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Nefazodon
13.10.2023, 21:43
Btw, Gruß aus dem Zug auf dem Rückweg vom selbstbezahlten Kongress (erster dieses Jahr), auf dem ich aktiv meine Forschungsprojekte vorgestellt habe.

Gelogen hätte ich deswegen nicht....sollte deinem Chef/dem AG peinlich sein und nicht dir!

Auch wenn`s off topic ist: Herzlichen Glückwunsch Qwert1133! Ich finde immer, dass das etwas ist worauf man stolz sein kann.

Autolyse
13.10.2023, 22:27
Ja, ja und nochmal ja! Sollte wirklich jemals ein Überschuss in den Kassen sein, damit Ärzten damit Mitarbeiterbenefits geboten werden können, die selber in Ausbildungsberufen in der Wirtschaft der absolute Standard sind, werden im nächsten Jahr die KK Beiträge gesenkt damit wieder eine Mangelverwaltung besteht - wie soll sonst Effizienz und Kosteneinsparung durchgedrückt werden, wenn nicht durch eine ökonomische Zwangslage?[...]
Verfassungswidrige Gesetze. Man könnte die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften auf Null drücken, wenn man eine Behörde schaftt, die eine Streikmaßnahme im Gesundheitswesen erst zulassen muss und dabei verschiedene andere Faktoren des Volkswohls zu berücksichtigen hat. Damit macht man die Gesetzesverfassungsbeschwerde unzulässig, weil es erst einen Umsetzungsakt braucht und damit die unmittelbare Betroffenheit fehlt. Für den Instanzenzug kann man mehrere Jahre einplanen, die man direkt verdoppeln kann, wenn ein Instanzgericht vorher den Rechtsstreit dem Verfassungsgericht vorlegt (weil diese Vorlagen bis auf Ausnahmen immer unzulässig sind). Gut geplant und sauber durchgezogen müsste man die Gewerkschaften so für 7-10 Jahre lähmen können.

dissection
14.10.2023, 11:15
gelöscht

Endoplasmatisches Reticulum
14.10.2023, 15:15
Ein jährliches Fortbildungsbudget xxxx€ wäre auch mal eine feine Idee für einen Streik, bei dem der Kuschel-MB auch darauf verweisen kann dass die Ärzte einfach besser ausgebildet werden wollen.
Bloß nicht! Vage Verbesserungen, die der Arzt aktiv beim Arbeitgeber einfordern müsste, der ihn viel lieber im Dienst hätte, deren Verwendung der Arbeitgeber mitsteuern kann und die von einem Großteil der Ärzte vermutlich gar nicht in Anspruch genommen würden sind nun wirklich die allerletzte Baustelle, der sich der Marburger Bund widmen sollte.

Huh. Irgendwie erscheint es mir dadurch fast realistisch, dass er die Idee aufgreifen könnte. Verrückt.

Nefazodon
14.10.2023, 23:25
In der aktuellen Ausgabe der MBZ war auf der Titelseite ein Artikel zu den Forderungen der TDL-Tarifrunde.

Und Auf Seite 6 wurden die MB-Forderungen, insbesondere die Zuschläge für Nacht-, Wochenend-, und Feiertagsarbeit im Regeldienst betreffend, in einer Box, (die ein Drittel der Seite einnahm) umfassend dargestellt:


Das sind die MB-Forderungen!

Erhöhung der Tabellenentgelte um linear 12,5 Prozent und Weiterentwicklung der Tabelle in EG 3 und EG 4:

Höhere Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit im Regeldienst:
für Überstunden: 30 Prozent
für Nachtarbeit
- von 21 bis 24 Uhr und 4 bis 6 Uhr: 25 Prozent
- von 0 bis 4 Uhr: 40 Prozent
für Sonntagsarbeit: 50 Prozent
für Feiertagsarbeit
- ohne Freizeitausgleich: 150 Prozent
- mit Freizeitausgleich: 50 Prozent
für Arbeit am 24. Dezember und am 31. Dezember: 50 Prozent
für Samstagsarbeit: 25 Prozent
für Arbeit in Randzeiten
- von 18 bis 21 Uhr: 25 Prozent
- von 6 bis 7.30 Uhr: 25 Prozent

Außerdem hat sich der MB für seine Mitglieder tarifpolitisch zum Ziel gesetzt, die Vorschriften zu Schicht- und Wechselschichtarbeit neu zu regeln.

Dabei wird angestrebt,
- dass bei der Gestaltung der ärztlichen Arbeit Gesundheitsschutz und arbeitsmedizinische Erkenntnisse berücksichtigt werden,
- Nachtdienste begrenzt werden
- die frühzeitige, rechtskonforme Planung solcher Dienste gewährleistet ist,
- der Anspruch auf Zusatzurlaub verbessert wird, um die besonderen Belastungen dieser Dienstformen auszugleichen,
- solche Dienste besser bezahlt werden sowie
- die Definition dieser Arbeitsform klarer und einfacher gefasst wird.

Quelle: MBZ Nr.10/13. Oktober 2023

Das hört sich meiner Meinung nach alles eigentlich nicht schlecht an. Aber mal gucken, was daraus wird.

Nochmal zu den Terminen:
16. November (Verhandlungsauftakt)
18./19. Dezember
16./17. Januar

Dooly
14.10.2023, 23:42
Ah, die Termine sind neu, danke fürs Teilen. Die Box ist im September schon online veröffentlicht worden. Hatte ich hier verlinkt. https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?109488-TdL-Tarifverhandlungen-2023&p=2267892&viewfull=1#post2267892
Sind im Kern die gleichen Forderungen, wie 2022. https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?109488-TdL-Tarifverhandlungen-2023&p=2267930&viewfull=1#post2267930

Nefazodon
14.10.2023, 23:48
Ah, den Link zur Box hatte ich überlesen.

Nun, es kann nicht schaden, wenn es nochmal hier steht.

Das heißt aber, wir müssen uns noch eine Weile gedulden. Und realistisch betrachtet wird ja bei der Auftaktrunde auch noch nichts rauskommen.

anignu
15.10.2023, 00:50
Cool wäre mal irgendwas Richtung Rufbereitschaften. Also z.B. eine deutlich bessere Bezahlung, eine Klarstellung was keine Rufbereitschaft mehr ist, eine Regelung wie es angeblich manche Betriebsvereinbarungen gibt dass man am nächsten Tag nicht kommen muss wenn man nach Mitternacht gearbeitet hat und trotzdem keine Minusstunden bekommt etc...
Wenn es einmal in einem der Tarifverträge TdL oder VKA drin steht ist die Wahrscheinlichkeit groß dass es in den anderen Tarifvertrag übernommen wird...

FirebirdUSA
15.10.2023, 07:43
Die Zuschläge würden ja RD Einsätze auch betreffen. Aber ich wäre auch für die Klarstellung dss gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten nach RD Einsätzen die geplante Arbeitszeit betreffen als Anwesenheit bewertet werden und nicht zu Abzügen oder Minusstunden führen.

Qwert1133
16.10.2023, 11:23
Auch wenn`s off topic ist: Herzlichen Glückwunsch Qwert1133! Ich finde immer, dass das etwas ist worauf man stolz sein kann.

Danke!



Das sind die MB-Forderungen!

Erhöhung der Tabellenentgelte um linear 12,5 Prozent und Weiterentwicklung der Tabelle in EG 3 und EG 4

Als der MB von einer Weiterentwicklung der Tabelle für erfahrene Ärzte gesprochen hat, hatte ich ja die Hoffnung, dass damit auch die FA Tabelle gemeint ist, wo die extrem geringe Steigerung zwischen AA/FA für mich die meisten Fragezeichen aufwirft. Hier scheint der MB sich aber auf OÄ und LOÄ festgelegt zu haben. Ich empfinde die Idee einer höheren Steigerung der OA Gehälter als ziemlich ungerecht. Es ist ja nicht so, als wäre das Assistenzarztgehalt auch nur einen Meter weniger unangepasst im Vergleich zu den Jobs in der Wirtschaft/Praxisanstellung etc.

Endoplasmatisches Reticulum
16.10.2023, 11:34
Das ist eine taktische Entscheidung. Wenn die letzten Tarifrunden katastrophal waren und in eigenen Umfragen 2/3 der Ärzte deutliche Intentionen zum Absprung aus der Klinik andeuten, kann man an zwei Stellschrauben herumfingern: Man macht die Pflichtweiterbildung attraktiver (Push abschwächen) oder die Karotte vor der Nase nach der Pflichtweiterbildung größer (Pull aufwerten).

Eines von beiden skaliert deutlich günstiger für die Arbeitgeber und ist demnach einfacher durchzubringen. Die Signalwirkung ist natürlich MB-typisch unbeholfen, nach dermaßen miserablen Vorverhandlungen mit massiver Reallohnentwertung der Fußsoldaten erstmal die Gehälter der Leitungsetage vergolden zu wollen. Aber da bleibt es eben frei nach Schramm: Solche Entscheidungen sind immer gut für irgendwelche Teile der Bevölkerung, nur du bist nicht dabei.

Autolyse
16.10.2023, 15:46
[...]Eines von beiden skaliert deutlich günstiger für die Arbeitgeber und ist demnach einfacher durchzubringen. Die Signalwirkung ist natürlich MB-typisch unbeholfen, nach dermaßen miserablen Vorverhandlungen mit massiver Reallohnentwertung der Fußsoldaten erstmal die Gehälter der Leitungsetage vergolden zu wollen. Aber da bleibt es eben frei nach Schramm: Solche Entscheidungen sind immer gut für irgendwelche Teile der Bevölkerung, nur du bist nicht dabei.
Es muss ne Menge wenig begabter Oberärzt:innen geben, sonst wären sie ja AT. ;-)

Endoplasmatisches Reticulum
16.10.2023, 15:54
Jup. Noch ein Grund, warum Arbeitgeber vermutlich gerne Verbesserungen der oberen zwei Stufen der Gehaltstabelle als Kompromiss zugestehen werden, dafür die anderen Stufen runterzudrücken.

Ich glaube auch nicht, dass die Entgelttabelle bei Oberärzten ein wesentlicher Taktgeber für AT-Verhandlungen ist, wo ja lt. Oberärzte hier im Forum ohnehin locker Gehälter von 100% und mehr überm Tarif möglich sind.

freak1
16.10.2023, 18:28
Cool wäre mal irgendwas Richtung Rufbereitschaften. Also z.B. eine deutlich bessere Bezahlung, eine Klarstellung was keine Rufbereitschaft mehr ist, eine Regelung wie es angeblich manche Betriebsvereinbarungen gibt dass man am nächsten Tag nicht kommen muss wenn man nach Mitternacht gearbeitet hat und trotzdem keine Minusstunden bekommt etc...
Wenn es einmal in einem der Tarifverträge TdL oder VKA drin steht ist die Wahrscheinlichkeit groß dass es in den anderen Tarifvertrag übernommen wird...

Genauso gut kannst du den Teufel bitten, in Zukunft mit Weihwasser im Petersdom zu baden. Das würde das komplette Dienstsystem praktisch jeder Klinik sofort sprengen und das in so „harten Zeiten“ für die Klinikkonzerne.

rafiki
16.10.2023, 19:24
wo ja lt. Oberärzte hier im Forum ohnehin locker Gehälter von 100% und mehr überm Tarif möglich sind.

"Locker" insofern, als dass es möglich ist, mehr als 200% des OA-Tarifgehalts als OA zu generieren (ohne Dienste). Aber nicht locker in dem Sinne, als dass das jeder "FA" erreichen kann. Versteht sich, glaub ich, von selbst und begründet sich durch Angebot und Nachfrage.

blaabc
17.10.2023, 12:22
Wann ist denn erster Verhandlungstag?

Dooly
17.10.2023, 15:22
TdL Tarifverhandlungen 2023 (medi-learn.de) (https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?109488-TdL-Tarifverhandlungen-2023&p=2270071&viewfull=1#post2270071)

16. November (Verhandlungsauftakt)
18./19. Dezember
16./17. Januar

JAK1
17.10.2023, 20:57
Unfassbar schlecht

freak1
17.10.2023, 21:42
Keine Sorge, man einigt sich bestimmt schon am 16.11 direkt auf eine Einmalzahlung (um den Steuerfreibetrag für dieses Jahr noch zu nutzen!), 23 Monate 0% und dann 3,1 % mit 1 Monat Laufzeit.

dadüdada123
18.10.2023, 00:20
Warum organisieren wir Ärzte uns nicht mal? Das kanns ja nicht sein! Die Pflege kriegt es besser hin.