Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum sagen alle, dass Ärzte wenig verdienen?
KalisBLN
01.06.2010, 16:56
Ähm, niemand von uns verdient 100.000 Euro :-nix
Ja, aber es gab hier Leute denen das zu wenig wäre. Darauf habe ich mich bezogen.
KalisBLN
01.06.2010, 16:58
Davon leben kann ich auch. Davon meine Familie ernähren auch.
Aber unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen meine FAMILIE MAL REGELMÄßIG SEHEN ODER MAL EIN GESAMTES WOCHENENDE MIT DENEN VERBRINGEN nicht.
Ich denke, dass das dein Vater mir voraus hat.
Zusätzlich darf ich, Gesetzen sei dank, einen Teil dieser Zeit, die ich nicht bei meiner Familie verbringe UNBEZAHLT bei meinem Arbeitgeber verbringen.
Ich denke spätestens da wird auch dein Vater ein wenig mit dem Kopf schütteln müssen.
P.S. ist ja nicht so, dass man frisch wie der junge Morgen aus dem Nachtdienst kommt und dann erstmal viel Zeit mit Familie und Leben verbringt, sondern dass man den "freien Tag" dann zum ausschlafen verwenden muss, da die Tretmühle ja den nächsten Tag wieder weitergeht.
Dann wechsel den Arbeitgeber.
Ja, aber es gab hier Leute denen das zu wenig wäre. Darauf habe ich mich bezogen.
Ja, aber es ging auch um Arbeitsbedingungen. Und das hat nichts mit Wechsel des Arbeitsgebers zu tun, da kommt man nur vom Regen in die Traufe :-nix
Kackbratze
01.06.2010, 17:03
Du weißt doch gar nichts. Es soll auch andere Berufe mir Schichtdienst und Dienst an Wochenenden geben...
Wirklich?
Entschuldige, dass ich in meinem Elfenbeinturm der weissen Rechtschaffenheit niemals vorher in einem anderen Job gearbeitet habe und auch niemals mit anderen Leuten mit anderen Arbeitszeitregelungen Kontakt hatte oder habe.
Es tut mir Leid, dass ich es tatsächlich wage, GELD für meine geleistete Arbeit zu verlangen, auch wenn es unredlich ist, für den Dienst an der Allgemeinheit dieses zu verlangen.
Geschweige denn, dass ich es für moralisch höchst verwerflich halte, wenn man keinen entsprechenden Freizeitausgleich bekommt, der anderen Berufsgruppen ohne Probleme zusteht.
Aber wer bin ich schon im Vergleich zu der allwissenden glorifizierten Stimme des geknechteten Arbeitnehmerkindes, welches das Wenige der Familie dazu nutzt, ein angeblich kostenfreies Studium zum sozialen Aufstieg zu verwenden um danach die Darbenden zu Hause zu unterstützen.
KalisBLN
01.06.2010, 17:08
Wirklich?
Entschuldige, dass ich in meinem Elfenbeinturm der weissen Rechtschaffenheit niemals vorher in einem anderen Job gearbeitet habe und auch niemals mit anderen Leuten mit anderen Arbeitszeitregelungen Kontakt hatte oder habe.
Es tut mir Leid, dass ich es tatsächlich wage, GELD für meine geleistete Arbeit zu verlangen, auch wenn es unredlich ist, für den Dienst an der Allgemeinheit dieses zu verlangen.
Geschweige denn, dass ich es für moralisch höchst verwerflich halte, wenn man keinen entsprechenden Freizeitausgleich bekommt, der anderen Berufsgruppen ohne Probleme zusteht.
Aber wer bin ich schon im Vergleich zu der allwissenden glorifizierten Stimme des geknechteten Arbeitnehmerkindes, welches das Wenige der Familie dazu nutzt, ein angeblich kostenfreies Studium zum sozialen Aufstieg zu verwenden um danach die Darbenden zu Hause zu unterstützen.
Ich dachte du kriegst 4000 Euro. Ist mehr als nichts...
Und ich bezweifle, dass du jemals den Einblick in eine andere Welt gehabt hast. Du hast ganz recht. Schau von deinem Elfenbeinturm herab und beleidige weiter Leute die nicht wie du von hohem Adel sind.
Du tust mir leid Atze.
Kackbratze
01.06.2010, 17:11
Du kennst weder mich, noch mein soziales Umfeld, geschweige denn meine soziale Herkunft.
Und wenn Du 300 Arbeitsstunden im KH verbracht hast, diese aber nur zu ca. 60% bezahlt bekommst, wirst Du auch anfangen anders zu denken.
Aber anders handeln wirst Du nicht können, da diese Stundenzahl in Verbindung mit der Bezahlung durch Gesetz, Arbeitgeber und masochistische Kollegen gedeckt werden.
KalisBLN
01.06.2010, 17:14
Du kennst weder mich, noch mein soziales Umfeld, geschweige denn meine soziale Herkunft.
Und wenn Du 300 Arbeitsstunden im KH verbracht hast, diese aber nur zu ca. 60% bezahlt bekommst, wirst Du auch anfangen anders zu denken.
Aber anders handeln wirst Du nicht können, da diese Stundenzahl in Verbindung mit der Bezahlung durch Gesetz, Arbeitgeber und masochistische Kollegen gedeckt werden.
Du ermüdest mich.
Kackbratze
01.06.2010, 17:17
Dito. Denke, wir haben Beide unsere Meinung zu dem Thema, ich würde nur gerne diese Diskussion mit Dir erneut führen, wenn Du 2 Jahre klinisch tätig gewesen bist.
:-meinung
DrSkywalker
01.06.2010, 17:49
Mediziner mit Kalis Einstellung sind unter anderem das Problem! Man muss ganz einfach deutlich machen, dass unsere Arbeit mehr wert ist als das, was momentan gezahlt wird. Tut man das nicht, landet das Geld wo anders, bei Pharmafirmen, Verwaltung, Krankenkassenbossen...
Wer nicht für seine Berufsgruppe wirbt, stirbt bzw. muss zusehen, wie das Geld in die Taschen anderer Interessengruppen fließt. Es geht hier nicht um Zahlen wie 2000 oder 4000 Euro oder was weiß ich, es geht darum, dass die Ärzteschaft ein angemessenes Stück vom Kuchen bekommt, das erreicht man sicherlich nciht mit Aussagen wie "4000 Euro reichen mir locker"
KalisBLN, schön, dass Du mit 4.000 € brutto mehr verdienst als deine Eltern zusammen und damit zufrieden bist, aber das zum Maßstab aller Dinge zu machen ist ja wohl daneben, ganz zu schweigen davon andere in ihren Lebenseinstellung bzw. Meinungen zu diffamieren.
Kackbratze und Bobby haben eigentlich schon alles gesagt, was es zu sagen gibt. Für verantwortungsvolle Tätigkeiten und Schichtdienste/Wochenenddienste sollte es eine angemessene Entlohnung geben und nicht nur immer das Argument "Es ist kein Geld da", während das Geld in Afghanistan oder sonst wo im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft geschossen wird.
Ehemaliger User 05022011
01.06.2010, 19:06
Mediziner mit Kalis Einstellung sind unter anderem das Problem!
Für euch hier im Forum vielleicht - dieses ist aber nicht repräsentativ, denn es gibt auch unter Ärzten viele, die das ständige Gejammer über das ach so geringe Gehalt einfach nur peinlich finden.
leofgyth77
01.06.2010, 19:12
khiri, kommt ja dann auch drauf an, was die für ne stellung haben...als chefarzt hat man wahrscheinlich nix zu jammern...
aber es stimmt schon..ich war nie klinisch tätig, bin ja erst in der vorklinik, aber ich habe lang genug im krankenhaus gearbeitet, um gesehen zu haben, dass ärzte für das was sie leisten ziemlich wenig bekommen....
ich hoffe ja immer noch ,dass sich das alles ändert bis ich mal fertig bin (:
(und ich habe nicht beschlossen, ärztin zu werden, damit ich mal gut verdiene...ich kann mir nichts anderes vorstellen, und ich werde auch tun, wenn man ******* bezahlt wird, aber ein bisschen gerechtigkeit wär ja auch ganz nett)
Thomas24
01.06.2010, 19:35
KalisBLN, schön, dass Du mit 4.000 € brutto mehr verdienst als deine Eltern zusammen und damit zufrieden bist, aber das zum Maßstab aller Dinge zu machen ist ja wohl daneben, ganz zu schweigen davon andere in ihren Lebenseinstellung bzw. Meinungen zu diffamieren.
Kackbratze und Bobby haben eigentlich schon alles gesagt, was es zu sagen gibt. Für verantwortungsvolle Tätigkeiten und Schichtdienste/Wochenenddienste sollte es eine angemessene Entlohnung geben und nicht nur immer das Argument "Es ist kein Geld da", während das Geld in Afghanistan oder sonst wo im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft geschossen wird.
Amen:-dafür:-dafür:-dafür
Im übrigen finde ich es recht amüsant, dass Leute, die offensichtlich von tuten und blasen keine Ahnung haben- (aka noch Prä-PJ sind und daher die Implikation des Begriffes "Bereitschaftsdienst", geschweige denn "DAUERNACHTDIENST" also gar nicht aus eigener Anschauung kennen) die Chuzpe besitzen, klinisch tätigen Ärzten "Jammerei" anzukreiden:-((
Sorry folks, ihr seid -nicht betroffene- und könnt einfach nicht mitreden, so einfach ist das. Ihr könnt in etwa genau so viel erhellende Momente beitragen, wie blinde, die über Farbe diskutieren:-(
Insofern hat Bratze recht, ihr könnt diese Diskussion gerne führen, wenn ihr erstmal zwei Jahre im Job seid.
KalisBLN
01.06.2010, 23:45
Amen:-dafür:-dafür:-dafür
Im übrigen finde ich es recht amüsant, dass Leute, die offensichtlich von tuten und blasen keine Ahnung haben- (aka noch Prä-PJ sind und daher die Implikation des Begriffes "Bereitschaftsdienst", geschweige denn "DAUERNACHTDIENST" also gar nicht aus eigener Anschauung kennen) die Chuzpe besitzen, klinisch tätigen Ärzten "Jammerei" anzukreiden:-((
Sorry folks, ihr seid -nicht betroffene- und könnt einfach nicht mitreden, so einfach ist das. Ihr könnt in etwa genau so viel erhellende Momente beitragen, wie blinde, die über Farbe diskutieren:-(
Insofern hat Bratze recht, ihr könnt diese Diskussion gerne führen, wenn ihr erstmal zwei Jahre im Job seid.
Dann bitte erhelle mich mit deiner Weisheit. Und wieviel im Monat hättest du denn gerne?
Kackbratze
02.06.2010, 06:19
Dachte das Ganze ermüdet dich. Dann warte doch einfach den Verlauf ab und dann siehst Du ja das Ergebnis.
Oder besser noch, Du rechnest mal aus, was man verdienen müsste, wenn die komplette Arbeitszeit bezahlt wird und nicht bloss ein Anteil daraus. ;-)
Dann bitte erhelle mich mit deiner Weisheit.
Junger Padawan, Weisheit entsteht mit der Zeit, nicht indem man Sozialromantik mit dem Bild einer Tätigkeit mischt, die man nochnicht ausgeübt hat und gleichzeitig gegen die Meinung derer, die schon Erfahrung besitzen stumpf gegenangeht.
(Bist Du überhaupt Humanmediziner?)
Im übrigen finde ich es recht amüsant, dass Leute, die offensichtlich von tuten und blasen keine Ahnung haben- (aka noch Prä-PJ sind und daher die Implikation des Begriffes "Bereitschaftsdienst", geschweige denn "DAUERNACHTDIENST" also gar nicht aus eigener Anschauung kennen) die Chuzpe besitzen, klinisch tätigen Ärzten "Jammerei" anzukreiden:-((
Sorry folks, ihr seid -nicht betroffene- und könnt einfach nicht mitreden, so einfach ist das. Ihr könnt in etwa genau so viel erhellende Momente beitragen, wie blinde, die über Farbe diskutieren:-(
Wie ich diese arrogante Leier hasse, dass ja nur Ärzte abschätzen können, wie schwer sie es doch haben und man ohne mehrjährige klinische Erfahrung sich kein Urteil erlauben darf. Dann mal die Gegenfrage: woher weisst Du eigentlich, dass die Ärzte gegenüber anderen Berufsgruppen benachteiligt sind? Da brauch es doch zumindest mehrere Jahre Erfahrung in einem vergleichbaren Beruf.
Ich finde (mit meinen begrenzten kognitiven Fähigkeiten zur Abschätzung von anderen Berufsgruppen), dass Ärzte sehr anständig verdienen und relativiert auf die Arbeitszeiten noch im grünen Bereich sind - das Problem ist einfach, dass in Deutschland die ärztliche Tätigkeit in vielen Fällen nicht mit einer 40h-Woche vereinbar ist - gibt sicher genug, die sich das wünschen würden und dann auch mit dem Grundgehalt sehr zufrieden sind.
Ulle, seine Aussage klingt aber anders.
Vielleicht hat er sich auch selbst vertan - ich finde 115.000€ für einen Wald- und Wiesenoberarzt sehr hoch gegriffen. Wenn dem trotzdem so wäre, werde ich dieses schwere Schicksal in einigen Jahren würdevoll über mich ergehen lassen... ;-)
Ehemaliger User 05022011
02.06.2010, 07:37
o.k. wir als Nichtbetroffene dürfen nicht mitreden, die Beitragszahler aber schon oder (sind ja zumindest indirekt betroffen, weil sie eure Gehaltswünsche erfüllen sollen)
um nicht missverstanden zu werden, wie groß die Arbeitsbelastung ist, das muss man am eigenen Leib spüren, um sich ein Bild machen zu können, aber anderen Medizinern zuhören, wenn sie die Meinung vertreten, dass das all zu laute Gejammere, dass Ärzte zu wenig verdienen, ungerechtfertigt ist und auch solche Meinungen wahrzunehmen, dazu muss man kein fertiger Arzt sein - allgemeiner Menschenverstand reicht hier aus
Ich denke, dass viele Kollegen in der Klinik nicht unbedingt am Grundgehalt etwas auszusetzen haben, sondern an der Vergütung der Dienste und der Arbeitsbedingungen.
Wenn eine Nachtdienstwoche z.B. aus 5 Nächten Mo-Fr besteht, Bereitschaftsdienst (Notaufnahme, Betten der eigenen Abteilung, Konsil) und man dafür 19 € (Nachtzuschlag bei 3h Vollzeit pro Nacht) und einen Ausgleichstag frei bekommt. Wer möchte da noch nachts arbeiten? Da arbeitet man lieber im normalen Dienst Mo-Fr und betreut seine Station. Es ist ja nicht so, dass man nach den Nächten tagsüber quietschfidel ist und sich fühlt als hätte man Urlaub. Mir persönlich ist der "Bonus" eines freien Tages und 19€ ehrlich gesagt zu wenig um mir 5 Nächte um die Ohren zu schlagen.
Kackbratze
02.06.2010, 08:14
das all zu laute Gejammere, dass Ärzte zu wenig verdienen,
Wenn man der Diskussion tatsächlich folgen würde, könnte man feststellen, dass es nicht bloss um mehr Geld, sondern eigentlich um bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung der geleisteten Arbeit geht, d.h. es soll Geld für die geleisteten Arbeitsstunden bezahlt werden, nicht die Arbeitszeit gleich bleiben bei deutlich höherem Stundenlohn (und weiterhin unbezahlten Arbeits- und Nachtdienststunden).
Zumindest ist das der Tenor hier in der Diskussion. In der Öffentlichkeit und auch beim MarburgerBund versucht man sich mit der einfachen "Lohnerhöhung" dem eigentlichen Problem zu entledigen und die Diskussion in Richtung "Neid und Mißgunst" zu lenken.
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