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Christoph_A
28.02.2022, 23:13
Na er hat schon relativ klar gesagt, wieso weshalb warum. Back to yesterday. Grenzen von 1997. Russland soll von "neutralen" bis am besten sehr russlandfreundlichen Vasallenstaaten umgeben sein als Puffer zur Nato wie z.B. Belarus oder Turkmenistan. Tja und uns ist allen klar, dass da die baltischen Staaten, Polen, Rumänien, Bulgarien ihm in ihrer jetzigen Form ein "Dorn im Auge sind" . Ob Schweden/Finnland in die Nato gehen, ist ein ziemliches Hot-Topic.
Georgien ist definitiv auf seiner persönlichen "Abschussliste", sollten hier nochmal Bestrebungen zur EU oder Nato-Mitgliedschaft aufkommen. Die Maidanrevolution in der Ukraine, die gesuchte Nähe zur EU und vor allem die Abwahl seiner prorussischen Leute vor Ort, die Vorstellung von Amerikanischen Schiffe in Sevastopol ging mal garnicht für ihn. Das war so wie "verlorenes" Territorium. Grundsätzlich denke ich, dass man seine "Sicherheitsbedenken" auch friedlich mit Abkommen hätte lösen können. Insofern möchte er einfach als erfolgreicher Kriegsherr in die Geschichtsbücher eingehen, der die russische Nation wieder auf ihre alte Größe trimmt. Momentan erreicht er das komplette Gegenteil.

Ob seine Sippschaft und die Bevölkerung auch gerne so isoliert sind und sich in einem Staat ähnlich Nordkorea wiederfinden möchten und seine Politik in ihrer jetzigen Form weiter mittragen, who knows. Ich hoffe inständig nicht.

Aber genau das ist es ja, alle diese Dinge wird er sich jetzt abschminken können. Die Nato wird sich niemals auf die Grenzen von 97 zurückziehen, das käme auch einem Verrat sondergleichen an unseren Bündnispartnern gleich.
Die nordischen Staaten werden eine Natomitgliedschaft sehr ernsthaft in Erwägung ziehen und hier beisst Wladi gleich zweimal auf Granit. Einmal, da auch ein Beistandspakt ohne Vollmitgliedschaft sehr schnell erreicht ist und zum zweiten, da sowohl Finnland als auch insbesondere Schweden über sehr schlagkräftige Streitkräfte verfügen, die sicher eine deutlich härtere Nuß als die Ukraine wären. An die Finnen erinnern sich die Russen 39/40 sicher noch.
Einen konventionellen Krieg gegen die Nato verliert er, ein Atomschlag wäre sein Ende.
Und all das war bereits vorher klar, es sei denn, er hat tatsächlich nicht mit der einigen und harten Haltung des Westens gerechnet.
So oder so, Wladi hat sich verzockt.

Colourful
01.03.2022, 05:01
Man kann das auch positiv sehen- wir haben halt in einer historisch einmalig gepamperten Filter Bubble gelebt, in der wir es uns erlauben konnten, harte Realitäten die uns nicht ins Weltbild passen, einfach auszublenden- und müssen nun lernen, uns neu in der Welt zurecht zu finden. Hat doch auch was Gutes?

Ja, ich finde schon, auch wenn ich mir für meine Kinder eine andere Welt wünschen würde. (Also vor allem der Klimawandel macht mir da Sorgen...)
Ich mach aber eben dieses "mit Angst umgehen" und sich "anpassen" auch quasi hauptberuflich.

@Christoph
Ja... Und jetzt kann ich mir nicht so ganz vorstellen, wie man sich bei so etwas so doof verzocken kann. Ich habe gedacht, dass Putin da deutlich schlauer ist.

Feuerblick
01.03.2022, 06:58
Die Frage ist halt, lässt sich Putin einfach besiegen oder reißt er die Welt einfach mal in den Abgrund wie ein Kind, dass ein Spielzeug zerstört, damit auch andere es nicht bekommen?

Kandra
01.03.2022, 07:21
Ich glaube die drängendere Frage ist, ob der Rest zuschauen will/kann, wenn Putin jetzt offenbar mit großflächigen Bombardierungen der Städte beginnt. Ich fürchte, er ist noch nicht fertig mit der Ukraine.
Gut, in Syrien, im Jemen und an all den anderen Orten in den letzten Jahren hat uns das auch nicht großartig interessiert, aber aktuell scheint der Rest der westlichen Welt ja alles andere als unbeteiligt.
Die Grenzen nach Polen etc sind offenbar übrigens nur für weiße Ukrainer offen. Alle anderen Hautfarben werden nicht über die Grenze gelassen. Nicht dass noch ein afrikanischer Flüchtling von der Situation profitiert.

Feuerblick
01.03.2022, 07:33
So ein ganz klein wenig kann ich zumindest Polen verstehen. Nachdem dort ja über Wochen durch Belarus geschleuste Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive ins Land wollten und das schon kriegsartige Züge an den Grenzen annahm, sind die vorsichtig. Das ist nicht schön, aber irgendwie ein klein wenig verständlich.

Christoph_A
01.03.2022, 08:29
Ich glaube die drängendere Frage ist, ob der Rest zuschauen will/kann, wenn Putin jetzt offenbar mit großflächigen Bombardierungen der Städte beginnt. Ich fürchte, er ist noch nicht fertig mit der Ukraine.
Gut, in Syrien, im Jemen und an all den anderen Orten in den letzten Jahren hat uns das auch nicht großartig interessiert, aber aktuell scheint der Rest der westlichen Welt ja alles andere als unbeteiligt.
Die Grenzen nach Polen etc sind offenbar übrigens nur für weiße Ukrainer offen. Alle anderen Hautfarben werden nicht über die Grenze gelassen. Nicht dass noch ein afrikanischer Flüchtling von der Situation profitiert.

Naja, man wird zuschauen müssen, die Alternative wäre ein Atomkrieg. Man kann nur so weitermachen wie bisher, sprich massivste Wirtschaftssanktionen plus Unterstützung der Ukraine mit Waffen, Hilfsgütern und Geld. Daß Putin den Krieg irgendwann gewinnen wird, war von Beginn an klar, der Preis für ihn ist allerdings extrem hoch und es ist zu erwarten, daß auch nach der vollständigen Besetzung der Ukraine ein Partisanenkrieg fortgeführt wird.
Ist nicht schön, aber leider nicht vermeidbar. Und a la long hat der Westen Russland bereits einmal wirtschaftlich gekilled, das wird auch dieses Mal geschehen, aber halt Zeit brauchen. Wobei es dieses mal keine 40 Jahre werden dürften.

GP1001
01.03.2022, 09:02
1.Zurücktreten und Krieg für verloren erklären
2.Krieg so lange in die Länge ziehen bis die Ukraine so zerbombt ist, dass sie für Putin annehmbare Bedingungen akzeptiert.


1. Kommt nicht in Frage für ihn
2. Mehr oder weniger. Möglich ist ein Partisanenkrieg zumindest zeitweise. Er will die Ukraine als Staat erhalten, nur mit prorussischer/neutraler Regierung.



Einen konventionellen Krieg gegen die Nato verliert er, ein Atomschlag wäre sein Ende.
Und all das war bereits vorher klar, es sei denn, er hat tatsächlich nicht mit der einigen und harten Haltung des Westens gerechnet.
So oder so, Wladi hat sich verzockt.

Finnland und Schweden sind sicherlich harte Nüsse.
Einfacher ist z.B. Moldau oder Georgien, wobei hier aktuell die Füße still gehalten werden.
Und ja ihm ist auch der verheerende Krieg mit der Nato zuzutrauen.

Colourful
01.03.2022, 09:10
Naja, man wird zuschauen müssen, die Alternative wäre ein Atomkrieg.
Ist nicht schön, aber leider nicht vermeidbar. Und a la long hat der Westen Russland bereits einmal wirtschaftlich gekilled, das wird auch dieses Mal geschehen, aber halt Zeit brauchen. Wobei es dieses mal keine 40 Jahre werden dürften.

Ja, ich bin einfach nur enttäuscht (von der Täuschung befreit), dass es da keine anderen Wege und Mittel gibt und wir uns da als Menschen überhaupt nicht weiterentwickeln. Ja, da war ich auch einfach naiv. So wird es kommen, oder eben doch der schöne Atomkrieg.

Christoph_A
01.03.2022, 09:44
1. Kommt nicht in Frage für ihn
2. Mehr oder weniger. Möglich ist ein Partisanenkrieg zumindest zeitweise. Er will die Ukraine als Staat erhalten, nur mit prorussischer/neutraler Regierung.



Finnland und Schweden sind sicherlich harte Nüsse.
Einfacher ist z.B. Moldau oder Georgien, wobei hier aktuell die Füße still gehalten werden.
Und ja ihm ist auch der verheerende Krieg mit der Nato zuzutrauen.

Einen Krieg mit der NATO wird er nicht führen, da gabs beklopptere Vorgänger als ihn, die davor zurückschreckten. Konventionell würde er, auch nach den Eindrücken in der Ukraine, überrannt werden, zumal man hier auch zu See und in der Luft eine Überlegenheit hat, und die nukleare Option macht 0 Sinn, wenn Dich der Gegner dann selber in einen rauchenden Parkplatz verwandelt. ist sicher auch nicht im Sinn seiner Entourage, die würde gerne noch ein paar Jahr mit Koks, jungen Frauen und Party in St. Moritz/London/Cote D´Azur verbringen. Da würde er eher den Weg des gescheiterten Despoten gehen, Jekatarinenburg lässt grüßen.

veriko
01.03.2022, 10:06
https://www.sueddeutsche.de/kultur/valery-gergiev-krieg-in-der-ukraine-dieter-reiter-1.5538837

Neuerdings wird man im toleranten und meinungsfreien Land mit der falschen Meinung bei unpassender Biografie arbeitslos.
Es ging um „ein Zeichen für die Öffentlichkeit“. Weiß der OB, dass jedwede Distanzierung als Landesverrat geahndet werden kann?
Und müssen sich jetzt unsere Kollegen darauf einstellen, demonstrativ vor die Kliniktür gesetzt zu werden, wenn sie keine Verfolgung in der Heimat riskieren wollen?

Feuerblick
01.03.2022, 10:16
Wenn der einzige Grund für die Entlassung die Staatsbügerschaft ist (nicht die finanzielle Unterstützung des Regimes in hohem Maße oder Spionage), dann ist das komplett drüber. Andererseits: Ich glaube nicht, dass Putin derzeit „Landesverrat“ von Menschen interessiert, die sich im Ausland befinden, keinen politischen Job haben und auch nicht zwingend zurück nach Russland wollen. Ergo könnte der Mensch sich, wie viele andere Russen hierzulande auch, durchaus distanzieren, wenn es seine Meinung wäre.
Gleiches gilt für hier arbeitende Kollegen… oder wollen die zeitnah zurück in DIESES Land?
Immerhin wurde das ja auch immer kritisiert, wenn es um den Umgang der deutschen Bevölkerung mit den Nazis ging. Und da war die Bedrohung auch einzelner kleiner Bürger durchaus greifbarer als eine abstrakte Bedrohung durch Putin in unserem Land. ;-nix

GP1001
01.03.2022, 10:25
Einen Krieg mit der NATO wird er nicht führen, da gabs beklopptere Vorgänger als ihn, die davor zurückschreckten.

Wünschen tue ich das auch. Aber bei dem bin ich nicht sicher. Gekränkter Stolz ist unberechenbar. Ich hatte keine volle Invasion der Ukraine erwartet. Maximal Eroberung des Donbass.



Konventionell würde er, auch nach den Eindrücken in der Ukraine, überrannt werden, zumal man hier auch zu See und in der Luft eine Überlegenheit hat, und die nukleare Option macht 0 Sinn, wenn Dich der Gegner dann selber in einen rauchenden Parkplatz verwandelt.


Man mag sich das Ausmaß nicht ausmalen.




ist sicher auch nicht im Sinn seiner Entourage, die würde gerne noch ein paar Jahr mit Koks, jungen Frauen und Party in St. Moritz/London/Cote D´Azur verbringen. Da würde er eher den Weg des gescheiterten Despoten gehen, Jekatarinenburg lässt grüßen.


Auf die Leute hatte ich eh mehr gehofft. Das Leben in Moskau ist doch etwas langweilig. Leider bisher noch keine Aktionen.
Putin hat sich anscheinend mehr isoliert, auch weil z.b. der amerikanische Geheimdienste seinen Krieg vorrausgesagt haben. Zum Teil ja mit möglichen Einsatztermin.

veriko
01.03.2022, 10:26
Feuerblick, Familie unversehrt zu wissen und wiedersehen zu können ist ein Wert für sich. Ich kenne einen konkreten Fall, wo ein dort lebender naher Angehöriger seinen Posten im ÖD verloren hat für einen Facebook-Post des hier lebenden Kollegen. Formal hat er natürlich freiwillig gekündigt. Anderer konkreter Mensch hat schon in der alten Heimat eine Vorladung zur Staatsanwaltschaft wegen V.a. Landesverrat aufgrund Beteiligung an einer Spendenaktion der gegnerischen Seite. Sollte diese Person jemals wieder die Eltern dort besuchen wollen, drohen ab 20 Jahre Straflager aufwärts. Die Lage ist düster.

GP1001
01.03.2022, 10:30
https://www.sueddeutsche.de/kultur/valery-gergiev-krieg-in-der-ukraine-dieter-reiter-1.5538837

Neuerdings wird man im toleranten und meinungsfreien Land mit der falschen Meinung bei unpassender Biografie arbeitslos.
Es ging um „ein Zeichen für die Öffentlichkeit“. Weiß der OB, dass jedwede Distanzierung als Landesverrat geahndet werden kann?
Und müssen sich jetzt unsere Kollegen darauf einstellen, demonstrativ vor die Kliniktür gesetzt zu werden, wenn sie keine Verfolgung in der Heimat riskieren wollen?

Hmm. Also ich glaube als bekennender Fan von Nordkorea, bekannter Neonazi hättest du auch in meinem MVZ Probleme eine Stelle zu bekommen oder zu halten. Irgendwann ist das dann nicht mehr tragbar. Mitarbeiter repräsentieren ein Unternehmen in der Öffentlichkeit.
Hinzukommt, dass er dauernd zu spät kommt zu Proben, diese wenig motiviert macht und seine Leistungen z.B. in Bayreuth doch zu wünschen übrig lassen.
Wenn ein Unternehmen sich von einem Mitarbeiter trennen will, dann muss es das auch können.
Insgesamt kann und sollte man das natürlich elegant und diskret regeln. Einvernehmlich trennen mit Abfindung.

veriko
01.03.2022, 10:36
Das ist der Punkt. Elegant und diskret, um wenigstens die Ausschlachtung in der Propaganda der anderen Seite zu minimieren. Jetzt ist der Rummel natürlich groß, à la „unsere Landsleute werden verfolgt“.

eny
01.03.2022, 11:22
So gesehen war Abramowitsch cleverer, er ist ihnen zuvorgekommen und hat sich bei Chelsea zurückgezogen.
Inwiefern der Rausschmiss des Dirigenten gerechtfertigt ist, mögen andere besser beurteilen können, jedenfalls hat er eine Signalwirkung für viele.
Bedenkt man aber, was das russische Volk historisch hinter sich hat, sind ein paar leere Bankomaten, soziale Isolation wohl noch zu verschmerzen.
Inwiefern die Oligarchen Putin gefährlich werden können ist auch schwer zu sagen, etliche, die sich in der Vergangenheit zu weit aus dem Fenster gelehnt hatten, mussten die Konsequenzen tragen.
Putin hat da schon ein Klima geschaffen, in welchem sich jeder einzelne genau überlegt, was er zu tun gedenkt.

GP1001
01.03.2022, 12:42
Wäre besser gewesen. Das kann man grundsätzlich zu jedem beendeten Jobverhältnis sagen, manchmal ist es mit Pauken&Trompeten im Unguten.

Grundsätzlich wäre es gut den Krieg zu beenden und dann könnte man über eine Normalisierung der Beziehungen reden. Der Schaden ist doch auch für Russland ganz massiv.
:-kotz

Lava
01.03.2022, 13:22
Zu einer Normalisierung der Beziehungen sollten Bedingungen gehören. Sonst sind wir wieder da, wo wir vorher waren. Und man sollte mal seine Beziehungen zu China überdenken.

Fr.Pelz
01.03.2022, 13:50
Von Gergiev wurde gefordert, dass er sich distanziert bzw sich für den Frieden ausspricht. Er gilt als Freund Putins. Von daher denke ich nicht, dass Putin ihn genawalnyt hätte, wenn er sich distanziert hätte. Hat er aber nicht, von daher kann ich das Orchester gut verstehen. Im Übrigen haben diverse Kulturstätten international die Zusammenarbeit mit ihm beendet.
Man muss das also nicht wieder in "Deutschland, die Meinungsdiktatur" framen.

Christoph_A
01.03.2022, 15:11
@ Fr. pelz: ich bin ja nun wirklich nicht oft der selben Meinung wie Du, aber hier 100% Zustimmung!