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Autolyse
09.06.2022, 18:57
@ Lava: Und wo ist der Widerspruch darin? Oder erwartest Du, daß die Ukraine jetzt in 2 Monaten bis Moskau durchrollt? :-nix
Zumal sich die taktischen Grundregeln nicht ändern. Wenn, beispielsweise, Sjewjerodonezk von der russischen Armee kontrolliert wird und die sich dort eingegraben haben, dann kann die Ukraine schon einmal mit einer 10:1-Überlegenheit planen um die Stadt wieder zu nehmen und mit 50% Verlusten als Angreifer.

Christoph_A
10.06.2022, 14:24
Oder halt in den Stellungskrieg übergehen und warten, wer zuerst kollabiert. Und genau darauf wird das hinauslaufen, die Ukraine wird alleine sicher nicht in der Lage sein, ihr Territorium ganz zurückzuerobern, da hat Autolyse völlig Recht. Dennoch ist es ein großer Erfolg, die Russen überhaupt so weitläufig zum Stillstand gebracht zu haben, zu Kriegsbeginn hat eigentlich keiner damit gerechnet, daß das Land nicht überrollt wird. Und in den besetzten Gebieten läuft bereits jetzt eine hohe Partisanentätigkeit an, was zusätzlich Menschenleben fordert und russische Soldaten bindet und den Preis für Onkel Wladimir zusätzlich erhöht.
Den Rest erledigt die Zeit. Hat man im kalten krieg oder Afghanistan ganz eindrücklich gesehen.

Kackbratze
10.06.2022, 15:25
Den Rest erledigt die Zeit.

Auch Partisanen bluten aus und wenn die Bevölkerung erstmal genug Rubel auf dem Konto hat, keine Schulden mehr vorliegen (Schuldenerlass in besetzten Gebieten) und es am Ende wieder Essen auf dem Tisch gibt, haben viele Leute garkeine Lust mehr ihr Leben aufs Spiel zu setzen.

Christoph_A
10.06.2022, 16:44
Blöd nur, wenn das mit den Rubeln und dem Essen aber nicht so Recht klappen mag. Wie is die Wirtschaftslage in Rußland grad so, Inflation, BIP Rückgang etc? Das Wirtschaftswachstum ist da momentan enorm, hab ich gehört.
Ausbluten wird was, das stimmt, aber Partisanen werdens eher nicht sein, denke ich.

Kackbratze
10.06.2022, 18:54
Die Partisanenkriege werden durch fehlende Unterstützung enden, wenn der Westen durch erfolgreiche Sanktionen gegen sich selber sich an den Verhandlungstisch gesetzt hat.

Christoph_A
11.06.2022, 00:15
Wenn Du das sagst, abwarten, in ein paar Monaten wissen wir mehr. Wie war das eigentlich mit der Stimmung gegen den Nato Beitritt in Schweden und Finnland, da warst Du Dir ja auch ziemlich sicher.
Am Ende werden alle am Verhandlungstisch sitzen, ds geb ich Dir Recht, nur unter etwas anderen Vorzeichen, als Du es Dir ausmalst

Kackbratze
11.06.2022, 09:20
Stand jetzt sind Finnland und Schweden nicht in der Nato und 2 Natomitglieder blockieren die Aufnahmen.
Sanna Marin fliegt von Davos nach Washington (02.-05.06.) und sammelt damit innerhalb des Landes keine Pluspunkte.
Ich warte gerne ab, bis das Essen auf dem Tisch steht.

Christoph_A
11.06.2022, 09:24
Stand jetzt ist das eine Formalität. Was aber auch nichts an Deiner damaligen Aussage ändert, daß die jeweiligen Parlamente selber keine Beitrittsanträge unterstützen würden. Davon war jetzt, verständlicherweise, eher weniger zu sehen.

Kackbratze
11.06.2022, 09:30
Ich habe mich, was das anbetrifft in mehreren Parteien geirrt.
Es gibt ja auch in Deutschland eine Partei mit der gleichen Farbe wie BP, die den Pazifismusblinker vor der Wahl gesetzt hat und jetzt verbal Kriegstreiberpartei No1 ist.
Der Schwenk von "keine Waffenlieferungen in Kriegsgebiete" zu "da müssen schwere Waffen sofort hin" ist...nunja.
Allerdings findet in der Ukraine ja kein Krieg, sondern eine militärische Spezialoperation statt, damit ist das ja problemlos möglich.

Christoph_A
11.06.2022, 17:13
Es wäre auch so problemlos möglich ubd ist, auch in unserem Sicherheitsinteresse, die einzig logische Konsequenz aus der russischen Aggression

LasseReinböng
11.06.2022, 17:56
Ich habe mich, was das anbetrifft in mehreren Parteien geirrt.
Es gibt ja auch in Deutschland eine Partei mit der gleichen Farbe wie BP, die den Pazifismusblinker vor der Wahl gesetzt hat und jetzt verbal Kriegstreiberpartei No1 ist.
Der Schwenk von "keine Waffenlieferungen in Kriegsgebiete" zu "da müssen schwere Waffen sofort hin" ist...nunja.
Allerdings findet in der Ukraine ja kein Krieg, sondern eine militärische Spezialoperation statt, damit ist das ja problemlos möglich.

Die Grünen als Kriegstreiber, soso.... wo ist der Hinweis auf Ironie in deinem Beitrag ?

Autolyse
12.06.2022, 11:59
Oder halt in den Stellungskrieg übergehen und warten, wer zuerst kollabiert. Und genau darauf wird das hinauslaufen, die Ukraine wird alleine sicher nicht in der Lage sein, ihr Territorium ganz zurückzuerobern, da hat Autolyse völlig Recht.
Ehrlicherweise wäre ich da nicht sicher mit dem Stellungskrieg. Die Lage ist angespannt, gerade im Bereich Sjewjerodonezk: Die Gegenoffensive von Ende Mai ist faktisch auf die Ausgangsstellungen zurückgeworfen worden und die elektronische Kampfführung stört die ukrainischen Drohen massiv und damit auch die Effektivität der Artillerie, da deren Zielführung wesentlich an Drohen hängt. Bin ich aber zurück im konventionellen Artilleriekampf mit vorgeschobenem Beobachter, dann macht sich die russische Artillerieüberlegenheit von mindestens 7:1 deutlich bemerkbar; und russisches Gegenfeuer war zuletzt deutlich effektiver. Dazu kommt, dass die Zangenbewegung hinter Lysschansk weiterhin versucht wird (Freunde der taktischen Karten klicken hier (https://pbs.twimg.com/media/FU78ycoWIAIOiPj?format=jpg&name=4096x4096)) und die dann eingeschlossenen regulären Verbände für die ukrainische Armee kaum zu ersetzen wären.

Christoph_A
12.06.2022, 14:15
Nur daß in allen Städten mühsam jeder Zentimeter im Häuserkampf erobert werden muß, was unglaublich verlustreich werden kann und wo auch die Artillerieüberlegenheit nicht mehr die Welt hilft, außer, man nimmt in Kauf, auch die eigenen Infanteristen mit friendly fire zu treffen. Dann sieht es auch so aus, als ob Russland alles reinhaut, was es gerade hat, die Frage ist, wie lange die das durchhalten können. Und zumindest der US amerikanische und britische Nachschub scheint gut zu laufen, zumal noch alle Routen in die Städte offen zu sein scheinen. Wird auf jeden Fall ein erbitterter Kampf werden die nächsten Wochen.

Autolyse
12.06.2022, 18:02
Nur daß in allen Städten mühsam jeder Zentimeter im Häuserkampf erobert werden muß, was unglaublich verlustreich werden kann und wo auch die Artillerieüberlegenheit nicht mehr die Welt hilft, außer, man nimmt in Kauf, auch die eigenen Infanteristen mit friendly fire zu treffen. Dann sieht es auch so aus, als ob Russland alles reinhaut, was es gerade hat, die Frage ist, wie lange die das durchhalten können. Und zumindest der US amerikanische und britische Nachschub scheint gut zu laufen, zumal noch alle Routen in die Städte offen zu sein scheinen. Wird auf jeden Fall ein erbitterter Kampf werden die nächsten Wochen.
Was stimmt, wenn man das Gebiet erobern will, aber wenn man irgendwo durchgebrochen ist, wird es sich anbieten den Kessel zu schließen und dann enger zu ziehen. Wie gesagt, die Kräfte dort sind kaum zu ersetzen und eine Entsatzoperation um einen Kessel zu sprengen muss man auch erst einmal stemmen. Die Erfahrung zeigt bislang, dass die Territorialeinheiten einem wuchtigen Angriff meist nicht standhalten können. Warten wir die nächste Woche ab.

Christoph_A
12.06.2022, 18:09
Bis jetzt halten sie stand, ein geschlossener Kessel existiert nicht. Und, wenn man den Dossiers des britischen Geheimdiensts glauben will, die ja bisher ziemlich oft richtig gelegen sind, wird es sehr schwer für Russland werden, diesen zu schließen. Wenn es gelingt, wars das mit den Einheiten, da geb ich Dir Recht, aber das wird auch den Ukrainern bekannt sein. Wir werden es sehen, ich denke, auch aufgrund der Symbolwirkung, wird sich auch Uncle Sam hier maximalst supportiv einbringen. Stoppt die Ukraine Wladimir hier, ist die Offensive der Russen erledigt, anderweitig die Tür zum Rest Donbass weit offen. Für beide Seiten gehts um die Wurst, was man auch an der erbitterten Kanpfführung sieht. Da will man jetzt nicht unbedingt sitzen, definitiv nicht. Häuserkampf ist Hölle.

Autolyse
13.06.2022, 01:19
[...]Häuserkampf ist Hölle.
Vor allem für den Angreifer, als Verteidiger bestimme ich die Regeln. ;-)

Holthusen
20.08.2022, 18:42
Momentan ist ja relativ wenig Bewegung im Krieg. Ich hätte (wie auch viele andere) ein Interesse an einer Beendigung oder zumindest Waffenstillstand. Zuletzt habe ich mit einer Ukrainerin (Patientin) gesprochen, die davon ausgeht, dass die Ukraine Donboss und Krim zurückerobert und eine Beendigung des Kriegs im Winter stattfindet.
Ich halte das für unrealistisch, außer die Bevölkerung in den Regionen unterwandert systematisch die russische Besatzung. Ein Waffenstillstand im Winter wäre aber schon vielversprechend. Letztendlich müsste man dann der Ukraine zugestehen sich hochzurüsten angesichts eines so aggressiven Nachbarns. Womöglich wird der Konflikt die nächsten Jahrzehnte bestehen bleiben ähnlich wie im Nahen Osten oder ehemals in Nordirland.

Holthusen
22.08.2022, 00:00
Achja Getreidepreise....wieder vorkriegsniveau, gab's hier nicht Mal Panikmache, dass es Getreide bald nicht mehr gäbe.?

Relaxometrie
20.09.2022, 16:20
Oh man, die geplanten und überflüssigen Referenden in der Ostukraine verheißen nichts Gutes, oder was meint Ihr?
Bei der "Abstimmung" kommt raus, dass die Bewohner der Region zu Russland gehören möchten (so zumindest die russische Lesart; unabhängig vom tatsächlichen Ergebnis), was Putin dann zu einer Generalmobilmachung und weiterer Eskalation der Gewalt veranlassen wird.

Christoph_A
20.09.2022, 17:14
Soll er doch. Was nützt ihm das, ein Haufen unausgebildetee, unmotivierter Zwangssoldaten, welche ohne Zugewinn an schweren Waffen, die er nicht mehr hat, daher der verzweifelte Appell an die Waffenindustrie heute, zum verheizen an die Front karrt. Damit kommt der Krieg in Russland und im Herzen vieler Familien an. Mal gucken, wie Olga und Oleg Normalrusse das so finden.
Was die Atomdrohung angeht, hat die nen Bart. Biden und Truss haben bereits deutlichst artikuliert, daß ein A Waffeneinsatz mehr oder weniger dem Kriegseintritt der NATO gleichkommt. Das wird Waldemar nicht riskieren, da er sonst die Einzelteile seiner Frontlinie suchen kann, wenn da mal ne richtige Luftwaffe drübergepflügt ist.