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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragensammlung - Bewerbungsgespräch



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Melina93
16.04.2021, 08:36
Klingt auf mich wie eine Klinik, die meint sie können sich so den Besten der Besten aussuchen. Was man als Bewerber aber schnell mal vergisst ist, dass dieser Anspruch der Oberen auch nach Stellenantritt bleibt oder gar ansteigt.
Mir wäre meine Zeit zu schade um mich da verheizen zu lassen. Erst recht wenn du gesundheitlich vielleicht das ein oder andere noch beachten musst. Aber das musst du für doch abwägen.

Glaub es mir, es gibt auch Chefs, bei denen wirst du mit deiner Fairness und deiner "weichen" Art gut ankommen. Nicht jeder setzt auf Traktormentalität.

MartinGraf
16.04.2021, 11:40
Ich bin ja fast geneigt diese Hospitation abzublasen, bzw denen zu sagen, dass ich nicht möchte. Ich habe nur die Befürchtung, dass es dann, Jahre später, wenn ich mich nochmal bewerbe schlecht ankommt und besser wäre wenn sie mir, nach der Hospitation, abgesagt hätten.

anignu
16.04.2021, 14:49
Das Problem von Chefs ist dass die meist eine andere Sozialisierung haben als der "Durchschnittsbewerber". Viele (viel zu viele?) Chefs kommen von Uni-Kliniken in denen maximales Arbeiten ohne Rücksicht auf Überstunden und Freizeit, nebenbei Forschung und maximale Ellenbogen nicht unüblich sind. Und wenn man das nur lange genug durchhält wird man irgendwann irgendwo Chef.
Dass es neben solchen Karrieretypen auch noch andere Leute gibt sehen die nicht. In einem Umfeld lauter solcher Typen kann es schon sein dass viel Vorwärts geht. In einer "normalen" Klinik ist es eher so dass in einem Team mit ein paar solcher Typen in niedrigeren Positionen das Team dadurch teils aufgerieben wird. Da werden dann Lager gebildet, Unterstützer rekrutiert usw. Unschöne Dinge. Chefs vergessen oft dass es in einem Team eine gesunde Mischung an verschiedenen Leuten braucht.

Günni Gürtelrose
17.04.2021, 10:56
Warte mal die anderen Bewerbungsgespräche ab, ich bin sicher, dass eins davon angenehmer sein wird und sie dich nicht so seltsam behandeln. In einer normalen Abteilung werden deine Qualitäten gefragt und willkommen sein.

WackenDoc
17.04.2021, 12:11
In so einer Klinik würde ich nie arbeiten wollen. Offenbar sind die es gewohnt, Aussagen ihres Gegenüber zu verdrehen und absichtlich misszuverstehen. Abgesehen davon, sind die Fragen schon merkwürdig für einen Bewerber auf die Stelle eines Asssistenzarztes.

Bonnerin
17.04.2021, 14:22
Würde da vielleicht noch die Hospitation mitnehmen und am Ende dann absagen.
Also bei mir sträubt sich schon alles beim reinen Lesen und da würde ich nicht anfangen wollen. Das klingt nach übelster Ellenbogenmentalität.

PrinzessinAmygdala
17.04.2021, 16:21
Kurze blöde Zwischenfrage: wie habt ihr so eure Bewerbungsfotos gestaltet? Bluse und Blazer für die Frau?
Muss mal gucken, ob und wann mal wieder ein Fotograf auf hat :-?

mbs
17.04.2021, 19:49
Hab gar kein Foto mitgeschickt - muss man ja auch nicht.

Choranaptyxis
17.04.2021, 21:11
Meins ist schwarzer Blazer und darunter weißes, schlichtes Shirt (mangels Bluse) und ein dezentes Kettchen mit schlichtem Anhänger. Ich war erst vor ca. einem Monat beim Fotografen, zumindest in BW dürfen die noch öffnen.

Zilia
18.04.2021, 10:08
@MartinGraf:
Da würde ich nicht anfangen wollen (außer vorübergehend, wenn man gar keine Alternative hat und das Geld ganz dringend braucht). Wenn man davon ausgeht, dass sich Abteilungen beim Bewerbungsgespräch noch von ihrer besten Seite zeigen... will ich nicht wissen, wie es da im Alltag zugeht. Der Chef vertraut Dir schon jetzt nicht, wenn er Deine Doktorarbeit anzweifelt (maßlose Frechheit, übrigens). Wird er Dich dann im Arbeitsalltag achten? Eher nicht. Würde ich da hospitieren wollen? Nein. Denn dort ist jede Hospitation Zeitverschwendung. Und ich mag es gar nicht, wenn Chefs verlangen, dass man ihnen hinterhertelefoniert wegen der Bewerbung. Das heißt, sie haben einen dann gleich vergessen und dann soll man sich in Erinnerung bringen. No way. Hatte das auch mal.

Für ein begehrtes Fach beworben, hatte dort sogar ein paar Jahr zuvor Famulatur gemacht, der Chef erinnerte sich aber nicht an mich (da er zu der Zeit überwiegend im Urlaub war); dabei hatte er mir sogar ein Zeugnis über die Famulatur ausgestellt.
Wollte dann, dass ich dort 4 Wochen kostenlos hospitiere. Mit deutscher Approbation und Berufserfahrung habe ich das nicht eingesehen. Dann wollten sie sich beraten und haben mich wochenlang hingehalten; ich sollte immer wieder anrufen. Dann hieß es irgendwann, dass sie mir noch keinen Vertrag anbieten könnten, aber ich solle mich später nochmal melden. Habe mich dann Monate später nochmal beworben und zeitnah eine Absage erhalten. Das Übelste war, dass sich auf den Bewerbungsunterlagen folgendes Zeichen fand "Ø". Habe jetzt herausgefunden, dass der Chef anscheinend statt neuer Assistenten gerne ausländische Hospitanten verpflichtet, die noch auf die Kenntnisprüfung warten. Klar, kostenlos arbeiten ist natürlich noch besser.

Hake die Stelle ab!

daCapo
18.04.2021, 14:15
Ich hatte ein sehr zähes Bewerbungsgespräch...Es ging fast ne gesamte Stunde und ich wurde fast nur Fragen à la "Wie belastbar sind Sie?" "Wann sind Sie mal an Ihre Grenzen gekommen? " "Würden Sie die Ellbogen ausfahren um an etwas heran zu kommen?"
Ich denke ich hab mich nicht wahnsinnig schlecht geschlagen. Nur war es sehr ermüdend und der Oberarzt meinte nur, dass ich ja eh mal zum hospitieren vorbei kommen sollte damit man sich besser kennenlernt. Er hat mir auch komische Fragen zu meiner Diss gestellt und gesagt er könne sich ja kaum vorstellen, dass ich das wirklich gemacht habe. Irgendwie fand ich das nicht ok, dass er mir quasi unterstellt zu lügen. Zumal ich alle Nachweis in der Bewerbung hatte. Er betonte dann auch noch ich sollte mich ja in den nächsten zwei bis drei Wochen spätestens melden damit ich nicht von Radar verschwinde bei der Fülle an Bewerbungen.
Aber der Chef ist super, richtig angenehm und ich könnte mir gut vorstellen mit ihm zu arbeiten.
Hospitieren werde ich auf jedem Fall, aber meint ihr auch, dass klang jetzt nicht all zu positiv oder?

Ich würde bei ernsthaften Interesse dort hospitieren. Du wirst dort eher mit den Oberärzten arbeiten statt mit dem"netten" Chef. Finde das hört sich alles negativ an, was du erzählst. Vielleicht suchen die eher einfach gestrickte Bewerber. Würde da nicht anfangen von deiner Erzählung nach.

Absagen kann man immer, aber höflich.

WackenDoc
18.04.2021, 14:21
"Sehr geehrter Herr Prof. xy. Vielen Dank für Ihr Interesse. Leider konnte Ihre Klinik im Bewerbungsgespräch nicht überzeugen, so dass ich mich für einen anderen Arbeitgeber entschieden habe."
Ok- so sollte man es nicht schreiben, auch wenn es der Wahrheit entspricht.

MartinGraf
18.04.2021, 15:44
Ich bedanke mich für eure wertvollen Antworten! Als jemand mit wenig Erfahrung mit Vorstellungsgesprächen bin ich da wirklich dankbar durch eure Erfahrungen solche Situationen besser einschätzen zu können. Anfangs Gabe ich nach dem Gespräch sehr an mir gezweifelt, aber offenbar war es einfach nicht kompatibel.
Falls Interesse besteht, kann ich noch alle Fragen aus dem Gespräch hier reinposten. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen?

Günni Gürtelrose
18.04.2021, 21:53
"Sehr geehrter Herr Prof. xy. Vielen Dank für Ihr Interesse. Leider konnte Ihre Klinik im Bewerbungsgespräch nicht überzeugen, so dass ich mich für einen anderen Arbeitgeber entschieden habe."
Ok- so sollte man es nicht schreiben, auch wenn es der Wahrheit entspricht.

Hahaha, eigentlich eine ganz geile Idee!

Melina93
19.04.2021, 11:26
Nach der Schilderung denke ich auch nicht, dass du @Martin der passende Bewerber bist. Die scheinen wirklich einen anderen Typus zu suchen. Von daher geh ich eh mal davon aus, dass du die Stelle nicht bekommen wirst. Und wenn du dann eh eher abgeschreckt bist, würde ich da vielleicht echt nicht hospitieren.
Und ja höflich absagen. Aber ich würde schon irgendwie einbauen, dass du dich unwohl gefühlt hast bzw es nicht passt. Ich glaube zwar nicht, dass so eine Rückmeldung wirklich viel bewirkt. Aber ich finde es trotzdem wichtig rückzumelden wie man es fand.
Ich denke nicht, dass sich in ein paar Jahren dort gravierend viel ändern wird, sodass du es dann wirklich in Erwägung ziehst dorthin zu gehen.

agouti_lilac
19.04.2021, 12:29
Kurze blöde Zwischenfrage: wie habt ihr so eure Bewerbungsfotos gestaltet? Bluse und Blazer für die Frau?
Muss mal gucken, ob und wann mal wieder ein Fotograf auf hat :-?

Bisschen schickerer Pulli. Allerdings von H&M. :-D

PrinzessinAmygdala
19.04.2021, 18:24
Nur war es sehr ermüdend und der Oberarzt meinte ...
Aber der Chef ist super, richtig angenehm und ich könnte mir gut vorstellen mit ihm zu arbeiten.

Hatte es auch mal andersrum. Klinik und Oberärzte waren super, den Chef fand ich nur so durchwachsen. Habe mich da auch gefragt, ob ich mich da bewerben würde. Wie wichtig der Draht zum Chef denn überhaupt ist.

daCapo
19.04.2021, 20:08
Hatte es auch mal andersrum. Klinik und Oberärzte waren super, den Chef fand ich nur so durchwachsen. Habe mich da auch gefragt, ob ich mich da bewerben würde. Wie wichtig der Draht zum Chef denn überhaupt ist.

ist Mumpitz, ein Chef den du von Anfang an unsympathisch findest, würde ich lassen.Gerade in Hinblick auf die sehr arbiträre "Weiterbildung" in DE (Rotationen, Logbuch, Fertigkeiten).

Am Besten ist, wenn du einen positiven Gesamteindruck hast. Stell dir vor du bist OA oder CA dort und bist gegenüber Bewerbern wenig motiviert/wenig sympathisch....dann wollen die dich auch garnicht wirklich.
Dafür gibt es dann doch zu viele freie Stellen.


"Sehr geehrter Herr Prof. xy. Vielen Dank für Ihr Interesse. Leider konnte Ihre Klinik im Bewerbungsgespräch nicht überzeugen, so dass ich mich für einen anderen Arbeitgeber entschieden habe."
Ok- so sollte man es nicht schreiben, auch wenn es der Wahrheit entspricht.

Absage höflich...

"Sehr geehrter Herr Prof. XY. Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und die Einladung zum Bewerbungsgespräch. Ich habe in der Zwischenzeit allerdings ein anderes Angebot erhalten, was noch ein wenig besser zu mir passt. Darum muss ich meine Bewerbung wieder zurückziehen. Falls ich Ihnen mit meiner Entscheidungen Umstände bereite, bedauere ich dies sehr. Ich bitte dennoch um Ihr Verständnis. Ihre Klinik hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht“

anignu
19.04.2021, 21:54
ist Mumpitz, ein Chef den du von Anfang an unsympathisch findest, würde ich lassen.Gerade in Hinblick auf die sehr arbiträre "Weiterbildung" in DE (Rotationen, Logbuch, Fertigkeiten).
Seh ich nicht so.
Wenn es ein Chef einer einigermaßen großen Abteilung ist dann delegiert er und dann sind Rotationen Sache eines entsprechenden OA, die Ausbildung erfolgt meist eh über die OA und das Logbuch ist eine einfache Sache: es wird unterschrieben was gemacht wurde.
Man muss nicht der beste Freund des Chefs sein.

Anne1970
20.04.2021, 05:21
@DaCapo: deine hier (und in allen anderen arbiträr von dir bedachten) Threads dargestellte Sicht auf die „Weiterbildung in DE“ ist subjektiv und überwiegend überholt. Möglicherweise würde ein aktualisierter Faktencheck helfen? :grins:
Freundlicher Gruß
Anne1970 (u.a. Delegierte der LÄKH)