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Dooly
15.11.2023, 20:37
Morgen geht’s los. Hab ein schönes Meme erstellt, das ich hier nicht hochladen kann. Nun gut, dann nich. Vielleicht später mal als Tiktok oder Reel verlinkt.

freak1
15.11.2023, 20:49
Und wenn Verdi fertig ist, müssen die Ärzte halt nochmal 2 Jahre 0-3% akzeptieren. Mehr Geld gibbet nicht.

Dooly
16.11.2023, 08:52
Mein Wunsch auf dem Hintergrund aller Informationen liegt nun bei zwei Aspekten: möglichst schneller Abschluss und kurze Laufzeit von einem Jahr. Blick auf die Bahn/GDL:
Das Unternehmen bietet elf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 32 Monaten sowie eine Inflationsprämie von bis zu 2.850 Euro, wie es der Konzern mitteilte.https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/bahn-gdl-124.html völlig inakzeptabel und Verdi ...ey lass nicht drüber reden. Haben bei der VKA sogar noch mehr reingeschissen, als der MB. Ich hoffe, wir sind schon in der nächsten Runde, während Verdi noch streikt. Meinetwegen auch mit nur 2 % (rückwirkend) bis nächsten Sommer.

detysnow
16.11.2023, 10:48
Mein Wunsch auf dem Hintergrund aller Informationen liegt nun bei zwei Aspekten: möglichst schneller Abschluss und kurze Laufzeit von einem Jahr. Blick auf die Bahn/GDL: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/bahn-gdl-124.html völlig inakzeptabel und Verdi ...ey lass nicht drüber reden. Haben bei der VKA sogar noch mehr reingeschissen, als der MB. Ich hoffe, wir sind schon in der nächsten Runde, während Verdi noch streikt. Meinetwegen auch mit nur 2 % (rückwirkend) bis nächsten Sommer.

Darf ich ehrlich interessiert fragen, warum du das so siehst? Warum als einziges Ziel schneller Abschluss und kurze Laufzeit? Mit jedem Abschluss mit inadäquater Gehaltssteigerung wird es doch zunehmend unrealistischer in den nächsten Jahren überhaupt wieder auf ein inflationsbereinigtes Gehaltsniveau wie vor Beginn der erhöhten Inflation zu kommen. Und was ist dann bei der nächsten Verhandlungsrunde anders? Da wird es dann auch nicht mal eben 20% geben um die miesen letzten Abschlüsse auszugleichen. Und bei sonstigen Verbesserungen ist es doch das gleiche..?

Endoplasmatisches Reticulum
16.11.2023, 11:51
Vermutlich weil die Tarifverhandlung ein Zermürbungsspiel ist und der MB historisch jedes. einzelne. Mal. schneller gebröselt ist als ein Sandschloss in einem Hurricane.

Der Zug ist für uns abgefahren. Um einen vorinflationären Reallohn zu erwirken, müssten wir ein Gehaltsplus von inzwischen fast 20 % aushandeln, also mit einer Forderung von mindestens 40 % in die Verhandlung starten. Das Geld ist weg, kommt nicht wieder, der Beruf ist nachhaltig unattraktiver geworden. Kann man doof finden, wütend drüber sein, Widerstand geloben. Ändern wird man es nicht.

Qwert1133
16.11.2023, 14:18
Vermutlich weil die Tarifverhandlung ein Zermürbungsspiel ist und der MB historisch jedes. einzelne. Mal. schneller gebröselt ist als ein Sandschloss in einem Hurricane.

:D

Da hast du vermutlich recht, sämtliche zuletzt von der GTK akzeptierte Tarifabschlüsse mit unterschiedlichen Klinikketten und VKA sprechen eine recht eindeutige Sprache, welche Verbesserungen der MB aktuell als akzeptabel ansieht.

VKA: 8.8%, 18 Monate Laufzeit, 2500€ Einmalzahlung

Helios/Helios-Röhn: 9.2%, 24 Monate Laufzeit, 2250€ Einmalzahlung, 5 Fortbildungstage, Zuschlag bei kurzfristiger Inanspruchnahme, Erhöhung der Zuschläge für den 22. Bereitschaftsdienst :D

Asklepios: 9.8%, 24 Monate Laufzeit, 3000€ Einmalzahlung

TV-Ärzte RKA(Röhn): 9.4%, 24 Monate Laufzeit, 31 Urlaubstage

(Diese Liste habe ich auf die Schnelle zusammengefasst, es gibt noch ein paar zusätzliche Änderungen, die mir aber zu mühsam waren aufzulisten - die Laufrichtung der Abschlüsse habe ich hoffentlich adäquat wiedergegeben)

Ein festgesetzter Reallohnverlust scheint also leider zur Strategie des MB zu gehören.

Einzige interessante Komponente könnte sein, dass für die Unikliniken keine (steuerfreie) Einmalzahlung mehr möglich ist. Aber der wahrscheinlichste Ausgang wird wohl sein, dass diese dann einfach hintenrunterfallen und der Ausgang ist:

9.4% Erhöhung, paar Extraprozent mehr für Nacht/Wochenende/Feiertagsarbeit, 24 Monate Laufzeit (Aber aufgrund der über 6 Monate andauernden Tarifverhandlungen ist es ja schon bald wieder soweit!!)

Endoplasmatisches Reticulum
16.11.2023, 14:24
Gut so! Bei wenn ich noch einmal "Einmalzahlung" lese, rutscht mir die Rolex in den Starbucks Frappuccino Macha Caramel deLuxe. Ich habe vor 2 Jahren prophezeit, dass der Dreck jetzt etablierte Präzedenz sein wird, um seichte Gemüter trotz Prozentgemauschel in Wonne zu wägen. Voilà!

Salatsultan
16.11.2023, 17:25
Man könnte auch mal von der 42 h Woche wegkommen, das ist ja echt nicht mehr zeitgemäß.

In Zeiten wo immer noch nicht alle - trotz rechtlicher Vorgaben - ihre Arbeitszeit bzw. Überstunden vollständig erfassen können, halte ich eine Reduktion der Wochenarbeitszeit für problematisch. Alles hat einen Preis der bei der linearen Erhöhung abgezogen wird. Ich bezweifle das man sich damit einen Gefallen tuen würde.

Die Erweiterungen der Stufen EG3 & EG4 dienen dazu die Attraktivität einer Uniklinik als langfristigen Arbeitsplatz ein wenig zu steigern in dem eine neue Gehaltsstufe eingeführt werden sollte. War bereits mehrfach Teil der Forderungen und wurde wegen zu hohen resultierenden Abschlägen nie durchgezogen, man hat immer argumentiert das 0,X % mehr Steigerung mehr wert sind als die Stufe - was natürlich zu berechtigtem Frust bei den betroffenen Kolleginnen und Kollegen führt die nach einigen Jahren keine weitere Lohnsteigerung mehr erreichen können (ausser AT).

Ansonsten ein Verhandlungsauftakt im Rahmen der Erwartungen jedoch ohne fragwürdige Statements der TdL. Insgesamt gab es fast konstruktive Töne der Verhandlungsführerin welche das problematische Einkommensdelta zu anderen Tarifverträgen bestätigt hat und einsieht, dass sich "Wertschätzung nicht nur in warmen Worten sondern auch in Euros messen lassen muss".

Endoplasmatisches Reticulum
16.11.2023, 18:02
Die Erweiterungen der Stufen EG3 & EG4 dienen dazu die Attraktivität einer Uniklinik als langfristigen Arbeitsplatz zu sichern in dem eine neue Gehaltsstufe eingeführt werden sollte. War bereits mehrfach Teil der Forderungen und wurde wegen zu hohen resultierenden Abschlägen nie durchgezogen - was natürlich zu berechtigtem Frust bei den betroffenen Kolleginnen und Kollegen führt.
Das ist jedem klar und entspricht dem offiziellen Statement des MB. Die Frage ist, ob eine Mitigation ober- und fachärztlicher Unzufriedenheit unmittelbar nach dem elendigsten Tarifabschluss seit Zeiten, in denen manche von uns noch kein Abitur hatten, ein vorrangiger Streitpunkt der neuen Tarifrunde sein sollte. Auf mich wirkt es wie Hohn aus den eigenen Reihen.

Salatsultan
16.11.2023, 18:11
Es ist eine von mehreren Forderungen in diesen Verhandlungen. Aber persönlich glaube ich, dass ich mit keiner Aussage bei dir auf irgendeine Form von Verständnis oder Zustimmung treffen kann - aber vielleicht sind wir uns ja in dem Punkt einig.

Endoplasmatisches Reticulum
16.11.2023, 18:27
Denkt der MB denn auch nur einen Bananenwurf weit über die Innenwirkung nach, nachdem er in vergangenen Tarifrunden sämtliche unliebsamen Entscheidungen mit möglichen Schäden an der Außenwirkung der Ärzteschaft gerechtfertigt hat?

Wenn die Verhandlung jetzt wieder mies läuft, hat sich der MB noch mehr blamiert. Wenn sie hingegen gut läuft oder sich der MB deutlich kämpferischer zeigen sollte, als zuvor: Ah, funktioniert ja doch ... in dem Moment, in dem es ums Geld der Obrigkeit geht.

Egal ob man Kritiker oder Fanboy des MB ist, muss man doch einsehen, dass das im Zeitverlauf erneut eine maximal unglückliche Strategie ist.

Dooly
16.11.2023, 18:35
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/tarifverhandlungen-aufgenommen

@detysnow: Es ist die Kombination aus ohnehin niedrigsten Erwartung auf dem Hintergrund der bisherigen Errungenschaften mit der Überlegung, was realistisch ist. Lowest hanging fruits. Ich halte nichts, absolut gar nichts vom MB und werde regelmäßig darin bestätigt. Von der hiesigen „Betriebsgruppe“, zuletzt erst kürzlich im Kontext dieser Verhandlungen, durch meinen Landesverband, aus dem ich letztes Jahr ausgetreten bin und sogar hier, wo ich mehrmals bedrängt wurde, meine Klardaten mitzuteilen und bei Ablehnung dessen anschließend Gaslightning aus dem Bilderbuch schön schriftlich dokumentiert ist.

Davon abgesehen wäre es ungünstig, wenn die Verhandlung von Verdi & Co mit der TdL eine Pacemaker Funktion übernimmt. Die Verdi-Berufsgruppen sind in einer verzweifelten Lage, haben gleichzeitig weniger bis gar nichts zu verlieren und sind heißgemacht. Die streiken, im schlimmsten Fall wieder wochenlang, so dass sich eine Einigung eben auch sehr weit in die Zukunft verschiebt, was wiederum bekanntermaßen ungünstig und eine beliebte Strategie ist.

Mich betreffen sämtliche Forderungen nicht, abgesehen vom Tarifgehalt. Das könnte der Grund sein, weshalb ich dieses Mal quick and dirty bevorzuge. Weiter oben habe ich auch schon mal überlegt, ob das Gehalt nicht das Bauernopfer der diesjährigen Runde wird. Es ist schwer einzuschätzen, weil die Forderungen so ziemlich die gleichen sind, wie letztes Jahr und man nicht weiß, was wirklich die Schwerpunkte waren und sind.

Das System wird auflaufen, es wird große Reformen geben, ähnlich wie früher, ca. 2006, als u. a. die TdL entstand. Der MB wird dann wieder seinen großen Auftritt haben.

Salatsultan
16.11.2023, 18:38
Deine Message ist bei mir angekommen, allerdings halte ich eine Diskussion mit dir für wenig konstruktiv und verzichte entsprechend.

Salatsultan
16.11.2023, 18:48
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/tarifverhandlungen-aufgenommen

@detysnow: Es ist die Kombination aus ohnehin niedrigsten Erwartung auf dem Hintergrund der bisherigen Errungenschaften mit der Überlegung, was realistisch ist. Lowest hanging fruits. Ich halte nichts, absolut gar nichts vom MB und werde regelmäßig darin bestätigt. Von der hiesigen „Betriebsgruppe“, zuletzt erst kürzlich im Kontext dieser Verhandlungen, durch meinen Landesverband, aus dem ich letztes Jahr ausgetreten bin und sogar hier, wo ich mehrmals bedrängt wurde, meine Klardaten mitzuteilen und bei Ablehnung dessen anschließend Gaslightning aus dem Bilderbuch schön schriftlich dokumentiert ist.

Davon abgesehen wäre es ungünstig, wenn die Verhandlung von Verdi & Co mit der TdL eine Pacemaker Funktion übernimmt. Die Verdi-Berufsgruppen sind in einer verzweifelten Lage, haben gleichzeitig weniger bis gar nichts zu verlieren und sind heißgemacht. Die streiken, im schlimmsten Fall wieder wochenlang, so dass sich eine Einigung eben auch sehr weit in die Zukunft verschiebt, was wiederum bekanntermaßen ungünstig und eine beliebte Strategie ist.

Mich betreffen sämtliche Forderungen nicht, abgesehen vom Tarifgehalt. Das könnte der Grund sein, weshalb ich dieses Mal quick and dirty bevorzuge. Weiter oben habe ich auch schon mal überlegt, ob das Gehalt nicht das Bauernopfer der diesjährigen Runde wird. Es ist schwer einzuschätzen, weil die Forderungen so ziemlich die gleichen sind, wie letztes Jahr und man nicht weiß, was wirklich die Schwerpunkte waren und sind.

Das System wird auflaufen, es wird große Reformen geben, ähnlich wie früher, ca. 2006, als u. a. die TdL entstand. Der MB wird dann wieder seinen großen Auftritt haben.

Die Verhandlungen für 1,6 Millionen Verdibeschäftigte (für hunderttausende Beamte wird gerade ebenfalls verhandelt) haben natürlich eine höhere Priorität für die TdL. Da werden wir - auch zeitlich - hinten anstehen, die Illusion kann man gleich zur Seite legen.
Der Schwerpunkt liegt klar auf der linearen Forderung, Zuschlägen und den Regelungen zum Schichtdienst (um den Trend Bereitschaftsdienste zu Gunsten von Schichtdiensten abzuschaffen finanziell uninteressanter werden zu lassen). In vergangenen Verhandlungen hat die TdL alles mit Zuschlägen kategorisch abgelehnt weil sie ein Durchschlagen auf andere Tarifbereiche fürchtet. Was bei diesem mal möglich sein wird, zeigt sich in den Verhandlungen. Das Delta zu anderen Tarifbereichen kann auch die TdL nicht ignorieren und dies wurde auch im Rahmen des Verhandlungsauftakt kommuniziert.
Ich werde im Rahmen mein bestes tun insbesondere an meine Klinik die Kolleginnen und Kollegen zu informieren, mitzunehmen und zu mobilisieren. Die Infrastruktur dafür denk ich mir selber aus, die Zeit investier ich neben meiner Arbeitszeit. Ich werde nicht alle notorischen Nörgler überzeugen und nicht jeden glücklich machen - aber im Rahmen meiner Möglichkeiten versuch ich persönlich das beste auch als Teil dieser Verhandlungskommission zu erreichen. Der Unmut und der Frust, die Stimmung aus den Kliniken, die veränderte Rolle universitärer Medizin in der Versorgungslandschaft etc konnte auch in zwei persönlichen Statements ggü. der TdL eindrücklich kommuniziert werden. Ich freu mich im Rahmen der Verhandlungen auf einen konstruktiven Austausch mit euch.

Endoplasmatisches Reticulum
16.11.2023, 18:52
Ich bin gespannt und würde mich freuen, vom MB positiv überrascht zu werden.

(Aber ich glaube es erst, wenn ich es sehe - dafür sind die vergangenen Präzedenzfälle zu zahlreich und die schlechten Entscheidungen mit unbeholfener Kommunikation zu mannigfaltig. Muster lügen nicht.)

Dooly
16.11.2023, 19:15
Denkt der MB denn auch nur einen Bananenwurf weit über die Innenwirkung nach, nachdem er in vergangenen Tarifrunden sämtliche unliebsamen Entscheidungen mit möglichen Schäden an der Außenwirkung der Ärzteschaft gerechtfertigt hat?

Wenn die Verhandlung jetzt wieder mies läuft, hat sich der MB noch mehr blamiert. Wenn sie hingegen gut läuft oder sich der MB deutlich kämpferischer zeigen sollte, als zuvor: Ah, funktioniert ja doch ... in dem Moment, in dem es ums Geld der Obrigkeit geht.

Egal ob man Kritiker oder Fanboy des MB ist, muss man doch einsehen, dass das im Zeitverlauf erneut eine maximal unglückliche Strategie ist.Grob überschlagen ist der Zuwachs an Mitgliedern proportional zum Zuwachs der Ärzteschaft und hält sich so bei nem Drittel oder nicht? Es gibt somit für die Innenwirkung auch gar keine Not? Das wundert mich wirklich jedes Mal, wie das geht. Der MB wirbt zwar ausdauernd an aber es müssten doch auch viele austreten, insbesondere, weil es ja meist passive Mitglieder sind.

@Salat, danke für die Erläuterung bzgl. dem u. a. zeitlich hintenanstehen. Bleibt mir nur zu hoffen, dass Verdi nicht wieder ewig streikt.
Ich werde im Rahmen mein bestes tun insbesondere an meine Klinik die Kolleginnen und Kollegen zu informieren, mitzunehmen und zu mobilisieren.Ich bin early mit dir, ich verstehe nicht, weshalb du so ausdauernd an sinnvoll investiertes Engagement glaubst. Für mich sieht das einfach aus, wie Ressourcenverschwendung. ._.

Salatsultan
16.11.2023, 19:27
Wenn sich niemand engagiert wird sich nichts mehr ändern. Aber da geraten wir in den Bereich der persönlichen Lebensführung und Prioritäten. Für mich ist das Leben zu kurz um mich nur zu beklagen.

Qwert1133
16.11.2023, 19:29
Ich freu mich im Rahmen der Verhandlungen auf einen konstruktiven Austausch mit euch.

Hallo Salatsultan,

toll, dass du Teil der Verhandlungsteams bist und hier ein wenig deine Eindrücke teilst. Da hätte ich schon ein paar Fragen an einen Insider wie du es einer bist:




Die Landesverbände werden daher noch in diesem Herbst mit einem Dialog über die zukünftige Ausrichtung der Tarifpolitik für die Universitätsklinika beginnen. Hierzu werden sowohl Netzwertreffen vor Ort wie auch im Online-Format stattfinden, in denen wir vor allen Dingen Ihre Sicht auf die Arbeitsbedingungen und die notwendigen Änderungen erfahren wollen.


Hat das denn stattgefunden? Bei uns gab es wirklich außer einer Zoomkonferenz direkt nach dem enttäuschenden Abschluss im letzten Jahr garnichts mehr. Zum Abschluss meine Herr Botzlar noch, diese Treffen werden jetzt regelmäßiger geplant, leider war danach nichts mehr von ihm zu hören. Hatte ich da einfach nur Pech?



Allerdings weisen Verhandlungen mit der TdL einen grundsätzlich anderen Charakter und eine andere Dynamik auf als Verhandlungen mit sämtlichen anderen Tarifvertragsparteien. Die Entscheidungen auf Arbeitgeberseite werden weder in den Uniklinika noch unter deren Beteiligung getroffen, sondern stehen dem Grunde nach in den Finanzministerien der beteiligten Bundesländer fest – vielfach bereits Monate vor Beginn der Verhandlungen. Zwar bedeutet dies keine wortgemäße Festlegung einzelner Regelungen, sehr wohl aber eine Fixierung des tarifpolitischen – und auch des finanziellen – Rahmens einer möglichen Einigung. Abweichungen von diesem Rahmen sind weder vorgesehen noch gegen den Willen der beteiligten Ministerialbeamten zu erzeugen.


Das habe ich jetzt schon häufiger gelesen - ist es wirklich so, dass die TdL einen Kostenrahmen präsentiert und i.R des Verhandlungsteams wird dann beraten, wie man den am ehesten nutzt? Das hat ja dann wirklich kaum noch was mit TarifVERHANDLUNGEN zu tun, wenn die Arbeitgeberseite von vornherein sagt so viel und keinen Cent mehr und die Gewerkschaft akzeptiert dieses Verhalten ohne Rückfragen. Und das haben wir jetzt seit 2006 auf diese Art und Weiße durchgezogen, ohne das über einen Streik nachgedacht wurde um die, und da sind wir uns doch alle einig, menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in den Kliniken grundlegend zu verbessern?

Und zu guter letzt:
Es wird ja immer auf das Delta zu den anderen Tarifverträgen verwiesen - ich hoffe das erfolgt nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch in Relation zu unserer höheren Arbeitszeit?

Dooly
16.11.2023, 19:29
Man kann sich aber vielleicht an anderer Stelle weitaus sinnvoller engagieren. Es gibt einfach Typen, die sind ganz gut im MB aufgehoben, und es gibt Typen, da ist es schade drum.

Endoplasmatisches Reticulum
16.11.2023, 19:51
Ich halte nichts, absolut gar nichts vom MB und werde regelmäßig darin bestätigt. Von der hiesigen „Betriebsgruppe“, zuletzt erst kürzlich im Kontext dieser Verhandlungen, durch meinen Landesverband, aus dem ich letztes Jahr ausgetreten bin und sogar hier, wo ich mehrmals bedrängt wurde, meine Klardaten mitzuteilen und bei Ablehnung dessen anschließend Gaslightning aus dem Bilderbuch schön schriftlich dokumentiert ist.
Ich sehe das ähnlich. Nochmal das Beispiel der EG3/4-Forderung; damit niemand meint, das wären doch nur Nebensächlichkeiten. Der MB hat in Vertretung der Ärzteschaft einen historisch miserablen Tarifabschluss trotz historisch einmalig wuchtigem gesellschaftlichen Verhandlungsmoment durchgewunken. Anschließend hat er öffentlich auf Instagram, Twitter und in seinen Pressemitteilungen gegen seine vertretenen Ärzte geschossen, sie für dumm befunden und nachträglich wie eine beleidigte Zicke Posts klamheimlich wieder gelöscht, als der Shitstorm zu groß wurde. Zum Dämpfen hat er vage Versprechungen für die Zukunft gemacht, durch einen Fokus auf den Gehältern die eingekaufte Reallohnentwertung wettzumachen, was schon damals sehr einfach als unrealistisch auszurechnen war.

Der MB steht somit in einer schweren Aufholschuld aus der letzten Tarifrunde, die er ja sogar eingestanden hatte. Gleichzeitig sollte ihm daran gelegen sein, seinen kräftig angeknacksten Ruf gerade bei den enttäuschten Fußsoldaten zu sanieren. In ausgerechnet dieser Situation entscheidet er sich, anteiliges Gehaltssteigerungspotential bei allen Ärzten abzuschneiden, um eine isolierte Erhöhung der Elitengehälter mit zu verhandeln. Denn wie Salatsultan richtig angemerkt hat: Alles hat einen Preis, der bei der linearen Erhöhung abgezogen wird. Völlig egal also, wie die Entgeltsteigerung am Ende aussehen wird, der MB wird mögliche Aufholprozente für alle weggestrichen haben, um Extra-Boni für die Top-Verdiener auszuhandeln. Das heißt, auf dem Boden der schwebenden Lohnentwertung der Vorrunde hat der MB bewusst eine Kapitalumverteilung von AiWs hin zu Fach- und Oberärzten angestrebt.

Das finde ich sehr bitter. Vor allem aber zeigt es zum wiederholten Male die Gangart und Denkweise des MB. Denn selbst wenn dieser Punkt in der Tarifrunde klein ausfallen sollte oder im Zuge der Verhandlung verworfen würde, bringt alleine dessen Ausformulierung ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt einen Intentionskonflikt zur Basis zum Ausdruck. Und das ist nicht das erste Mal, sondern gefühlt eher das zehnte in Folge. Der MB hat sich in den letzten Jahren immer wieder als Partisan der Eliten positioniert. Man braucht nicht viel Übung, um Muster in den inzwischen wirklich zahlreichen und dabei konsistenten Datenpunkten zu erkennen.

Mir tun Leute wie Salatsultan Leid, denen ich ehrlich glaube, mit besten Intentionen am Werk zu sein.


Das System wird auflaufen, es wird große Reformen geben, ähnlich wie früher, ca. 2006, als u. a. die TdL entstand. Der MB wird dann wieder seinen großen Auftritt haben.
Dieses Szenario wird bestenfalls eine Rückkehr zum Stand Prä-Covid erwirken können, nicht mehr. Oder glaubt hier irgendjemand an einen Gehaltssprung von > 50% für Ärzte in Weiterbildung?