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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragensammlung - Bewerbungsgespräch



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Feuerblick
18.06.2021, 11:12
Um eine andere Einzelmeinung darzustellen:
Uniklinik, kleines Fach, Anfänger: Alle Oberärzte plus Chef. Mehr Verhör als Gespräch. Keine Stellenzusage, weil Doktorarbeit fehlte.
Uniklinik, kleines Fach, Anfänger: Nur Chefarzt, 15 Minuten Gespräch über alles mögliche. Stellenzusage als eine Stelle frei wurde.
Uniklinik, kleines Fach, Anfänger: Alle Oberärzte plus Chef. Anstrengend, aber eigentlich entspanntes Gespräch. Übliche Fragen (u.a. Doktorarbeit), Stellenzusage einen Tag später.
Uniklinik, kleines Fach, 3. WB-Jahr, 10 Minuten Smalltalk mit dem Chefarzt, weil wir auf den LOA warten mussten (Chef kurz vor Abflug in die Rente), dann 10 Minuten Smalltalk mit dem LOA, Stellenzusage schon vom Chef („wenn der LOA Sie auch haben will“). Keine Frage nach Doktorarbeit, Arbeitseinstellung etc. Wurde dann von einer Assistenzärztin rumgeführt und das wars.

Nicht alle Unikliniken fahren das große Besteck auf.

daCapo
18.06.2021, 11:38
Hi !
Meine Bewerbungen/Bewerbungsgespräche waren jedes Mal sehr unterschiedlich.
Ich habe mich stets schriftlich mit klassischer Bewerbungsmappe mit Foto, Anschreiben, Lebenslauf und auch Publikationsverzeichnis/wissenschaftliche Tätigkeiten als Anhang beworben.
Aus meiner Warte und diversen Gesprächen mit Chefärzten kann ich jedem "Neuling" nur raten wirklich eine klassische Bewerbungsmappe zu verschicken. Medizin/ der ARztberuf ist ein klassischer Beruf und 99% der Chefärzte stehen auf klassisch gepflegte konservative Bewerbungen.
Wenn es einem Haus "total" egal ist wie man sich bewirbt würde ich persönlich dass total misstrauisch machen (hohe Ärztefluktuation? Notstand?) (...)

Wenn ihr Euch an einer Uniklinik bewerbt...
rechnet damit dass neben Chef ggf Personaloberarzt und ggf leitender Oberarzt dabei sind oder am Ende des Gesprächs dazu kommt.
Rechnet zusätzlich zu den Standardfragen mit Fragen, die auf Eure Doktorarbeit, wissenschaftliches Interesse etc abzielen.
Wenn ihr null Interesse an Forschung, wissenschaftlichen Studien/aktiver Betätigung in dem Feld habt, rate ich Euch davon ab. Denn das wird neben der allgemeinen Arbeitsleistung zwingend vorausgesetzt. Auch das Thema Doktorarbeit nimmt da oft sehr viel Raum ein.


Das habe ich auch gemacht als ich angefangen habe. Inzwischen haben wir das Jahr 2021 und eigentlich war es schon damals altmodisch.
Ich kann mir nicht vorstellen bei jmd. zu arbeiten, der noch alles per Post zugesandt haben möchte. Wäre mir persönlich zu altbacken. Kann das auch nicht mehr als "klassisch" ansehen.
Viele Personalabteilungen wünschen sich auch explizit eine Onlinebewerbung, um die Papierflut in Grenzen zu halten.

Mal sprach man nur mit dem Chefarzt. Mal tatsächlich in einer riesigen Runde. Mal nur mit dem Chef und seinem Vertreter.
Der ideale Bewerber ist der Student, der bereits im 8. Semester seine Promotion dort erfolgreich begonnen hat und fleißig diese fast zu Ende gebracht hat und möglicherweise noch nen Hiwi Job dort hatte und das PJ dort gemacht hat, dann kennt man den schon und dann dürften Noten eine untergeordnete Rolle spielen. Bei beliebten Fächern/Abteilungen in den großen Städten kommen auch Noten ins Spiel.

mkw44
21.06.2021, 06:56
Naja, ich arbeite auch an einer großen Uniklinik. Hier wollen die Abteilungen oftmals gewollt keine klassische Bewerbungsmappe. Und es forscht auch nicht jeder Assistent.
Würde stets jedem, der an eine Uniklinik möchte raten es zu versuchen. Solche Posts schrecken meiner Meinung nach manchmal ab und lassen Selbstzweifel aufkommen :/

Das habe ich ehrlich gesagt auch gedacht... Der Post auf den du dich beziehst klingt für mich definitiv nicht so, als würde er auf alle zutreffen. Kenne von der hiesigen Uniklinik in meinem (eher beliebten) Fach einige Leute, die ohne Dr genommen wurden, auch einfach wegen der Personalsituation. Nicht alle wollen ja groß in der Forschung rauskommen, sondern einfach gute Klinik lernen.

daCapo
21.06.2021, 19:32
Akela hat einen leicht konservativen Spirit. (Bewerbung auf Papier, beim Sono zuschauen statt Mittagspause in der Kantine).

anignu
22.06.2021, 00:23
Akela hat einen leicht konservativen Spirit. (Bewerbung auf Papier, beim Sono zuschauen statt Mittagspause in der Kantine).
Spannend: wie würdest du deinen "Spirit" bezeichnen? Ich hab Ideen, will deiner eigenen Bewertung aber nicht vorgreifen...

Ich kann mir nicht vorstellen bei jmd. zu arbeiten, der noch alles per Post zugesandt haben möchte. Wäre mir persönlich zu altbacken. Kann das auch nicht mehr als "klassisch" ansehen.
Ich persönlich finde das ziemlich beschränkt. Beschränkt von Schranke und so, also sich selbst völlig sinnlos eine Schranke setzen...

Wir arbeiten in einer Arbeitswelt die immer noch auf Fax-Geräte setzt, sogar der Bundestag schafft diese ab. Wir haben voll digitalisierte Daten von Patienten (z.B. CTs, MRTs) die dann auf CDs oder DVDs gebrannt werden um sie per Post oder Taxi in andere Kliniken zu schicken damit die Leute dort sie mitbeurteilen können. Wir sind so ziemlich die einzige Branche die noch auf Nadeldrucker setzt. Krankenhäuser sind so ziemlich die einzigen Betriebe (Schulen ausgenommen, das sind keine Wirtschaftsunternehmen) die es sich erlauben mit so grottenschlecht ausgestatteter EDV zu arbeiten dass man am Nachmittag manchmal einfach heim geht weil die Computer nicht gehen und man so einfach nicht mehr arbeiten kann. Brauchst du noch mehr Beispiele?

Ob jetzt wiederum der Chef eine Bewerbung auf Papier oder elektronisch haben will ist mir ungefähr sowas von egal, ich kann beides. Der Unterschied ist eine Arbeit von 5-10 Minuten. Ich hab eh alles in hoher Qualität elektronisch und entsprechende Drucker zuhause dass ich aus einer elektronischen Bewerbung in paar Minuten eine Papierbewerbung machen kann. Und wenn sie das wollen, mei. Ist doch mir egal. Es gibt da soooooo viele andere Sachen sie mir bei einer Stelle wichtig sind. Beispiel Zeiterfassung: stell dir vor man kann sich elektronisch bewerben und muss dafür Stundenzettel ausfüllen und diese täglich von einem OA unterschreiben lassen. Das sind für mich eher so die NoGos. Außer man hat wiederum einen AT-Vertrag.

anignu
22.06.2021, 00:29
Doppelpost...

D.Hollywood
22.06.2021, 06:24
Wo du die Zeiterfassung erwähnst…
Habe meine Wunschstelle bekommen, allerdings ist hier die Zeiterfassung handschriftlich (obwohl eigentlich das Haus auf dem neusten Stand ist).
Bewerbung war elektronisch :P an allen Kliniken. Die Chefs haben sich das ganze selbst ausgedruckt. Warum jemand die Bewerbung noch per Post wünschen sollte, verstehe ich nicht. Kostet Zeit und Geld.

Zurück zur Frage:Sollte mich die handschriftliche Zeiterfassung zweifeln lassen?

davo
22.06.2021, 06:42
Ich versteh nicht, warum einen eine Bewerbung auf Papier aufregen sollte.

Es ist strategisch gesehen sogar gut, die Hürden für die Bewerbung nicht allzu niedrig sein zu lassen. Sonst bekommt man viele lieblose BS-Bewerbungen von Leuten, die kaum echtes Interesse am Job haben.

Außerdem ist es meines Erachtens einfach ein Gebot der Höflichkeit, bei einem wichtigen Schritt im Leben eine für den Empfänger bequeme Form zu benutzen. Denn ausgedruckt wird jede elektronische Bewerbung am Ende - das sollte klar sein.

Sich alleine deshalb auf einen guten Job nicht zu bewerben, ist irgendwie nicht besonders schlau.

Bzgl. Zeiterfassung: Kommt drauf an, wie die Details sind. Mein aktueller Arbeitgeber hat auch eine handschriftliche Zeiterfassung - was natürlich eine völlige Zeitverschwendung für Arbeitgeber und auch Arbeitnehmer ist. Die Tatsache, dass es sie trotzdem gibt, zeigt IMHO, dass der Arbeitgeber darauf hofft, dass einige Leute ihre Überstunden vergessen und/oder nicht aufschreiben. Bei mir ist es jedoch so, dass da nichts genehmigt werden muss - ich schreib jede Überminute auf, und bekomm jede Überminute anstandslos bezahlt. Und meine Kollegen machen das, soweit ich sehen kann, auch alle so. Unter diesen Umständen hab ich mit einer handschriftlichen Zeiterfassung kein Problem, wenngleich ist sie für ein Relikt der Vergangenheit halte. Aber wenn es da Probleme gäbe, dass man sich die Stunden erst genehmigen lassen muss, oder dass man dann nicht alles bezahlt bekommt, würd ich das nicht mitmachen. Sinnvoll wäre es also, sich bei den Assistenzärzten zu erkundigen, wie die Gepflogenheiten und Rahmenbedingungen bzgl. Überstunden dort so sind.

daCapo
22.06.2021, 08:51
Doppelpost...

Wie würdest du deinen Spirit beschrieben...?

Feuerblick
22.06.2021, 08:54
Der Spirit einzelner Personen ist nicht Gegenstand der Diskussion. Also bitte etwas zum Thema beitragen oder einfach gar nicht kommentieren.
Danke!

Feuerblick
MediLearn Moderatorin

daCapo
22.06.2021, 08:55
Ich persönlich finde das ziemlich beschränkt. .

Ich finde es altmodisch (anignu sagt beschränkt), wenn man Bewerbungen im Jahr 2021 ausschließlich mit der Post verschickt und auf Extra teurem Druckerpapier ausdruckt. Hätten wir 2011 oder 2001 fände ich es dem Zeitgeist entsprechend.

Feuerblick
22.06.2021, 08:59
Damit wäre das ja geklärt und erschöpfend ausdiskutiert.
Bitte also wieder dem Thema widmen. Danke!

Endoplasmatisches Reticulum
22.06.2021, 09:11
Da man gerne mal zur Vorstellung durchs halbe Land gebeten wird um vor Ort zu erfahren, dass es gar keine freie Stelle gibt, darf man durchaus die Minimierung des eigenen Aufwandes im Hinterkopf behalten. Arbeitgeber leisten sich regelmäßig mit einiger Selbstverständlichkeit so manche Klopper. Mein persönliches Highlight war eine Uniklinik, die mir nach Hospitation abgesagt hat, um mich jeweils drei, vier und fünf Monate später zu einer zweiten Hospitation einladen zu wollen.

Die Traumstelle oder das Traumunternehmen gibt es aus meiner Warte in unserer Medizin eh nicht. Man ist als Assistenzarzt der Azubi der Weißkittelschaft. Das wird von Oben und vom System gelebt, und leider oft auch von der Seite. Dann braucht im Umkehrschluss aber kein Arbeitgeber im Bewerbungsprozess Geschosse auf den Tisch legen, als würde man sich auf eine akademische Führungsposition bewerben. Das mal auf grundsätzlicher Ebene. Gleichzeitig sollte man als Bewerber aber auf die Nuancen und eigenen Interessen achten. Will ich in die Derma oder PCH der Uniklinik, dann muss ich mit einem gewissen Elitismus rechnen und damit leben. Geht es um Innere in der Kreisklitsche, sieht die Sache anders aus. Letztlich ist das eine Einzelfallentscheidung.


Beispiel Zeiterfassung: stell dir vor man kann sich elektronisch bewerben und muss dafür Stundenzettel ausfüllen und diese täglich von einem OA unterschreiben lassen. Das sind für mich eher so die NoGos.
Das ist aber auch Schall und Rauch. Teilweise braucht es nur eine einzige Chefarztrüge aus dem Krawattenbunker, damit die Überstundenkultur in einer Abteilung von einem Tag auf den anderen eine erzwungene 180-Grad-Wendung hinlegt.

PrinzessinAmygdala
22.06.2021, 09:42
Mal ne ganz andere Frage bzgl. Bewerbung. Ich hab vor dem Studium schon in der Pflege gearbeitet. Muss ich da irgendwelche Arbeitszeugnisse, Nachweise, etc. zur Bewerbung dazu legen oder reicht es, wenn ich es schlicht im Lebenslauf aufführe und gut ist? Ich bin bei letzterem, weil es unterschiedliche Jobs sind und es den Chefarzt eher nicht interessiert wie ich in der Pflege gearbeitet habe , aber sicher bin ich mir nicht. Wie habt ihr das gehandhabt, sofern ihr auch was anderes vorher gemacht habt?

Pampelmuse
22.06.2021, 09:53
Aus meinen Bewerbungsgesprächen...

Andere Stelle, wieder Uniklinik:
im großzügigen Chefbüro fast 10 !! Leute anwesend, von Chef, bis Personaller, 6 Oberärzte, 1 PersonalfuktionsOA, beide Assistentensprecher, und noch eine SEkretärin. im Stuhlkreis sitzend. in der Mitte des Stuhlkreises ein Stuhl für den Bewerber, mich.
Ich kann nur sagen: dieses Arrangement war sehr speziell und gewöhnungsbedürftig, man fühlte sich eher wie bei einer Gerichtsverhandlung als als Bewerber. Unangenehm, alle schauen einen permanent an, wie im Zoo im Käfig. sehr spezielles Vorgehen bei dieser Klink. Es glich einer Inquisition von allen Seiten - von allgemeinen Fragen zu mir und meiner bisherigen Tätigkeit... ging e s zu sehr speziellen Fragen, teilweise auch gezielt bohrend.


Hatte ich auch mal. War furchtbar. Am schlimmsten fand ich, dass alle so einen auf Pokerface gemacht haben. Habe während des Gespräches meist den Chef bzw. seinen Stellvertreter angeschaut, weil die halt das Gespräch geführt haben, aber gegen Ende auch mal versucht, Blickkontakt mit den anderen zig Anwesenden zu haben und denen auch mal zugelächelt. Da kam nichts zurück, null Komma null. Ich fand das Gespräch sehr, sehr unangenehm.

Endoplasmatisches Reticulum
22.06.2021, 10:10
Hatte ich in einer Uniklinik auch mal ähnlich. Einzige Ergänzung: Der Chefarzt war am Tag des Gesprächs gar nicht in der Klinik. Deshalb hat der ltd. Oberarzt die Gesprächsrunde geführt, der aber laut eigener Aussage nichts entscheiden dürfe. Am Ende nach 60 Minuten Reißwolf von allen Seiten dann die Ankündigung, man würde sich zunächst beratschlagen und im Falle eines positiven Votums innerhalb von 4 Wochen bei mir zur Vereinbarung eines zweiten Vorstellungsgesprächs mit dem Chef melden.

Nulllinie
22.06.2021, 11:53
Mal ne ganz andere Frage bzgl. Bewerbung. Ich hab vor dem Studium schon in der Pflege gearbeitet. Muss ich da irgendwelche Arbeitszeugnisse, Nachweise, etc. zur Bewerbung dazu legen oder reicht es, wenn ich es schlicht im Lebenslauf aufführe und gut ist? Ich bin bei letzterem, weil es unterschiedliche Jobs sind und es den Chefarzt eher nicht interessiert wie ich in der Pflege gearbeitet habe , aber sicher bin ich mir nicht. Wie habt ihr das gehandhabt, sofern ihr auch was anderes vorher gemacht habt?

Bei mir hatten die Pflegestellen fachlich auch nichts mit dem aktuellen Fachgebiet zu tun, zudem anderes Haus. Hatte es daher nur im Lebenslauf aufgeführt und hat den Chefärzten auch gereicht. Hätte ich mich im gleichen KH wie früher beworben, hätte ich evtl. mein altes Arbeitszeugnis rein. Aber ob du das rein packst oder nicht, bleibt dir überlassen. Es sagt ja trotzdem was über deine allg. Arbeitsweise und Einstellung aus.
Aber sowas wie Examenszeugnis und Urkunde (Pflege) braucht nicht in die Bewerbung.

medcat
30.06.2021, 13:14
Hallo Leute,

wie lange hat es bei euch nach mündlicher Stellenzusage gedauert bis ihr euren Arbeitsvertrag hattet (Uniklinik!) 1 bis 2 Wochen? Ich muss in ein anderes Bundesland für die Stelle ziehen, dementsprechend steht die Wohnungssuche an. Habe um ein Schreiben der Abteilung gebeten zwecks Wohnungssuche, wurde aber abgelehnt weil die Personaladmin alles absegnen muss. Für mich echt blöd. War das bei euch auch so?

RussianAngel
30.06.2021, 13:17
Variabel: 1-2 Wochen bis 4-5 Monate...Ist wirklich verrückt...:P

medcat
30.06.2021, 13:24
Ach herrje.. 4 bis 5 Monate... das ist heftig. Ich hoffe mal auf 1-2 Wochen...