Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für gestresste Niedergelassene, Fachärztinnen und Fachärzte
Skalpella
04.09.2014, 20:07
Herzlichen Glückwunsch, Huhn :-)
Moorhühnchen
04.09.2014, 20:21
Ich warte :-)Jaja, laß mich erstmal feiern!! :-dance
Vielleicht schaff ich's morgen vormittag... ;-)
Kackbratze
21.09.2014, 06:49
Wie geht ihr mit Stagnation der Karriere um? Ich habe mich ja für den 2. FA entschieden, ein Kollege von mir ist jetzt FA und es geht nicht weiter. Keine OA Stelle in Aussicht, neu eingestellte Kollegen kurz vor dem FA werden mit OA-Stellen geködert (wenn sie lange bleiben, blabla, dann haben sie die Chance...). Der betreffende Chef wigelt im Jahresgespräch ab, bzw. "nimmt es ernst" und macht doch nix.
Insgesamt ist die OA-Stellensituation in der Gegend mau, der Kollege ist familiär gebunden. Aber Assi-FA auf Lebenszeit ist auch nicht sein Traum, besonders wenn er links überholt werden soll.
Andere FA traut er sich nicht, dafür, meint er, hätte er schon zu viele Kurven im Lebenslauf.
Was ratet ihr ihm? Ich bin da eher skrupellos und rate zum Wechsel. Er ist qualifiziert und füllt den FA auch mit dem erforderlichen Leben.
Vor allem nicht als Facharzt in der Klinik bleiben und den (oft nicht fähigeren) Oberärzten zuarbeiten und dafür ein ziemlich schlechtes Gehalt kassieren - inbesondere dann, wenn von den Oberen keine vernünftige Perspektive in absehbarer Zeit angeboten wird! Facharzt heißt für mich: entweder aufsteigen zum OA oder raus aus der Klinik in die (angestellte) Niederlassung oder Honorartätigkeit. Noch eine Facharztweiterbildung: wenn man sich es unbedingt antun muß....die Sinnhaftigkeit ist ja eher fraglich, möglicherweise schiebt man dadurch lediglich Entscheidungen von sich weg.
Kackbratze
21.09.2014, 10:09
In der Chirurgie baut das schon aufeinander auf. Ich sehe das als sehr sinnvoll an.
Relaxometrie
21.09.2014, 10:25
Assi-FA auf Lebenszeit ist auch nicht sein Traum
Was ist daran so verkehrt? Ok....ich oute mich jetzt als nicht allzu karrieregeil :-))
Aber ich finde das Modell "Assi-FA" nicht so schlimm. Es klingt halt in den Ohren derjenigen, die immer weiter und immer mehr wollen, wie "steckengeblieben". Aber irgendwann ist die Karriereleiter halt mal fertig erklommen. Und als Assi-FA beherrscht man das Fachgebiet immerhin so gut, daß man den Arbeitsalltag aus rein fachlicher Sicht relativ streßfrei erledigen kann. Als Assi-FA kann man sich doch dann, frei von den ganzen administrativen Zwängen, denen man als Oberarzt (möchte ich nicht sein!) unterliegt, echt schön aufs Fachliche konzentrieren. Ich glaube, wenn man sich von dem ewigen Nachobenklettern mal frei gemacht hat, kann man sich als Assi-FA ein erträgliches Leben in der Klinik basteln.
Feuerblick
21.09.2014, 10:37
Naja, als Assi-FA wirst du oft als Funktions-OA ausgenutzt mit allen Pflichten, aber ohne die Rechte und ohne die entsprechende Bezahlung. Plus Vordergrunddienste. Da muss man sich schon überlegen, ob man sich das auf Dauer geben will. Oder man muss mit dem Chef und den Kollegen entsprechend verhandeln. OA wollte ich auch nie werden... Aber zweiter FA? Sind denn da die Chancen auf einen OA-Posten besser? Kommt ja auch immer drauf an, wo man hin will...
In den chirurgischen Fächern kann ich mir einen zweiten FA als Ergänzung schon gut vorstellen. Anders sähe es aus, etwas völlig Anderes zu machen. Auf langfristigen Assi-FA hätte ich auch ohne entsprechende schriftlich festgehalten Absprachen Dienste betreffend z.B. keine Lust.
Kackbratze
21.09.2014, 12:46
In der Chirurgie ist die Frage, wohin man will. Hochspezialisierter FA in einem Bereich, meist mit mehr Wartezeit auf die OA-Stelle verbunden. Bei Fächerkombis kommt es auf das Ziel an. Viszeral- und Unfallchirurgie =>Grund und Regelversorger, dann schneller in Leitungsposition.
VCH und Gefäss => Maximalversorger oder Spezialklinik, für. Plastische Chirurgie ist der vorherige Facharzt meist nur das Sprungbrett um überhaupt in die PCH zu kommen. Neurochirurgie ist ja ein eigener Fachbereich. Tboraxchirurgie steht meist auch für sich alleine und ist in Kombi mit VCH beim Maximalversorger gerne gesehen. Herzchirurgie...ist Herzchirurgie, ausserhalb der Spezial- oder Unikliniken wird es grundsätzlich schwer. Selbst mit dem Thoraxchirurgen oben drauf.
ehemaliger User_11062015
21.09.2014, 14:35
Kackbratze ich hab mal ne Frage so rein aus Interesse.
Macht es denn aus deinen Schilderungen überhaupt Sinn, in einem recht eigenständigen chirurgischen Gebiet, eine zweite Facharztkompetenz zu erwerben? Man könnte sich ja ,soweit ich das in der WBO der Bundesärztekammer gelesen habe, einen geringen Teil aus einem ähnlichen fach anrechnen lassen (beispielsweise 6 monate NCH, wenn man noch HNO werden will). Oder ist die Frage hinfällig, weil es auch wieder eher auf das wo und wohin ankommt?
Kackbratze
21.09.2014, 14:57
Ich verstehe jetzt deine Frage nicht richtig, ich beantworte mal so, wie ich es verstanden habe.
Man kann auch in einem Bereich bleiben und dort stringent Karriere machen egal wo. Nachteil ist, man ist in dem Bereich fest gelegt und wenn plötzlich kein Mangel an Bewerbern für die OA-Stelle da ist, reiht man sich hinten ein.
2FA-Kompetenzen, insbesondere wenn sie sich ergänzen oder gut kombiniert für die betreffende Position sind, verbessern die Aufstiegschancen. Die Anrechnung von Zeiten ist in der Chirurgie vergleichsweise einfach geregelt. Man kann 12 Monate einer anderen chirurgischen Weiterbildung anrehnen lassen für die Weiterbildungszeit. Frühestens nach 9 Jahren darf man zur 2. FA-Prüfung antreten.
Im rein klinischen Kontext sind 12 Monate "woanders" fast schon irrelevant (wenn man jetzt für 12 Monate nur irgendwo hin rotiert).
Als OA soll man ja beherrschen was man tut (ich weiss, graue Theorie) und wenn man nur 12 Monate in einem Fachbereich tätig war ist man gerade mal richtig eingearbeitet, aber nicht fit genug später die Eingriffe alleine zu machen.
ehemaliger User_11062015
21.09.2014, 16:38
du hast meine wirre frage schon ganz gut erfasst - danke :-))
puh interessant. ich wünschte, ich könnte mich auch schon in diesem fred einreihen :-D
*grummel*
Komischer Tag gestern. Erst 2 Patienten mit unklarer kardialer Symptomatik mühsam zum Krankenhausbesuch überredet, wobei der eine sogar ein NSTEMI sein könnte. Aber bei dem sturen Volk war Rettungsdienst völlig indiskutabel ("Herr Doktor, ich ruf doch wegen sowas nicht die Feuerwehr"). Und dann heißt es hinterher im KH wieder "der doofe Hausarzt schickt einen Infarkt zu Fuß".
Und dann bei einem Patienten Erstdiagnose HIV gestellt, puh.
Feuerblick
18.10.2014, 18:15
Örgs... Manchmal kommts dicke...
Christoph_A
20.10.2014, 08:34
Ups, dat klingt nach sehr unentspanntem Arbeitstag. Hoffe, die Woche wird ruhiger!
Picknicker
30.10.2014, 16:12
Nach langer Abstinenz heute mal wieder eingeloggt. Meine Zeit als Werksarzt ist zum Glück Geschichte, jetzt endlich wieder in einer (bald auch eigenen) Gemeinschaftspraxis. Cool. Und ich bin heilfroh über den Schritt in die Selbstständigkeit. Ich hab ganz vergessen, wie schön und befriedigend die Arbeit als Allgemeinarzt ist. Trotz gelegentlicher Kackrüben, die man aber überall trifft.
Nun schreibe ich mal hier hinein, denn ich habe meinen ersten Dienst als Fachärztin hinter mir und irgendwie war es komisch. Es haben alle gewitzelt, dass sie mir jetzt nichts mehr sagen, weil ich ja alles kann und eh von allen gerade auf dem höchsten Punkt des Wissens wäre. Ich mache nur noch 1-2x/Monat Honorardienste und habe dafür aber nach wie vor noch einen Facharzt als Hintergrund. Mir wurde in diesem Dienst so bewusst, dass ich normalerweise jetzt auf mich allein gestellt wäre oder auch junge Assistenten selbst behintergrunden würde :-wow
Und es gab auch manche Momente, wo ich überlegte, den Hintergrund zu kontaktieren, aber mit Gedanken daran, dass ich ja eigentlich keinen erfahreneren hätte, ließen sich die Probleme von selbst lösen. Irgendwie komisch, aber ich glaube, ich würde jetzt doch noch ein Stück weiterkommen, weil ich es müsste und würde doch seltener nachfragen.
Wah, versteht jemand beim Geschwafel?
Auf jeden Fall muss ich eh demnächst alles fast alleine machen, weil ich zum 1.1. selbständig (in BAG) werden will.
Und es gab auch manche Momente, wo ich überlegte, den Hintergrund zu kontaktieren, aber mit Gedanken daran, dass ich ja eigentlich keinen erfahreneren hätte, ließen sich die Probleme von selbst lösen. Irgendwie komisch, aber ich glaube, ich würde jetzt doch noch ein Stück weiterkommen, weil ich es müsste und würde doch seltener nachfragen.
Wah, versteht jemand beim Geschwafel?Ja, war bei mir genauso. In den letzten Jahren vor dem FA hätte ich vom fachlichen her schon vieles entscheiden können, aber gerade bei "kann man so oder so machen"-Entscheidungen hätte meine Entscheidung immer den Makel gehabt, dass sie nicht vom Facharzt gekommen wäre, darum Rücksprache. Das geht jetzt schon einfacher...
Moorhühnchen
01.11.2014, 11:06
Kenn ich! Mich gruselt's auch bei dem Gedanken ab Januar plötzlich ohne Hintergrund zu arbeiten - auch wenn ich den in den letzten Monaten eigentlich so gut wie nie in Anspruch genommen habe. Es war immer gut zu wissen, daß einer da gewesen wäre..... Ab Januar ist dann keiner mehr da! :-(( ;-)
Das hatte ich so nicht. Aber das lag daran, dass ich schon Jahre vor dem FA selbständig gearbeitet hatte. In der Praxis fragt man ja nicht andauernd und muss auch keinen vorstellen. Ich könnte und kann es aber jederzeit. Daher war der Wechsel in die Praxis während des vierten Jahres entscheidender für mich als der FA-Status.
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