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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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vanilleeis
29.06.2019, 10:49
Was heisst Spätdienst bei Euch? Normalerweise musst Du den schwanger nicht machen. Mach die Schwangerschaft Montag offiziell (gegenüber dem Chef) mit dem Hinweis, dass Du den OA schon informiert hast und davon ausgehst, den Spätdienst Do nicht zu machen und rufe die FÄ an. Ich denke nicht, dass es ein Problem ist, die Bescheinigung Montag zu bekommen. Herzlichen Glückwunsch!

Chris29
29.06.2019, 18:22
[QUOTE=vanilleeis;2101942]Was heisst Spätdienst bei Euch? Normalerweise musst Du den schwanger nicht machen. Mach die Schwangerschaft Montag offiziell (gegenüber dem Chef) mit dem Hinweis, dass Du den OA schon informiert hast und davon ausgehst, den Spätdienst Do nicht zu machen und rufe die FÄ an. Ich denke nicht, dass es ein Problem ist, die Bescheinigung Montag zu bekommen. Herzlichen Glückwunsch![/QUOT

Vielen Dank ! Spätdienst heißt bei uns vom 12.45 Uhr bis 21.15Uhr. Es ist meine Meinung nach halb offiziell, da mein OA der leitende OA ist. Ich versuche so schnell wie möglich, eine Bescheinigung zu bekommen. Ich habe so reagiert, weil ehrlich, ich habe mich und ich fühle mich noch ein bisschen unter Druck gesetzt. Vielleichr ist nur meine Vorstellung.
Nochmals Danke an euch alle für die vielen gute Erklärungen und Ratschläge!

Pflaume
29.06.2019, 18:58
Bis 21:15 Uhr geht ja schon deshalb nicht, weil du als Schwangere nur bis 20 Uhr beschäftigt werden darfst, außer wenn die Bedingungen des §28 MuSchG (https://www.gesetze-im-internet.de/muschg_2018/__28.html) erfüllt sind, eine davon ist deine ausdrückliche Zustimmung, bis nach 20 Uhr zu arbeiten. Und falls du in diesem Zeitraum die einzige Ärztin im Haus sein solltest, die auch für Notfälle zuständig ist: Geht auch nicht, weil du ja gemäß §11 MuSchG (https://www.gesetze-im-internet.de/muschg_2018/__11.html) nicht mit Biostoffen, die in die Risikogruppe 4 im Sinne von §3 Absatz 1 der Biostoffverordnung fallen (z.B. infektiöses Blut), arbeiten darfst.

Achja, und noch was: Am besten die nette Email bezüglich des Dienstes, die der OA dir geschrieben hat, ausdrucken und zuhause abheften. Wer weiß, ob man sie mal brauchen kann.

WackenDoc
29.06.2019, 19:26
Und arbeiten nach 20 Uhr geht auch nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Schwangeren. Und die Gewerbeaufsicht muss zustimmen. Dem Antrag ist dann auch die Gefährdungsbeurteilung (und ja, natürlich explizit für diese Arbeitszeiten, nicht nur allgemein) beizufügen.

Colourful
29.06.2019, 19:58
Cool, was man hier alles lernt! Danke euch!

throni
01.07.2019, 20:09
Gibt es in euren Kliniken Präferenzen was den Einsatz von atypischen Antipsychotika bei akuten Manien angeht? Laut Studienlage scheint es Vorteile für Risperidon und Olanzapin zu geben. In meiner Klinik wird meist Aripiprazol gegeben, weil man damit wohl gute Erfahrungen gemacht hat.

davo
01.07.2019, 22:34
In meiner PJ-Klinik sind je nach OA beide Varianten beliebt. Gerne auch kombiniert mit der Wunderwaffe Valproinsäure.

morgoth
01.07.2019, 22:38
Asenapin/Sycrest ist auch eine Option.

Kaas
15.07.2019, 10:22
Hallo zusammen,
kann jemand etwas über psychiatrische Kliniken in Berlin berichten bezüglich Arbeitsbedingungen und Klima? Insbesondere würden mich die Bodelschwingh-Klinik und das Theodor-Wenzel-Werk interessieren. Danke euch!

Jane_55
24.07.2019, 20:09
Hallo zusammen,
ich wollte Euch fragen, ob man hier Patientenfälle schildern darf? Selbstverständlich ohne Namen und Details, aber trotzdem bin ich nicht sicher, ob das in Ordnung ist...Wäre sehr dankbar für Eure Gedanken :)

maniac89
28.07.2019, 16:49
Klar darf man.. :-) solange keine Rückschlüsse auf die Identität möglich sind.

Wie geht eure Klinik bzw. ihr im Dienst eigentlich mit sog. "Drehtürpatienten" um, die sich natürlich immer notfallmäßig, oft durch den Rettungsdienst, einweisen lassen wollen. Sind ja oft Suchtpatienten, die dann gerne den vorherigen Aufenthalt vorzeitig abgebrochen haben.. In meiner Klinik gibts dazu irgendwie keine Vorgaben.

davo
28.07.2019, 17:09
An meiner PJ-Abteilung war das alles Ermessenssache. Manche Oberärzte haben dann (v.a. bei Suchtpatienten) bei der Aufnahme einen Behandlungsvertrag aufsetzen lassen, sofortige Entlassung bei Alkoholkonsum, sofortige Entlassung bei Nichtteilnahme am Therapieprogramm, maximal soundsoviele Benzodiazepine, etc. Andere Oberärzte haben versucht (v.a. bei Nicht-Suchtpatienten), statt der ständigen Kurzkontakte auf einen mittelfristig terminisierten längerfristigen stationären Aufenthalt zu setzen.

maniac89
28.07.2019, 17:37
Danke schonmal, ich meinte allerdings eher die Aufnahmepolitik.. Die benachbarte Sektorklinik nimmt zB wohl gar keine Patienten für notfallmäßigen Entzug auf. Kenne es sonst auch, dass die Aufnahme zum Entzug nur über Warteliste läuft und die Patienten mehrmals telefonisch ihre Therapiemotivation verdeutlichen müssen..
Meine eigene Klinik hat keine Vorgaben diesbezüglich, die anders lautet als 'für Vollbelegung sorgen'

Im letzten Dienst kam zum Beispiel ein Aufnahmegesuch per Notarzt für einen Patienten, der vor zwei Wochen die Entzugsbehandlung ein paar Tage verfrüht gegen ärztlichen Rat abgebrochen hatte. Mit genau der gleichen Anamnese - Spiegeltrinker, der sich regelmäßig bei Stürzen irgendwas aufhaut. Hinzu kam noch ein Versorgungsproblem seitens der Ehefrau. Die zuständige Sektorklinik hatte ihn abgelehnt. :-( Ich hab ihn dann letztendlich aufgenommen, aber mich nerven diese fehlenden Vorgaben diesbezüglich

erdbeertoertchen
28.07.2019, 17:54
Wir nehmen auf. Habe im Dienst öfters Suchtpatienten, die einen dringenden Entzugswunsch haben. Bis jetzt habe ich es nicht erlebt, dass der OA nach Rücksprache diese abgelehnt hat.

jijichu
28.07.2019, 18:08
Ich sag meinem Vordergrunddienst generell, dass wir aufnehmen und dann am nächsten Tag der Oberarzt der Station (Sucht in dem Fall ich selbst) mit dem Patienten und Stationsarzt geschaut wird, wie es weiter geht. Es gibt gerade nachts genug zu tun als mit Patienten/Angehörigen/Rettungsdienst/Polizei zu diskutieren. Da wir aber einen sehr großes Versorgungsgebiet haben werden verlegungsfähige Patienten sofern die Klinik nicht allzu weit weg ist (z.B. anderes Bundesland) in die zuständige Klinik verlegt, sonst könnten wir unsere Patienten gar nicht adäquat versorgen.

Jane_55
03.08.2019, 12:18
Wir nehmen auch auf. Es ist schon schwierig, wenn die Patienten immer wieder kommen, man sieht keine Veränderung😏Gleichzeitig weiß ich nicht, was eine Alternative sein könnte. Das ist, finde ich wichtig, die Patienten zu motivieren, beim Entlassungswunsch über die Wichtigkeit der Behandlung aufzuklären. Diese Situation mit den Patienten zu besprechen. Das wird sicherlich unterschiedlich viel bringen. Nur NICHT aufnehmen wäre denke ich hart, weil letztlich wo sollen dann die Patienten hin? Bei Nichtsektorpatienten macht es Sinn, sie gleich in die andere Klinik zu verweisen oder zu verlegen (wenn möglich)...

Jane_55
07.08.2019, 20:06
Wie ist Eure Erfahrung mit Lithium bezüglich der Nebenwirkungen? Vor allem bezüglich TSH?? Ich bin neu in der Psychiatrie und sehe, dass bei meinem Patienten unter Lithium TSH-Wert steigt...Wie geht Ihr damit um?

rafiki
08.08.2019, 06:40
Wie geht Ihr damit um?

Alle betroffenen Schilddrüsen zur Gruppentherapie rufen und das zum Thema machen.

Jane_55
08.08.2019, 08:06
😳.....

Jane_55
08.08.2019, 08:09
Alle betroffenen Schilddrüsen zur Gruppentherapie rufen und das zum Thema machen.

Wenn die Frage Sie nicht interessiert, warum schreiben Sie etwas dazu?😳