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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragensammlung - Bewerbungsgespräch



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daCapo
24.01.2021, 10:14
Vorstellungsgespräch nur über eine Videokonferenz? Geht das in dem Beruf überhaupt? Kann mir kaum vorstellen dass es allein auf der Basis von so was zu einer Anstellung kommen könnte...

Also in Deutschland eher unüblich bis jetzt. In Großbritannien ist sowas durchaus üblich. Zwei Kollegen gehabt, die dorthin sind von DE und das Vorstellungsgespräch lief über Video, es kam dann auch zur Anstellung.

QuovadisMedizin
25.01.2021, 12:43
🤗

Auch meine ( frustrierte ) Wenigkeit meldet sich dazu zu Wort: bisher hat es eigentlich nicht wirklich jemanden interessiert was man zu sagen hat, zumindest bei einer Assistentenstelle nicht. Man schaut ob der Chef einen einigermaßen sympathisch findet und das war’s. In den meisten Kliniken herrscht so ein Mangel, da wird jeder genommen der die Sprache einigermaßen spricht, der Rest spielt keine Rolle. Leider bemerkt man das erst im Verlauf...nämlich wenn man sieht, dass der Chef sich auch nicht wirklich um die Weiterbildung seiner Ärzte bemüht oder auch sonst nicht an ihnen interessiert ist. Sorry...ist halt meine Erfahrung.

docdean
26.01.2021, 13:27
Blöde Frage von jemandem, der in sozialen Situationen grundsätzlich unbeholfen ist:
Wie funktioniert so eine Hospitation eigentlich richtig?

Ich hab morgen meine insgesamt dritte und habs noch nicht rausgefunden. Bei meiner ersten hat mein späterer Mentor mich durch den Tagesablauf geführt, zu den Stationsteams gebracht, nacheinander zu den Oberärzten geführt und dann nochmal zum Chef. Alles easy. Bei meiner zweiten, die ziemlich spontan am letzten Tag vor Weihnachten abgelaufen ist, hat mich die Sekretärin morgens zur Dienstärztin in die Übergabe gesetzt, die hat mich dann zuerst zur Kaffeemaschine und dann einmal rumgeführt und schließlich beim leitenden Oberarzt abgesetzt, der hat mich danach wiederum zu einer Assistenzärztin geschickt, der ich ne halbe Stunde zugeguckt hab, dann bin ich noch zum anderen Assistenzarzt gegangen (mehr waren an dem Tag nicht da, kleine radiologische Abteilung), mit dem ich ein bisschen gequatscht hab, und dann war mein Vorstellungsgespräch mit Chef und OÄ. Der hat sich dann verabschiedet mit "sie können gerne noch ein bisschen rumgucken", woraufhin ich mich erstmal zum Nachdenken aufs Klo verzogen hab. Bin dann nochmal zu dem zweiten AA, den ich ja mehr oder weniger abwürgen musste, bin dann mit ihm für ne fachliche Frage zum letzten verbliebenen FA. Bei diesem bin ich dann noch geblieben, was eigentlich blöd war, weil er die Stelle frei macht, die ich kriegen sollte. Nach ner Weile hat er mich auch mehr oder weniger abgewimmelt und ich bin zur Sekretärin, um mich zu verabschieden und dann gegangen. Einen OA, der beim Gespräch mit dabei war, hab ich nicht nochmal gesehen, hätte auch nicht gewusst, wo ich ihn finde.

Es waren eh alle sehr nett und es gibt genug andere Gründe, aus denen ich die Stelle nicht bekommen habe, aber ich frag mich im Nachhinein schon, ob ich was anders hätte machen sollen. Muss man sich Mühe geben, jeden einzelnen Kollegen (oder zumindest OA) kurz zu sprechen? Muss man mit denen privat quatschen und sie dadurch von der Arbeit abhalten? Oder muss man sogar mitarbeiten? Bleibt man zum Mittagessen? Muss man sich am Ende noch beim Chef verabschieden, um sich präsent zu machen?

davo
26.01.2021, 13:55
Der kluge Bewerber zeigt natürlich möglichst viel Präsenz. Man spricht mit möglichst vielen Leuten, man zeigt möglichst vielen Leuten sein Interesse an Abteilung, Fach und Stelle, usw. Falls in der Abteilung üblich, geht man natürlich auch mit den anderen essen. Und man verabschiedet sich natürlich auch von allen, insbesondere vom Chefarzt - das gebietet ja schon die Höflichkeit.

Mitarbeiten kann/soll man meines Erachtens schon allein aus rechtlichen Gründen nicht.

Schatzi87
26.01.2021, 13:57
Ich wurde vom Chef durch die Klinik geführt und konnte dann mit einem Oberarzt reden. Danach bin ich noch zu verschiedenen Assistenten gebracht worden. Es macht Sinn sich vorher sinnvolle Fragen zur Stelle, Weiterbildung und der Klinik zu überlegen. Ansonsten kann man sich einfach mal die Arbeitsabläufe ansehen und einen Eindruck von der Abteilung bekommen. Man muss ja nicht die ganze Zeit reden. Private Themen würde ich nur auf deren Nachfrage ansprechen. Ich bin den ganzen Tag geblieben. Zum Schluss gab es dann das eigentliche Vorstellungsgespräch mit der Zusage. Man sollte sich immer persönlich wenigstens vom Chef verabschieden. Das ist für mich einfach eine Frage des Respektes vor ihm. Er möchte ja auch wen einstellen, der Interesse und Einsatz zeigt. Außer die Abteilung ist total unterbesetzt :-oopss

febee
26.01.2021, 20:19
Ich finde es rührt auch von Respekt, den Hospitanten die Möglichkeit zu geben um sich zu verabschieden. ich will nicht dem CA hinterherlaufen um Tschüss zu sagen. Die müssen das schon gescheit planen,dass man am Ende noch mal zur CÄ oderCA kommt.

docdean
28.01.2021, 22:06
Ich finde es rührt auch von Respekt, den Hospitanten die Möglichkeit zu geben um sich zu verabschieden. ich will nicht dem CA hinterherlaufen um Tschüss zu sagen. Die müssen das schon gescheit planen,dass man am Ende noch mal zur CÄ oderCA kommt.

So hab ich mir das eben auch gedacht. Ich bin da zu Gast, ich kenn mich nicht aus, ich hab keine Schlüssel um irgendwo rein zu kommen, weiß noch nicht mal wo das Klo ist. Da find ichs gut, wenn man mir einen Rahmen vorgibt.

Ich wurde gestern gut rumgeführt, nicht komplett mit vorgegebener Rotation, aber ich hab mich meist von einem Kollegen zum nächsten bringen lassen. Einer meinte, ich müsse ja bestimmt nicht den ganzen Tag bleiben, aber irgendwie ist es dann doch so gekommen. Kurz vor Feierabend hat der letzte Kollege dann auch vorgeschlagen, mich noch schnell zum Chef zu bringen. Bei der Gelegenheit konnte ich dann auch nochmal meine Motivation vorbringen und das Team loben. Das hat bei meiner letzten Hospi vielleicht tatsächlich gefehlt, aber dazu muss ich auch sagen, dass der an dem Tag noch andere Vorstellungsgespräche hatte und mir die Sekretärin auch nicht nahegelegt hat, noch zu ihm zu gehen. Alles in allem also ganz gut gelaufen und ich hab zumindest niemanden von mir abgeschreckt (glaub ich), es war aber auch schwer, in dem großen Team bei allen einen halbwegs persönlichen Eindruck zu machen oder, wie der Chef es nannte, mich gut zu "verkaufen". Danke für die Antworten, bin bestimmt nicht der letzte, dem das geholfen hat.

PrinzessinAmygdala
01.03.2021, 19:18
Das mit den Bewerbungsgesprächen wird ja demnächst auch noch auf mich zu kommen. Worauf sollte ich denn bei der Stellensuche achten oder bei Bewerbungsgesprächen nachfragen, was ihr so im Nachhinein wichtig gefunden hättet zu wissen? Oft merkt man ja erst während der ersten Stelle, worauf man doch besser geachtet hätte, weil es nicht so dolle ist.

Matzexc1
01.03.2021, 19:22
Das mit den Bewerbungsgesprächen wird ja demnächst auch noch auf mich zu kommen. Worauf sollte ich denn bei der Stellensuche achten oder bei Bewerbungsgesprächen nachfragen, was ihr so im Nachhinein wichtig gefunden hättet zu wissen? Oft merkt man ja erst während der ersten Stelle, worauf man doch besser geachtet hätte, weil es nicht so dolle ist.

Spreche mit mindestens einer Person die frisch(bis 1 Jahr) in der Abteilung ist, einer Person mit mehrjähriger Erfahrung in der Abteilung und einem Facharzt. Themen: Dienstbelastung, Arbeitsalltag, Fortbildungsmöglichkeiten, wird man mit dem Facharzt halbwegs in der Regelzeit fertig....

Lass dich keinesfalls von tollen PJ-Bewertungen leiten. PJ und spätere Realität in der Arbeit können sich sehr unterscheiden

][truba][
01.03.2021, 20:58
Schau den Kollegen ins Gesicht und frage sie mal ob sie "Gern zur Arbeit gehen". Hab ich immer gefragt und allein die Mimik verrät oft viel.

Pampelmuse
02.03.2021, 10:55
Gut finde ich auch immer die Frage: "Würdest Du Deinen besten Freund / Deine beste Freundin hier ins Team holen wollen?" ;-)

Hypochonder007
11.03.2021, 17:04
Darf ein potenzieller Arbeitgeber eigentlich das LPA nach Auskunft fragen? Ich wollte mein Physikumszeugnis nicht mitschicken, weil es jetzt nicht gerade gut ist und habe nur mein Examenszeugnis mit Durschnittsnote hingeschickt. Dürfte er theoretisch im LPA anrufen und fragen wie sich die Noten zusammensetzen? Bisher habe ich mich etwas rausgeredet es mitzuschicken, denn er hat angedeutet es sehen zu wollen.

][truba][
11.03.2021, 18:02
Fragen kann er. Eine Antwort wird er nicht bekommen.
Für den würd ich schonmal nicht arbeiten wollen. Just saying

John Silver
11.03.2021, 18:07
Physikum? Echt jetzt?? Das muss aber wirklich ein narzisstischer Typ sein. „Ich nehme nur die allerallerallerbesten Absolventen“. Klopp so einen Chef in die Tonne, ehrlich. Bei so einem wird man nur verarscht.

Melina93
11.03.2021, 18:08
Ich habe mal gehört, dass Arbeitgeber beim LPA fragen dürfen, ob die Note und das Datum auf dem Zeugnis stimmen, weil da viel gefälscht wird. Aber ich weis nicht, ob das wirklich wahr ist.
Aber etwas erfragen, was du gar nicht behauptest, also gar nicht mitschickst, sicher nicht. Die Daten hast du ja nie heraus gegeben.

Aber welche Klinik will denn extra das Physikum? Ist das ne Forschungsstelle?

Matzexc1
13.03.2021, 15:17
In meinem ganzen Bewerbungszyklus hat mich nur 1 Haus auf die Einzelnoten angesprochen....und der Laden hat von Personalführung gar keine Ahnung.

Hat dieser Chef etwas das du unbedingt zu ihm musst?

MartinGraf
15.04.2021, 17:34
Ich hatte ein sehr zähes Bewerbungsgespräch...Es ging fast ne gesamte Stunde und ich wurde fast nur Fragen à la "Wie belastbar sind Sie?" "Wann sind Sie mal an Ihre Grenzen gekommen? " "Würden Sie die Ellbogen ausfahren um an etwas heran zu kommen?"
Ich denke ich hab mich nicht wahnsinnig schlecht geschlagen. Nur war es sehr ermüdend und der Oberarzt meinte nur, dass ich ja eh mal zum hospitieren vorbei kommen sollte damit man sich besser kennenlernt. Er hat mir auch komische Fragen zu meiner Diss gestellt und gesagt er könne sich ja kaum vorstellen, dass ich das wirklich gemacht habe. Irgendwie fand ich das nicht ok, dass er mir quasi unterstellt zu lügen. Zumal ich alle Nachweis in der Bewerbung hatte. Er betonte dann auch noch ich sollte mich ja in den nächsten zwei bis drei Wochen spätestens melden damit ich nicht von Radar verschwinde bei der Fülle an Bewerbungen.
Aber der Chef ist super, richtig angenehm und ich könnte mir gut vorstellen mit ihm zu arbeiten.
Hospitieren werde ich auf jedem Fall, aber meint ihr auch, dass klang jetzt nicht all zu positiv oder?

schnix25
15.04.2021, 22:19
So ein ähnliches Gespräch hatte ich auch mal. Muss man natürlich für sich selbst entscheiden ob man in so einer Abteilung arbeiten möchte. Meiner Meinung nach haben diese Chefs meistens nicht verstanden, dass ein Bewerbungsgespräch häufig ein Werben in beide Richtungen ist und man Bewerber mit so einem Verhalten meist nicht überzeugen kann.
Einem Bewerber zu unterstellen, dass die Doktorarbeit "Betrug" ist, ist schon ein starkes Stück. Man kann natürlich argumentieren, dass nur getestet werden will, wie ein Bewerber auf solche Vorwürfe reagiert. Ich persönlich würde so ein Verhalten aber nicht akzeptieren und würde um eine solche Abteilung einen Bogen machen.

Günni Gürtelrose
15.04.2021, 23:11
Mein erstes Bewerbungsgespräch war auch so schlimm. Der Chef hat mir die absurdesten Fragen gestellt und mir permanent das Gefühl gegeben, ich stehe am Pranger. Es war auch über eine Stunde lang und ich war total enttäuscht danach, weil ich dachte, so laufen Bewerbungsgespräche immer und man hat eigentlich gar keine Chance. Ich hatte mich gar nicht so schlecht geschlagen, aber ich fand es einfach so ätzend, dass ich schon gar keine Lust hatte, dort zu arbeiten. Das nächste Bewerbungsgespräch war dann ganz normal und mir wurde klar, dass es Abteilungen gibt, um die man einfach einen Bogen machen sollte.

MartinGraf
16.04.2021, 07:43
Am meisten gestört hat mich, dass die Fragen so Schlag auf Schlag gingen. "Was würden Sie als ihre Schwächen sehen?" - "Dass ich manchmal zu verkopft an die Sachen herangehe" - "Ach, sind Sie ein Kopfmensch?" "Nein, eigentlich eher im Gegenteil. Nur manchmal neige ich zum grübeln, das wollte ich zum Ausdruck bringen." "Und was tun Sie dann wenn Sie dazu neigen? Wie kommen Sie da wieder raus?".... Ich hab oft gar nicht zwei, drei Sätze oder eben meine gesamte Aussage sagen können, weil dann gleich was Neues gefragt wurde. Obwohl es so lange ging hab ich den Eindruck mich nicht wirklich zeigen zu können.

So ging es halt die ganze Stunde und es ist zwar am Ende schon noch die Möglichkeit gewesen Fragen zu stellen. Aber sie haben mich irgendwie so weich dargestellt, dass ich echt fast keine Lust mehr hatte mich groß mit denen zu beschäftigen.
Ich bin halt wegen meiner chronischen Erkrankung räumlich nicht ganz so flexibel und hier im Umkreis gibt's halt nicht so viele Kliniken. Das hat mich dann schon sehr unter Druck gesetzt.

Der Chef hat mich am Ende noch gefragt, ob ich im Team eher im Hintergrund bleibe oder der "Stürmer" bin. Ich habe ihm ehrlich geantwortet, dass ich durchaus meine Meinung vertrete aber nicht die Ansicht habe, dass der der am lautesten schreit Recht bekommen sollte. Er hat dann gemeint das passe ja nicht zusammen und ob ich dann ohne Nachzudenken einfach der Gruppe hinterher rennen würde. Hallo? Das habe ich nie behauptet. Ich habe dann auch geantwortet, dass ich halt nicht die Ellbogen ausfahre weil mir ein kollegiales und faires Miteinander wichtig ist. Fand er nicht so "beeindruckend".

Ich bin enttäuscht, denn ich habe Angst, dass ich allen Chefs zu weich sein könnte. Mein jetziger Chef (ich muss leider weg, weil das Pendeln zu weit ist und ich wegen meiner Ärzte nicht dorthin ziehen kann) kennt mich halt aus dem Studium und weiß was ich kann. Aber ich bin halt eher ein ruhiger und besonnener Mensch. Ich krall mir nichts, was mir nicht zu steht und mir ist ein halbwegs gutes Arbeitsklima schon wichtig. Ich weiß intuitiv schon, dass es dort wohl dann nicht passend wäre. Aber viele Optionen hab ich ja nicht. Hab noch zwei Bewerbungsgespräche ausstehend und hab jetzt echt Bammel.