Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragensammlung - Bewerbungsgespräch
also ich wurde gefragt, wieso ich denn medizin studiert habe.
ich habe geantwortet dass ich mit medizin begonnen hab, weil ich wissen wollte, wie krankheiten entstehen, wieso sich eine zelle "entschließt" zur krebszelle zu werden, wo man ansetzten kann, um krankheiten zu heilen und an der medizin fasziniert mich, dass sie sich von der molekularen ebene, wo man sehr spannend forschen kann, bis zu den sozialen konsequenzen, die eine krankheit für den patienten hat, erstreckt. ich hab mir zwischendurch im studium immer wieder die frage gestellt, ob ich nicht auf molekularbiologie wechseln soll, aber da hab ich patientenkontakt auch schon gekannt und wollte es nicht aufgeben. und nur in der medizin kann man beides machen, man kann forschen, aber man übt auch einen sozialen beruf aus mit direktem kontakt zu menschen und versucht ihnen zu helfen. und wenn man forscht verliert man nicht aus den augen, wozu es eigentlich gut ist, welchen menschen man damit potentiell helfen kann.
Espressa
09.09.2009, 12:43
eine Frage hätte ich noch, die mir gestellt wurde.
"Was fasziniert Sie besonders an der Medizin?"
-Antwort: "Die Medizin hat sich meines Erachtens von der Funktion der Lebenserhaltung zum Gebiet der verbesserten Lebensqualität entwickelt. Heutzutage sieht man bspw. bei Brustkrebs von einer Ablatio ab, sofern dies möglich ist. Dabei geht man mit einer brusterhaltenden Therapie im Sinne der Ästhetik vor. Manches Leben, das erhalten wird, ist nicht immer lebenswert. Hier greift die neue Medizin, die versucht die Lebensqualität durch neue Therapien zu verbessern."
Die Frage fand ich echt interessant... mich würde mal interessieren. Wie es da bei euch aussieht?
Hm, wäre keine Antwort für mich. Hängt ja auch sehr vom Fach ab.
Einem Augenarzt z.B. geht es nie direkt um Lebenserhaltung (man sehe mal von den Malignomen ab), immer um Qualitätsgewinn. Und das war wohl früher auch schon so...
Wobei Lebenserhaltung eigentlich eh auch eine edle Leistung ist - und sei es einäugig nach Enukleation bei einem Aderhautmelanom...
Chandler
09.09.2009, 19:03
Hallo zusammen,
auch ich stehe kurz vor dem Hammerexamen und voll im Bewerbungsstress...
Bilanz bis dato:
8 Vorstellungsgespräche = 9 Zusagen
für Anästhesiologie
Immer die gleichen Fragen, kann da leider nichts beitragen...
Was mich aber interessieren würde, was fragt ihr denn?
Wie sind die Angebote?
Verträge? Tarife? Aussertarifliche Bezahlung? Poolzahlungen? Weihnachtsgeld? Einstiegsprämie? other benefits???
Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, da man ab dem 3-ten interview auch mal danach fragt... Für schüchterne Menschen wie mich... :-) die begehrten Vorstellungsgespräche zum Schluss!
Da trotz der katastrophalen Stellen Situation in den meisten Krankenhäusern, werden immer wieder irgendwelche hausgemachte Verträge angeboten, die die Inteligenz des Aplicanten beleidigen...
viel Spaß beim Verhandeln:-top
Chandler
8 Vorstellungsgespräche = 9 Zusagen
für Anästhesiologie
:-notify wenn das in der Welt der Pädiatrie auch so wäre :-notify:-dafür
Hm, wäre keine Antwort für mich. Hängt ja auch sehr vom Fach ab.
Einem Augenarzt z.B. geht es nie direkt um Lebenserhaltung (man sehe mal von den Malignomen ab), immer um Qualitätsgewinn. Und das war wohl früher auch schon so...
Wobei Lebenserhaltung eigentlich eh auch eine edle Leistung ist - und sei es einäugig nach Enukleation bei einem Aderhautmelanom...
Nein... so meinte ich das auch nicht... die Lebensqualität ist natürlich mit der Medizin von vornherein da gewesen... aber damals hatte man nciht die technischen Möglichkeiten und ist auch in der FOrschung noch nicht so weit gegangen die Lebensqualität zu verbessern. Scherztherapien, Brusterhaltende Therapien bei Mamma-Ca´s, etc... das sind alles Maßnahmen, die man heute trifft um die Ästhetik des Menschen und sein soziales Wohlbefinden zu erhalten. Dabei habe ich beim Gespräch natürlich auch erwähnt, dass bedingt durch die Globalisierung der gesellschaftliche Druck im Sinne von Ästhetik und Mode natürlich auch immer mehr wächst, was man an dem wachsenden Geschäft der plastischen Chirurgie sieht.
Aber ich sehe es so: Was ist verwerflich daran, wenn ein Mensch nach Ästhetik strebt... wenn die Medizin hier dazu beiträgt, dass es ihm persönlich besser geht, dann ist das sicherlich ein guter Schritt.
Genauso unterstütze ich aber auch die Lebenserhaltungen, die einem viele Jahre mehr schenken können, die natürlich auch voller Lebensqualität sein können.
Ist man aber heute in der Lage einen Arm oder ein Bein zu erhalten, dann wird der Mensch eine weitaus größere Lebensqualität besitzen als jemand ohne.
Dann mach´doch erstmal Anästhesie ..
zumindest auf der Neo/Intensiv sind Pädiatr. CÄ nicht unglücklich, wenn jemand intubieren kann
8 Vorstellungsgespräche = 9 Zusagen
für Anästhesiologie
:-notify wenn das in der Welt der Pädiatrie auch so wäre :-notify:-dafür
Espressa
10.09.2009, 23:10
Aber ich sehe es so: Was ist verwerflich daran, wenn ein Mensch nach Ästhetik strebt... wenn die Medizin hier dazu beiträgt, dass es ihm persönlich besser geht, dann ist das sicherlich ein guter Schritt.
Tja, aber wenn du so die Lebensqualität in den Vordergrund stellst, kannst gleich schon Frisör, Kosmetikerin, Masseur, Swimmingpool-Vertreter oder sonstwas sein. Dafür musst kein Arzt werden.
Denke nicht dass DAS der Faktor ist der das Besondere der Medizin ausmacht. Sehr oft hat man sogar das Gefühl die Patienten ein wenig zu "quälen" in dem was man mit ihnen so anstellt, auch wenn es sich hinterher gelohnt hat.
Ich denke das Interesse am Job macht die Zusammenschau der Faktoren aus: Arbeit mit Menschen, komplexes Tüfteln über Diagnosen und Therapien, die edle Tat des Helfens und Spass am Operieren - für die chirurgischen Fächer.
Dann mach´doch erstmal Anästhesie ..
zumindest auf der Neo/Intensiv sind Pädiatr. CÄ nicht unglücklich, wenn jemand intubieren kann
Das ist richtig!!!!!! Und auch MEINE Alternative, wenn ich keine Peds Stelle bekomme.
Frische Fragen von gestern (zuegeben, nicht die nettesten):
Zunächst das alltägliche: Warum dieses Fach, warum diese Klinik? Dann gings recht schnell zum Privatleben: Sie haben 2 Kinder, wieviele kommen noch? Wenn Ihre Kinder krank sind, wer kümmert sich darum? Was arbeitet ihr Mann und wo? Was haben sie schon operiert? (Hallo? Ich bin Frischling...)
Dann kamen klare Ansagen was Überstunden (werden nicht aufgeschrieben, maximales Engagement gefragt) und Teilzeit (gibt es bei uns nicht, mit sowas fangen wir gar nicht erst an) betrifft. Hm, habe schon bessere Gespräche gehabt.
Alles in allem dauerte das Gespräch nicht länger als eine Viertelstunde, keine Kollegen vorgestellt, keine Hausrunde. Hatte dann noch kurz Gelegenheit, Fragen zu stellen und dann wars das. :-nix
@UMR:
Das klingt frustrierend, weil man sich ja Hoffnungen macht. Der CA ist auch witzig und wenn er sich den deutschen Durschnitt an Kindern ansieht, müsste er wissen, dh hoffen, dass du schon welche hast und ihm nicht wegen Schwangerschaft ausfällst --> wenn er schon so denkt.
Ich denke, das ist nicht DEINE Stelle. Da wirst nicht glücklich.
Marussja
10.10.2009, 09:26
so, jetzt kann ich auch was beitragen. Hatte mittlerweile 3 Gespräche, 2 große Häuser (keine Uniklinken) und ein ganz kleines Haus.
Fragen:
- weiso diese Fachrichtung? Wollte ich das von Anfang an oder hab ich mich im Studium umetschieden?
- wieso gerade die Gegend (studiere in Frankfurt, will aber nach Stuttgart)
- wo sehe ich mich in 20 Jahren? Strebe ich eine Chefarztstelle an? Will ich in der Klinik bleiben oder mich niederlassen?
- wieso hab ich PJ-Tertial in der Schweiz gemacht? Wie war es dort? Würd ich dort arbeiten wollen?
- Doktorarbeit: wieso dieses Thema? Wie lange bin ich schon dran? Wann hab ich vor damit fertig zu werden? Was genau ist das Ziel der DA?
- wie ich mir das Arbeitsleben vorstelle, ob ich mit Stress umgehen kann, wie ich zu den Überstunden stehe
- wie kann ich meine 4 im Physikum erklären? Hab ich schlecht gelernt?(Frechheit!)
- meine Famulaturen: wieso gerade die Fachrichtungen, was mir am meisten gefallen hat
beim ersten und dritten VG gabs eine Führung durch die Abteilung, beim zweiten nicht.
Vorstellungsgespräch kürzlich in der Inneren, bin im 3.WBJ:
Chef: "ahhh, Sie haben Berufserfahrung. Okay, dann haben Sie die Stelle sicher! Wann könnten Sie anfangen? Zum 01.01.. Okay, haben Sie noch Fragen?"
:-notify
Wahnsinnsauswahlkriterium....?:-keks
Hypomochlion
16.10.2009, 16:20
Okay, dann haben Sie die Stelle sicher!
War mal zu nem Bewerbungsgespräch in einem kleinerem katholischen Haus und da lag ein 3-Jahres-Vertrag mit meinem Namen eingedruckt fertig auf dem Tisch zur Unterschrift bereit - obwohl die mich noch nie gesehen hatten...
Ähm, sollte man nicht zuerst in RUHE und alleine den Vertrag lesen, damit man weiß, WAS man unterschreibt???
koboldmitlieb
19.10.2009, 09:10
Frische Fragen von gestern (zuegeben, nicht die nettesten):
Zunächst das alltägliche: Warum dieses Fach, warum diese Klinik? Dann gings recht schnell zum Privatleben: Sie haben 2 Kinder, wieviele kommen noch? Wenn Ihre Kinder krank sind, wer kümmert sich darum? Was arbeitet ihr Mann und wo? Was haben sie schon operiert? (Hallo? Ich bin Frischling...)
Dann kamen klare Ansagen was Überstunden (werden nicht aufgeschrieben, maximales Engagement gefragt) und Teilzeit (gibt es bei uns nicht, mit sowas fangen wir gar nicht erst an) betrifft. Hm, habe schon bessere Gespräche gehabt.
Alles in allem dauerte das Gespräch nicht länger als eine Viertelstunde, keine Kollegen vorgestellt, keine Hausrunde. Hatte dann noch kurz Gelegenheit, Fragen zu stellen und dann wars das. :-nix
Man man man, da kannste dem Chef eigentlich auch gleich sagen, dass DAS wohl keine geeignee Art ist, sich einem Bewerber zu präsentieren. Klingt ja wahnsinnig frech. Das Arbeiten könnte der Hölle ähneln...
Man man man, da kannste dem Chef eigentlich auch gleich sagen, dass DAS wohl keine geeignee Art ist, sich einem Bewerber zu präsentieren. Klingt ja wahnsinnig frech. Das Arbeiten könnte der Hölle ähneln...
Das tut es auch - habe mich unter der Hand bißchen informiert, Assis da schieben 10-12 Dienste pro Monat, Überstunden massenhaft (selbstverständlich wird WEDER Freizeitausgleich NOCH finanzielle Entschädigung geleistet:-keks), Chef ziemlich aufgebläht :-kotz... Habe mich ganz klar dagegen entschieden, auch wenns mein Wunschfach war und ich nun mit der zweiten Wahl vorlieb nehmen muß. Aber lieber ein vernünftiges Klima und ein netter Chef im "falschen" Fach, als das richtige Fach und die Hölle auf Erden... DAS muß man sich wirklich nicht antun.
Antracis
20.10.2009, 18:34
@umr: richtig so. Ich denke, manche Kliniken haben die Realitäten des Arbeitsmarktes noch nicht wirklich gerafft. Vor allem bei 60-70 % weiblichen Absolventen bedeutet der Verzicht auf Teilzeit zukünftig sowas wie: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Hoffe, Du hast bei der aktuellen Stelle mehr Glück. :)
Ansonsten kann ich auch noch ein paar Psychiatrie-spezifische Fragen anbieten, die mir so unterkamen.
- Haben sie Erfahrungen mit Fixierungen ? Wie stehen sie dazu ?
- Haben sie Erfahrungen mit Gewalt in der Psychiatrie. Wie gehen sie damit um ?
- welche Patienten fanden sie schwierig ? Wie fühlen sie sich, wenn Patienten sich nicht helfen lassen wollen oder man einfach nicht vorwärts kommt ? Wie gehen sie mit solchen Gefühlen um, was tun sie dagegen ?
- Haben sie sich schon mit der psychotherapeuthischen Weiterbildung beschäftigt ? Welches Verfahren ? Warum ?
- Haben sie schon psychiatrische Briefe diktiert, was fanden sie besonders schwierig daran ?
Gruß
Anti
@Marussja
Was hast du den zu der Frage bezüglich der Physikumsnote geantwortet???
Da würde ich total auf dem Schlauch stehen!
Marussja
18.11.2009, 09:20
@Marussja
Was hast du den zu der Frage bezüglich der Physikumsnote geantwortet???
Da würde ich total auf dem Schlauch stehen!
hab geantwortet, dass ich meine Probleme in Biochemie und Physik hatte und trotz der intensiven Vorbereitung es eben "nur" für eine 4 gereicht hat- damit war der Chef zufrieden und hat nicht mehr weiter nachgehackt.
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