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Tom123321
20.09.2023, 19:26
Ärzte müssen lernen, dass man für gute Tarifverhandlungen kämpfen muss. Niemand wird einfach gutherzlich sagen "Ja, hier kriegt ihr 11% Inflationsausgleich". IG Metall hats so gut weil sie keine Angst haben zu Streiken.
Um irgendwas zu erreichen, muss es organisierte Ärztestreike geben. Und nicht diese "Warnstreiks", wo Ärzte sich wie Kinder einen Tag austoben dürfen, aber was einfach ignoriert wird, da nachdem den Ärzten wieder mit einer Reallohnreduktion ins Gesicht gespuckt wird sowieso nichts passiert.
Es ist auch einfach nur lächerlich, dass es immer die Fach/Oberärzte gibt, die mit ihren AT Vertrag angeben. Als ob ein besserer Tarifvertrag nicht eine bessere Grundlage für AT Verträge wäre.

Kackbratze
20.09.2023, 20:31
Solange 3,85% plus bei den Niedergelassenen als "üppig" bezeichnet wird und die Presse entweder dieses Zitat feiert oder einfach garnicht darüber berichtet, ist doch die allgemeine Wertigkeit klar zu erkennen.

Solange die Krankenhäuser budgetiert werden und die Lohnkosten vom Budget gezahlt werden müssen werden höhere Tarife Hand in Hand mit weniger Personal gehen.
So wie es die gewählte Regierung kund tut und lebt.

Qwert1133
20.09.2023, 21:23
Ärzte müssen lernen, dass man für gute Tarifverhandlungen kämpfen muss.

Die Ärzteschaft wird ja garnicht vor die Wahl gestellt, ob wir einen Tarifabschluss mit Reallohnverlust akzeptieren wollen oder lieber einen Streik riskieren. So ziemlich jede große Gewerkschaft lässt mittlerweile Ihre Mitglieder über die Annahme des Tarifergebnissen abstimmen, der MB entscheidet lieber über die Köpfe seiner Mitglieder hinweg und fabuliert von einer wahrscheinlich niedrigen Streikbereitschaft ohne das mit Zahlen und Fakten hinterlegen zu können :-kotz

Dooly
20.09.2023, 22:33
Dass die Forderungen von Verdi so spät, am 11.10., veröffentlicht werden, find ich auch komisch. Der MB hat letztes Jahr auch nicht früher Forderungen veröffentlicht. Was der so macht ist ja aber sowieso völlig unklar. Der hat sich nun seit Wochen nicht geäußert.

Zu den Netzwerktreffen: bei uns in der Klinik hat im Februar eine Info-Veranstaltung stattgefunden und war komplett Blödsinn. Hauptsächlich Selbstbeweihräucherung, genauso, wie man es hier auch erlebt. Es wurde im Grunde verkündet, dass der Abschluss sehr gut sei und alle anderen haben keine Ahnung. Erläuterungen oder Diskussionen gab es nicht. Davon abgesehen gab es keine Aussicht auf die kommende Runde. Es gab kein Protokoll des Meetings und auch keine Folgetermine oder andere Angebote mit dieser kleinen klinikinternen MB Gruppe in Verbindung zu bleiben. Die Einladung kam unvermittelt am späten Nachmittag vom Vortag.

Dooly
21.09.2023, 13:05
Da sind sie, die Forderungen: Tarifkommission beschließt Forderungen Entgeltentwicklung im Fokus | Marburger Bund Bundesverband (marburger-bund.de) (https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/tarifkommission-beschliesst-forderungen-entgeltentwicklung-im-fokus)

Dooly
21.09.2023, 18:31
https://www.instagram.com/reel/Cxc1boBo7x4/?igshid=ODk2MDJkZDc2Zg==
noch was. Leider auch nicht mehr Details, nur Gelaber.

Endoplasmatisches Reticulum
22.09.2023, 09:59
Gut, dass die monetären Forderungen des MBs behäbig gegen ein etwas weniger peinliches Niveau streben.

Ich resümiere aber: Derjenige Verhandlungsgegner, der in der letzten Tarifrunde als grundsätzlich jeder Form von Kompromissen unzugänglich konstatiert wurde, bekommt jetzt die höchste Eingangsforderung aller bisherigen Tarifrunden aufgetischt.

Geht der MB davon aus, dass der TdL in der Zwischenzeit die Teile des Gehirns gewachsen sind, die Scham empfinden?

JAK1
22.09.2023, 12:18
STREIK

blaabc
22.09.2023, 17:44
Ärzte streiken nicht. Der Großteil meiner Kollegen weiß nicht mal, wann ein Tarifvertrag endet, bzw. wann was erhöht wurde. Geschweige denn, dass sie auch nur im entferntesten auf die Idee kommen würde, zu streiken. Uniklinik Osten Innere.

Kackbratze
22.09.2023, 19:07
Nach harten Verhandlungen einigt man sich auf insgesamt +7,2% über 3 Jahre, im ersten Jahr 4%, im zweiten Jahr 1,5 und im dritten 1,7%. Dienstvergütung insgesamt +2%, aber erst ab dem 4. Dienst.
Und als Topergebnis 2 Weiterbildungstage mehr und 1732€ Inflationsausgleich (vor Steuern) einmalig 2024.
Wenn das mal kein Grund zur Freude ist!

Und alle so "1732€ für lau! Wo muss ich unterschreiben?"

Dooly
22.09.2023, 21:46
Mich überrascht, dass die Forderungen so vage gehalten sind. Die Links führen auch nur im Kreis. "Sämtliche Forderungen im Einzelnen, alle Informationen zu den Verhandlungen und Hinweise zur Vorbereitung von Arbeitskampfmaßnahmen finden Sie auf unserer Website unter www.tdl-tarifrunde.de." Aber nichts genaueres findet man. Einzig beim Gehalt wird mal ne Hausnummer genannt. Ich find diese übrigens erwartungsgemäß und bleibe bei meiner Vorhersage: Umgerechnet 0-4 % für 1 Jahr in Kombination mit Einmalzahlung.

Das Reel ist wieder mal für alle anderen gemacht, nicht für uns. Das bildet doch nicht die Realität ab?
„Wie ist es zu den Forderungen gekommen?“ „Der Beschlussfassung voraus gingen intensive Beratungen sowohl in den dafür zuständigen Gremien, namentlich der kleinen Tarifkommission, als auch ein Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen an allen Universitätskliniken, die von der TdL vertreten werden. Es ist ja wichtig für uns, nicht nur in den Gremien zu befinden, wo die Richtung hingehen soll, sondern davor und auch während des gesamten Prozesses immer enge Tuchfühlung mit unseren Mitgliedern zu haben - auf deren Unterstützung, und da appelliere ich auch jetzt schon an die Kolleginnen und Kollegen, wir ja angewiesen sind, sonst können wir die berechtigten Anliegen am Ende nicht durchsetzen.“
Bei Qwerty hat gar nichts stattgefunden, bei mir nur eine Veranstaltung zum letzten Abschluss, bei bla kennt der Großteil nicht mal den TV. Gab es eine Uni an der es intensive Beratung und Austausch und Tuchfühlung und Appelle gegeben hat? Oder macht das der Circle of Trust unter sich aus? Schaffen wir das zu sammeln von jeder Uni? Per PN, so dass nicht öffentlich steht an welcher Uni jemand arbeitet.

Ärzteblatt Artikel: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/146151/Marburger-Bund-fordert-12-5-Prozent-mehr-Gehalt-fuer-Aerzte-an-Unikliniken?fbclid=PAAaZtvMGZrUb877tzMoZKne68jFrSW UCT_IoROpZ9CzA8ONdP7T4ws5yrkKI_aem_AY-jpMdkEmgIT0GSCJp1GUceifPVSKbFu9wgKIGzKh4kSJy9ptm00 XQRkIVjZbtcmqM
Ich hab das Gefühl das wird schlecht altern und wieder so ne Realsatire. Erinnert ihr euch noch, wie in der MBZ letztes Jahr einen Tag NACH der Einigung ein Artikel mit den Forderungen im typischen populistischen Slang veröffentlicht wurde? Ist immer noch eines der satirischen Highlights der letzten Tarifrunde für mich.

Dooly
25.09.2023, 20:55
https://www.marburger-bund.de/sites/default/files/2023-09/23-09-20%20Forderungen%20kurz.pdf
Zu den Zuschlägen ist die nächste Info veröffentlicht worden.

Die 23 betroffenen UKs sind wahrscheinlich folgende. Gab es irgendwo Mobilisierung und Netzwerktreffen?.



Aachen
Augsburg
Bochum
Bonn
Düsseldorf
Erlangen
Essen
Freiburg
Göttingen
Hannover
Heidelberg
Homburg
Jena
Köln
Mannheim
München LMU
München TU
Münster
Regensburg
Tübingen
Ulm
Würzburg
?

Nicht: Berlin, Frankfurt, Gießen, Hamburg, Marburg, Oldenburg

kartoffelbrei
26.09.2023, 05:53
Oldenburg ist nur Pseudo-Uni und zahlt deshalb nach VKA-Tarifvertrag :D

Dooly
26.09.2023, 06:17
Oh okay dann kein Plan. :D Ging überraschend schnell die Liste zu schreiben, war ja klar, dass die falsch ist. Im Norden sind raus, dass weiß sich, Charité, UKE, Hessen

Choranaptyxis
26.09.2023, 08:31
Mannheim ist auch nur Pseudo-Uni. Da arbeiten auch die meisten nach VKA und nicht nach Uni-Tarif.

Dooly
26.09.2023, 08:58
Die meisten aber nicht alle? Das ist ja auch scheiße, wenn dann manche zu den derzeit schlechteren TdL Bedingungen und andere zu den derzeit besseren VKA TV angestellt sind. Okay, welche UKs hab ich nun fälschlicherweise rausgeworfen?

Hox
26.09.2023, 10:28
Ich vermisse Leipzig, Rostock, Greifswald, UKSH. Bin mir aber auch nicht 100% sicher, ob es jeweils Haustarife gibt.

Zu den Forderungen: Man sollte sich jetzt sicherlich nicht auch noch zwischen den einzelnen EG-Stufen gegeneinander ausspielen lassen. Dennoch wundert mich der Fokus auf OA/LOA-Ebene. Diese Gehälter halte ich prinzipiell für durchaus Konkurenzfähig (sollten natürlich auch eine lineare Steigerung bekommen). Aus meiner Sicht bleiben Leute, die eine OA/LOA-Stelle "ergattert" haben, jedoch häufig.
Die größte Differenz zwischen Verantwortung/Bezahlung in Uniklinik und finanziellen Möglichkeiten außerhalb Uniklinik sehe ich bei FA. Wenn man keine OA-Perspektive hat, kann man in dieser Berufsgruppe das größte Gehaltsplus erwarten, wenn man in den niedergelassenen/privaten Bereich geht. Hier müsste man aus meiner Sicht a.e. die Vergütungsstruktur anpassen, wenn man klinisch orientierte FÄ an den Unikliniken halten will.

Dooly
26.09.2023, 10:59
Okay, ich gebe auf, was die 23 Häuser betrifft. War auch zu einfach gewesen. ^^

Der MB ist und bleibt wenig transparent und wenig offen für die Allgemeinheit. Trotz bombastischem Erfolg der letzten Tarifrunde sind die Forderungen vom letzten Jahr ziemlich dieselben. Wie das jetzt mit den Themen und Schwerpunkten funktioniert ...kein Plan.
Das sind unsere Forderungen | Marburger Bund Bundesverband (marburger-bund.de) (https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/mitgliederinformation-tdl-forderungen)

Die Tabellenentgelte sollen mit Wirkung vom 1. Juli 2022 um 8,9 Prozent steigen. Die Tarifgremien haben diese Forderung in der Überzeugung beschlossen, dass angesichts der derzeitigen Inflationsentwicklung eine deutliche lineare Steigerung zwingend notwendig ist. Daneben soll diese Erhöhung aber auch ein klares Signal der Wertschätzung gegenüber den Ärztinnen und Ärzten darstellen, die unter den derzeitigen Rahmenbedingungen mit einer stetigen Verdichtung und Verlagerung der ärztlichen Arbeit in besonders belastende Zeiten konfrontiert sind. Um Entwicklungen aus anderen Tarifgebieten auch an den Universitätskliniken nachzuvollziehen, fordern wir daneben die Einführung von Entwicklungsperspektiven auch für langjährige Oberärztinnen und Oberärzte.

Wir halten zudem die Weiterentwicklung der Zeitzuschläge für dringend geboten. So soll der Nachtzuschlag generell auf 25 Prozent und für die „tiefe Nacht“ zwischen 0 und 4 Uhr auf 40 Prozent angehoben werden. Der Sonntagszuschlag soll auf 50 Prozent steigen und der Samstagszuschlag für den gesamten Tag 20 Prozent betragen. Überdies wollen wir die zunehmend mit regelhafter Arbeitsleistung belegten Randzeiten des Tages aufzuwerten. Vollarbeit soll deshalb am Abend (vor Beginn des Nachtzeitraums) sowie am frühen Morgen ebenfalls mit Zuschlägen in unterschiedlicher Höhe (10 bis 20 Prozent) belegt werden. Dringend notwendig ist in diesem Zusammenhang auch, die jeweiligen Bezugsregelungen des Tarifvertrages anzupassen, um sicherzustellen,

Choranaptyxis
26.09.2023, 11:29
Die meisten, nicht alle. Ich kenne aber keine Zahlen, wie das jetzt verteilt ist. Manche sind bei der Fakultät angestellt, dementsprechend Univertrag. Führt dazu, dass du in den Abteilungen beide Tarifverträge berücksichtigen musst bei den Dienstplänen etc. Noch gehört die Klinik der Stadt, aber sie sind ja am basteln vom Konstrukt Heidelberg-Mannheim. Aber bis da alle Egos glücklich sind, wird es noch dauern.

Dooly
26.09.2023, 12:05
Weißt du, ob diejenigen, die VKA angestellt sind, dann auch alle keine wiss. MA sind, sondern als Ärzt*innen angestellt sind?