Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krieg in der Ukraine
Ich befürchte, dass diese Annahme falsch ist. Wir leben in demokratischen Gesellschaften, die den Überfluss gewohnt sind.
Eine substanzielle Absenkung ihres Lebensstandards (US CPI 8,5%, Inflation Deutschland 7,3%) werden viele Bürger nicht langfristig hinnehmen. Russland hingegen schätze ich als wesentlich leidensfähiger ein, die russische Bevölkerung jenseits der großen Städte ist schon immer einen geringeren Lebensstandard gewohnt gewesen, einen eigenen kleinen Garten zu haben und dort Lebensmittel anzubauen, ist dort völlig Usus. Vor allem Deutschland ist gewohnt, alle innenpolitischen und gesellschaftlichen Konflikte mit großzügigen Sozialleistungen und Wahlgeschenken zu übertünchen. Deutschland ist es nicht gewohnt, den Gürtel enger zu schnallen- .
Naja, ein Teil der Bevölkerung kennt das vielleicht noch von früher. Ich kann mich noch dran erinnern, wie wir Freunden in Sachsen immer H-Milch und Ketchup mitgebracht haben, weil es das bei denen nicht gab, aber bei uns im Berliner Speckgürtel schon.
Christoph_A
16.04.2022, 08:29
Es gibt auch das Szenario, dass taktische Atomwaffen eingesetzt werden in der Ukraine. Dann bliebe ja kaum was anderes übrig als einen zeitnahen Waffenstillstand zu akzeptieren zu den Bedingungen Russland.
Falsch, dann bliebe nichts mehr übrig, als sich militärisch massiv zu engagieren. Das wäre die ultimative rote Linie und das wurde dem Kreml auch dtl. von mehreren Stellen kommuniziert.
Falsch, dann bliebe nichts mehr übrig, als sich militärisch massiv zu engagieren. Das wäre die ultimative rote Linie und das wurde dem Kreml auch dtl. von mehreren Stellen kommuniziert.
Das hoffe wir natürlich alle. Kleinere taktische Atomwaffen begrenzen sich (je nach Abwurfhöhe auf 4-6 km weitgehende Zerstörung, totale ca. 2km) , wären also mit aller Sicherheit auf die Ukraine begrenzt.
In der NATO Strategie „Flexible Response“ ging man davon aus, dass der Einsatz taktischer Kernwaffen kontrollierbar sei ohne dass die Auseinandersetzung zu einem umfassenden nuklearen Schlagabtausch führt.
Frankreich und Russland hielten das damals (!) für nicht realistisch.
LasseReinböng
16.04.2022, 12:36
Naja, ein Teil der Bevölkerung kennt das vielleicht noch von früher. Ich kann mich noch dran erinnern, wie wir Freunden in Sachsen immer H-Milch und Ketchup mitgebracht haben, weil es das bei denen nicht gab, aber bei uns im Berliner Speckgürtel schon.
Da geht es um viel mehr als nur um steigende Lebensmittelpreise bzw. Heiz- oder Spritkosten. Eine Rezession mit Arbeitsplatzverlusten und Schwächung der größten Volkswirtschaft innerhalb der EU ist ein Szenario was die Regierung berechtigterweise vermeiden will... eine solche Entwicklung wäre der Traum sämtlicher populistischer Parteien in der EU und letztlich ein Gewinn für Putin.
Bzgl. Sachsen...die AfD ist dort ja jetzt schon die stärkste Kraft.... den Gürtel enger schnallen für Putin, das ist mit der AfD ganz sicherlich nicht zu machen, im Gegenteil.
Wenn wir schon bei Horrorszenarien bei Weizenpreise, Wohlstandsverlust usw sind: möglicherweise war der Rückzug aus Kiew einzig und allein taktischer Natur, damit die Truppen nicht Opfer der eigenen taktischen Atomwaffe werden.
Autolyse
16.04.2022, 13:40
Wenn wir schon bei Horrorszenarien bei Weizenpreise, Wohlstandsverlust usw sind: möglicherweise war der Rückzug aus Kiew einzig und allein taktischer Natur, damit die Truppen nicht Opfer der eigenen taktischen Atomwaffe werden.
Ein Verband, der mehr als 10% der Antrittsstärke verloren hat, ist nicht mehr kampffähig. Dazu kommt, dass das Ziel der Eroberung von Kiew ohnehin nicht mehr zu erreichen war. Im urbanen Gelände sind exorbitant viele gepanzerte Fahrzeuge verloren gegangen und der Angriff hatte nicht nur seine Wucht verloren, vielmehr waren die angreifenden Verbände durch die Gegenangriffe so in Bedrängnis geraten, dass sie nicht nur Gebiete verloren haben, sondern auch die relevante Gefahr bestand, dass der Nachschub vollständig unterbrochen wurde. Die russische Kontrolle bezog sich wesentlich auf die großen Straßen und hätte man die verloren, dann wären die restlichen Kräfte eingeschlossen. Taktisch nachvollziehbar und der Donbass ist Panzergelände. Da kann man, temporäre Luftüberlegenheit vorausgesetzt, die Vorteile des mechanisierten Krieges ziemlich ausspielen und versuchen den Gegner zu umfassen. Kurzum, das lässt sich problemos dem konventionellen Krieg zuordnen.
Christoph_A
16.04.2022, 14:13
Exakt, man kann auch einfach von einer vernichtenden Niederlage des Angreifers reden, genau das war es vor Kiew nämlich. Taktisch und technisch stümperhaft ausgeführt, wie es ein britischer Militär so schön formulierte.
Und nochmals, ein, wenn auch nur begrenzter Nuklearwaffeneinsatz wäre eine solche Ungeheuerlichkeit und auch Bedrohung der NATO Verbündeten im Osten, daß dies eine Reaktion der NATO nach sich ziehen müsste und auch derinitiv wird. In keinem Stellvertreterkrieg kamen solche Waffen bisher zum Einsatz und das auch aus gutem Grund. Und hier wird das auch nicht passieren. Ist ja prinzipiell ein gutes Zeichen, daß Putins Schoßhündchen drohen und giften, das heisst, wir sind auf einem guten Weg.
Denkt ihr man kann den Irakkrieg mit dem Ukrainekrieg vergleichen? Wir schütteln jetzt alle den Kopf über Russland, aber war der Westen seinerzeit besser? Invasion aus fadenscheinigen Gründen, ausgiebige Kriegspropaganda, unzählige Tote, Kriegsverbrechen usw. https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg
Christoph_A
16.04.2022, 21:12
Naja, Ruhmesblatt war das damals keines, allerdings mit dem Unterschied, daß die Ukraine eine demokratisch legitimierte Regierung hat, die sich klar, mit dem Rückhalt der Bevölkerung, für den Weg der Westintegration entschieden hat und damit ins Fadenkreuz des Kreml gerückt ist.
Ist also schon etwas anders, die Geschichte.
Irakkrieg 2 war ja in erster Linie die Rache von Bush Junior für Bush senior und der Wunsch nach billigem Öl. Der Regimechange war da nur das Abfallprodukt.
Dr.Hackenbush
16.04.2022, 21:29
Denkt ihr man kann den Irakkrieg mit dem Ukrainekrieg vergleichen? Wir schütteln jetzt alle den Kopf über Russland, aber war der Westen seinerzeit besser?
Tut das hier jemand? Immerhin durfte man das Krieg nennen und :-dagegen sein
ohne dafür in den Bau zu müssen. Auch in den Staaten. Ich erinnere mich noch an
die Rede von Michael Moore als er 2003 seinen Oscar erhielt.
Die Amis sind vor die UN gegangen um eine Allianz zu schmieden. Über Powells
Beweise hab ich nur den Kopf geschüttelt. Kamen diese Infos nicht sogar vom
Deutschen BND?
Der Putin kackt ja auf die UN und zieht sein Ding durch - mit durchschlagendem Mißerfolg!
Hoffentlich bezahlt er am Ende dafür...
Denkt ihr man kann den Irakkrieg mit dem Ukrainekrieg vergleichen? Wir schütteln jetzt alle den Kopf über Russland, aber war der Westen seinerzeit besser? Invasion aus fadenscheinigen Gründen, ausgiebige Kriegspropaganda, unzählige Tote, Kriegsverbrechen usw. https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg
Irgendwo in diesem Strang hab ich etwas in diese Richtung geschrieben.
Ich sehe keinen grossen Unterschied, ausser, dass das eine eben die USA und der Westen waren und das andere eben Putin.
Ob die USA im nahen Osten siegreicher waren als Putin in der Ukraine weiss ich auch nicht.
Was dem eleganten Friedensnobelpreisträger Obama seine Drohnen in Afghanistan sollten, kann sich auch jeder selber überlegen.
Sollte Putin tatsächlich international angeklagt werde, sind ein paar andere auch dran.
Und was die Flüchtlinge betrifft.
Über die aus dem nahen Osten wurde die Nase gerümpft.
Bei den ukrainischen scheint die Sache eine andere zu sein.....
Kackbratze
17.04.2022, 06:12
Achtung neues Fass: über "echte" Kriegsflüchtlinge hat niemand die Nase gerümpft. Über Leute die sich zum Erschleichen von Massnahmen als Syrer ausgegeben haben, schon.
Dazu gibt es hier glaube ich auch einen Thread.
Matzexc1
17.04.2022, 09:44
Den gibt es schon, lassen wir die Themen Erschleichung von Leistungen, afrikanische Studenten aus der Ukraine und die Flüchtlingsdebatte doch bitte aus diesem Thread raus, ansonsten wird das hier wieder eine moralische Diskussion wie bei der polnisch weissrussischen Grenze.
Sehe ich auch so... ebenso Weizenpreise, Energiepreise, Inflation oder Wohlstandsverlust.
Momentan gibt es relativ wenig Neuigkeiten. Spekulationen und Berichte über den möglichen Einsatz von Chemiewaffen oder ggfs Atomwaffen bleiben. Leider.
Tja, da ist meine Wahrnehmung eine andere, aber toll, dass ihr ja alle die Deutungshoheit über alles habt..... und alles am besten wisst und für alle entscheidet, was sie schreiben dürfen. Super...
Matzexc1
17.04.2022, 18:22
Tja, da ist meine Wahrnehmung eine andere, aber toll, dass ihr ja alle die Deutungshoheit über alles habt..... und alles am besten wisst und für alle entscheidet, was sie schreiben dürfen. Super...
Du darfst selbstverständlich schreiben was du willst, es war nur eine Bitte kein Verbot. Für Verbote und hypermoralismus sind andere zuständig.
Mir fehlt einfach die Lust auf Grundsatzdiskussionen mit unseren ideologisch verbohrten, wohlstandsgepamperten Besserwissern
Das stimmt. Insbesondere wenn unbequeme Wahrheiten nicht akzeptiert werden, weil sie nicht ins eigene Weltbild passen. Grundsatzdiskussion kann man bei Interesse woanders führen, ob Weizen jetzt knapp wird weil wir es an Tiere verfüttern oder zu Biodiesel verarbeiten, oder dass Teile der Bevölkerung sich angeblich sogar jetzt schon nicht einmal die Woche Fleisch bei Aldi leisten können usw.
Der Krieg ist Horror genug. Der Thread heißt Krieg in der Ukraine und nicht Zukunft der Weizenpreise. Wenn das alles noch ins Detail ausdiskutiert wird, würde hier alles ausufern und andere Themen überhand nehmen.
LasseReinböng
24.04.2022, 20:41
https://www.spectator.co.uk/article/olaf-scholz-is-becoming-putin-s-most-valuable-ally
Na immerhin haben wir in Europa nicht LePen bekommen...
Nefazodon
26.04.2022, 20:57
Russland stoppt auch Gaslieferungen nach Bulgarien
Erst Polen, jetzt Bulgarien: Der russische Staatskonzern Gazprom stellt ab Mittwoch seine Lieferungen in das südosteuropäische Land ein.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/russland-stoppt-auch-gaslieferungen-nach-bulgarien-a-3520781c-b37d-4663-8755-c16419d0a326
Ehrlich gesagt habe ich damit bereits gerechnet.....
Ist zwar ein Randproblem, aber ich hab mich heute gefragt, woher genau eigentlich das ganze Geld kommt, das die Bundesregierung gerade ausgibt. Alle kriegen dies, das und jenes weil die Energiepreise steigen. Außerdem investieren wir in eigene Waffen. Und liefern Waffen an die Ukraine. Ach ja, und die Wirtschaft braucht auch noch dick Subventionen. Schulden haben wir übrigens auch noch, aber das interessiert uns nicht. Eine Privatperson die so handelt würde man wahrscheinlich für unzurechnungsfähig erklären.
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