Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krieg in der Ukraine
... und auch komplett Unbeteiligten. Die ukrainische Weizenaussaat müsste in knapp einem Monat beginnen. Wird dieses Jahr wohl ausfallen.
Das stimmt.
Nun es gibt auch noch andere Staaten, die Weizen anbauen. Riesige Flächenländer wie die USA, Kanada, Australien, China, Indien, Frankreich und auch Deutschland. Also du wirst auch morgen noch dein Brötchen kaufen können und abends dein Bier trinken können.
Wie bereits gesagt, die Wiederholung bringt nix: Der Krieg muss enden. Alle verlieren nur. Selbst Putin's Traum vom Vasallenstaat ist momentan doch unrealistisch.
:-wand
][truba][
08.03.2022, 22:27
Ich denke nicht, dass sich thomas dabei auf sein Brötchen und sein Weizen bezog sondern auf die Millionen von Menschen, die sich die aktuellen Preise kaum leisten können und es sich sicherlich nicht mehr leisten können werden, wenn einer der Top 3 weizenexporteure ausfällt.
Thomas24
08.03.2022, 22:39
[truba][;2227658']Ich denke nicht, dass sich thomas dabei auf sein Brötchen und sein Weizen bezog sondern auf die Millionen von Menschen, die sich die aktuellen Preise kaum leisten können und es sich sicherlich nicht mehr leisten können werden, wenn einer der Top 3 weizenexporteure ausfällt.
Eben. Ich denke da an Länder wie Ägypten, Türkei und Indonesien, die extrem auf Weizenimporte angewiesen sind.
Wir erinnern uns doch hoffentlich alle, was im arabischen Raum 2011 passiert ist als staatliche Subventionen auf Nahrungsmittel gekürzt wurden, während Grundnahrungsmittel deutlich teurer wurden (auch wenn es in den Medien immer so dargestellt wird, als ginge es beim "arabischen Frühling" in erster Linie um "Demokratie":-keks).
Thomas24
08.03.2022, 23:04
Das stimmt.
Nun es gibt auch noch andere Staaten, die Weizen anbauen. Riesige Flächenländer wie die USA, Kanada, Australien, China, Indien, Frankreich und auch Deutschland.
So, mal Butter bei die Fische. Die Top 5 Weizenexporteure in der Welt (in 1.000 Tonnen)
1. Russland: 39.000
2. USA: 27.000
3. EU (insgesamt): 28.500
4. Kanada: 26.500
5. Ukraine: 17.500
Nummer 1 wird sanktioniert und Nummer 5 pflanzt dieses Jahr weniger an (oder gar nicht). Selbst wenn die Kampfhandlungen sofort eingestellt werden würden, ein großer Teil der betroffenen Gebiete zählt zu den fruchtbarsten Oblasten in der Ukraine- und dort sind Brücken, Häfen etc. nicht mehr betriebsbereit. Einen vollen Ernteertrag aus der Ukraine können wir für 2023 also schon mal vergessen, selbst wenn morgen der Krieg vorbei wäre.
Bleiben 2023 also noch Nummer 2, 3 und 4 um die kumulierten Ausfälle von 1 und 5 aufzufangen. Hersteller, die gemeinsam 82.000 x 1.000 metr. Tonnen herstellen, sollen den Ausfall von 56.500 x 1.000 auffangen- und zwar noch im selben Erntejahr? Und das während gleichzeitig der größte Hersteller von Ammoniumnitrat (rate mal, wer das ist) wegfällt - good Luck with that.
Weniger Angebot bei gleichbleibender Nachfrage = höhere Preise. Und zwar so lange höhere Preise, bis ... äh, Nachfrage aus dem Markt ausgepreist wird (auf deutsch: Leute sich ihren Weizen eben nicht mehr leisten können).
Also du wirst auch morgen noch dein Brötchen kaufen können und abends dein Bier trinken können.
Glaub mal, die Staaten der ersten Welt werden es sich noch am ehesten leisten können, ihre Bevölkerung zu ernähren. Für die Türkei (Inflationsrate derzeit 54% !!) und co wäre ich da nicht so optimistisch. Du brauchst gar nicht so viel Phantasie, dir auszumalen, was passiert wenn in der Türkei politische (Hunger-) Unruhen ausbrechen. Die Türkei agiert derzeit als Pufferstaat an der EU Außengrenze um Millionen von Syrern etc. zu versorgen. Wie stabil andere Top Weizenimporteure wie Ägypten, Indonesien etc. sind, müsste dir ja auch klar sein.
Ab der Erntesaison 2024/2025 könnte ich mir vorstellen, dass wir sowas wie eine Normalisierung haben werden- wenn auch auf deutlich höherem Preisniveau als jetzt (sprich: uns geht es weiter gut, anderen eben nicht). Um uns in der ersten Welt geht es nicht, sondern um den Kollateralschaden für Dritte. Ich bin immer erstaunt, mit welcher Nonchalance einige satte Europäer auf das Schicksal von hunderten Millionen Menschen blicken. Solche Kollateralschäden können ganz schnell von lokalen Hungerunruhen in der sog. Dritten Welt einen regelrechten Flächenbrand übergehen. :-notify
Da bleibt nur zu hoffen, dass Exporteur Nr1 nicht von denen sanktioniert wird, die seinen erschwinglichen Weizen einkaufen, zum Beispiel beteiligt sich die Türkei nicht daran. Vermute mal, weil viele der von Thomas genannten Staaten nicht in Russlands „Unfreunde“-Liste stehen, wird der Export-Ausfall in die Dritte Welt nicht ganz so tragisch. Allerdings arbeitet das russische Kabinett gerade an einem Export-Stopp für noch näher zu benennende Güter bis Ende 2022, die Liste soll in 2 Tagen fertig sein.
Feuerblick
09.03.2022, 06:28
Polen hat sich tatsächlich entschieden, seine Mig 29 Maschinen abzugeben :-((.
https://www.gov.pl/web/diplomacy/statement-of-the-minister-of-foreign-affairs-of-the-republic-of-poland-in-connection-with-the-statement-by-the-us-secretary-of-state-on-providing-airplanes-to-ukraine
Das deeskaliert natürlich total :-keks
Die USA scheint da aber nicht mitspielen zu wollen, sagen gerade die Nachrichten. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-kampfflugzeuge-103.html
Christoph_A
09.03.2022, 06:59
Da bleibt nur zu hoffen, dass Exporteur Nr1 nicht von denen sanktioniert wird, die seinen erschwinglichen Weizen einkaufen, zum Beispiel beteiligt sich die Türkei nicht daran. Vermute mal, weil viele der von Thomas genannten Staaten nicht in Russlands „Unfreunde“-Liste stehen, wird der Export-Ausfall in die Dritte Welt nicht ganz so tragisch. Allerdings arbeitet das russische Kabinett gerade an einem Export-Stopp für noch näher zu benennende Güter bis Ende 2022, die Liste soll in 2 Tagen fertig sein.
Na, dann wollen wir mal hoffen, daß diese Liste eine DIN A4 Seite vollbekommt, bei der Menge an High tech Gütern, die Russland der Welt offerieren kann.
Aktuell ist es fast eine Auszeichnung auf dieser "Unfreundeliste" zu stehen.
Was den Weizen betrifft, sehe ich das ziemlich entspannt, viele Länder wie die EU, Kanada oder auch die USA drosseln aktuell die landwirtschaftlichen Produktionskapazitäten, um keine Überproduktion im Markt entstehen zu lassen, da kann man relativ einfach die Kapazitäten hochfahren, zumal Weizenanbau jetzt keine Raketenwissenschaft zu sein scheint.
Glaub mal, die Staaten der ersten Welt werden es sich noch am ehesten leisten können, ihre Bevölkerung zu ernähren. Für die Türkei (Inflationsrate derzeit 54% !!) und co wäre ich da nicht so optimistisch. Du brauchst gar nicht so viel Phantasie, dir auszumalen, was passiert wenn in der Türkei politische (Hunger-) Unruhen ausbrechen.
Ich halte deine Szenarien für berechtigt, jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Trotzdem kann es ja noch zu zuviel Regen/Trockenheit oder sonstwas kommen in zahlreichen Regionen der Erde, und es tritt tatsächlich eine Knappheit ein. Ich bin kein Hellseher. Ähnlich wie im Ukrainekrieg, den habe ich auch nicht vorhergesehen.
Tja, bedanke dich bei Putin. Leider ist mit diesem Herrn keine Appeasmentpolitik erfolgsversprechend, so leid es mir tut angesicht der begleitenden Kollateralschäden. Krieg ist nie eine gute Lösung. Außer für die Waffenhersteller und -schieber.
Die USA scheint da aber nicht mitspielen zu wollen, sagen gerade die Nachrichten. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-kampfflugzeuge-103.html
Ein Fehler am Rande bzw. eine weitere Eilmeldung für Russia Today, wie schlecht organisiert der Westen doch ist und sowas nichtmal abspricht.
Da bleibt nur zu hoffen, dass Exporteur Nr1 nicht von denen sanktioniert wird, die seinen erschwinglichen Weizen einkaufen, zum Beispiel beteiligt sich die Türkei nicht daran. Vermute mal, weil viele der von Thomas genannten Staaten nicht in Russlands „Unfreunde“-Liste stehen, wird der Export-Ausfall in die Dritte Welt nicht ganz so tragisch. Allerdings arbeitet das russische Kabinett gerade an einem Export-Stopp für noch näher zu benennende Güter bis Ende 2022, die Liste soll in 2 Tagen fertig sein.
Hauptexporte Rußlands sind Öl und Gas. Und wenn sie das nicht mehr exportieren, verlieren sie ihre Lebensgrundlage. Auch nicht so sinnvoll.
Feuerblick
09.03.2022, 11:04
Ist doch prima, wenn man den Westen als nicht organisiert propagiert. Unterschätze deinen Feind. :-))
Der Großteil der Getreideproduktion weltweit geht übrigens ins Tierfutter, wenn man das inkl der dranhängenden Fleischproduktion und -konsum drosseln würde, stattdessen das Getreide direkt in die menschliche Nahrungsmittelherstellung geben würde, würde es wohl reichen. Jetzt reißen sicher wieder viele die Hände hoch "Futtermais geht nicht für Menschen" -<Ja aber mittelfristig muss man solche Produktionsstraßen wohl umstellen müssen.
Kackbratze
09.03.2022, 18:01
35% lt. FAO (Vereinte Nationen), das als Grossteil zu bezeichnen ist sportlich.
DrSkywalker
09.03.2022, 19:21
Trotzdem ist ihr Argument valide, das ändert sich auch nicht wenn man einzelne Formulierungen auf die Goldwaage legt
Fein dann meine ich Getreide UND Soja. Bei Soja sind es nämlich 70% die ins Tierfutter gehen. Aber ist ja auch egal, wie käme der Deutsche jemals dazu weniger Fleisch zu essen? Nein, nicht fürs Klima und erst recht nicht für den Weltfrieden, denn dass völlig unbeteiligte, arme Länder wie diverse afrikanische Staaten darunter leiden, ist schon jetzt klar.
Naja, "dem Deutschen" nahezu gleichzeitig den Verzicht aufs Autofahren und aufs Fleisch essen nahezulegen ist vielleicht zusammen mit den massiven Preissteigerungen nicht gerade gut für die innenpolitische Stimmungslage :-nix ich kenne genug Leute im bekanntenkreis, die momentan ganz schön schlucken und nicht wissen, wie sie die nächsten Monate über die Runden kommen sollen. Denen dann auch noch mit der moralkeule zu kommen, halte ich für keine gute Idee.
Merke: Die Sowjetunion zerbrach u. a. auch daran, dass Fleisch und Wurst dem gemeinen Volk nicht in ausreichender Menge und zu erschwinglichen Preisen frei (ohne Beziehungen) zur Verfügung standen. Die Unzufriedenheit schwappte dann über. Der Fleischkonsum, der heutzutage als noch gerade so klimaschutztechnisch vertretbar genannt wird, sei wohl vergleichbar mit den Mengen, die die kommunistische Planwirtschaft vorsah, habe ich mal aufgeschnappt.
Das aber ist off-topic.
Zum Thema: im Kreml fliegen gerade die Fetzen, weil doch Wehrdienstleistende gegen die Ukraine im Einsatz waren. Bemerkenswert finde ich, dass das so früh und öffentlich eingestanden wurde. Womöglich wird bald einer von den Oberen in den Ruhestand versetzt.
Man liest jetzt auch in manchen Nachrichten Moskau wäre angeblich etwas Kompromissbereitr für einen Waffenstillstand.
Ja mit den Wehrpflichtigen: eine Gruppe wurde in der Ukraine gefangengenommen und entsprechend interviewt und es gibt Fotos. Was bleibt anderes übrig als es zuzugeben? Kein Russe hat Bock sein Leben fürfie Ukraine und Putins Krieg zu geben. In Afghanistan gab es eine ähnliche Moral. Und auch das gleiche Verhaltensmuster der Armee gegenüber Soldaten: es geht zu einer Übung und plötzlich ist man im Krieg. Die Berichte der Eltern sind Furchtbar.
Die Einschätzungen bzgl eines möglichen Krieges und dessen Folgen wurden ebenso wenig professionell getroffen. Und Natürlich viel zu positiv und ungenau.Ob Putin über das alles vorher informiert war. Wer weiß?
Es sind beide Optionen denkbar.
Vllt gerät Putin jetzt endlich unter Zugzwang?
Feuerblick
10.03.2022, 05:40
Putin war doch schon immer für einen Waffenstillstand zu haben. Wenn die Ukraine die Krim hergibt, die annektierten Gebiete abgibt, den Wunsch nach NATO-Beitritt (der sowieso bis dahin nicht zur Debatte stand) aufgibt UND wenn Putin eine eigene Regierung installieren darf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gesamtheit dieser Forderungen annehmbar ist.
Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Sich über Putin echauffieren, lauthals (was er ja nicht anders verdient), nach Sanktionen schreien, aber bitte nur solange man selber nicht von den Konsequenzen betroffen ist.
Sonst ist die Sache dann plötzlich eine ganz andere.
Währenddessen Putin weiter die Fäden zieht, und damit durchkommt.
Die Frage ist doch, ob ein Gas- und Ölembargo den Krieg stoppen würde. Ja, es würde die russische Wirtschaft schwächen, aber so entschlossen wie Putin ist: die Panzer könnte er und würde er wohl auch weiter rollen lassen. Dafür braucht er keine Devisen. Und der russische Widerstand im Volk ist minimal, den fürchtet er wahrscheinlich auch nicght, wenn er stärker wird durch die gecshwächte Wirtschaft. Wahrscheinlicher ist es ja, dass die meisten Menschen in Russland, zumindest auf dem Land, an karge Verhältnisse gewöhnt sind bzw sich noch gut dran erinnern können und sich dann mehr zurückziehen. Und die Oligarchen, die wirklich wirtschaftlich leiden, tun das ja jetzt schon, zT durch persönlich gegen sie auferlegte Sanktionen und erheben sich trotzdem nicht.
Nach allem was man so liest, wäre es ja möglich mit diversen Maßnahmen, die auch dem einzelenen viel abverlangen, die Käufe zu reduzieren, aber selbst Habeck sagt ja, ein komplettes GAsembargo würde die deutsche Wirtschaft in den Krisenmodus schicken, der dann ggf für Jahrzehnte anhalten würde.
Christoph_A
10.03.2022, 08:05
Es geht ja auch nicht darum, einen Systemwechsel in Russland herbeizuführen ( was man allerdings wohl mitnehmen würde), sondern dem Wladi die Situation so unangenehm wie irgend möglich zu gestalten, damit er a la long wirtschaftlich kollabiert. Das wird normalerweise der Ukraine nicht helfen, den Krieg zu gewinnen, aber Russland wird nicht in der Lage sein, irgendeine Marionettenregierung zu installieren und wird das Land militärisch auf lange Zeit besetzen müssen, was, in Kombination mit den Sanktionen, zu einer Beschleunigung des Zusammenbruchs führen dürfte. Das weiß der gute Wladi ja auch und daher kommen jetzt die ersten zaghaften Signale aus seinem Bonker, daß er von seinen Maximalforderungen abrückt. Ziel muß sein, ihm schon auch einen gesichtswahrenden Abgang aus der aktuellen Nummer zu zeigen, das Risiko, sollte er seitens seines innersten Führungszirkels doch abgesetzt/eliminiert werden ist auch nicht prickelnd, da es sich hier halt um eine Atommacht handelt.
Seine geplanten Kriegsziele (Einschüchterung/Spaltung des Westens, Stärkung der geostrategischen Position Russlands, Möglichkeit der weiteren "Wiedervereinigung" der ehemaligen Sowjetunion) sind eh alle im Orkus, wirtschaftlich ist das Land bereits nach ein paar Wochen nicht mehr wiederzuerkennen, da sollte man ihm schon ein paar Brocken hinwerfen (Neutralität der Ukraine unter Garantien der Großmächte, jaja, das Budapester Memorandum gabs schon, ich weiß, aber ich denke, jetzt wird es sich Russland eher zweimal überlegen, da wieder reinzurumpeln, Status der "Volksrepubliken" und ggf. Anerkennung der Krim als russisch).
Mit dem Öl-/Gas-Import-Stop würde ich noch warten, für den Fall, daß er völlig hohldreht (Flächenbombardements, Einsatz taktischer Kernwaffen), da man das als letzte nicht militärische Eskalationsstufe hat.
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