Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragensammlung - Bewerbungsgespräch
Hallo,
ich finde die Fragen hier je echt interessant, aber könntet Ihr auch verraten, was Ihr gesagt habt und wie´s angekommen ist? Gerade sowas wie die Stärken und Schwächen-Frage finde ich z.B. schwierig, weil man sich ja weder loben noch schlecht darstellen will und auch die grösste Herausforderung im PJ? Eigentlich würd ich mir da ein paar grössere wünschen!
Danke
Erich
Feuerblick
22.04.2006, 13:16
ich habe letzte woche einem doktor auf station ehrlich beantwortet, daß sein fach, in dem ich zur zeit famuliere, zwar eins von meinen favourites ist aber noch zwei andere ernsthaft in frage kommen. da antwortet er, daß ich das in einem bewerbungsgespräch auf keinen fall sagen sollte und es für ihn als chef ein ablehnungsgrund wäre. zugegeben sind die fächer sehr unterschiedlich und eins ist auch eher patientenfern aber trotzdem muß es doch für einen zukünftigen chef okay sein, daß für mich auch andere fächer in frage kämen oder nicht? ich würde ja nicht sagen, daß ich plane, nach einem jahr die abteilung zu wechseln sondern nur, was mich sonst noch interessieren könnte. was meint ihr?Sieh es mal so: Bewerbung und Vorstellungsgespräch sind nichts weiter als WERBUNG. Für dich und dafür, dass du die Beste für diese Stelle bist. Und in der Werbung ist es manchmal notwendig, die Wahrheit ein wenig anzupassen. Du sollst nicht gleich lügen, aber versetz dich mal in die Lage eines zukünftigen Chefs: Wird er den Bewerber nehmen, für den das Fach nur zweite Wahl ist oder den genauso qualifizierten, der das Fach unbedingt und absolut machen will? Also lieber mal nicht zu ehrlich sein, auch wenn das vielleicht normalerweise nicht dein Stil ist... :-nix
nodoctor
16.05.2006, 09:42
ich hatte gestern ein vorstellungsgespräch und bin etwas frustriert, weil
1. die inserierte stelle gar nicht mehr vorhanden ist
2. ich mich nicht so präsentieren konnte,wie ich es vorhatte, da der chef mich kaum zu wort kommen lies
3. die fragen ziemlich absurd waren...
sie rauchen nicht? das sieht man an der gesichtsfarbe. raucher haben in der kardiologie ja auch nichts verloren
wie heisst ihre tochter? notierte sich den namen(hä?)
das war natürlich auch ein hauptthema, wie ich mir das arbeiten als mutter vorstelle,dass das ja nicht einfach sei, blabla..als ob ich das nicht wüsste
warum meine hobbies nicht im lebenslauf stehen, ich müsse mich doch von anderen bewerbern abheben, er könne ja nicht jeden einladen, warum hat er mich dann eingeladen?
ansonsten wars ganz nett, auf lücken im lebenslauf(doktorarbeit) wird gerne rumgehackt, anschliessend hat er mir noch die abteilung gezeigt und einen assistenten gebeten, mir noch was zu erklären( hätte er sich das nicht sparen können, wenn er mich nicht will?
naja, ich soll heute anrufen,ob ich noch interesse hab, falls in nächster zeit eine stelle frei wird...bin verwirrt. was haltet ihr davon?
Sebastian1
16.05.2006, 10:36
...und welche Fragen stellt ihr so?
Mir fielen ja ad hoc viiiele Fragen ein, die ich gerne Wissen würde. Nicht bei allen ist es geschickt, die im Bewerbungsgespräch zu stellen, aber welche habt ihr gestellt und wie wurde drauf reagiert?
Was mir einfallen würde:
- Patientenzahlen / Auslastung (wenn nicht im geschäftsbericht ersichtlich oder dieser nicht verfügbar ist)
- vertragliche Basis (Tarifvertrag nach BAT, TvöD, AVR...)
- wie ist es mit interner/externer Fortbildung? Freistellung? Kostenübernahme?
- wie ist die Ausbildung der Assistenzärzte geregelt? (Rotationen, Ansprechpartner, Ausbildungsverantwortliche)
- Anzahl der Assistenten/OA-Stellen?
- gibt es Kodierassistenten?
- wie werden Überstunden gehandhabt?
- Arbeitszeitregelungen (Schichtsystem, Dienste etc.)
...und noch viele weitere. Ja, da sind ein paar ganz prekäre dabei, die ein Chef sicher nicht so gern hört. Aber mir ists letztlich lieber dass ich weiss worauf ich mich einlasse als dass ich nach einiger Zeit frustriert bin und mir ne neue Stelle suche. Wobei einige Fragen wohl dazu führen dürften, dass ich gar nicht erst eine bekomme (leider).
Nunja, ich hab ja noch PJ-Schonfrist bevor ich loslegen muss mit den bewerbungen und Gesprächen ;)
nodoctor
16.05.2006, 11:49
ich denke, diese fragen zu stellen ist völlig angebracht und wird auch nicht negativ aufgenommen. keine fragen zu stellen ist sehr ungünstig.
man sollte sich vorher eine liste machen, alles was einen interessiert, kann man auch fragen.
ich wurde übrigens noch gefragt, welche referenzen ich habe und wen er anrufen kann.
insgesamt habe ich den eindruck,dass die bewerbungsunterlagen gar nicht gelesen werden...
Ein Paar von meinen "Standartfragen":
-welches Klinikinformationssystem wird eingesetzt, wie weit ist die Implementierung? (im Bezug auf paperless - bekommt man lediglich Labor- und Radiobefunde oder ist man nicht in diesem Steinzeitalter stehengeblieben. Ist das selber Tippen/Korrekturlesen von Arztbriefen übers KIS möglich (macht unterm Strich doch ein ziemliches Zeitersparnis)).
-wie ist die Zusammenarbeit mit den anderen Fächern? (besonders bei Fächern, wo man oft Schnittpunkte mit anderen Fächern hat im Sinne von Verlegungen oder Untersuchungen, in meinem Fall z.B. Neuro/Neurochirurgie, Neuro/Innere, Neuro/Radio).
-falls man oft Patienten in die Reha entläßt - wie hoch sind die Reibungsverluste (auf Rehaplatz warten, Kooperation mit bestimmten Kliniken) bei solchen Verlegungen?
Studmed208
17.05.2006, 07:35
Ich finde auch Fragen nach Liegezeit, Bettenzahl und Anzahl der Assistenzärzte sinnvoll. Auch die Länge der Weiterbildungsermächtigung habe ich erfragt.
Bei einem Gespräch fiel mir tatsächlich nachher keine Frage mehr ein, weil die beiden Chefs vorher so viel erzählt haben. Das sagte ich auch, woraufhin einer meinte: "Wir machen das ja nicht zum ersten Mal." :-((
Und noch eine interessante Frage, die mir gestern gestellt wurde:
"Mit was für Patienten (Anmerkung: bezogen auf die Krankheitsbilder) arbeiten sie gerne?"
Chefs sind halt mit Fragen echt erfinderisch.
Ich hab am nächsten Dienstag und Mittwoch jeweils ein Vorstellungsgespräch an 2 Unis für Anästhesie. Das Vorstellungsgespräch am Dienstag wäre für meine Traum-Stelle und gerade denen sagt man nach, sie würden sich Zeit lassen mit der Benachrichtigung ob man genommen worden ist oder nicht (angeblich bis zu 2 Wochen vor Stellenbeginn).
An der anderen Uni hab ich mein PJ gemacht und es scheint so zu sein, dass die Chancen dort nicht schlecht stehen. Ich würde aber lieber an das andere Haus und bin ein bisschen in Sorge, dass die in meinem PJ-Haus eventuell sagen könnten: 'So, unterschreiben Sie mal hier'.
Kann man im Vorstellungsgespräch für die Traum-Stelle irgendwie geschickt ohne zu drängeln sagen, dass man sich noch woanders beworben hat, aber man gerne seine Traum-Stelle hätte und man deshalb gerne bald wüßte ob man genommen worden ist oder nicht um dem anderen Haus zu oder absagen zu können (ich müßte auch noch umziehen und so und mit Wohnung kündigen und so braucht man ja auch so etwa 3 Monate Vorlauf).
Wie lange habt ihr so gewartet bis eine Rückmeldung kam? Sollte man per mail oder telefonisch selber nochmal nachhaken?
5-Aminolävulinsäure
01.07.2006, 20:50
Ich würde es schon ansprechen, dann merken die, daß sie nicht die einzigen sind. Aber Du wirst es im Gespräch mitbekommen, ob sie ernsthaft an Dir interessiert sind. Dann fällt die Frage um so leichter.
Viel Erfolg schonmal. :-top
Hallo!
Meine Fragen beim ersten Gespräch waren:
- erzählen Sie mal Ihre Laufbahn (Wo studiert, wo welche Famulaturen, warum usw. und die Tertiale)
- warum dieses Fach
- kann ich Dienste machen? (es habe vorher Bewerber gegeben, die keine machen konnten), aber da bin ich mir nicht sicher, ob es ein vorgegebener Grund war, um zu klären, dass ich trotz Kind, das auch noch schwer mehrfachbehindert ist, Dienste machen kann. (welch komische Frage? Ich bewerbe mich doch nicht in einem KH für Akutmedizin und will keine Dienste machen?)
LG
annekii
Na eigentlich ist es in anfangenden Zeiten einer Unterversorgung an Nachwuchs relativ was man gefragt wird. Meisst im zusammenhang auf das KH und die Fachrichtung. Dienste und Forschung ist auch gerne ein Thema, kommt aber auf die größe des Hauses an. Wichtig ist ob man dazu passt oder nicht. Wegen des Klima und so.
Studmed1
20.09.2006, 21:04
Wer hat denn schon Erfahrungen mit "medizinisch-praktischen" Fragen gemacht? Wollen die in der Bewerbung auch mal WISSEN abklopfen?
Ich meine, schließlich bewirbt man sich ja mitten im PJ. Und man hat - zumindest als Neu-AO-ler - ja nur das Physikumszeugnis und dann noch die ganzen Klausuren-Noten.
Wie sieht es denn da aus???
Hallo!
Ich hatte keine einzige Wissensfrage in 4 Bewerbungsgesprächen, zumindest keine medizinische. Dafür musste ich spaßeshalber DDR-Fragen beantworten, da ich Wessi im Osten bin. :-)
LG
Anneke
philinchen9
26.10.2006, 21:21
Hallo,
Wissensfragen wurden mir auch nicht gestellt.
U.a. schon hier verewigten Fragen auch:
Was stellen Sie sich unter dem Fachgebiet vor? Wie sieht ihre zukünftige Arbeit praktisch aus?
Welche Fächer haben sie während des Studiums mal näher ins Auge gefasst und warum, warum sind sie jetzt bei diesem Fach gelandet?
Was tun sie für sich? Eine Frage, über die ich auch erst mal nachdenken musste, die ich aber irgendwie sehr gut fand.
Insgesamt wird man an kleineren Häusern, die händeringend suchen, eher wenig gefragt und hat selbst viel die Möglichkeit zu fragen. Man bekommt aber auch mal blöde Antworten (ARbeitszeiten? Oh, da kann ich ihnen jetzt nichts zu sagen, ich weiß gar nicht, wann meine Assistenten anfangen.... Hallo, gehts noch?)
Ich wollte mich immer richtig vorbereiten, habe das aber bei den letzten beiden Gesprächen zeitlich nicht auf die Reihe bekommen und die Gespräche sind am erfolgreichsten verlaufen. Man sollte wohl wissen, was man will und einfach natürlich sein.
grüße von philine
glücksdrache
03.11.2006, 19:17
Hallo,
habe da mal ne Frage. Wie sehr wird bei dem Bewerbungsgespräch auf die Noten Bezug genommen ? Liege selber so im Mittelfeld, habe aber auch einige Klausuren nur so knapp geschafft und mache mir etwas Sorgen,daß die Chefs darauf rumreiten könnten . Gibt es Dinge,mit denen man anders noch punkten kann und hat einer von Euch Erfahrung mit Bewerbungsgesprächen in Erlangen/ Nürnberg und Umgebung im Breich Unfallchirurgie / Orthopädie ?
Bis dann,
Marion
Ich habe jetzt drei Gespräche hinter mir.
Einen Vertrag sicher in der Tasche und einen (in der Klinik meiner Wahl) in Aussicht.
Besondere Fragen gestellt hat mir keiner der drei Chefs, zwei haben mir sehr ausführlich alles über die Klinik erzählt (da blieben kaum noch Fragen meinerseits offen) und einer antwortete auf Nachfrage.
Beim letzten Gespräch wurde ich eher gefragt, wie ich mir meine Zukunft vorstelle, ob ich in der Region bleiben will (will Allgemeinmedizin machen und die sind hier gesucht).
Ein Chef fragte nach meinem (mit 4 bestandenen :-blush ) Physikum und ob das Examen besser ausgefallen wäre (Hammerexamen jetzt, Mündlich liegt noch vor mir). Klaaaar, habe ich gesagt. Ihm war eher wichtig, wann ich anfangen könnte, ob ich schon ein bißchen Sonoerfahrung habe, daß ich möglichst schnelle Dienste mitmachen kann und gerne Briefe schreibe.
Zwei der Chefs wiesen explizit drauf hin, daß man als Arzt viel Engagement zeigen müsse und viel zu arbeiten sei, daß Dienste dazu gehören und ein Arbeitstag manchmal auch länger als geplant ist. War mir ganz neu ;-)
Einer sagte sogar, je mehr Geld man verdiene, desto mehr müsse man eben auch leisten.
Haben die so schlechte Erfahrungen gemacht mit jammernden Assistenten oder sind die so passioniert, daß sie in der Klinik leben? :-nix
Grüße, Thisbe
Pünktchen
04.11.2006, 09:42
@thisbe
das haben sie mir in all meinen Bewerbungsgesprächen gesagt...ganz explizit...viel arbeiten und bereit sein, dass auch ohne zu murren zu tun...viel Engagement zeigen...
...und an meiner derzeitigen Stelle war es dem Chef auch wichtig, dass ich schnell und bereitwillig Dienste machen könnte, die Assistenzärzte vor mir hatten sich wohl geweigert Dienste zu machen... :-(( ich frag mich wirklich wie man mit solchen Einstellungen nen Job bekommt :-nix
glücksdrache
04.11.2006, 12:11
Okay, viel arbeiten und Dienste sind okay. Hätte ich mir ja denken können. Wie isses den mit so Fragen wie " Na Sie als Frau in der Orthopädie... können Sie das denn ? So rein köperlich blabla." Ich habe das in den Famulaturen schon öfter gehört. Leider weiß ich immernoch nicht, was ich darauf antworten soll.
Bis denne,
Marion
Dr. Jekyll
04.01.2007, 18:53
sag du hast vor dem studium schon ne ausbildung als schlachter gemacht :-))
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