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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krieg in der Ukraine



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LasseReinböng
31.10.2022, 08:56
Das waren nur vorgeschaltete Drohgebären. Quasi der Vorgeschmack, wenn dauerhaft kein Gas mehr geliefert wird. Russland geht es mehr um Machtpositionierung und Destabilisierung. Da steckt viel kalkulierte Strategie hinter. Der russische Narrativ und die Mentalität ist halt der europäischen Mentalität völlig fremd. Gewalt ist da ein probates Mittel zur Durchsetzung der eigenen Ziele. Genauso wie Drohgebärden und Muskelspielen lassen.

In Osteuropa, dem Baltikum, Skandinavien und UK hat man Russland in der Vergangenheit sicherlich deutlich nüchterner und realistischer eingeschätzt als in Deutschland, wo Russland- bzw. Putinkitsch ja in signifikanten Teilen der Bevölkerung grassiert haben bzw. es weiter tun.

LasseReinböng
04.11.2022, 18:48
Das Androhen und Anwenden von Gewalt zur Durchsetzung von eigenen politischen Zielen ist ja keine russische Eigentümlichkeit, sondern bis zum heutigen Tag weltweit übliche Vorgehensweise (und war es auch noch in unseren Breitengraden bis noch vor wenigen Jahrzehnten). Selbst unsere befreundeten Nachbarstaaten (Frankreich, UK usw.) gehen durchaus "robust" (sprich mit militärischen und geheimdienstlichen Mitteln) in der Durchsetzung ihrer Interessen vor.

Bezüglich der Pipeline werden erst kommende Generationen von Historikern die wirklichen Hintergründe erfahren, wenn die Akten entsiegelt worden sind. Wenn sich mal hypothetisch doof stellen wollte und spekulieren möchte, könnte man sich zwei Fragen stellen: wie viele Akteure besitzen überhaupt die militärischen Fähigkeiten, um so eine Operation in der hochgradig überwachten Nordsee durchzuführen? Da bleiben nur eine handvoll von Staaten übrig. Angesichts der desaströsen Performance in der Ukraine, würde ich die russ. Marine nicht unbedingt dazu zählen.

Und zweitens: wer von diesen Akteuren hat am meisten zu profitieren? Auch hier bin ich mir nicht sicher, dass Russland von einer Sabotage am meisten profitiert. Es handelt sich noch immer um einen Staat, der 40% seines Bruttosozialproduktes durch den Verkauf von Rohstoffen erwirtschaftet- und wenn die Pipelines gesprengt worden sind, ist dadurch nur sichergestellt- dass dort nach dem Eindringen von hochgradig korrosivem Salzwasser *nie wieder* russ. Gas fließen wird, selbst nach einer putativen diplomatischen Einigung/ Sieg/ Niederlage/ Rückzug.

Es gibt aber jemand anderes, der a) sowohl die militärischen Mittel besitzt, um so eine Aktion durchzuführen, b) dauerhaft sicherstellen würde, dass sich -selbst wenn Deutschland aus seinem Kurs der unbedingten Ukraine Unterstützung abweichen wollte, um seine Teile der chemischen Industrie etc. zu retten- trotzdem kein russ. Gas mehr fließen würde. Damit ist diese Option für Deutschland und alle anderen europäischen Wackelkandidaten vom Tisch, selbst bei einem Regierungswechsel. Und c) außerdem den Absatzmarkt für LNG Exporte nach Europa auf Jahre hin sichern würde- natürlich zum überteuerten "Freundschaftspreis" unter Verbündeten :-keks d) Es wäre ja schließlich nicht die eigene Bevölkerung, die am meisten unter dem kommenden Energiemangel zu leiden hätte, sondern nur die sog. "Europoors". Und deren Schicksal würde halt niemanden interessieren, die sind ja auch weit, weit weg :-nix

Rein hypothetisch gesprochen. Unter Freunden und Bündnispartnern macht man sowas natürlich nicht- man hört sich ja auch nicht gegenseitig ab oder so :-oopss


Bzgl. Spionage unter Bündnispartnern - die öffentliche Aufregung seitens deutscher Politiker darüber war doch etwas künstlich - Staaten handeln nun einmal nach dem Prinzip "Vertrauen ist gut- Kontrolle ist besser" - auch "befreundete Staaten" - der BND wird da auch nicht ganz unschuldig sein.

Zur Pipeline-Sabotage: ich finde es interessant, daß Schweden eine gemeinsame Ermittlungsgruppe mit Deutschland und Dänemark abgelehnt hat - was immer das auch bedeutet.

Bzgl. der Motivlage kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, daß tatsächlich ein westlicher Staat wie die USA bzw. GB solch eine Aktion durchgeführt haben sollte - käme dies raus, wäre im Fall der USA die transatlantische Partnerschaft mit Deutschland wohl mehr oder weniger im Eimer...sicherlich gibt es in den USA Stellen, die Deutschland als verlässlichen Partner längst abgeschrieben haben - zu russlandfreundlich, zu vulgärpazifistisch usw... aber ein wirtschaftliche Schwächung Deutschlands, welche sämtliche andere europäische Staaten schädigen würde, kann kaum im Interesse der USA sein.

Für Russland hingegen heißt es: je kaputter Europa, desto mehr Rechts- bzw. Linksextremismus und damit mehr Putin-Fans. Außerdem ist Putin durchaus bereit, sein eigenes Land massiv zu schädigen, um seinem imperialistischen Größenwahn zu frönen. Im Gegensatz zu westlichen Demokratien kann er seinem Volk auch einiges mehr zumuten - Lukaschenko, die Mullahs und die anderen üblichen Verdächtigen knüppeln schließlich ihr Volk auch schon seit Jahrzehnten mit Erfolg nieder.

FirebirdUSA
06.11.2022, 07:29
Russland hätte als einziges Land für die Sabotage keine Marine gebraucht.... die Pipeline wird z.B von Innen gereinigt, auf dem gleichen Weg kannst du auch von Innen Sprengladung anbringen.
Da oh Wunder eine der Röhren von NS2 noch intakt sein soll, spricht für mich alles für Russland als Verursacher. Alle anderen hätten NS2 komplett zerstört.

Christoph_A
11.11.2022, 07:24
Ich hatte ja etwas gewartet, weil ich anfangs noch ein bisschen skeptisch war, aber daß die Ukraine es vor dem Winter geschafft hat, die Russen aus Cherson rauszuwerfen und das ganze rechte Dneprufer zu befreien, ist eine phantastische militärische Leistung.
Wenn man dazu noch die Bilder sieht, wie Menschen aus den befreiten Orten mit Tränen in den Augen auf die Befreier zulaufen, dann muß man schon etwas schlucken. Das ist genau der Grund, warum Waldemar diesen Krieg nicht gewinnen wird-hier kämpfen Menschen um ihre Freiheit und sind bereit alles dafür zu geben. Auf russischer Seite wissen viele nicht, was sie da eigentlich zu schaffen haben, das ist mit ein Grund für die doch sehr schlechte Kampfmoral der Russen.
Und wer auch immer im Kreml auf die Midterms gehofft hatte, wird wohl doppelt enttäuscht sein, auch hier wird sich nix großartig ändern, zumal für viele Reps Russland generell immer noch das "Reich des Bösen" ist, wie Ronald Reagan es so pathetisch formuliert hatte.
Dieser Krieg wird für Waldemar immer mehr zum Fiasko und ich bin gespannt, wann sich in Putinstan mal wirklich kritische Stimmen erheben, die ihm gefährlich werden können. Bisher ist das alles noch zu sehr unterm Deckel.
Innenpolitisch zeigt sich bei uns schön, wie untragbar und staatszerstörend Linke und AFD wirklich sind, unglaublich, was man von der 5. Kolonne Waldemars da so hören kann. Aber doppelt schön, daß alle ihre Untergangsprognosen noch nicht mal eine Blähung wert sind. Vielleicht erkennt dann auch der eine oder andere "Protestwähler", was für 0en in diesen Parteien rumlaufen.

LasseReinböng
11.11.2022, 20:13
Und wer auch immer im Kreml auf die Midterms gehofft hatte, wird wohl doppelt enttäuscht sein, auch hier wird sich nix großartig ändern, zumal für viele Reps Russland generell immer noch das "Reich des Bösen" ist, wie Ronald Reagan es so pathetisch formuliert hatte.

Die Republikaner haben sich seit der Evil Empire speech von Reagan im Jahr 1983 schon etwas gewandelt, insbesondere seit Trump tummeln sich da einige rechtsradikale Leute, die durchaus pro Putin sind und seine Propaganda z.B. auf Fox News verbreiten...echt gruselig. Man kann nur hoffen, daß die Partei irgendwann die Kurve kriegt und diesen gescheiterten Immobilienspekulanten absägt.



Innenpolitisch zeigt sich bei uns schön, wie untragbar und staatszerstörend Linke und AFD wirklich sind, unglaublich, was man von der 5. Kolonne Waldemars da so hören kann. Aber doppelt schön, daß alle ihre Untergangsprognosen noch nicht mal eine Blähung wert sind. Vielleicht erkennt dann auch der eine oder andere "Protestwähler", was für 0en in diesen Parteien rumlaufen.

Den AfD-Heinis ist sowieso nicht mehr zu helfen...wenn die Realität denen nicht passt wird halt eine passende "Realität" zusammenphantasiert.

Und wenn die LINKE so weitermacht, ist sie wohl bald am Ende - diese Nibelungentreue gegenüber Russland und der verbiesterte Antiamerikanismus unter den älteren Mitgliedern kommen glaube ich bei dem jüngeren Klientel nicht mehr so gut an.

Christoph_A
12.11.2022, 14:48
Wobei das Gros der Reps schon noch deutlich antirussische Tendenzen hat, siehe gerade die außenpolitischen Falken. Klar gibt's die Trumpistas, aber gerade die Midterms haben dem ja auch nen guten Dämpfer verpasst.
Ich bin mir bei den Linken nicht so sicher, dass nicht gerade auch bei den Jüngeren im Osten auch ein übler Antiamerikanismus herrscht. Gibt da schon viele Russenknechtfans. Ist nur wieder ein Beweis für die Hufeisentheorie, was Afd und weite Teile der Linken da liefern.

h3nni
15.11.2022, 20:25
https://www.nzz.ch/international/krieg-in-der-ukraine-die-neusten-entwicklungen-ld.1613540

Wohl Raketeneinschlag an der polnischen Grenze mit zwei Toten :/

LasseReinböng
02.03.2023, 19:55
Dies hier mal zur Klarstellung einiger häufiger aufgestellter Behauptungen bzgl. der Ukraine, die in Deutschland immer wieder aufkommen und wo sich teils widerliche Schnittmengen ergeben zwischen Rechts, Links und leider auch einigen SPD-„Genossen“, die seit Jahrzehnten mit immer den gleichen abgestandenen prorussischen Floskeln durch die Talkshows tingeln

https://youtu.be/6GqWDhHzRdo