine allenfalls geringe Verantwortung selber trägt, langsam lernt, was später abseits von A, B, C, D und E wichtig wird.Und genau da stimme ich mit 'jemand' überein: Ein praktisches Jahr reicht als Vorbereitung auf eine eigenverantwortliche ärztliche Tätigkeit nicht aus. Deshalb lieber das PJ streichen und statt dessen zwei - selbstverständlich bezahlte - Jahre einführen, in denen eine strukturierte und qualitätskontrollierte praktische Ausbildung stattfindet, bevor die Approbation erteilt wird.

Evil
06.04.2007, 16:00
Ich finde es sehr interessant, daß diejenigen, die hier am lautesten krähen, entweder noch gar nicht studieren oder allenfalls in den ersten klinischen Abschnitten sind... vielleicht sollte man erst dann diskutieren, wenn man Ahnung hat...

Ehemaliger User 20130505
06.04.2007, 16:07
Muss man approbiert sein, um sagen zu dürfen, dass man in Deutschland Angst hat, in einem Notfall auf einen frisch approbierten Arzt angewiesen zu sein? Das ist nicht gegen Dich gerichtet. Dir würde ich mein Leben und meine Gesundheit selbstverständlich anvertrauen. :-) Aber Du bist ja auch nicht erst frisch approbiert.;-)

Ehemaliger User 20130505
06.04.2007, 16:11
So wie ich den Thread verstanden habe geht es hier um gutes Geld für gute Arbeit und um nichts anderes. Ausserdem ist es vollkommener Quatsch zu behaupten irgendwer sei nach dem Studium ein fertiger Arzt und könne als solcher selbstständig und unbeaufsichtigt Arbeiten (rechtlich mag das so sein, LEIDER!!). Dazu braucht man m.E. eine ordentliche Facharztausbildung (siehe USA). An mich lasse ich eine frischen Examenskandidaten jedenfalls nicht heran!!!

Die unbezahlte (Sklaven)Arbeit und die im Schnitt unzureichende Facharztausbildung das ist der Skandal.:-meinung Muss man ein abgeschlossenes Medizinstudium haben oder sogar approbiert sein, um diese Meinung äußern zu dürfen?

KingLoui
06.04.2007, 17:26
Ich finde es sehr interessant, daß diejenigen, die hier am lautesten krähen, entweder noch gar nicht studieren oder allenfalls in den ersten klinischen Abschnitten sind... vielleicht sollte man erst dann diskutieren, wenn man Ahnung hat...

Ja, leider sind wir noch nicht geweiht worden und können uns obwohl wir erwachsen sind und diverse Monate in Kliniken verbracht haben noch keine Meinung erlauben; wir Ahnungslosen, wir! Sorry, solche Posts erwecken für mich den Eindruck eines leicht beschränkten Horizonts und bringen auch nicht gerade voran. Wie gut, dass in Deutschland weiterhin Meinungsfreiheit herrscht und man sich diese nicht erst durch eine Approbation oder ähnliches erarbeiten muss.

Leistung sollte zumindest anerkannt werden und ausreichen um über die Runden zu kommen. Was Assistenzärzte daran stört bleibt weiterhin ein Rätsel. Die damaligen Fachärzte waren ja hoffentlich auch nicht für die Beibehaltung des AiP.

Ehemaliger User 20130505
06.04.2007, 18:18
PJ ist nach meiner persönlichen Erfahrung keine Ausbildung, sondern Arbeit mit einem kleinen AusbildungselementAuch wenn ich aus eigener Erfahrung nichts dazu sagen kann, hab' trotzdem eine Meinung dazu: :-)

Falls das PJ tatsächlich 'Arbeit mit einem kleinen Ausbildungselement' sein sollte, gehörte es abgeschafft oder dafür gesorgt, dass es 'Ausbildung mit kleinen Arbeitselementen' würde.

Kaya777
06.04.2007, 19:11
Da wäre sicher allen geholfen.

Ich wollte mich sicher nicht arrogant oder sonstwie über "den PJler an sich" äußern. Es gibt aber wie gesagt nicht nur die, die was lernen wollen...

Außerdem hatte ich nie damit argumentiert, dass ich ja auch kein Geld bekommen habe. Sowas ist lächerlich. Wir freuen uns ja auch, dass das AiP abgeschafft ist.

Ehemaliger User 20130505
06.04.2007, 19:39
PJ ist nach meiner persönlichen Erfahrung keine Ausbildung, sondern Arbeit mit einem kleinen AusbildungselementSorry, nochmal: Wenn das so wäre, müsste man daraus folgern, dass das PJ seinen Zweck nicht erfüllt und Mediziner ohne die von der Approbationsordnung vorgesehene praktische klinische Ausbildung approbiert werden. Das wäre eine Sauerei.:-(

Kaya777
06.04.2007, 19:46
Naja, so ist es aber auch. Die erste richtige klinische Erfahrung macht man meiner Meinung nach in der ersten Zeit als Assistent. Wenn man selbst Entscheidungen treffen darf/muss und sei es nur, mit welcher Dosis fang ich jetzt den ACE-Hemmer an. Wir machen so viele Sachen, die wir vielleicht einmal vorher gesehen haben. Das ist schon sehr fahrlässig. Und ich denke, es gibt einige, die dann einfach machen und nicht vorher nochmal fragen.

Jede Schwester braucht eine offizielle "Einweisung", bevor sie ein EKG schreiben darf (machen bei uns nur die Kardiologie-Schwestern), aber bei den jungen Ärzten wird vorausgesetzt, dass man sich auskennt mit Chemo, Transfusionen etc. etc. Aber das ist offtopic.

Muriel
06.04.2007, 19:48
Wenn Flowrocka persönliche Erfahrungen hat, dann sind es entweder nicht ihre/seine eigenen oder aber das Profil stimmt nicht (wer macht denn bitte im 10. Semester PJ?) Und was andere sagen, ist ja schön und gut, aber man ist immer noch selber dafür verantwortlich, was man aus seiner Ausbildung macht, wenn andere etwas doof finden, heißt das ja noch lange nicht, dass ich das auch doof finden muss. Und noch einmal: Ich habe saumäßig viel in meinem PJ gelernt, ich wurde perfekt auf mein Berufsleben vorbereitet in meinem Wahlfach. Meine Einarbeitungsphase ist quasi dort gemacht worden und das ist auch der Sinn des Ganzen. Und wenn sich jetzt noch mal irgendjemand darüber auslässt so nach dem Motto "jaja, aber das war ja Arbeit, blabla", dann tut er mir Leid.