Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragensammlung - Bewerbungsgespräch
Spielen Sie ein Instrument?
Nehmen Sie am kulturellen Leben Ihrer Stadt teil?
Was ist denn das für ein Optimist? :-)) Wo sollte denn bei einer 90-Stunden-Arbeitswoche die Zeit dafür herkommen? :-D
Früher sollen das ja die wichtigsten Fragen gewesen sein, hab ich mir sagen lassen ... .
Vielleicht sollt man sowas auch im Studium berücksichtigen, nach dem Motto, heut komm ich nicht zum Praktikum, muss ins Konzert :-)
Der Praktikant
07.01.2009, 11:44
So, endlich kann ich auch mal paar Sachen zu dem Thema schreiben
Ort: Uniklinikum, hab mich nachts per Email beworben und am nächsten Morgen sofort eine Einladung bekommen.
Anwesende Personen: 8 Leute incl. Chef, Gleichstellungsbeauftragte und div. Oberärzten und Leuten, die ich nicht zuordnen konnte und mir auch nicht vorgestellt wurden.
Zum Einstieg: "Erzählen Sie kurz über sich und warum Sie an unser Haus wollen!"
"Erzählen Sie über ihre Doktorarbeit!"
"Was machen Sie, wenn Sie gerade nicht forschen"
"Wo haben Sie sich überall beworben?"
"Haben Sie sich auch für ein anderes Fach beworben?"
"Wann können Sie anfangen?"
Dann sollte ich noch Fragen stellen.
greenlander
13.01.2009, 13:04
Ich habe in den letzten Jahren sicher über ein Dutzend Vorstellungsgespräche gehabt. Einige davon nur zum Üben. Ist auch eine gute Erfahrung, mit einer Zusage im Sack in ein Gespräch zu gehen.
Abgesehen von wenigen Ausnahmen ganz am Anfang meiner Assi-Zeit, habe ich immer mehr den Eindruck bekommen, die Chefs wollen sich und das Haus gut präsentieren und man sei selber am Abdruck. Es ist leider so, dass man schon mit wenig Erfahrung als Muttersprachler an nichtuniversitären Häusern- und wenn es dann noch kleinere Städte sind, fast automatisch ein Zusage hat. Leider wird einem dabei auch oft mehr versprochen, als letztlich gehalten wird.
Ich habe es oft erlebt, das ich kaum zum Zuge kam und Chef sowie Beisitzer geredet und geredet haben.
Die Größe der jeweilgen Gesprächsrunde war von riesig (mehrere CÄ plus OÄ, Frauen- und anderweitig Beauftrage etc.) bis intim mit einer Tasse Kaffee und dem Chef allein. Danach schloss sich in der Regel eine Hausbesichtigung an. Danach habe ich fast immer die Chance genutzt, mit den Assis auf den Stationen zu reden. Dabei relativieren sich viele Aussagen des Chefs. Plötzlich ist die Bezahlung von Diensten, der Anfall der Überstunden, die Rotationsregelung etc. bisher doch ganz anders gewesen.
Eine Hospitation habe ich nie gemacht - ein Gespräch mit den potentiell künftigen Kollegen ist aber nach meiner Erfahrung ein Muß (z.B. beim Mittagessen). Wenn der Chef das ablehnt, sollte man eh nicht dort anfangen.
Für wichtig halte ich inzwischen auch, entscheidene Versprechen des Chefs als Sondervereinbarung möglichst in Umfang, Termin und Ablauf in den Vertrag schreiben zu lassen. Sonst könnte es sein, dass Mann sich nicht mehr daran erinnert...
Die Fragen, an die ich mich erinnere, drehten sich überwiegend um Promotion und darum, ob man unter den Bedingungen, die in der Abteilung (z.B. Schichtdienst) arbeiten möchte. Abgesehen von Fragen wie "Was sind Ihre Stärken? Wollen Sie langfristig in einer (unserer) Klinik bleiben? Was macht Ihre Frau? Niederlassung erwogen?" habe ich nie "Psycho-Fragen" erlebt.
Man sollte auch nie gänzlich unvorbereitet sein. Priorität hat aber die eigene Vorstellung von der beruflichen Zukunft. Je klarer man zum Ausdruck bringen kann, was man erwartet, um so erfolgreicher verläuft das Gespräch, wobei das auch bedeuten kann, dass man am Ende weiß, dass es das falsche Haus war. Nichts ist schlimmer, als wenn man das erst nach einem Umzug merkt.
Für mich war das Klima einer Abteilung immer sehr wichtig. Und wenn einem der Chef schon beim Erstgespräch unsympathisch ist, wird sich das wohl kaum bessern. Das gleiche gilt wohl auch für den Chef, der den Bewerber als Bittsteller behandelt. Und wenn ein Chef selbst unvorbereitet in ein Gespräch geht, ist das auch eine Form von Ignoranz. Habe ich aber kaum erlebt -eher im Gegenteil. Und wenn doch, hat er sich dafür entschuldigt.
Wirklich geärgert habe ich mich nach einem Gespräch nur mal ganz am Anfang, als mich ein Chef in einem Bewerbungsgespräch auf eine AiP-Stelle fragte, wieviele Echos und Intubationen ich schon gemacht hätte???
Also geht erhobenen Hauptes in ein Gespräch. Heute ist es häufiger der Fall, dass der Chef dringend jemanden braucht als umgekehrt. Redet mit ihnen auf Augenhöhe.
Gruß
John Silver
13.01.2009, 19:01
Ehrlich gesagt, frage ich mich ernsthaft, weshalb sich so viele Chefs dermaßen stark für Doktorarbeiten interessieren. Okay, vor 5 Jahren war es vielleicht noch ein interessantes Kriterium, als man noch einige Dutzend Bewerber pro Stelle hatte. Aber heute??
greenlander
13.01.2009, 20:35
Bei mir ging´s auch darum im Gespräch ein bisschen warm zu werden. Wie kam man zum Thema, wie war die Betreuung, was war überhaupt der Grund für eine Promotion.
Ansonsten ist es vielleicht ein Indiz dafür, dass jemand Ausdauer für ein Thema hat. Und vielleicht auch für eine gewisse Frustrationstolerenz. Bei den heutigen Arbeitsbedingungen nicht ganz unwichtig.
Aber für oder gegen eine Einstellung ist das sicher kaum ein Argument - höchstens an Unis.
John Silver
14.01.2009, 13:17
Auch an Unis ist es mittlerweile kaum ein Argument. Interessanter ist, ob der Bewerber an Forschung interessiert ist oder nicht, und das sagt eine Doktorarbeit nicht wirklich aus, denn die meisten machen eine lediglich fürs Dr.-Kürzel.
Ich habe nun bald einige Vorstellungsgespräche anzugehen. Ich frage mich aber wie man sich als Mann kleiden sollte. Eine Jeanshose mit T-Shirt ist sicher ein Garant für ,,Nein! Danke!" aber ein Anzug ist wohl zu viel des Guten.
Habt ihr Ratschläge was ich da in mein Koffer packen soll?
Lassen wir diesen Thread mal weiterhin eine Fragensammlung sein.
Zum Thema Bekleidung gibt's schon andere Thread, z.B. den hier (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=44765&highlight=vorstellungsgespr%E4ch+anzug+bluse), schau doch dort mal rein oder benutze die Suchfunktion für weitere. :-)
Wann fragt man am besten, ob man mit den anderen assis reden darf? Bzw, wenn ich ein interview termin bekomme, könnte wer anderer mir die nummer von den assis geben, z.b die sekretärin? Wie habts ihr das geregelt?
Das ist unterschiedlich. Manchmal ist es Teil des Bewerbungsgesprächs, dass Dir ein Assi das Haus zeigt und Deine Fragen beantwortet und evtl. später seine Eindrücke über Dich beim Chef weitergibt. Manchmal beschränkt sich das Bewerbungsgespräch auf Chefarzt und leitenden Oberarzt. Da ich ohnehin überall, wo ich eine Zusage hatte, zur Hospitation gegangen bin, war es für mich nicht so wichtig, bereits beim Vorstellungsgespräch mit den Assis zu sprechen.
Übrigens, Anzug muss schon sein! :-meinung
greenlander
23.01.2009, 11:56
Mit einem dunklen Anzug, meinetwegen auch ohne Krawatte, bist Du immer auf der sicheren Seite. Wenn Du Dich zu leger kleidest, wird mancher (ältere) konservative Chef sicher komisch gucken. Einem Chef, dem die Kleidung seines Bewerbers nicht so wichtig ist, wird der Anzug zu zumindest nicht negativ auffallen.
Zu den Assis kannst Du nach dem Gespräch gehen. Dann haben sich auch ein paar Fragen angesammelt. Wichtig dabei sind:
- Dienstbelastung, -frequenz und Dienstbezahlung sowie Freizeitausgleich
- Wie pünktlich kommt man als normal organisierter Assi raus?
- Verhältnis zu den Schwestern
- Gibt es feste Rotation in wichtige Funktionsbereiche? Wie ist die genaue
zeitliche Regelung?
Vorsichtig bei Sätzen wie: "Machen Sie sich keine Sorgen, das klappt schon!"
- Supervision?
- Gibt es tatsächlich so etwas wie regelmäßige! Ausbildung?
Die Stimmung innerhalb des Kollegenkreises bekommst Du schon während des Gespräches mit. Da gilt: Wie man hineinruft...
Wichtig ist auch die genaue Bezahlung. Meistens werden Dir gut klingende Zahlen genannt, die man aber nie auf seiner Abrechnung mehr wieder sieht. Deshalb zur PA, damit man Dir eine fiktive Gehaltsabrechnung incl. der durchschnittlichen Dienste ausrechnet. Danach hast Du eine ganz klare Vorstellung, was Du finanziell tatsächlich erwarten darfst. Aus eigener Erfahrung ist das immer eine Überraschung.
Kollegen fragen ist meistens die schlechtere Idee, da die andere Steuerklassen, Weiterbildungsjahre oder auch außertarifliche Vereinbarungen haben, über die sie sowieso nicht reden dürfen.
Letztlich mußt Du am Ende wissen, ob Du mit dem Chef, OÄ und vor allem mit den anderen Assis kannst. Ob Dir die Bezahlung ausreicht und Du etwas lernen kannst, was die WBO fordert. Und wenn es dann noch in angenehmer urbaner Umgebung liegt, man eine bezahlbare und schöne Wohnung findet....
Bist Du alle wesentlichen Punkte mit Ja beantwortest, hast Du sicher so manches Gespräch hinter Dich gebracht.
Gruß an die Kollegen.
Neurönchen
04.02.2009, 17:37
Hallihallo,
hatte heute mein erstes Vorstellungsgespräch - kommunales Haus. Hatte Montag für heute eine Einladung bekommen. Es war eigentlich meine Wunschklinik, wäre mir eigentlich lieber gewesen, vorher noch ein "Probegespräch" irgendwo anders zu haben, aber naja. Auf jeden Fall saßen mir ->7<- Leute ( Chef, OÄ, Assi-Vertreter) gegenüber.
Gefragt wurde sehr wenig, ich sollte was über mich erzählen und was meine Ziele sind, was, da es gleich der EInstieg war, ziemlich holprig rüber kam. Andere Fragen waren, welche Bereiche ich in dem Fach besonders interessant finde und warum. Dann was ich im PJ gemacht habe. Doktorarbeit kurz erzählen, was Thema war, aber keine großen Rückfragen. Wann ich anfangen könnte. Wo ich mich noch beworben habe. Dann konnte ich Fragen stellen, hab das übliche gefragt (Weiterbildung, Rotationen, EInarbeitung, Dienste, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Fortbildungen, Tarifvertrag, Forschungsbereiche..., viel über die KLink hatte ich ja bereits im Internet gelesen bzw gehört). Es wirkte auf mich, als erwartete er viel mehr Fragen meinerseits, aber irgendwann ist mir einfach nichts mehr eingefallen, also seid darauf eingestellt viele schlaue Fragen zu stellen. Das Klima im Gespräch war ziemlich kühl, hab mich alles andere als wohl gefühlt. Dann hat mich ein dann doch sehr netter OA im Haus herumgeführt und mich den Assis vorgestellt. Ich wäre die letzte Bewerbung gewesen, die sie sich angehört hätten, und sie würden sich zügig zurückmelden.
Habe absolut kein gutes Gefühl :-nix , hab mich glaub ich nicht so toll verkauft...schade, dass es meine Wunschstelle war, aber zumindest hab ich jetzt mein erstes Gespräch hinter mir und bin beim nächsten Mal noch ein bischen besser vorbereitet. Grüße
Das Gefühl kann einen gewaltig täuschen. Nur Mut!
HorstHützel
05.02.2009, 10:51
Das Gefühl kann einen gewaltig täuschen. Nur Mut!
Kann ich nur zustimmen !
Hatte auch ein Bewerbungsgespräch bei dem ich mich gefühlsmässig bis auf die Knochen blamiert habe, aber genau dort in 3 1/2 Wochen anfange.:-top
(obwohl ich immer noch auf meinen Arbeitsvertrag / schriftliche Zusage warte... :-nix )
HH
Talelady
05.02.2009, 20:01
(obwohl ich immer noch auf meinen Arbeitsvertrag / schriftliche Zusage warte... :-nix )Das hatte sich bei mir auch bis 1 Woche vor Arbeitsbeginn hingezogen...
Neurönchen
07.02.2009, 17:36
Das Gefühl kann einen gewaltig täuschen. Nur Mut!
Ihr hattet Recht - hab heute die Zusage bekommen - kann es kaum fassen, am 1.4. geht´s los :-oopss .Werd mir aber noch ein Gespräch an der Uni nächste Woche antun, bevor ich endgültig zusage!
Hallo,
wie lange dauert eigentlcih ein gutes Bewerbungsgespräch?HAtte gestern mein erstes Vorstellungsgespräch, hat insgesamt nur 45 minuten gedauert mit Hausrunde.
Eigentlich lief das Gespräch ziemlich gut.Der Chef meinte sogar , das ich auf ihn einen sehr positiven Eindruck machen würde und ich käme in die engere Auswahl.Heute wollte er mich anrufen, hat er aber nicht.Wie lange würdet ihr warten bis ihr euch nochmal bei ihm meldet?
Ach gefragt hat er nur: Warum Gyn?
Und ob ich immer noch ledig bin? (Ich gebe zu die
Frage ist eigenartig, zumal er einen aktuellen Lebens-
lauf mit Datum vor sich hatte, in 5 Tagen ändert sich
das nicht so schnell)
icespeedskatingfan
12.03.2009, 07:52
Hallo Pharma,
das ist ein gutes Zeichen - wenn Du ihm nicht passt hätte er sich die Zeit für eine Hausrunde gespart. Also:-top
Hypomochlion
12.03.2009, 08:43
Und ob ich immer noch ledig bin? (Ich gebe zu die Frage ist eigenartig, zumal er einen aktuellen Lebenslauf mit Datum vor sich hatte, in 5 Tagen ändert sich das nicht so schnell)
Das heißt wahrscheinlich das, was ich wortwörtlich so gefragt wurde:
"Kinderwunsch? Ich weiß, dass ich das nicht fragen darf."
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