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Qwert1133
11.12.2023, 15:01
Wieso? Die Logik versteh ich nicht. Auf der einen Seite sagst du (zu Recht) dass bei der Abstimmung doch die Leute eh zustimmen werden und dann willst du beim MB auch eine Abstimmung haben. Wofür?


So einfach ist es ja mal nicht, ich bin mir z.B sehr sicher, dass der letzte TdL Abschluss durchgefallen wäre. Aber selbst wenn aufgrund des hervorragenden Abschlusses eine Zustimmung klar ist, legitimiert eine Abstimmung das Ergebnis und strahlt eine Basisnähe aus, die dem MB nur gut tut.

Ich denke jetzt man muss kein Genie sein um festzustellen, dass die TdL im Sinn hat die Abschlüsse der VKA abzubilden. Der MB auf der anderen Seite fand den VKA Abschluss so gut, dass die GTK ihn durchgewunken hat, also wird uns wohl etwas sehr ähnliches treffen. 4,8% + 4% über 18 Monate reichen aber leider überhaupt nicht aus um den durch die unterdurchschnittlichen Anschlüsse aufgelaufenen Lohnrückstand zu kompensieren, da für die kommunalen Kliniken im Juni schon wieder die nächsten Tarifvertragsverhandlungen anstehen.

Qwert1133
11.12.2023, 15:11
Man werfe einen kurzen Blick nach England, wo das bereits der Fall ist.
PAs verdienen dort bereits mehr als Ärzte zu Beginn ihrer Laufbahn in den Foundation Years, die Verantwortung für ihr Tun trägt aber natürlich ein Arzt und Nachtdienste dürfen sie auch nicht machen...

Ja ist wirklich beeindruckend schlecht was in England vor sich geht. Die höheren Gehälter für PAs entstehen dort aber meine ich durch eine großzügige staatliche Förderung. Sobald die wegfällt schaut es auch für PAs wieder deutlich schlechter aus. Außerdem rotieren WBAs in England alle paar Monate in ein anderes Krankenhaus, wodurch die Konstanz der PAs einen weiteren entscheidenden Vorteil darstellt. Beides ist in Deutschland eigentlich kein Thema, weswegen ich nicht glaube, dass ähnliche Zustände hier jemals eintreten werden.
Aber klar, ich würde hier von unseren Standesvertretern von Anfang an eine klar ablehnende Linie erwarten, welche ich so nicht erkennen kann.

milz
16.12.2023, 16:55
Wenn mich nicht alles täuscht, dann gab es 2023 und gibt es 2024 eine Steuerentlastung in Höhe von jeweils ca. 1 % des Einkommens. Und das auch nur für Einkommen unterhalb der Soligleitzone.
Da schlägt bei den zu erwartenden geringen Lohnerhöhungen dann auch nochmal die kalte Progression zu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuer_(Deutschland)#/media/Datei:ESt_D_Vergleich_Grenz_und_Durchschnittsteuer satz_2021_2024.svg

https://de.wikipedia.org/wiki/Solidarit%C3%A4tszuschlag#/media/Datei:ESt_D_Vergleich_Grenz_und_Durchschnittsteuer satz_mit_Solidarit%C3%A4tszuschlag_2020_2023.svg

blaabc
18.12.2023, 13:40
heute ist zweite Verhandlungrunde. Mal gucken, was die Tarifparteien so zu berichten haben in ein paar Tagen...

Endoplasmatisches Reticulum
18.12.2023, 14:13
..........

dkt88
18.12.2023, 16:28
Eigentlich sollte doch klar sein, dass es keine Einmalzahlungen mehr gibt oder? Das wäre ja die komplette Bankrotterklärung vom MB.

Ordentliche tabellenwirksame Erhöhung sollte das einzige sein, worum es jetzt geht. Am besten mit kurzer Laufzeit. Kann doch nicht sein, dass man bei Helios und co. besser verdient und gleichzeitig ständig auf die bösen Privaten geschimpft wird...

Die Anpassung der OA Gehälter kann ich teilweise verstehen. In meiner Ausbildungsklinik gabs für die Tarifgehalt ohne Poolbeteiligung. Brauch man sich nicht wundern, wenn die Leute schnell weg sind in breiten Fächern, wo das möglich ist.

Wie schon gesagt wurde finde ich aber auch den Sprung von Assi zu FA ziemlich lächerlich, wenn man die Verantwortung der beiden vergleicht.

anignu
18.12.2023, 21:45
Nachtrag: Und für Fortgeschrittene die erweiterte Medilearn-Variante in XL:
Wow, gleich zwei mal vertreten. Super.

Hatte ich schon erwähnt dass ich Regelungen bzgl. der Rufbereitschaft vermisse aber trotzdem der Meinung bin dass der MB das ist was wir verdient haben?

Endoplasmatisches Reticulum
19.12.2023, 11:53
..........

Dooly
19.12.2023, 16:01
Medi learn Bullshit Bingo is ne richtig gute Idee. Könnten das bei so vielen Themen machen. XD
Pressemitteilung ist raus.
TdL | 2. Runde – vernünftige Atmosphäre aber keine Ergebnisse | Marburger Bund Bundesverband (marburger-bund.de) (https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/tdl-2-runde-vernuenftige-atmosphaere-aber-keine-ergebnisse)

ThomAl
19.12.2023, 16:35
Wenn ich das schon lese, wird mir schlecht. Gegenrechnen der Schichtarbeit bei der linearen Entgelterhöhung, nach dem Motto, dann sind es halt nur 1% sonst hätten wir euch 10% gegönnt. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich würde mich in dieser Verhandlung auch um solche Spielchen im Keim zu ersticken und erst einmal der bislang nicht im Ansatz kompensierten Inflation Rechnung zu tragen, AUSSCHLIESSLICH auf die linearen Entgeltsteigerungen fokussieren. Zudem haben nicht alle etwas davon und wir wissen alle, dass Papier im klinischen Alltag außerordentlich geduldig ist. Ich kann nur hoffen, dass man das beim MB nicht als Vorwand nimmt um am Ende sagen zu können "Die Entgeltsteigerungen sind nur XX, ABER DAFÜR...."

Qwert1133
19.12.2023, 16:37
Tja, das liest sich so als stünden hier sehr schwierige Verhandlungen bevor. Es war schon beim letzten Abschluss meine Befürchtung, dass die Bereitschaft der Arbeitgeber, über Vergütung und Begrenzung beim Schichtdienst zu verhandeln dazu führen wird, dass erneut eine viel zu niedrige Steigerung der Lohntabelle erfolgt. Leider hat sich die TdL hier entsprechend klug positioniert, den MB jagt der viel zu niedrige Abschluss aus dem letzten Jahr.

Von sich aus wird die TdL sich hier nicht bewegen, obwohl es natürlich maximal ungerecht ist, die berechtigten Anliegen der Ärzte mit und ohne Schichtdienst gegeneinander auszuspielen. Ich würde mir ja sehr wünschen, dass es zu einem Streik kommt. Ich befürchte jedoch einen schwachen Abschluss à la Verdi mit nur symbolischen Änderungen beim Schichtdienst wie “max 15 Nächte im Monat, aber bereits ab der 10ten gibt es 5% mehr in der Kernzeit zwischen 02-04 Uhr”

ThomAl
19.12.2023, 16:42
Das sind alles berechtigte Anliegen. Nur wäre es strategisch aus meiner Sicht aktuell äußerst dumm, der TdL hier wieder die Türe zu öffnen, um mickrige Entgeltsteigerungen zu begründen. Auch angesichts des letzten Tarifabschlusses würden wir hier sonst wesentliche Gehaltseinbußen gegenüber der Entwicklung in anderen Branchen zementieren, die sich nie wieder aufholen lassen werden. Das kann nicht in unserem Interesse sein.

Qwert1133
19.12.2023, 16:54
Das sind alles berechtigte Anliegen. Nur wäre es strategisch aus meiner Sicht aktuell äußerst dumm, der TdL hier wieder die Türe zu öffnen, um mickrige Entgeltsteigerungen zu begründen. Auch angesichts des letzten Tarifabschlusses würden wir hier sonst wesentliche Gehaltseinbußen gegenüber der Entwicklung in anderen Branchen zementieren, die sich nie wieder aufholen lassen werden. Das kann nicht in unserem Interesse sein.

Die Tür wurde aufgestoßen als im letztens Jahr ein Abschluss weit unterhalb der Inflation akzeptiert wurde, damals unter dem Motto dass erfreulicherweise beim nächsten Mal über den Schichtdienst geredet werden kann.

Fairerweise kann man die Ärzte im Schichtdienst aber auch nicht alleine lassen. Da MUSS es einfach zu wesentlichen Veränderungen kommen. Der MB hat hier in der Vergangenheit auch den Fehler begangen, zu viele sinnvolle Regelungen nur auf den BD zu beziehen - so gibt es aktuell keine Zuschläge wenn man kurzfristig Einspringt und auch keine Zuschläge wenn der DP zu spät rauskommt. Bei uns gibt es aktuell noch nichtmal einen Plan für Januar, unglaublich wenn man bedenkt dass man im Schichtdienst zu jeder Tageszeit eingeteilt sein kann. 0 Planungssicherheit dadurch. Ich hab das Schichten jetzt erstmal hinter mir, aber ich würde sofort in einen unbefristeten Streik reingehen damit die Generationen nach mir nicht mehr den selben Bums durchleiden müssen. Und natürlich muss es parallel eine Lohnsteigerung MINDESTENS im Volumen des VKA Abschlusses geben, um hier nicht vollends abgehängt zu werden.

Salatsultan
19.12.2023, 17:16
Die Änderungen, Begrenzungen und Limitierungen bei Bereitschaftsdiensten sind wichtig und richtig, konnte man aber auch in der Vergangenheit nicht einfach so für den Schichtdienst mit übernehmen. Da aber zunehmend Arbeit in den Schichtdienst verlagert wird, ist es wichtig hier eine entsprechende Entschädigung für Arbeit zu ungünstigen (ungesunden!) Zeiten zu erreichen. Für die TdL hat alles immer ein Preisschild was bei der linearen Erhöhung gegengerechnet wird. Trotzdem ist es wichtig bei den Arbeitsbedingungen substanzielle Fortschritte zu erreichen.

Das man im Rahmen der Verhandlungen diskret mit dem Finger auf Verdi zeigt und uns signalisiert das ein Abschluss in derartiger Größenordnung uns auch stehen würde ist für mich persönlich nicht vertretbar.

ThomAl
19.12.2023, 19:12
Ich kann Euch da in der aktuellen Ausnahmesituation wirklich nicht zustimmen. Das wäre strategisch aus meiner Sicht wirklich dämlich und wird zu unweigerlichen permanenten Einbußen in der Gehaltsentwicklung führen.

Endoplasmatisches Reticulum
19.12.2023, 19:53
........

freak1
19.12.2023, 19:58
Ich rechne mit weiterem Reallohnverlust und dafür "Verbesserungen" bei den Diensten, die weder kontrolliert noch durchgesetzt werden können, weil wieder die Ausnahmeklausel "Patientengefährdung" (nicht definitiert) inkludiert ist.

Endoplasmatisches Reticulum
19.12.2023, 20:05
.............

Dooly
19.12.2023, 20:11
Ich bleibe auch bei der Prediction, dass das Gehalt das Bauernopfer dieser Runde wird. Immerhin führte der Abschluss letztes Mal bereits zu „substanziellen finanziellen Verbesserungen“. Whoop whoop

33506

ThomAl
19.12.2023, 20:44
Ich sehe das wie freak1 und dooly. Es müssen die Tabellenentgelte im Vordergrund stehen und zwar ausschließlich. Aber wenn wir uns untereinander nicht mal auf diesen Kompromiss einigen können, ist auch vom MB nichts zu erwarten.