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GP1001
10.03.2022, 10:27
Mit dem Öl-/Gas-Import-Stop würde ich noch warten, für den Fall, daß er völlig hohldreht (Flächenbombardements, Einsatz taktischer Kernwaffen), da man das als letzte nicht militärische Eskalationsstufe hat.

Ich würde nicht solange bzw. zulange warten. Ja ich weiß, dann müssen wir uns zur Not eine Elektroheizung kaufen für maximal einen Winter, ggfs. nur einen Raum heizen, und dann schleunigst umstellen auf Unabhängigkeit von Rußland. Das ist der Preis für die Freiheit und Vorzüge, die wir hier alle haben. Und 1x Frieren ist besser als in den Krieg ziehen. Ich habe da keine Lust drauf. Jmd sonst?
Wir hatten jetzt X-Jahre Zeit umzustellen, die Annektion der Krim war nicht gestern.


Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Sich über Putin echauffieren, lauthals (was er ja nicht anders verdient), nach Sanktionen schreien, aber bitte nur solange man selber nicht von den Konsequenzen betroffen ist.
Sonst ist die Sache dann plötzlich eine ganz andere.
Währenddessen Putin weiter die Fäden zieht, und damit durchkommt.

Wir spüren hier bereits Konsequenzen durch den Krieg siehe Benzinpreise, Verluste für Firmen in Rußland. Du hast jedoch Recht, wir müssen unabhängig von ihm werden. Bei Gas&Öl ist das sicherlich unbequem, aber es wäre konsequent. Und so zu leiden ist besser, als demnächst den russischen Panzer in Polen&baltischen Staaten abzuwehren.


Putin war doch schon immer für einen Waffenstillstand zu haben. Wenn die Ukraine die Krim hergibt, die annektierten Gebiete abgibt, den Wunsch nach NATO-Beitritt (der sowieso bis dahin nicht zur Debatte stand) aufgibt UND wenn Putin eine eigene Regierung installieren darf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gesamtheit dieser Forderungen annehmbar ist.

Nun, da zeigt dich laut Medienberichten Kompromißbereitschaft. Seitens der Ukraine bzgl Krim&Donbass, Nato-Beitritt und seitens Rußland bzgl. Regierungswechsel. Das haben sie jetzt in mehreren Statements aufgegeben.
Man sieht also Kompromißbereitschaft, was die Börse mit ihren Kurssprüngen etwas vorschnell feiert meiner Ansicht nach. Insofern besteht eine kleiner Hoffnungsschimmer für Frieden.

Der Natobeitritt steht laut den Medienberichten in der ukrainischen Verfassung, es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Nato die Ukraine nicht aufnimmt. Besonders in der jetzigen Situation. Anstattdessen möchte Kiew Sicherheitsgarantien seitens einer anderen Macht. Vorschlag wäre Türkei oder die USA.

Feuerblick
10.03.2022, 10:42
Ich sehe da von Putins Seite aus keine Kompromissbereitschaft. Er will immer noch das, was er bisher wollte und zu glauben, er wolle die Ukraine nicht komplett einnehmen, halte ich für naiv. :-nix

GP1001
10.03.2022, 10:50
https://www.tagesspiegel.de/politik/absage-an-gebietsabtrennungen-selenskyj-offenbar-bereit-ueber-neutralitaet-der-ukraine-zu-verhandeln/28140644.html

"Laut Angaben des Außenministeriums in Moskau zielt der russische Militäreinsatz in der Ukraine nicht auf den Sturz der ukrainischen Regierung."


Leider gibt es nach dem Treffen in Antalya jetzt aktuell keine Fortschritte bzgl. einer Waffenruhe.
Schade.

Feuerblick
10.03.2022, 10:52
Stimmt, sie wollen die Regierung ENTNAZIFIZIEREN und nicht stürzen. :-))

veriko
10.03.2022, 11:46
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article237414261/Heckler-Koch-versetzt-Mitarbeiter-mit-russischen-Wurzeln.html

Bedauerlich.

GP1001
10.03.2022, 16:20
Stimmt, sie wollen die Regierung ENTNAZIFIZIEREN und nicht stürzen. :-))

Du hast vollkommen Recht. Lawrow hat das Treffen in Antalya als Propagandaveranstaltung genutzt.
Schade.

Christoph_A
10.03.2022, 16:31
Naja, hattet ihr ernsthaft was anderes von diesem Lügenbold erwartet. Aber mit jedem weiteren Tag wird der Druck auf Russland größer und der Preis der Invasion höher. Manchmal braucht man Geduld im Leben.

Feuerblick
10.03.2022, 16:41
:-nix Nichts anderes war zu erwarten. Lawrow ist meiner Ansicht nach sogar schlimmer als Putin, weil noch verbohrter UND hirngewaschen.
Und vermutlich hat er noch ein paar Schäfchen, die ins Trockene müssen und kann sich nicht leisten, dass der Krieg aufhört.

Fr.Pelz
10.03.2022, 17:20
:-nix Nichts anderes war zu erwarten. Lawrow ist meiner Ansicht nach sogar schlimmer als Putin, weil noch verbohrter UND hirngewaschen.
Und vermutlich hat er noch ein paar Schäfchen, die ins Trockene müssen und kann sich nicht leisten, dass der Krieg aufhört.

Das stimmt. Zu behaupten, sie hätten die Ukraine nicht angegriffen, ist wirklich perfide und doof zugleich.

GP1001
10.03.2022, 17:41
Jetzt ist Schröder nach Moskau gereist zu Gesprächen. Der Gerd kann anscheinend der Realität nicht ins Auge sehen. Wäre ja zu hoffen, dass er was rausholt. Ich persönlich glaube es jedoch nicht.


Naja, hattet ihr ernsthaft was anderes von diesem Lügenbold erwartet. Aber mit jedem weiteren Tag wird der Druck auf Russland größer und der Preis der Invasion höher. Manchmal braucht man Geduld im Leben.

hohe Erwartungen waren nicht vorhanden. Aber jetzt ist man weiter auf dem Stand vor 2 Wochen...
:-keks
:-nix

Lava
10.03.2022, 19:06
Wie soll man denn mit so einem verhandeln? Aus dessen Mund nur Schrott kommt? Wie soll man den ernst nehmen?

pineapple
10.03.2022, 19:36
Selbst wenn. Man muss mit allem rechnen und aufmerksam bleiben… wer weiß ob schon biowaffen geplant sind

eny
11.03.2022, 06:33
Spätestens mit dem Einmarsch in die Ukraine muss man Putin jetzt wenigstens zur Kenntnis nehmen.
Ob einem sein Weltbild passt oder nicht.
Jetzt kann man überlegen wie man mit im fertig werden will. So super easy scheint es nicht zu sein...

Christoph_A
11.03.2022, 07:32
Ähm, wer hat denn bisher Putin nicht zur Kenntnis genommen? Verändert hat sich bloß der Blickwinkel, mittlerweile ist er halt weitgehend isoliert und auf die Stufe mit lupenreinen Demokratien wie Nordkorea gerückt worden.
Man kann eigentlich ziemlich einfach mit ihm fertig werden, wenn man hier sitzt, er demonstriert ja gerade eindrücklich, wie schlagkräftig seine "Wunderwaffen" sind, ein konventioneller Angriff auf die NATO würde in einem militärischen Fiasko enden, atomar geht für ihn auch nix außer drohen, da dann ganz Russland ebenfalls ein radioaktiv verseuchter Parkplatz ist und seine Wirtschaft wird grade im Rekordtempo rasiert. Bleibt ihm noch, die Ukraine zu erobern (woran ich langsam sogar Zweifel bekomme) und dann zu schauen, wie er da wieder rauskommt. Für Europa sollte die Strategie klar sein, den Preis in der Ukraine jeden tag etwas erhöhen, je schneller er wirtschaftlich kollabiert, desto besser und ansonsten Schotten dicht und die NATO Ostflanke massiv militärisch absichern. Passiert ja jetzt gerade wohl auch so. Und dem Friedensfürsten einen gesichtswahrenden Ausgang offenlassen, für den Fall, daß er doch noch sowas wie Resteinsichtigkeit zeigt.

Fr.Pelz
11.03.2022, 07:46
Die von mir sehr geschätzte Bettina Adler (Dlf-Korrespondentin) hat ja letztens ganz treffend ausgedrückt, dass putin bei Gesprächen nicht mehr zu hört „er sendet nur noch“.
Jetzt hat er sich ja ausgedacht, dass die Ukraine mit den USA b/c Waffen herstellt. Vermutlich um einen Vorwand zu haben, sie selbst einzusetzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er einer wie auch immer gearteten „Gesichtswahrung“ zugänglich ist.

Christoph_A
11.03.2022, 07:56
Dennoch muß man ihm diese Möglichkeit offenlassen, alleine schon, um Menschenleben retten zu können. Das sollte, bei aller Antipathie, auch immer eine Maxime "zivilisierter" Kriegsführung sein. Und erste zarte Signale kamen ja die letzten Tage aus Wladistan.

eny
11.03.2022, 08:56
Putin war nie ein anderer, wie sollte er auch, wurde er doch in diesem System sozialisiert.
Bis zum militärischen Einsatz in der Ukraine hat es wenige gekümmert, was da so ging. Und wenn doch, was hätte sich geändert?
Ob es nun wahr ist, oder ob es nur als Grund herbeigezogen wird.
Der Westen mit seiner ach so tollen Demokratie und Freiheit hat eine ziemliche Arroganz oder gönnerhafte Herablassung allem und jedem gegenüber, das anders ist. Sei das Russland, China, Nordkorea etc.
Solange die Geschäfte laufen, ist doch alles in Butter.

Christoph_A
11.03.2022, 09:20
Ja, Freiheit und Demokratie sind toll, durchaus. Gerade hier in Deutschland weiß man das, aus der Erfahrung des letzten Jahrhunderts, zu schätzen.
Was sich in Bezug auf Russland mit dem Einmarsch in die Ukraine geändert hat ist schlicht und ergreifend die Positionierung. Bis dahin hatte man zwar Reibungen und unterschiedliche Systeme, aber keine direkte Konfrontation, dies ist jetzt, naturgemäß, anders.
Geschäfte und Kontakte sind allgemein besser, als sich abzuschotten. Nur durch Kontakte und Austausch entsteht Vertrauen und Verständnis. War schonmal im letzten Jahrhundert erfolgreich, siehe deutsche Ostpolitik unter Hr. Brandt.
Man wird auch, so denn irgendwann diese Situation vorbei ist, wieder auf Ru zugehen, da mache ich mir keine Sorgen.

Feuerblick
11.03.2022, 10:46
Man muss leider auch bei allem berechtigten Zorn abwägen, welche Maßnahmen man mittragen kann und wann es einfach im Inneren zu Instabilität führt. Ich möchte mir nicht vorstellen, was hier in Europa trotz aller Demokratie los ist, wenn nächsten Herbst Strom und Heizung aus sind. Da sind die Querdenkerdemos Pillepalle gegen. Es geht halt einfach nicht von jetzt auf gleich, dem Russen alle Energieverträge vor die Füße zu werfen. Nervt, ist blöd, aber in die Situation haben wir uns reinmanövriert, dann müssen wir halt auch damit umgehen.
Putin war vielleicht schon immer so, aber dass er auf den Westen ganz offiziell sch****, ist neu. Vorher waren ihm gute Beziehungen (im Sinne von Geschäftsbeziehungen) ja nicht unwichtig.

GP1001
11.03.2022, 16:24
Dennoch muß man ihm diese Möglichkeit offenlassen, alleine schon, um Menschenleben retten zu können. Das sollte, bei aller Antipathie, auch immer eine Maxime "zivilisierter" Kriegsführung sein. Und erste zarte Signale kamen ja die letzten Tage aus Wladistan.

Genau, endlich mal gute Nachrichten.
https://www.tagesschau.de/ausland/ukraine-russland-putin-verhandlungen-101.html

Edit: Allerdings kann es gut auch nur Bluff sein. Der Krieg geht vorran wie eh und je.



Man wird auch, so denn irgendwann diese Situation vorbei ist, wieder auf Ru zugehen, da mache ich mir keine Sorgen.

Auf jeden Fall, jedoch hoffentlich etwas vorsichtiger und nachhaltiger. Auch wenn die Beziehungen sich wieder normalisieren, müssen wir weg von der Abhängigkeit vom russischen Gas & Öl, damit wir nicht mehr erpressbar sind. Das ist zu schaffen.
2. Handel ja, aber Technologietransfer begrenzen und Schlüsseltechnologien im Land behalten. Es soll nicht so kommen, dass alle PCs, Smartphones und Fernseher ausschließlich aus China kommen und wir in Abhängigkeit von diesem ebenso fragwürdigen Land geraten.
Schon jetzt spielt man bereits durch, was passieren könnte, wenn China Taiwan überfällt.