Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum sagen alle, dass Ärzte wenig verdienen?
DoctorNew
03.06.2010, 15:22
@Khiri
Unser Gehalt hat sich doch nicht nach den GKV-Beiträgen zu richten, sondern nach dem was wir leisten. Ich arbeite doch nicht zur Selbstopferung für die Beitragszahler. Und Geld ist im System genug da, es wird nur falsch verteilt. Oder siehst du höhere Gehaltsforderungen auch als den sozialen Frieden gefährdend an, wenn dadurch die Einnahmen von Bayer bei den monopolistisch festgelegten Medikamenteneinnahmen etwas zurückgeben bzw. aufs Niveau anderer Länder gestutzt werden?!
und verräts du uns auch wo du jetzt arbeitest ? Lieber nicht.....;-)
nur das man an dieser Stellschraube ja nicht beliebig drehen kann, denn irgendwan ist ja die Grenze dessen, was die Leute an Krankenkassenbeiträgen zahlen können ja auch erreicht
was ich sagen will ist, dass Ärztegehälter und Beitrage in einem vernünftigen Verhältniss stehen müssen, anders geht es nun mal nicht und es würde - lässt man dies völlig außer acht und sieht nur seine eigenen vermeidlich berechtigten Lohnansprüche - den sozialen Frieden in unserem Land gefährden
Ooch, solang Deutschland nur 10-11 Prozent des BIP für Gesundheitsleistungen ausgibt, ist da noch sehr viel Spielraum drin, bevor durch ärztliche Gehaltsforderungen der soziale Friede gefährdet wird. Außerdem könnte man auch an Umschichtungen denken. Mir fallen da einige heftig überbezahlte Berufsgruppen ein, bei denen man damit beginnen könnte.
Ehemaliger User 05022011
03.06.2010, 21:49
@Khiri
Unser Gehalt hat sich doch nicht nach den GKV-Beiträgen zu richten, sondern nach dem was wir leisten.
das ist im Grundsatz ja richtig, aber trotzdem muss das Geld ja irgend woher kommen und es kommt nun mal vom Beitragzahler
Und Geld ist im System genug da,
das wird immer so gesagt, ich kann nicht beurteilen, ob das stimmt - vielleicht weißt du das genauer
es wird nur falsch verteilt. Oder siehst du höhere Gehaltsforderungen auch als den sozialen Frieden gefährdend an, wenn dadurch die Einnahmen von Bayer bei den monopolistisch festgelegten Medikamenteneinnahmen etwas zurückgeben bzw. aufs Niveau anderer Länder gestutzt werden?!
nein, da denke ich wie du - klar müssen unbedingt die Kosten für Medikamente und damit die Gewinner der Farmafirmen kontrolliert und reduziert werden, dass diese willkürlich ihre Preise festlegen dürfen - aber auch damit hat sich Rößler ja nicht durchsetzen können
Lieber nicht.....;-)
Außerdem könnte man auch an Umschichtungen denken. Mir fallen da einige heftig überbezahlte Berufsgruppen ein, bei denen man damit beginnen könnte.
nur das diese Berufsgruppen sich - so wie die Ärzte- auch nicht als über bezahlt empfinden; womit ich nun aber wirklich nicht sagen will, dass Ärzte über bezahlt sind (nicht das hier gleich wieder ein Sturm der Entrüstung losbricht) aber diese Berufsgruppen sind auch der Meinung wir leisten viel, also steht uns das Geld zu - und das ist eben genau das Problem in meinen Augen, wer legt fest welche Leistung wie viel Geld wert ist - klar ist, dass kein Banker und kein Manager der mehrere 100.000 € oder sogar Millionen abfasst, eine Leitung in diesem Umfang erbringt - soviel arbeiten kann kein Mensch, dass eine solche Summe gerechtfertigt ist ( sehen die aber auch anders), aber wie viel Arztleistung ist wie viel Geld wert und wie viel Lehrerleistung ist wie viel Geld wert u.s.w.? Es gibt kein Schema wie dies objektiv zu ermitteln wäre und alle Berufsgruppen fühlen sich unter bezahlt. So ist mein Ansatz, dass man versuchen muss ein ein adäquates Verhältnis zum Rest der Bevölkerung herzustellen, die das Gesundheitssystem mit ihren Beiträgen finanzieren für mich zumindest ein logischer Ansatz. Richtig ist dabei natürlich auch, wenn ihr darauf hinweist, dass die Ärztegehälter nur eine Komponente der Gesamtkosten sind und deswegen nicht nur an diesen gespart werden darf. Aber ich bin eben immer noch der Meinung, dass das, was Ärzte verdienen ein gutes Gehalt ist und dass zumindest ich - dass kann ja jeder für sich halten wie er will - mich darüber nicht beklagen würde und ich kenne Ärzte, die sich wie ihr über die Arbeitsbelastung beklagen, nicht aber über ihr Gehalt. Anders gesagt: würdet ihr denn z.B. für 1000€ mehr im Monat wirklich so weiter arbeiten wollen, mit dieser Überbelastung ?
Leelaacoo
03.06.2010, 21:58
und mit Verlaub der Ansatz "wir haben alles erkämpft und ihr seid jetzt mal schön still und demütig" ist schon etwas illusionär - dass das Leben so nicht läuft, wisst ihr doch, so alt könnt ihr doch noch gar nicht sein, dass ihr vergessen habt, dass junge Menschen nicht in Demut und Ehrfurcht erstarren wollen, sondern sich aktiv einmischen, mit gestalten und einreihen wollen (auch in eure Streikreihen für bessere Arbeitsbedingungen, nur weil hier so getan wird, dass wir Schmarotzer wären)
Ähh...gerade das wollen "wir"(?) ja...dass die "Nachkommenden" eben nicht in Ehrfurcht (vor Verwaltung/Chefs/Politik) erstarren ...sondern aktiv mitarbeiten...MIT ihren Kollegen, nicht gegen sie (mit solchen Aussagen wie: ihr kriegt ja den Hals nicht voll...). Bei den letzten Streikaktionen bei uns waren auffällig viele bekannte Gesichter aus 2006 dabei...und leider viel weniger unbekannte...DAS meinte ich, aber du verdrehst das ja bestimmt gleich wieder.
LG Lee
Ehemaliger User 05022011
03.06.2010, 22:03
DAS meinte ich, aber du verdrehst das ja bestimmt gleich wieder.
LG Lee
Ähh - nee, finde ich gut, was du geschrieben hast - ich hab es wirklich anders verstanden und insofern freue ich mich, dass du das jetzt geschrieben hast als Antwort auf meine Zeilen - Danke.
Thomas24
03.06.2010, 22:29
Ich weiß das auch: Es ist ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz und ich werde deshalb heute noch dem Düsseldorfer Gewerbeaufsichtsamt einen Tipp geben.
Ach mach mal, die interessieren sich bestimmt brennend dafür, was prä-Streik so alles passiert ist:-D
Und wenn du schon am telefonieren bist: die Bauarbeiter, die seit Tagen den Boden vor der Frauenklinik mit Presslufthammern aufstemmen- tragen alle keinen Gehörschutz. Auch so ein Skandal.
DoctorNew
04.06.2010, 09:28
@Khiri
Ich glaube, dass dein Problem ist, dass du zu sehr die ärztlichen Gehälter vor allen anderen, insbesondere den Berufsgruppen, die weniger verdienen, in gewisser Weise rechtfertigen willst. Hier sollte die Solidarität aber eher den ärztlichen Kollegen gelten. Wie schon erwähnt liegen die ärztlichen Gehälter im Krankenhaus aber gar nicht so hoch im Vergleich zu anderen Berufsgruppen. Staatsanwälte, Richter, Gymnasiallehrer verdienen allesamt zum Beispiel netto mehr wie ein Arzt der selben Erfahrungsstufe und gehören ja auch zum ÖD und werden aus Abgaben der Bürger bezahlt. Findest du nicht, dass die ärztliche Leistung der Gesellschaft mindestens genauso viel wert sein sollte?
Dazu kommt, dass viele in Bevölkerung ein komplett falsches Bild von der ärztlichen Vergütung haben. Dort herrscht oft noch die Meinung vor, dass besonders die Niedergelassenen auch gerne mal Einkommensmillionäre seien. Wenn man diese Leute dann über die wahren Zustände in Krankenhaus und Praxis, über unbezahlte Überstunden, 24h Nachtdienste und Fallpauschalen aufgeklärt, sind die alle mehr als geschockt und sehen die Ärztestreiks als alles andere als ungerechtfertigt an. Auch haben die Ärztestreiks in der Vergangenheit nicht dafür gesorgt, dass der Arztberuf deutlich an Ansehen in der Gesellschaft verloren hat.
Inwiefern jetzt Gehaltssteigerungen gerechtfertigt sind oder nicht, das mag ja jeder für sich entscheiden. Aber sind wir uns nicht alle einig, dass noch sehr viel bei Diensten, Überstunden und Nachtarbeit getan werden muss? Sollten wir nicht für das, was bei vielen Berufen Standard ist, gemeinsam eintreten?
astrophys
04.06.2010, 10:23
@Khiri
Staatsanwälte, Richter, Gymnasiallehrer verdienen allesamt zum Beispiel netto mehr wie ein Arzt der selben Erfahrungsstufe und gehören ja auch zum ÖD und werden aus Abgaben der Bürger bezahlt. Findest du nicht, dass die ärztliche Leistung der Gesellschaft mindestens genauso viel wert sein sollte?
Das ist ein schlechtes Beispiel. Viele Gymnasiallehrer sind nicht verbeamtet und verdienen dabei deutlich weniger als ein Arzt. Staatsanwalt bzw. Richter muss man erst einmal werden, da sind die Hürden nach erfolgreichem Studium relativ hoch.
Aber auch als Arzt hindert dich niemand daran, dich verbeamten zu lassen ;-)
Auch der verbeamtete Gymnasiallehrer stagniert im Vergleich zu den späteren Verdienstmöglichkeiten eines Arztes aber ziemlich. Mag sein, dass man nach dem - übrigens lächerlich vergüteten - Referendariat ähnlich gut einsteigt, aber sehr viel mehr wird's dann nicht mehr.
Da hat der Arzt nach mehreren Jahren im Beruf deutlich die Nase vorn!
Ich sorge mich viel mehr um die belastenden Arbeitsverhältnisse, v.a. als Assi.
DoctorNew
04.06.2010, 15:55
@Astrophys & Kajsa
Natürlich wird nicht jeder Jurist Staatsanwalt. Dafür gibt es vor dem Studium aber ja auch keine solche große Auswahlgrenze wie bei Medizin die ZVS. Und in vielen Bundesländern sind noch fast alle Lehrer verbeamtet. Es gibt ja zudem auch noch Juristen, die in den Verwaltungsdienst gehen, für die trifft Gesagtes ebenfalls zu.
Auch im Staatsdienst wird durchaus noch befördert. ;-) Und im Vergleich zu Studiendirektoren und Oberstudiendirektoren steht der Oberarzt jetzt nicht wirklich besser dar, was das Finanzielle angeht.
Natürlich sind die Arbeitsverhältnisse das wichtigste Ziel einer Verbesserung. Ich will aber nur widerlegen, dass im Allgemeinen Forderungen nach Lohnerhöhungen Ausdruck von Gier sind, sondern dass andere Berufsgruppen im Staatsdienst durchaus auf der selben Hierachiestufe mehr verdienen.
Auch im Staatsdienst wird durchaus noch befördert. ;-)
Im Staatsdienst wird sogar relativ zwangsläufig nach Dienstjahren befördert :-D
astrophys
04.06.2010, 16:11
Ich will aber nur widerlegen, dass im Allgemeinen Forderungen nach Lohnerhöhungen Ausdruck von Gier sind, sondern dass andere Berufsgruppen im Staatsdienst durchaus auf der selben Hierachiestufe mehr verdienen.
Und das ist eben nicht wahr. Die meisten Ärzte arbeiten nicht als Beamte und nutzen auch rege ihr Streikrecht. Als verbeamteter Arzt verdienst du genau so viel bzw. wenig wie die Kollegen anderer Fachrichtungen.
Im öffentlichen Dienst dagegen sind die Akademikergehälter deutlich geringer.
Zudem liegen die Oberarztgehälter schon an Krankenhäusern etwas über A15 für Beamte, an Unikliniken deutlich darüber.
DoctorNew
04.06.2010, 17:33
@astrophys
Es ging mir nicht darum, im Detail die Vorteile und Nachteile der Verbeamtung abzuwägen, vielmehr darum, dass vorhin Khiri mehrfach erwähnte, dass die Ärzte durch die Beiträge der Allgemeinheit getragen werden. Meine Beispiele sollten einfach illustrieren, dass eben auch bei anderen Berufsgruppen dem Staat solch hohe oder gar höhere Kosten enstehen. Dass man auch als Arzt Stellen mit Verbeamtung findet und dann nicht streiken könnte, stimmt natürlich in jedem Fall.
Aber wie kommst du auf deutlich höhere Gehälter für Oberärzte an UKs? Nach Tarifvertrag bekommen die etwa 300€ mehr als beim VKÄ, arbeiten aber auch 2h mehr. Beim Vergleich mit den Studiendirektor musst du halt beim Nettogehalt noch die Altersvorsorge die der Beamte hat, miteinbeziehen, dass kostet den Staat ja auch. ;-)
Aber wie schon erwähnt will ich gar nicht im Detail die unterschiedlichen Gehälter aufschlüsseln und vergleichen, aber halt ausdrücken, dass die von MB gefordert Gehaltserhöhung um 5% nicht Ausdruck von Gier ist.
Wie sieht's aktuell aus? Gibt's irgendwo ne Seite auf der man valide Daten bzgl. aktueller Assi. Gehalte bekommt....
Oder, was verdient ihr, die ihr gerade neu angefangen habt? - Gehaltsentwicklung in den ersten Jahren?!
Gibt es große Unterschiede in den einzelnen Fächern? Zahlt ne Uni wirklich deutlich mehr als ein kirchliches Haus....?!
:luigi:
Feuerblick
11.02.2014, 18:03
Google ist dein Freund... Tarifverträge von Unikliniken, kommunalen Häusern und kirchlichen Trägern sind problemlos im Netz einsehbar... :-nix
Coxy-Baby
11.02.2014, 18:28
...oder einfach direkt auf der Seite vom Marburger Bund vorbeischauen...
Klick mich! (http://bit.ly/1ogbsUf)
Klick mich! (http://bit.ly/1ogbsUf)
klug*schei*ßen wollen und "Entgelttabelle" mit dem Nonsens Wort "Entgeldtabelle" verwechseln... Jaja nichts für ungut
und danke für den link ;)
Naja, mit ein bißchen Eigeninitiative wäre man auch selbst auf die Tabellen vom MB und anderen Stellen kommen können.
Nur wollen ja mittlerweile immer mehr Leute die Infos mundgerecht und am besten noch vorgekaut serviert bekommen.
Da machte es natürlich noch mehr Spaß Links zu suchen, wenn man hinterher noch solche eine Reaktion bekommt!
Im Übrigen ist die Diskussion zum Gehalt und die verschiedenen Tarifverträge hier im Forum in diversen Themen behandelt worden. Die Forensuche hätte sicherlich was ausgespuckt! Unter anderem habe ich selbst den Link zum öffentlichen Dienst hier mehrfach gepostet, wo die unterschiedlichen TV direkt angesehen werden können und mittels des Rechners direkt sein Gehalt berechnet werden kann...
Naja, der link an sich war schon ne Provokation für meine Reaktion....
ich hab zuvor bei google geschaut, bin dort aber nur auf kommerziellen Seiten gelandet... Aber vielleicht bin ich ja einfach zu blöd zum googlen....
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