Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragensammlung - Bewerbungsgespräch
Feuerblick
18.08.2018, 12:44
Nein, rechtlich ist es gar kein Problem, eine Stelle letztlich nicht endgültig anzunehmen bzw den Vertrag nach Ansicht ohne Unterschrift zurückzuschicken. Da braucht man sich keine Sorgen zu machen. Das steht Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen zu. Und gerade Arbeitsverträge können schon mal dumme Überraschungen beinhalten. In der Medizin weniger, weil es feste Tarifverträge gibt. Aber außerhalb...
Dennoch - so manch ein verhaltensorigineller Chefarzt kann dir in kleinen Fächern echt das Leben schwer machen. Da hilft es dir gar nicht, wenn du dich selbst für wertvoll hältst. Kleines Fach, Chefarzt macht bei seinen Kollegen Stimmung gegen dich und schwupp, schon kannst du allenfalls die kleinste Klitsche in Hintertupfingen nehmen - weil die dort alles nehmen, was der deutschen Sprache mächtig ist.
Wie gesagt: Bei Berufsanfängern sollte das noch kein Problem sein. Später unter Umständen schon.
Man glaubt gar nicht, wie schräg manch ein Chefarzt drauf ist, wenn man sein Ego beleidigt, weil man seine Abteilung verlässt :-))
Ich bin auch dafür, ehrlich zu kündigen, wenn es nicht passt oder zumindest den ehrlichen Grund in... naja... sagen wir „höfliche“ Worte zu kleiden. Geht den Chef im Prinzip ja nix an, warum man kündigt. Da muss man nicht zwingend sagen „Weil ich sie und ihre Abteilung schei**** finde“. Ist gesünder für alle Beteiligten.
MissUmbrella
20.08.2018, 10:02
Hui, hier ist ja was los^^
Danke erstmal für eure Antworten!
Ich glaube mein Fehler war, dass ich zuviel im Internet bezüglich Vetrräge und co gelesen habe und so ein wenig panisch wurde;)
Mittlerweile habe ich dem Chef von meinem Wunschhaus zugesagt, die schicken mir jetzt wohl per Post eine "kollegiale Zusage"..das hat er von sich aus gesagt, dass er das mir gibt , damit ich etwas schriftliches habe.
Am selben Tag hat mir der Oberarzt auch so eine kollegiale Zusage geschickt per Email,weil er nicht wusste ob der Chef mir das schon zugeschickt hat..ich warte jetzt aber auf einen Brief, Email sind ja nicht so viel wert.
Kennt das jemand von euch? In der Email steht dass ich da ne Stelle hab etc. ( wobei mir auffällt nicht als was)..wie gesagt, bin gespannt auf dem Brief, der wohl schon Freitag rausgehen sollte. Ich dachte mir, das ist wahrscheinlich sowas wie ein Vorvertrag, der Chef meinte ich bekomme das, damit ich auch schriftlich was in der Hand habe.
Richtiger Arbeitsvertrag kommt erst Mitte-Ende September ( beginne im Oktober), bin aber im September paar Wochen im Urlaub und komme kurz vor Arbeitsbeginn.
Ich dachte, sobald ich diesen Vorvertrag habe, sag ich der anderen Stelle ab, bin mir aber doch wieder unsicher ob das nicht zu voreilig wäre ? ..ansonsten kann ich denen erst paar Tage vor möglichen Arbeitsbeginn absagen, das ist halt nicht sooo cool,. Diese Woche bekomme ich noch wegen einer anderen Stelle Bescheid, die aber nicht so mein Favorit ist.
Würde mich über eure Ratschläge freuen, danke :)
Hui, hier ist ja was los^^
Danke erstmal für eure Antworten!
Ich glaube mein Fehler war, dass ich zuviel im Internet bezüglich Vetrräge und co gelesen habe und so ein wenig panisch wurde;)
Mittlerweile habe ich dem Chef von meinem Wunschhaus zugesagt, die schicken mir jetzt wohl per Post eine "kollegiale Zusage"..das hat er von sich aus gesagt, dass er das mir gibt , damit ich etwas schriftliches habe.
Am selben Tag hat mir der Oberarzt auch so eine kollegiale Zusage geschickt per Email,weil er nicht wusste ob der Chef mir das schon zugeschickt hat..ich warte jetzt aber auf einen Brief, Email sind ja nicht so viel wert.
Kennt das jemand von euch? In der Email steht dass ich da ne Stelle hab etc. ( wobei mir auffällt nicht als was)..wie gesagt, bin gespannt auf dem Brief, der wohl schon Freitag rausgehen sollte. Ich dachte mir, das ist wahrscheinlich sowas wie ein Vorvertrag, der Chef meinte ich bekomme das, damit ich auch schriftlich was in der Hand habe.
Richtiger Arbeitsvertrag kommt erst Mitte-Ende September ( beginne im Oktober), bin aber im September paar Wochen im Urlaub und komme kurz vor Arbeitsbeginn.
Ich dachte, sobald ich diesen Vorvertrag habe, sag ich der anderen Stelle ab, bin mir aber doch wieder unsicher ob das nicht zu voreilig wäre ? ..ansonsten kann ich denen erst paar Tage vor möglichen Arbeitsbeginn absagen, das ist halt nicht sooo cool,. Diese Woche bekomme ich noch wegen einer anderen Stelle Bescheid, die aber nicht so mein Favorit ist.
Würde mich über eure Ratschläge freuen, danke :)
Oh man MissUmbrella, allererste Priorität: gaaaanz tief Luft holen & entspannen. Meine Güte! Es ist kein Erotikthriller, in dem du dich befindest, es geht schlicht um deinen Arbeitsvertrag. Sag der einen Stelle dann ab, wenn du den Arbeitsvertrag von der anderen hast. ''Ein paar Tage vor möglichen Arbeitsbeginn absagen, das ist halt nicht sooo cool'' -> du sollst dich nicht mit denen anfreunden, sondern das Ganze wie ein Geschäftsverhältnis angehen, schau wann sie die Zusage definitiv haben möchten, ob sie da auch eine Frist haben. Und sag DANN ab, wenn du einen festen, verbindlichen Vertrag von deinem Wunschhaus hast, ansonsten können die da immer noch ''nicht sooo cool'' sein, und dir kurz vor Beginn einfach absagen (auch eher sehr unwahrscheinlich).
Bezüglich Absage wenn der Vertrag vorliegt..
Vielen hier ist es anscheinend noch nicht so ergangen, dass der Arbeitsvertrag NICHT die vorher vereinbarten Details enthielt. :-oopss Ich meine ok.. wenn man eh Tarifvertrag erhält, eher unwahrscheinlich, aber ja so etwas gibt es. Da darf man erst recht sagen: Sorry, darauf hab ich doch keine Lust. Die absolut letzten Details sind teilweise ja meist erst mit Vertragsvorlage bekannt, wenn mir was nicht passt kann man deswegen natürlich immer noch "nicht" unterschreiben. Ich verstehe gar nicht warum deswegen hier so ein Stress gemacht wird.
escitalopram
20.08.2018, 15:45
Ich verstehe gar nicht warum deswegen hier so ein Stress gemacht wird.
Weil sie ja Angst hatte, dass der Chef gegen sie rechtlich vorgehen würde, würde sie den Vertrag nicht unterschrieben. :-wow
Borisdiekatze
08.11.2018, 21:38
Mal eine Frage zu möglichen Antworten auf die Fragen "Warum haben Sie Medizin studiert?" und "Warum gerade diese Fachrichtung?". Da gibt es sicher auch Antworten, die man nicht geben darf. Und ich trete immer gerne in Fettnäpfchen ...
Zu "Warum Medizin?": Ich habe vorher etwas ganz anderes studiert und auch darin gearbeitet, was so etwas wie eine soziale Ader nicht nahelegt. Die ehrliche Antwort wäre: Medizin hat mich schon immer interessiert, die Funktionsweise des menschlichen Körpers und die Behandlung von Fehlfunktionen. Vom theoretischen Aspekt her. Mein Lebenslauf legt nahe, dass das nur eine von vielen Interessen ist. Stimmt auch. Und ich wollte eine sichere Stelle haben. Beides zu sagen, wäre aber sicher tödlich im Vorstellungsgespräch.
Ebenfalls nicht gelogen wäre: Erst habe ich einen sehr theoretischen Weg eingeschlagen. Allerdings habe ich dann in einem Bereich gearbeitet, für den sich nur eine Hand voll Leute auf der Welt interessieren, das also im Grunde niemandem nützt. Hinzu kam, dass in meinem Bekanntenkreis immer wieder Leute gesundheitliche Probleme hatten und mich gefragt haben, ob ich Rat wüßte. Da hat man gegoogelt, aber das war unbefriedigend. Also Medizin, da: Man hat einen Job, in dem man für viele Leute nützlich ist, und auch für seine Bekannten und Freunde. Theoretisches Interesse war sowieso vorhanden, das kann ich problemlos glaubhaft vermitteln.
Kann man das so sagen, oder trete ich damit, z.B. mit Referenz auf die fragenden Bekannten, in irgendein Fettnäpfchen? Wie gesagt, mein Lebenslauf gibt eine 0815-Argumentation nicht her, sondern legt eher die erste beschriebene Antwort nahe.
Und zum Fach: Psychiatrie interessiert mich, Innere, Neuro und Derma aber auch. Darf ich auch nicht sagen, ich muss Psychiatrie-spezifisch argumentieren. Auch hier hätte ich in erster Linie mit persönlichen Erfahrungen argumentiert (das ist auch ehrlich): Ich habe immer wieder erlebt, dass Leute mit psychischen Problemen viel Abwertung erfahren und nicht ernst genommen werden. Gerade da finde ich wichtig, gegenzusteuern und den Patienten jemanden zu bieten, der freundlich und extrem geduldig ist und nichts persönlich nimmt. Und das sind sicher meine Stärken.
Dann finde ich die somatische Medizin zwar auch sehr interessant, aber hier wird dem Einfluß der Psyche zu wenig Rechnung getragen. Und letztlich ist für die Lebensqualität von Patienten ja vor allem die psychische Gesundheit entscheidend. Und um Lebensqualität geht es am Ende. Noch dazu hat ein Großteil der somatischen Krankheiten erwiesenermaßen psychische Anteile (damit bewege ich mich streng genommen argumentativ aber in die Psychosomatik). In der Psychiatrie kümmere ich mich also erstens um den für mich wichtigeren Teil des Menschen in puncto Lebensqualität und muss gleichzeitig auch noch ein gutes Auge für somatische Probleme haben. Auch Patienten in der Psychiatrie haben akutes Abdomen oder Hauterkrankungen, was man erkennen muss. Deshalb Psychiatrie.
Gibt es in dieser Antwort irgendwelche No-Gos ? Wie ausführlich soll man da eigentlich werdden? Eher kurz und prägnant? Oder sollte man gerade auf diese Fragen ausführlicher antworten? Oder kann man das so pauschal nicht sagen?
Feuerblick
09.11.2018, 05:35
Wo genau vermutest du einen Fallstrick, wenn du sagst, dass dich die Funktionen, Fehlfunktionen des menschlichen Körpers und deren Behandlung einfach schon immer interessiert haben? Und dass du die Psychiatrie deshalb interessant findest, weil du erlebt hast, wie wichtig es ist, auch diese Krankheiten ernst zu nehmen?
Du machst dir viel zu viele Gedanken. WENN dir ein Chef diese Fragen stellt, dann nur, weil er mal irgendwann gehört hat, dass man sowas fragen sollte. Die Antwort selbst interessiert meist kaum. Eher die Tatsache, ob du darauf eine Antwort hast und ob die einigermaßen flüssig kommt. Vorgefertigte Antworten fallen übrigens auf. Sollte also bitte auch nicht auswendig gelernt klingen. Und bitte keine ewigen Monologe. Kurz, knackig. Wenn der Chef es genauer wissen will, fragt er schon nach.
Meine Antwort auf Frage zwei war übrigens immer „Weil ich genau das schon immer machen wollte und es eigentlich sogar der Anreiz war, nach meiner Ausbildung noch Medizin zu studieren“.
No-Go wäre „Eigentlich finde ich Patienten total doof, mich nerven auch Patientengespräche, aber irgendwas muss ich ja arbeiten und da ich blöderweise aus naturwissenschaftlichem Interesse Medizin studiert habe, bleibt mir nix anderes übrig“ :-)) Damit wärst du wirklich raus...
WackenDoc
09.11.2018, 08:26
"meine Stärke ist, dass ich nichts persönlich nehme" finde ich zu dick aufgetragen.
Du hast doch schon ein Studium hinter dir mit KPP, Famulaturen, Blockpraktikum, PJ. Daraus kann man doch beschreiben, wo man seine Stärken sieht, wo man Interessen hat. In welcher Arbeitsumgebung man sich wohlfühlt.
Z.B. Innere vs. Chirurgie: Also ne, den ganzen Tag im OP. Dieses grobe, handwerkliche ist nicht so wirklich meins. Ich mag es eher über Probleme nachzudenken, auch regelrecht Detektiv zu spielen und rauszufinden, was ein Patient hat und wie man das Therapieren kann. Deswegen fand ich schon im PJ die Innere spannender und hab gemerkt dass das eher passt...
Oder Allgemeinchirurgie vs. HNO (z.B.)- also ich hab zwar gemerkt dass ich handwerkliches Geschick habe, was das operieren angeht. Aber das grobe der Allgemeinchirugie war nicht so ganz meins. Ich hab dann aber mal ne Famulatur in der HNO gemacht und durfte da auch mal assistieren. Dieses ganz feine abpräparieren um die Nervenstrukturen- das fand ich total spannend und da ich eh ein geduldiger Mensch bin,... Oder genau umgekehrt. "Ich bin lieber der Generalist, als dass ich mich auf nur ein sehr eng begrenztes Gebiet beschränken möchte. Und dieses stundenlagen gefriemel an den winzigen Strukturen. Mal ist das ja ok, aber jeden Tag...
WackenDoc
09.11.2018, 08:28
@Funkelchen- damit kann man später immernoch in Richtung Rentenversicherung, MDK etc. gehen oder Amtsarzt werden ;-)
Feuerblick
09.11.2018, 11:19
Nee, weil du vorher keine Facharztausbildung schaffst. Nimmt dich ja keiner :-)) Und ohne FA kein MDK ;-)
Ich wurde in keinem Vorstellungsgespräch gefragt wieso ich Medizin machen möchte. Selbst die Frage nach der Fachrichtung kam trotz Erststelle nicht direkt. War aber denke ich durch Famulaturen bzw PJ begründet.
Bei mir waren es insgesamt wenig solcher Fragen. Eher Sachen die man nicht vorbereiten kann oder die Möglichkeit Fragen zur Abteilung zu stellen.
Borisdiekatze
11.11.2018, 10:09
Danke :) Klar mache ich mir Gedanken, ist halt die nächste Hürde auf dem Weg zu einer Stelle und die hätte ich gerne. Mal sehen, wie es läuft...
WackenDoc
11.11.2018, 10:41
Man bekommt eine Stelle aber eher nicht durch komplett zerdachte und übertriebene Antworten, sondern wenn die Chemie stimmt.
Borisdiekatze
11.11.2018, 11:11
Na ja, so übertrieben war das jetzt gar nicht, das war schon ehrlich. Und wie gesagt, bei meiner Vita fürchte ich einfach, dass ich etwas Überzeugungsarbeit leisten muss, dass Medizin und speziell dieses Fach mein Traum ist. Das ist bei den meisten anderen Bewerbern anders. Und ich weiss nicht, ob man in so einem Gespräch gleich feststellt, ob die Chemie stimmt. Bei Extremfällen vielleicht. Die denken sich ja auch etwas bei ihren Fragen.
WackenDoc
11.11.2018, 11:16
Schonmal nachgedacht, ein Coaching oder so zu machen?
Borisdiekatze
11.11.2018, 12:58
Nein, ich probiere das erst einmal so. Ist jetzt auch zu spät. Und das ist eine ziemlich spezielle Situation bei mir. Deshalb verspreche ich mir von einem Coaching nicht so viel. Also das allgemeine Auftreten bei Bewerbungsgesprächen ist die eine Sache. Ich denke, das klappt schon. Mein Lebenslauf ist die andere.
WackenDoc
11.11.2018, 13:12
Ähm- genau das meinte ich aber. Dass dir jemand noch Tipps geben kann, wie du deinen Lebenslauf gut verpackst und wie du deine Chancen erhöhst.
Borisdiekatze
12.11.2018, 22:02
Ach so, ich hätte gedacht, das ist zu speziell für die übichen Coachings. Ja egal, ist jetzt ohnehin zu knapp. Das dritte ist nächste Woche, die anderen zwei diese. Vielleicht suchen die ja einfach genau so verzweifelt wie ich und es klappt :-oopss :-oopss:-oopss
agouti_lilac
20.11.2018, 12:44
Ich denke, das ist eine denkbar ungünstige Antwort, denn das zeugt nicht von Kollegialität - erst Arbeit mit der Einarbeitung machen, dann abhauen.
Ich finde die Wahrheit besser: dass es unhaltbare Zustände waren, keinerlei Teaching, nicht erreichbare Oberärzte, gefährliche Versorgung, wasauchimmer da war (kann mich nur ein bisschen an deinen Fall erinnern), so dass du die Reissleine gezogen und gekündigt hast. Kommt bestimmt besser an.
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