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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum sagen alle, dass Ärzte wenig verdienen?



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Stuntman Mike
23.11.2008, 00:10
Mein Vater sagt, (...)Wenn dein Papi meint, dass Ärzte ach so furchtbar schlecht bezahlt werden, solltest du es mit dem Medizinstudium vielleicht lieber lassen und auch so ein toller Ingenieur in leitender Position werden und ein super-duper-mega-Gehalt kriegen...

Davon abgesehen denke ich, dass du uns mittlerweile oft genug die Meinung deines Vaters mitgeteilt hast, und die wird bei der zehnten Wiederholung sicher auch nicht auf mehr Interesse stoßen.

astrophys
23.11.2008, 00:25
Die Vergleiche mit anderen Berufsgruppen halte ich für wenig zielführend, da kann ich mich auch gleich mit den Parlamentariern vergleichen (da wird man schließlich besonders fürstlich entlohnt, selbst wenn man nur Sch*** fabriziert).

An irgendetwas muss man sich wohl orientieren, oder?

Ein Parlamentarier im Abgeordnetenhaus in Berlin bekommt z.B. 3800 Euro im Monat (davon 800 Euro Steuerfrei). Da bist du auch als Assistenzarzt schon. Soviel zu fürstlichen Entlohnung.

Und da du sicher schon mal als Parlamentarier gearbeitet hast, weisst du ja, dass man da nur die Füsse hochlegt, denn deswegen bist du ja Arzt geworden... :-dance

docmoechtegern
23.11.2008, 00:32
@astrophys: Schau lieber nochmal nach. Ich meine, das sei mehr. [Edit.: Ich dachte an den Bundestag, aber Du meinst vermutlich den Berliner Senat.]

@Mike: Mein Papa hat eben die gleichen Bedenken wie Milz. Er macht sich auch darüber Sorgen,dass mein Bruder (der ist jetzt im dritten klinischen Semester) mal seine Familie nicht ernähren können wird und dann entweder Unterstützung durch meine Eltern brauchen wird oder ins Ausland abwandern muss, um seine Familie angemessen versorgen zu können.


Ich lese hier mit um rauszufinden, ob mein Papa oder mein Bruder Recht hat.

Harry78
23.11.2008, 01:05
"Mein Vater sagt, für ein ordentliches Gehalt müsse man nicht unbedingt studieren, vor allem nicht Medizin, denn wie schlecht man da bezahlt würde, müsse inzwischen eigentlich jeder wissen."

Tabelle 1: Die fünf bestbezahlten Berufe aus "Die Welt"



Beruf


a.Jahresbrutto im Schnitt (Euro)


b.davon Sonderzahlung


c.Sonderzahlung, Anteil in %



1.Geschäftsführer, Geschäftsbereichsleiter

a.92.556

b.16.017

c.17,3



2.Rechtsvertreter, Rechtsberater (Anwälte)

a.82.135

b.8960

c.10,9



3.Luftverkehrsberufe (Piloten, Ingenieure)

a.77.796

b.6108

c.7,9


4.Unternehmensberater

a.76.172

b.12.940

c.17,0



5.Ärzte (nur angestellte)

a.75.895

b.4496

c.5,9



Schönen Gruss an die Familie! :-dance

astrophys
23.11.2008, 01:16
@astrophys: Schau lieber nochmal nach. Ich meine, das sei mehr. [Edit.: Ich dachte an den Bundestag, aber Du meinst vermutlich den Berliner Senat.]

@Mike: Mein Papa hat eben die gleichen Bedenken wie Milz. Er macht sich auch darüber Sorgen,dass mein Bruder (der ist jetzt im dritten klinischen Semester) mal seine Familie nicht ernähren können wird und dann entweder Unterstützung durch meine Eltern brauchen wird oder ins Ausland abwandern muss, um seine Familie angemessen versorgen zu können.


Richtig, meinte den Berliner Senat.

Dein Bruder würde als Facharzt nach ein paar Jahren inkl. Dienste so um die 6000 Euro im Monat verdienen. Nehmen wir mal an, dass er verheiratet wäre und zwei Kinder hätte, sein Frau arbeitet nicht, sondern kümmert sich um die Kinder (dies ist ein Beispiel!), dann läge das Haushaltsnettoeinkommen bei gut 4000 Euro.
Fast 90% der Haushalte in Deutschland verfügen über ein zum Teil deutlich geringeres Nettoeinkommen. Was glaubt dein Vater denn, wie diese 36 Millionen Haushalte über die Runden kommen? Ah, ich vergaß, die Fragen alle bei ihren Eltern an ;-)

Stuntman Mike
23.11.2008, 01:28
@ docmoechtegern: Ich glaube langsam, dass sich dein Vater einfach nicht richtig informiert hat, sonst würde er wohl kaum glauben, dass man von dem Gehalt keine Familie ernähren kann. Wir sprechen hier über 2000 EUR oder mehr!

Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Familie ernähren und der Villa mit Pool und Porsche in der Garage. Für zweiteres muss man halt Radiologe werden ;-), aber auch von 2000 EUR kann man sich auch mal was leisten. Der Großteil der Bevölkerung lebt von weniger und ist auch noch nicht verhungert. Im Ausland wird unterm Strich auch nicht mehr verdient (wegen Steuern, Kaufkraftunterscheiden etc).

Und zu deinem Zeitungszitat: ich halte das für lächerlich und überheblich, aber davon abgesehn bringt es doch nichts immer mehr Geld zu fordern. Es ist eben keins da! Aber den Managern Gier vorwerfen, das geht immer. Besch***ne Heuchlerei!

spidi
23.11.2008, 01:51
@docmoechtegern
Was für Ansprüche stellt denn dein Vater an das Leben, bzw. für das großziehen von Kindern, das er sich soviel Sorgen macht? ( ernstgemeinte Frage)

@all
selbst als Assi mit einstiegsgehalt von 3800€ brutto ohne dienste, hättest du verheiratet bei Lohnsteuerklasse III allein schon ca. 2500€ (unverheiratet etwa nur 2100,2200) dann kommt noch das kindergeld für die kinder obendrauf etc.
vor allem kannst du mit ner guten steuererklärungen nochmal einiges an einkommenssteuer zurückholen.

Klar kann es mit dem Geld, gerade am Berufsanfang, auch mal knapp werden.
Und natürlich kann es immer mehr sein, in fast allen berufen, aber so ist es doch auch immer und überall, immer kann es mehr sein ;-)

Mit welchem Recht wird verlangt nur weil man Medizin studiert hat, nach erfolgreichen Studium nahtlos das Leben auf einer rosaroten Wolke zu verbringen?

Das wird sich jeder selbst so hinschmieden müssen, Ansprüche ändern sich.
Und nichts, fast nichts, wird einem Geschenkt! Auch nicht weil man Medizin studiert hat. Wir bleiben alle hoffentlich normale Menschen :-)

Und selbst ohne tolle Steuererklärung, wäre es möglich sich eine schöne Eigentumswohnung, oder auch Häuschen und wenn man es denn unbedingt braucht kleinen,mittleren Neuwagen zu finanzieren. Man sollte sich nur mal ernsthaft mit seinen ganzen Ansprüchen, was im leben für einen wirklich wichtig ist, auseinander setzen.

Kenne niemanden in meinen Umfeld ( und da sind ziemlich viele Berufsgruppen, studierte wie unstudierte, vertreten) der/die sich mal ebenso n BMW, Haus oder sonstwas anschafft, schon gar nicht zu Berufsanfang. Egal ob Ingeneur, Pilot, Jurist oder sonstwas.

Selbst wenn die Arztgehälter plötzlich um 1000€ steigen würden, dann gebe es sicher auch noch genug die sich beschweren würden.

Manche Beiträge finde ich hier echt lächerlich und sowas von weltfremd.


Ich weiß echt nicht was einige hier im Thread für Probleme haben bzw Ansprüche ans Leben stellen, aber selbst mit dem Einstiegsgehalt kann man sich mehr ermöglichen als viele,viele andere Menschen in unserem Land, ganz zu schweigen von den anderen 6 Mrd Menschen.
Aber so ist der Mensch scheinbar nun mal. gott sei dank nicht alle.

Ich selber hoffe darauf, dass sich die Dinge wie Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten, bis ich mein Studium abgeschlossen habe, noch deutlich weiter zum positiven wenden werden.

So wie ich es hier aus anderen Threads aus dem Forum lese, und auch von befreundeten Ärzten kenne ist weniger das Geld das Problem, sondern die oftmals knappe Zeit mit der Familie und auch für sich selbst.

habe früher selbst oft 60, 70+ Stunden die Woche gearbeitet und war einfach nur noch tot.

So das wars.

Für alle die sich ans Bein gepinkelt fühlen :peace: und :-party

docmoechtegern
23.11.2008, 09:53
Dein Bruder würde als Facharzt nach ein paar Jahren inkl. Dienste so um die 6000 Euro im Monat verdienen. Nehmen wir mal an, dass er verheiratet wäre und zwei Kinder hätte, sein Frau arbeitet nicht, sondern kümmert sich um die Kinder (dies ist ein Beispiel!), dann läge das Haushaltsnettoeinkommen bei gut 4000 Euro.

@ docmoechtegern: Ich glaube langsam, dass sich dein Vater einfach nicht richtig informiert hat, sonst würde er wohl kaum glauben, dass man von dem Gehalt keine Familie ernähren kann. .....

@docmoechtegern
Was für Ansprüche stellt denn dein Vater an das Leben, bzw. für das großziehen von Kindern, das er sich soviel Sorgen macht? ( ernstgemeinte Frage)@astrophys, Mike und spidi:

Vielleicht hat mein Vater falsche Vorstellungen von den Ärzteeinkommen, weil es ihm so geht, wie es astrophys hier gesagt hat:
--------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von astrophys:

"Nun hat aber noch niemand die Frage beantwortet, WARUM alle sagen, dass Ärzte wenig verdienen? (.......................)

Die Antwort auf die Frage wäre dann wahrscheinlich: weil die Lobby ihre Arbeit in dem Sinne gut macht, dass die Öffentlichkeit GLAUBT, alle Ärzte würden furchtbar schlecht verdienen (egal ob das nun stimmt oder nicht)."
--------------------------------------------------------------------------------------------

Vermutlich ist das auch bei meinem Vater so. Der hat in seinem Job auch eine 60-70 h/Woche und keine Zeit, das, was er seit zwei oder drei Jahren ständig in den Medien über die Ärzteeinkommen hört und liest, durch eigene Recherchen zu verifizieren oder falsifizieren.
Aber ich bin gerade dabei, die Wahrheit herauszufinden, und ich glaube inzwischen auch, dass sich mein Vater wahrscheinlich unnötige Sorgen um die Zukunft meines Bruders macht.

milz
23.11.2008, 10:21
Hmm, vielleicht war es ein Fehler, nach der Berufsausbildung noch zu studieren. :-nix Wer weiß, vielleicht hättest Du heute schon ein Haus und einen Garten für die Kinder, wenn Du Dir in dem Beruf, in dem Du eine Lehre gemacht hast, eine gut bezahlte Stelle gesucht hättest.
Als Krankenpfleger verdient man ganz klar schlechter (müsste man mit den 6 Jahren Lohnverzicht = Studium über die Zeit aufrechnen), Einstiegsgehalt ca. 1200 € netto, und es ist fraglich, ob man das bis zur Rente durchhält (Rückenprobleme etc.). Studiert habe ich in erster Linie aus Interesse und Wissensdurst, aber ich denke, verglichen mit der Durchschnittbevölkerung verdient man als Arzt auch ganz gut. Was mich eher stört sind die Arbeitsbedingungen, aber da habe ich mich auch schon in Richtung eines weitgehend patientenfreien Arbeitsplatzes mit geregelten Arbeitszeiten hin orientiert. :-)) Das hat man ja auch immer selbst ein bisschen in der Hand.

docmoechtegern
23.11.2008, 10:42
@milz: Dann drück ich Dir ganz fest die Daumen, dass Du nun, nachdem Du Dein Medizinstudium gerade erfolgreich abgeschlossen hast, nichts mehr mit Patienten zu tun haben wirst. :-party

Kann man eigentlich auch nachdem man ein Medizinstudium erfolgreich absolviert hat, als Heilpraktiker arbeiten? Ich meine: Könnest Du auf eine Approbation verzichten, also kein Arzt werden, und statt dessen die Prüfung für die Zulassung als Heilpraktiker ablegen? Jemand, der das Medizinstudium geschafft hat, schafft diese Überprüfung doch sicher mit links?
Du hättest dann keine schlecht bezahlte Weiterbildungszeit mit den ungregelmäßigen Arbeitszeiten und schlecht bezahlten Bereitschaftsdiensten, sondern könntest Dich gleich selbstständig machen, ein Haus kaufen und dort einen Raum einrichten, in dem Du Akupunktur und Eigenblutbehandlungen machtest (vielleicht auch noch Hydrocolontherapie, falls Dir das nicht zu unappetitlich wäre) und Deinen Patienten Globuli verschreiben, nachdem Du in einer homöopathischen Anamnese rausgefunden hättest, welche Globuli die bräuchten.

Meine Mutter (Gymnasiallehrerin mit Doppelnamen) sagt, sie habe viele Kolleginnen, die lieber zu Heilpraktikern als zu Ärzten gingen und dort viel Geld für noch viel mehr Blödsinn ausgäben.

Felix@112
23.11.2008, 10:55
Meine Mutter (Gymnasiallehrerin mit Doppelnamen) sagt, sie habe viele Kolleginnen, die lieber zu Heilpraktikern als zu Ärzten gingen und dort viel Geld für noch viel mehr Blödsinn ausgäben.

TROLL dich.....

docmoechtegern
23.11.2008, 11:10
Warum?

Harry78
23.11.2008, 11:11
<°)))o><

docmoechtegern
23.11.2008, 11:13
<°)))o><<°)+++>< :-winky

Evil
23.11.2008, 11:20
Die Diskussion hier dreht sich im Kreis und erschöpft sich langsam in persönlichen Anfeindungen.

Also bitte wieder konstruktiv diskutieren, ja?

milz
23.11.2008, 11:49
@milz: Dann drück ich Dir ganz fest die Daumen, dass Du nun, nachdem Du Dein Medizinstudium gerade erfolgreich abgeschlossen hast, nichts mehr mit Patienten zu tun haben wirst. :-party
Ich habe nichts gegen Patienten, nur gegen den Klinikalltag, wo im Minutentakt ständig jemand was von dir will und das zu jeder Tag- und Nachtzeit. ;-)

Meine Mutter (Gymnasiallehrerin mit Doppelnamen) sagt, sie habe viele Kolleginnen, die lieber zu Heilpraktikern als zu Ärzten gingen und dort viel Geld für noch viel mehr Blödsinn ausgäben.
Also ich stehe eher auf ehrliche Arbeit. Dumme übers Ohr hauen ist nicht so mein Ding.

qwert
23.11.2008, 13:05
Besteht nicht das Hauptproblem darn,daß wir heute alles sofort haben müssen? Meine Eltern haben sich nach dem Studium nicht gleich ein neues Auto und Haus mit Garten leisten können. Auch würde die Wohnung nicht komplett eingerichtet,weil schlicht kein Geld da war. Hat man sich ersparen müssen. Heute ist man mit Ausbildung fertig und muß sofort alles haben. :-dagegen Mit 40 ist man gefrustet, giert zum Nachbarn um festzustellen,daß der 10 Quadratmeter mehr Garten hat als man selbst oder einmal mehr Urlaub im Jahr macht. Lösung? Auf die Straße gehen und schreien,man sei unterbezahlt. :-dagegen Eine typisch deutsche Unart sich ständig mit anderen messen zu müssen statt einfach mal zufrieden zu sein oder sich daran zu erfreuen,daß man jetzt für das Häuschen spart.

spidi
23.11.2008, 13:27
@qwert, das sollte ein teil der takehomemessage meines posts sein :-)

@docm.
keine ahnung ob das geht, aber es macht doch wenig sinn, medizin zu studieren und dann auf heilpraktiker umzustellen...
Schlauer wäre es doch du wirst arzt und bietest ,ergänzend zur schulmedizinischen komponente , "heilpraktiker" Leistungen an.

Gibt doch auch immer mehr Ärzte die noch nebenbei verschiedene Alternativmedizinische Verfahren anbieten, mal ganz abgesehen von Akupunkter, Homöopathie etc.

docmoechtegern
23.11.2008, 14:05
Schlauer wäre es doch du wirst arzt und bietest ,ergänzend zur schulmedizinischen komponente , "heilpraktiker" Leistungen an.
Diese Kombination finde ich nicht gut.
Wir sind eine Naturwissenschaftler- und Ingenieursfamilie und halten Homöopathie und andere esoterische Verfahren für Humbug.
Meine Mutter hat sich mit einigen Kolleginnen, mit denen sie früher mal befreundet war, sogar fast zerstritten, weil es ihr unbegreiflich ist, wie ein intelligenter Mensch an solchen Unsinn wie Homöopathie etc. glauben kann. Aber der Markt für das Geschäft mit solchen Methoden ist offensichtlich vorhanden.

Ich finde, als Arzt sollte man keine wissenschaftlich nicht anerkannten Verfahren anwenden, auch wenn einem dadurch einige Einnahmequellen entgehen. Wer mit solchen Methoden arbeiten will, sollte lieber Heilpraktiker werden.
Wer als Patient zum Heilpraktiker geht, weiß, dass er dort evtl. mit wissenschaftlich nicht anerkannten Methoden behandelt wird. Beim Arzt erwartet man das als Patient nicht, finde ich jedenfalls.

Aber lass uns dieses Thema schnell beenden, denn sonst wird dieser Thread hier bald geschlossen, denn das Stichwort Homöopathie ist hier fast so etwas wie Godwin's Law. ;-)

Jane_Doe
23.11.2008, 14:46
Was mich hier an dieser ganzen Diskussion stört ist, dass sich hier wenig "alte" zu Wort melden.

Von daher ist dieses ganze gequatsche mehr als sinnlos, weil ihr einfach nicht wirklich begreift, um was es wirklich geht. Ab und zu meldet sich mal ein "halb weiser" PJler oder fast PJler und versucht euch wieder in die richtige Richtung zu leiten.

Aber schon kommt wieder dieses 3.Semester und 1.Semester geschwätz auf. Die Hälfte weiß wahrscheinlich nicht mal, wie es im Krankenhaus läuft.

Es geht doch nicht prinzipiell darum, dass die Leute mehr Geld in ihrer Tasche haben .... im Gegenteil ... würde ein Arzt 1000 Euro mehr verdienen, bei den gleichen Arbeitsbedingungen, hätte er 500 Euro mehr in der Tasche, aber ausgeben kann er sie trotzdem nicht.

Es geht darum, dass es zum Teil unverantwortlich ist, wie viel jmd. arbeiten muss. Ich weiß ... ein Igenieur muss auch 100h pro Woche arbeiten und sieht nie seine Familie .... und er wird entlassen, wenn er nicht seine Arbeit bringt ... tralalalalaaaaaa ... und hat Existenzängste und und und.

Aber mal im Ernst .... ein Ingenieur ist nicht 24 h in einem Krankenhaus .... hofft darauf ... um 10 abgelöst zu werden ... um dann aber trotzdem bis 18 Uhr zu bleiben, bis der nächste Dienst anfängt, was dann insgesamt 32h ausmacht.

Und das sind 32h ... in denen man immer versucht einen klaren Kopf zu haben und versucht .... so gut und so schnell wie möglich Entscheidungen zu fällen, die wichtig sind!

Mir is auch klar, dass er das nicht 32h durchweg .... und ggf. auch schlafen kann .... aber er SCHLÄFT nicht DAHEIM. Das is doch ein ganz anderer Schlaf auf so ner drecks klinikbritsche als daheim.

Der Igenieur geht nach seinen 12 Std. heim .... kann im Bett neben seiner Frau drüber nachdenken, wie er weiter seine Maschine zeichnet.

Der Arzt kann sich auf kommendes nicht vorbereiten .... gerade zu anfang, kann ich mir vorstellen, denkt man fortwährend darüber nach, was mach ich, wenn das ist ... was mach ich wenn Frau X auf Intensiv schlechter wird .... was mach ich da, was mach ich dort.

So ... und der Knackpunkt ist jetzt ..... das nach diesem ganzen Tarifgedöhns ... der Arzt .... diese ganze belastende Zeit nicht zu 100% vergütet bekommt, weil es heißt .... er kann sich hinlegen und am nöchsten Tag NACH HAUSE.

Und jetzt will mir noch einer erzählen ... dass es der Ingenieur genauso schwer hat ... weil er weniger verdient ...

Ein Arbeitsloser verdient gar nichts und grübelt sicherlich mehr nachts im Bett rum als ein Ingenieur, weil er Angst hat, dass er seine Maschine nicht fertig bekommt.

So ... und dann kommt das Alter ins Spiel: Wenn der Ingenieur altert .... altert er zum Abteilungsleiter .... er muss immer noch seine Maschinen anschauen, nimmt aber nicht mehr selber den Stift in die Hand ... sondern gibt ihn anderen.

Der Arzt .... wird evtl. Facharzt/Oberarzt/Chefarzt .... der kann nicht sein Messer aus der Hand geben und andere Assistenten alles zerfleischen lassen .... weil viele einfach noch nicht soweit sind. Der Verantwortung hängt immer noch an ihm.

So und jetzt stellt sich jeder mal vor ... dass er mit 57 3/4 nachts um 2 neben seiner Frau liegend daheim aufstehen muss .... weil das Telefon klingelt, der Piepser piepst und es heißt, es kommt ein schwerer Verkehrsunfall rein ... wir brauchen sie zur Notop ... oder es wird angerufen und gesagt: ne alte Dame is Gestürzt und hat eine Schenkelhalsfraktur.

Das machst du je nach Oberarztdichte .... 6-10 mal im Monat .... und bekommst dafür eine PAUSCHALE ... egal wie viel du in diesem dienst ARBEITEST.


Also wer mir da erzählt .... es sei nicht annährend gerechtfertigt, dass man sich dagegen ein bisschen zur Wehr setzt .... der is der reinste Masochist. Weil das schlichtweg unmenschlich ist, wie viel zum Teil Ärzte, aber auch Oberärzte arbeiten müssen.


Und ich glaub niemand will sich bei jmd. unter Messer legen, der vor Schlaftrunkenheit und Müdigkeit zittert oder nicht klar denken kann.
Irgendwo hab ich mal gelesen, dass so ein 24h Dienst gleichzusetzen ist mit 0,5 Promille ... zugegebenerweise bin ich mir bei der Promille Anzahl nicht mehr sicher .... auf jeden Fall war es so viel .... wo der ein oder andere sich 2mal überlegen würde, ob er noch nach Hause fährt.


Wir brauchen mehr Ärzte .... und wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen.