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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum sagen alle, dass Ärzte wenig verdienen?



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rogerM
23.11.2008, 14:51
Was mich hier an dieser ganzen Diskussion stört ist, dass sich hier wenig "alte" zu Wort melden.

Von daher ist dieses ganze gequatsche mehr als sinnlos, weil ihr einfach nicht wirklich begreift, um was es wirklich geht. Ab und zu meldet sich mal ein "halb weiser" PJler oder fast PJler und versucht euch wieder in die richtige Richtung zu leiten.

Aber schon kommt wieder dieses 3.Semester und 1.Semester geschwätz auf. Die Hälfte weiß wahrscheinlich nicht mal, wie es im Krankenhaus läuft.

Es geht doch nicht prinzipiell darum, dass die Leute mehr Geld in ihrer Tasche haben .... im Gegenteil ... würde ein Arzt 1000 Euro mehr verdienen, bei den gleichen Arbeitsbedingungen, hätte er 500 Euro mehr in der Tasche, aber ausgeben kann er sie trotzdem nicht.

Es geht darum, dass es zum Teil unverantwortlich ist, wie viel jmd. arbeiten muss. Ich weiß ... ein Igenieur muss auch 100h pro Woche arbeiten und sieht nie seine Familie .... und er wird entlassen, wenn er nicht seine Arbeit bringt ... tralalalalaaaaaa ... und hat Existenzängste und und und.

Aber mal im Ernst .... ein Ingenieur ist nicht 24 h in einem Krankenhaus .... hofft darauf ... um 10 abgelöst zu werden ... um dann aber trotzdem bis 18 Uhr zu bleiben, bis der nächste Dienst anfängt, was dann insgesamt 32h ausmacht.

Und das sind 32h ... in denen man immer versucht einen klaren Kopf zu haben und versucht .... so gut und so schnell wie möglich Entscheidungen zu fällen, die wichtig sind!

Mir is auch klar, dass er das nicht 32h durchweg .... und ggf. auch schlafen kann .... aber er SCHLÄFT nicht DAHEIM. Das is doch ein ganz anderer Schlaf auf so ner drecks klinikbritsche als daheim.

Der Igenieur geht nach seinen 12 Std. heim .... kann im Bett neben seiner Frau drüber nachdenken, wie er weiter seine Maschine zeichnet.

Der Arzt kann sich auf kommendes nicht vorbereiten .... gerade zu anfang, kann ich mir vorstellen, denkt man fortwährend darüber nach, was mach ich, wenn das ist ... was mach ich wenn Frau X auf Intensiv schlechter wird .... was mach ich da, was mach ich dort.

So ... und der Knackpunkt ist jetzt ..... das nach diesem ganzen Tarifgedöhns ... der Arzt .... diese ganze belastende Zeit nicht zu 100% vergütet bekommt, weil es heißt .... er kann sich hinlegen und am nöchsten Tag NACH HAUSE.

Und jetzt will mir noch einer erzählen ... dass es der Ingenieur genauso schwer hat ... weil er weniger verdient ...

Ein Arbeitsloser verdient gar nichts und grübelt sicherlich mehr nachts im Bett rum als ein Ingenieur, weil er Angst hat, dass er seine Maschine nicht fertig bekommt.

So ... und dann kommt das Alter ins Spiel: Wenn der Ingenieur altert .... altert er zum Abteilungsleiter .... er muss immer noch seine Maschinen anschauen, nimmt aber nicht mehr selber den Stift in die Hand ... sondern gibt ihn anderen.

Der Arzt .... wird evtl. Facharzt/Oberarzt/Chefarzt .... der kann nicht sein Messer aus der Hand geben und andere Assistenten alles zerfleischen lassen .... weil viele einfach noch nicht soweit sind. Der Verantwortung hängt immer noch an ihm.

So und jetzt stellt sich jeder mal vor ... dass er mit 57 3/4 nachts um 2 neben seiner Frau liegend daheim aufstehen muss .... weil das Telefon klingelt, der Piepser piepst und es heißt, es kommt ein schwerer Verkehrsunfall rein ... wir brauchen sie zur Notop ... oder es wird angerufen und gesagt: ne alte Dame is Gestürzt und hat eine Schenkelhalsfraktur.

Das machst du je nach Oberarztdichte .... 6-10 mal im Monat .... und bekommst dafür eine PAUSCHALE ... egal wie viel du verdienst.


Also wer mir da erzählt .... es sei nicht annährend gerechtfertigt, dass man sich dagegen ein bisschen zur Wehr setzt .... der is der reinste Masochist. Weil das schlichtweg unmenschlich ist, wie viel zum Teil Ärzte, aber auch Oberärzte arbeiten müssen.


Und ich glaub niemand will sich bei jmd. unter Messer legen, der vor Schlaftrunkenheit und Müdigkeit zittert oder nicht klar denken kann.
Irgendwo hab ich mal gelesen, dass so ein 24h Dienst gleichzusetzen ist mit 0,5 Promille ... zugegebenerweise bin ich mir bei der Promille Anzahl nicht mehr sicher .... auf jeden Fall war es so viel .... wo der ein oder andere sich 2mal überlegen würde, ob er noch nach Hause fährt.


Wir brauchen mehr Ärzte .... und wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen.


super beitrag ansich lohnt sich es ja nicht sich die mühe zu machen den sobotta lernkartenausmalern alles zu erklären aber gut wie du es auf den punkt gebracht hast.

Muriel
23.11.2008, 14:57
Das machst du je nach Oberarztdichte .... 6-10 mal im Monat .... und bekommst dafür eine PAUSCHALE ... egal wie viel du in diesem dienst ARBEITEST.
Aha, und wo ist das so? Ich kenne es nur so, dass Pauschalen dafür gezahlt werden, dass Du prinzipiell erreichbar bist, wenn tatsächlich (egal ob beratend am Telefon oder aber in Anwesenheit) tatsächliche Arbeit geleistet wird, diese dann auch dementsprechend bezahlt wird.

Und ganz nebenbei: Ohne diese 46 ... wäre Dein Beitrag deutlich besser
zu lesen, vom Verständnis generell mal ganz abgesehen ;-)

anba
23.11.2008, 14:58
Und das sind 32h ... in denen man immer versucht einen klaren Kopf zu haben und versucht .... so gut und so schnell wie möglich Entscheidungen zu fällen, die wichtig sind!
Das ist vor allem eines: Illegal.

Stuntman Mike
23.11.2008, 14:59
Wir brauchen mehr Ärzte .... und wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen.Das hat doch niemand bestritten, bzw. darum ging es bisher ja gar nicht.

Und nochmal zum Thema alternative Heilverfahren: ich halte auch nichts davon, ausschließlich auf Homöopathie o. Ä. zu setzen, aber als Ergänzung kann das doch durchaus nützlich sein, besonders bei Psychosomatikern. Wie gesagt wurde, der Placebo-Effekt ist stark, und was den Patienten hilft, und sei es nur subjektiv, kann doch nicht falsch sein. Also, generell verdammen würde ich das nicht.

Jane_Doe
23.11.2008, 15:04
46? 46 Rechtschreibfehler? ... na ja ... schnell geschrieben, nicht nochmal gelesen .... aber wenn es dich so beschäftigt, dass du sie schon zählen musst, um den Beitrag niederzumachen .... dann werde ich die Rechtschreibfehler korrigieren ....

und zu dem Oberarztthema: Ja so kenne ich es.

Muriel
23.11.2008, 15:07
Ich meinte die "...", die Du 46 mal untergebracht hast und zuletzt in vier Zeilen gleich wieder fünf mal. Dem Lesefluss tut das nicht gut ;-)

Jane_Doe
23.11.2008, 15:08
ach so sorry. Ist irgendwie so eine Chat Internet Angewohnheit, aber kann verstehen was du meinst. Ich wollte schon gerade wieder damit anfangen, aber dieses Mal hab ich mich zusammengerissen ;)

so schluss mit offtopic!

rate mal
23.11.2008, 15:30
Was mich hier an dieser ganzen Diskussion stört ist, dass sich hier wenig "alte" zu Wort melden.

Von daher ist dieses ganze gequatsche mehr als sinnlos, weil ihr einfach nicht wirklich begreift, um was es wirklich geht. Ab und zu meldet sich mal ein "halb weiser" PJler oder fast PJler und versucht euch wieder in die richtige Richtung zu leiten.

Aber schon kommt wieder dieses 3.Semester und 1.Semester geschwätz auf. Die Hälfte weiß wahrscheinlich nicht mal, wie es im Krankenhaus läuft.

Es geht doch nicht prinzipiell darum, dass die Leute mehr Geld in ihrer Tasche haben .... im Gegenteil ... würde ein Arzt 1000 Euro mehr verdienen, bei den gleichen Arbeitsbedingungen, hätte er 500 Euro mehr in der Tasche, aber ausgeben kann er sie trotzdem nicht.

Es geht darum, dass es zum Teil unverantwortlich ist, wie viel jmd. arbeiten muss. Ich weiß ... ein Igenieur muss auch 100h pro Woche arbeiten und sieht nie seine Familie .... und er wird entlassen, wenn er nicht seine Arbeit bringt ... tralalalalaaaaaa ... und hat Existenzängste und und und.

Aber mal im Ernst .... ein Ingenieur ist nicht 24 h in einem Krankenhaus .... hofft darauf ... um 10 abgelöst zu werden ... um dann aber trotzdem bis 18 Uhr zu bleiben, bis der nächste Dienst anfängt, was dann insgesamt 32h ausmacht.

Und das sind 32h ... in denen man immer versucht einen klaren Kopf zu haben und versucht .... so gut und so schnell wie möglich Entscheidungen zu fällen, die wichtig sind!

Mir is auch klar, dass er das nicht 32h durchweg .... und ggf. auch schlafen kann .... aber er SCHLÄFT nicht DAHEIM. Das is doch ein ganz anderer Schlaf auf so ner drecks klinikbritsche als daheim.

Der Igenieur geht nach seinen 12 Std. heim .... kann im Bett neben seiner Frau drüber nachdenken, wie er weiter seine Maschine zeichnet.

Der Arzt kann sich auf kommendes nicht vorbereiten .... gerade zu anfang, kann ich mir vorstellen, denkt man fortwährend darüber nach, was mach ich, wenn das ist ... was mach ich wenn Frau X auf Intensiv schlechter wird .... was mach ich da, was mach ich dort.

So ... und der Knackpunkt ist jetzt ..... das nach diesem ganzen Tarifgedöhns ... der Arzt .... diese ganze belastende Zeit nicht zu 100% vergütet bekommt, weil es heißt .... er kann sich hinlegen und am nöchsten Tag NACH HAUSE.

Und jetzt will mir noch einer erzählen ... dass es der Ingenieur genauso schwer hat ... weil er weniger verdient ...

Ein Arbeitsloser verdient gar nichts und grübelt sicherlich mehr nachts im Bett rum als ein Ingenieur, weil er Angst hat, dass er seine Maschine nicht fertig bekommt.

So ... und dann kommt das Alter ins Spiel: Wenn der Ingenieur altert .... altert er zum Abteilungsleiter .... er muss immer noch seine Maschinen anschauen, nimmt aber nicht mehr selber den Stift in die Hand ... sondern gibt ihn anderen.

Der Arzt .... wird evtl. Facharzt/Oberarzt/Chefarzt .... der kann nicht sein Messer aus der Hand geben und andere Assistenten alles zerfleischen lassen .... weil viele einfach noch nicht soweit sind. Der Verantwortung hängt immer noch an ihm.

So und jetzt stellt sich jeder mal vor ... dass er mit 57 3/4 nachts um 2 neben seiner Frau liegend daheim aufstehen muss .... weil das Telefon klingelt, der Piepser piepst und es heißt, es kommt ein schwerer Verkehrsunfall rein ... wir brauchen sie zur Notop ... oder es wird angerufen und gesagt: ne alte Dame is Gestürzt und hat eine Schenkelhalsfraktur.

Das machst du je nach Oberarztdichte .... 6-10 mal im Monat .... und bekommst dafür eine PAUSCHALE ... egal wie viel du in diesem dienst ARBEITEST.


Also wer mir da erzählt .... es sei nicht annährend gerechtfertigt, dass man sich dagegen ein bisschen zur Wehr setzt .... der is der reinste Masochist. Weil das schlichtweg unmenschlich ist, wie viel zum Teil Ärzte, aber auch Oberärzte arbeiten müssen.


Und ich glaub niemand will sich bei jmd. unter Messer legen, der vor Schlaftrunkenheit und Müdigkeit zittert oder nicht klar denken kann.
Irgendwo hab ich mal gelesen, dass so ein 24h Dienst gleichzusetzen ist mit 0,5 Promille ... zugegebenerweise bin ich mir bei der Promille Anzahl nicht mehr sicher .... auf jeden Fall war es so viel .... wo der ein oder andere sich 2mal überlegen würde, ob er noch nach Hause fährt.


Ah - die MB-Aktivisten haben endlich mitbekommen, dass es hier Arbeit für sie gibt.

Aber diesmal ist das ja einfacher als beim letzten Mal, weil ihr einfach in den Parolen vom letzten Mal das Wort "Assistenzarzt" durch "Oberarzt" ersetzen müsst. :-))

Das Verängstigen von Oma Kasupke durch Horrorgeschichten über die 32er-Marathonschichten der Chirurgen hat ja beim letzten Mal bestens funktioniert. :-party

Warum sollte ein solcher Coup nicht ein zweites Mal gelingen? :-dance

Kackbratze
23.11.2008, 15:36
weils teilweise immernoch stimmt?
Schonmal daran gedacht?

rate mal
23.11.2008, 15:44
weils teilweise immernoch stimmt?
Schonmal daran gedacht?
Aber mal im Ernst .... ein Ingenieur ist nicht 24 h in einem Krankenhaus .... hofft darauf ... um 10 abgelöst zu werden ... um dann aber trotzdem bis 18 Uhr zu bleiben, bis der nächste Dienst anfängt, was dann insgesamt 32h ausmacht.

Und das sind 32h ... in denen man immer versucht einen klaren Kopf zu haben und versucht .... so gut und so schnell wie möglich Entscheidungen zu fällen, die wichtig sind!@Bratze:
Gibt es bei Euch auch
8 Stunden Tages-Volldienst, anschließend 16 Stunden BD (am besten Stufe 3), und gleich anschließend nochmal 8 Stunden Tages-Volldienst?

Okay, dann weiß ich ja, was ich gleich morgen machen werde. ;-)

astrophys
23.11.2008, 15:51
Die ursprünglige frage war: warum sagen alle das ärzte wenig verdienen?

1. Stimmt der generalisierede vorwurf, jeder behauptet dass?
2. Verdient ein arzt schlecht in D verglichen mit anderen gruppen (was ist hier schon geschrieben- 5 stelle? Das klingt nicht schlecht)
3. Verdient ein arzt in D schlecht, verglichen mit ärzte im ausland?

1. Das lässt sich wohl nur dann mit Bestimmtheit sagen, wenn eine repräsentative Umfrage diesbezüglich durchgeführt würde. Demnach zu urteilen, wie oft dieser Vorwurf hier auftaucht, lässt sich das aber zumindest vermuten.

2. Nein, die Gehaltstabellen kann jeder einsehen. Hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Durchschnittseinkommen_in_Deutschland_na ch_Berufen_2006) gibt es einen Verdienstvergleich verschiedener Berufsgruppen in Deutschland.

3. Das lässt sich nur schwer beantworten, man müsste viele Parameter mit einbeziehen: Kosten des Studiums, Lebenshaltungskosten, Steuer und Sozialsystem, Hirarchisches System in den Kliniken, etc.

Kackbratze
23.11.2008, 15:54
Volle 8 Stunden nicht. Und es wird auf Biegen und Brechen versucht, dass der Diensthabende nach Hause geht.
Aber welche Welt ist schon perfekt?

Allerdings ist es, wie überall im Leben, nicht so schwerwiegend, wie es manche Lobbyisten es versuchen darzustellen...

Kann man sich nicht darauf einigen, dass es "Mal" passiert, aber nicht die Regel ist?
Und warum nerven mich die politischen Diskussionen um meinen Job so langsam an, weil sie nicht der Realität entsprechen?


Meine persönliche Meinung zu dem Thema:
Ich werde für die geleisteten Arbeitsstunden nicht adäquat bezahlt. Ich arbeite mir die Finger wund, muss mich mit einer mich manchmal ankotzenden "Vollkasko-Mentalität" rumschlagen und parallel versuchen mein Privatleben zu organisieren.
Meine Vorgesetzen unterstützen mich wo es geht (ich weiss, woanders ist schlimmer, aber nicht da, wo ich arbeite), aber perfekt geht es nunmal nicht.
Die Ausbildung ist gut, aber die Entlohnung nicht.
So einfach ist das.
Vielleicht wird es besser werden, aber irgendwie scheint das nicht der Fall zu sein, wenn man sich die Tabellen anschaut.

Und vorallem fragt man sich, wo das Geld im Gesundheitssystem bleibt, wenn es weder beim Patienten, noch beim betreuenden Personal ankommt.

Ich könnte mit einer gleichbleibenden Bezahlung leben (ACHTUNG, PERSÖNLICHE MEINUNG), wenn wenigstens die Patientenversorgung und auch die zur Verfügung stehenden Mittel sich verbessern würden (mehr Ärzte = weniger Arbeit für mich!). Aber das tun sie nicht.
Die Kassen machen mehr Geld, aber es kommt nirgendwo an.

Und DAS k0tzt mich an und frustriert mich bei meiner täglichen Arbeit.

LasseReinböng
23.11.2008, 16:06
Gibt doch auch immer mehr Ärzte die noch nebenbei verschiedene Alternativmedizinische Verfahren anbieten, mal ganz abgesehen von Akupunkter, Homöopathie etc.

Ja, leider, zum Schaden der Ärzteschaft. Die einen, weil sie den Hals nicht voll kriegen, die anderen, um überhaupt ein halbwegs akzeptables Einkommen zu erzielen. Ich jedenfalls wandere lieber aus, bevor ich Patienten Darmspülungen u.ä. aufschwatzen muß.

rate mal
23.11.2008, 16:31
Allerdings ist es, wie überall im Leben, nicht so schwerwiegend, wie es manche Lobbyisten es versuchen darzustellen...

Kann man sich nicht darauf einigen, dass es "Mal" passiert, aber nicht die Regel ist?Ja klar, kann man.

Mich nerven einfach solche übertriebenen und teilweise fehlerhaften Darstellungen wie die in Jane Does Beitrag. Die sind imho nicht für die Kollegen bestimmt, denn die wissen genau, dass es übertrieben ist, sondern solche Sachen werden hier gepostet, weil man weiß, dass hier auch viele Fremde mitlesen.

Meiner Meinung nach sollen damit in der Bevölkerung gezielt Ängste geschürt werden, um sich bei den anstehenden Tarifverhandlungen das Wohlwollen der Bevölkerung zu sichern.

Ich hab früher schon mal was dazu gepostet, was imho immer noch gilt:


http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showpost.php?p=606331&postcount=7


Nochmal: Der MB hätte es beim Abschluss seiner Tarifverträge in der Hand gehabt, nicht mehr als 8 bzw. maximal 12 Stunden pro Tag zuzulassen. Längere Arbeitszeiten sind an einem Krankenhaus nur möglich, wenn es ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung grundsätzlich zulässt.
Der MB hat damals längeren Arbeitszeiten auf Wunsch seiner Mitglieder zugestimmt! Seither kann ich dieses Gejammer nicht mehr hören.

Hellequin
23.11.2008, 16:57
Nochmal: Der MB hätte es beim Abschluss seiner Tarifverträge in der Hand gehabt, nicht mehr als 8 bzw. maximal 12 Stunden pro Tag zuzulassen. Längere Arbeitszeiten sind an einem Krankenhaus nur möglich, wenn es ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung grundsätzlich zulässt.
Der MB hat damals längeren Arbeitszeiten auf äußerst nachdrücklichen Wunsch seiner Mitglieder zugestimmt! Seither kann ich dieses Gejammer nicht mehr hören.
Dir ist aber schon klar, das ein Tarifvertrag keine einseitige Willenserklärung ist, sondern das da 2 Parteien dran beteiligt sind.

rate mal
23.11.2008, 17:01
Eben. Er ist von beiden Seiten unterschrieben worden. Und nach meinen Informationen haben ihn beide Seiten freiwillig unterschrieben.

Erst ist in Öffentlichkeit wochenlang der Eindruck erweckst worden, als sei die Abschaffung der 24er eines der wichtigsten Streikziele, und dann wurden sie ausdrücklich abgesegnet.



:
"Irgendwo hab ich mal gelesen, dass so ein 24h Dienst gleichzusetzen ist mit 0,5 Promille ... zugegebenerweise bin ich mir bei der Promille Anzahl nicht mehr sicher .... auf jeden Fall war es so viel .... wo der ein oder andere sich 2mal überlegen würde, ob er noch nach Hause fährt."

Gerade mit diesem Argument sind die MB-Vetreter damals immer Hausieren gegangen. :-))

Hellequin
23.11.2008, 17:09
Hast du schon mal Tarifverhandlungen gesehen, wo eine Seite alles bekommen hat was sie wollte? Also ich nicht.
Was da genau hinter den Kulissen gelaufen ist, ist ja sowieso reine Spekulation, aber ich bezweifele das man den Streik noch lange hätte fortführen können. Abgesehen davon war das Primärziel des MB damals überhaupt einen eigenen Tarifvertrag auf die Beine stellen, unabhängig vom sonstigen Getöse. Und dafür waren sie bereit einige Kröten zu schlucken.

alley_cat75
23.11.2008, 19:28
Was mich hier an dieser ganzen Diskussion stört ist, dass sich hier wenig "alte" zu Wort melden. .... ein Ingenieur ist nicht 24 h in einem Krankenhaus.

Und Du bist genau was? Alt und erfahren? Scheinbar nicht, sonst wüsstest Du, dass es mittlerweile genügend Kliniken gibt, wo keine 24-h-Dienste mehr geschoben werden. Ich habe in einer DRK Klinik in Berlin PJ gemacht - 3-Schicht-System. In meiner Klinik arbeiten wir 12 Stunden.

spidi
23.11.2008, 20:00
@Jane_Doe
"Aber schon kommt wieder dieses 3.Semester und 1.Semester geschwätz auf. Die Hälfte weiß wahrscheinlich nicht mal, wie es im Krankenhaus läuft. "

Fand den Teil deines Kommentars unpassend, denn du kannst doch nicht alle 3.Semester und 1.Semester über einen Kamm scheren. Und was ist denn dann mit den 2. und 4. Semestern ? ;-) Die hast du vergessen.


Du weisst doch gar nicht was diejenigen schon an Erfahrungen gemacht haben. Zumal du sehr viel von dem aufgreifst was diverse andere Vorposter schon geschrieben haben.

Von den Arbeitsbedingungen habe ich natürlich keine praktischen Erfahrungenwerte aus Arztperspektive und vielleicht werde ich auch mal anders denken.
Aber Ich stehe schon lange auf eigenen Beinen und allein vom derzeit üblichen Einstiegsgehalt(Das war alles worauf ich mich bezog) her weiß ich, dass ich mir im Gegensatz zu all meinen bisherigen Jobs, keine wirklichen finanziellen Sorgen werde machen müssen. Selbst mit dann vermutlich vorhandener Familie.

Vielleicht ist der Thread einfach schon zu lang...

rate mal
23.11.2008, 20:41
Und Du bist genau was? Alt und erfahren? Scheinbar nicht, sonst wüsstest Du, dass es mittlerweile genügend Kliniken gibt, wo keine 24-h-Dienste mehr geschoben werden. Ich habe in einer DRK Klinik in Berlin PJ gemacht - 3-Schicht-System. In meiner Klinik arbeiten wir 12 Stunden. Sie/er scheint nicht nur nicht zu wissen, dass es auch Häuser mit 3-Schichtsystem gibt, sondern auch vom Arbeitszeitgesetz noch nichts gehört zu haben, denn bei denen scheinen auch 32er noch an der Tagesordnung zu sein. Zumindest könnte man das seinen/ihren wirren Ausführungen entnehmen.

Und wenn ich mir den wirren Beitrag so ansehe....hm....also....das sieht tatsächlich irgendwie wie Z. n. 32er aus. ;-)



Aber mal im Ernst .... ein Ingenieur ist nicht 24 h in einem Krankenhaus .... hofft darauf ... um 10 abgelöst zu werden ... um dann aber trotzdem bis 18 Uhr zu bleiben, bis der nächste Dienst anfängt, was dann insgesamt 32h ausmacht.

Und das sind 32h ... in denen man immer versucht einen klaren Kopf zu haben und versucht .... so gut und so schnell wie möglich Entscheidungen zu fällen, die wichtig sind!

Mir is auch klar, dass er das nicht 32h durchweg .... und ggf. auch schlafen kann .... aber er SCHLÄFT nicht DAHEIM. Das is doch ein ganz anderer Schlaf auf so ner drecks klinikbritsche als daheim.