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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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Feuerblick
20.11.2018, 14:29
:-)) Ich komme eventuell drauf zurück. Momentan hätte ich einfach gerne einen Überblick über die wichtigen Krankheitsbilder, die mir beim Arbeiten immer mal über den Weg laufen. Das kann ich bisher nicht so gut einschätzen wie ich es gerne hätte. Studium ist halt laaaaaaange her...

Oops!
25.11.2018, 17:01
Ich war zwar nicht angesprochen, hätte aber auch eine Frage.
Bei uns geht es momentan thematisch um Kindswohlgefährdung, an anderer Stelle um Endokrinologie und die Psychiatrie hatte sich auch mal vorgestellt.
Also naheliegend, dass ich mich einlese.
Ebenso naheliegend: ich seh den Wald vor lauter Diagnosen nicht.

Ich weiß, das sind eher Themen für FÄ, aber wie grenzt ihr „Mischbefunde“ ab?
Gibt es dann mehrere Diagnosen? Nur eine? Die, die am umfassendsten das Beschwerdebild erklärt?

Zum Beispiel (fiktiver Fall)
Pat. verfällt in der Lebensstruktur in einen unsteten Lebenswandel, keine Ausbildung, arbeitslos, mehrere Kinder von mehreren Männern, ein Kind verwahrlost (zu klein, zu leicht, Ernährung mangelhaft, Zahnstatus, Körper & Kleidung ungepflegt), andere Kinder noch nicht vorgestellt.
Mutter wirkt überfordert, gereizt, lieblos im Umgang mit dem Kind.
Soweit der fiktive Fall, der grad anliegt.

Bearbeitet hab ich den bereits - also um die eigentlichen Lernziele geht es jetzt nicht.

Klar - bei unserem Fall geht es in erster Linie um den Schutz des Kindes, was aber nicht ohne Hilfe auch für die Mutter geht.

Sachverhalt erweitert - die Infos haben wir nicht, weil eben kein realer Fall:
Pat. erleidet als Kind selbst eine Traumatisierung, PTBS, nicht bearbeitet.
Verfällt als Erwachsene in pathologische Bewältigungsstrategien wie zB Alkoholsucht oder eine Essstörung.

Dann haben wir dort erstmal eine reaktive Depression vorliegen, zusätzlich eine Suchterkrankung. Oder zählt die Suchterkrankung dann zur PTBS, wird also als „Nebenerscheinung“ der Grunderkrankung gesehen?

Verletzt sie sich dann noch selbst, kommt Borderline-Störung als Diagnose obendrauf? Oder zählt bereits Alkoholismus in der Gesamtbetrachtung zur Borderline-Störung?
Wäre eine Essstörung - wenn sie isoliert auftritt - anders zu kategorisieren als in einem Krankheitskomplex?

Wenn die Pat. jetzt noch zB Stimmen hört, sich verfolgt fühlt oder sonstige Wahnvorstellungen hat - gibt es dann mehrere Diagnosen?
Psychose zusätzlich, isoliert als Diagnose oder wird das zu einem Komplex zusammengefasst?

Tut mir leid, falls der Beitrag hier nicht erwünscht ist - kann gern verschoben oder gelöscht werden.
Über Antworten würde ich mich aber freuen :-)

Aktuelle Literatur ist das Kurzlehrbuch Psychiatrie von Leucht/ Förstl, dazu das Memorix Psychiatrie von Laux/Möller.

BlubberFasel
16.12.2018, 12:09
Ich hätte mal eine Frage an die psychiatrisch tätigen Kollegen hier: hat jemand von euch Selbsterfahrung VT als Selbsterfahrungswoche absolviert und kann mir da eine gute Anlaufstelle empfehlen? Ich finde ich Netz bisher lediglich die Selbsterfahrungswoche auf Mallorca der APP Köln (was natürlich auch nicht schlecht klingt), hat damit zufällig jemand Erfahrung?

Und eine weitere Frage: wann und wie habt ihr mit der psychotherapeutischen Weiterbildung begonnen? Ich bin nun auf einer Station für affektive Erkrankungen, habe bisher aber keine psychotherapeutischen Kenntnisse, außer ein paar Basics natürlich, die man eher nebenher aufschnappt. Von unserer Klinik wird leider nur alle 2 Jahre eine VT-Woche angeboten, deshalb bin ich jetzt auf der Suche nach externen Angeboten, am liebsten auch als Fortbildungswoche organisiert.

Ich bin euch schon mal sehr dankbar für jegliche Tips :-)

Herbstblume90
16.12.2018, 21:02
Hey! Ich starte ja auch im Januar in der KJP und hätte auch eine Frage.. seid ihr Mitglied in der DGKJP?

Elena1989
16.12.2018, 21:07
Hey! Ich starte ja auch im Januar in der KJP und hätte auch eine Frage.. seid ihr Mitglied in der DGKJP?

Ich bisher noch nicht, war bisher zu geizig. Aber vielleicht im neuen Jahr ;-)

erdbeertoertchen
17.12.2018, 06:21
Ich hatte es mir auch überlegt dieses Jahr. Allerdings hatte ich es so verstanden, man muss immer den vollen Beitrag für das laufende Jahr zahlen. Somit habe ich für diese Jahr gelassen.

erdbeertoertchen
17.12.2018, 06:25
Ich hätte mal eine Frage an die psychiatrisch tätigen Kollegen hier: hat jemand von euch Selbsterfahrung VT als Selbsterfahrungswoche absolviert und kann mir da eine gute Anlaufstelle empfehlen? Ich finde ich Netz bisher lediglich die Selbsterfahrungswoche auf Mallorca der APP Köln (was natürlich auch nicht schlecht klingt), hat damit zufällig jemand Erfahrung?

Und eine weitere Frage: wann und wie habt ihr mit der psychotherapeutischen Weiterbildung begonnen? Ich bin nun auf einer Station für affektive Erkrankungen, habe bisher aber keine psychotherapeutischen Kenntnisse, außer ein paar Basics natürlich, die man eher nebenher aufschnappt. Von unserer Klinik wird leider nur alle 2 Jahre eine VT-Woche angeboten, deshalb bin ich jetzt auf der Suche nach externen Angeboten, am liebsten auch als Fortbildungswoche organisiert.

Ich bin euch schon mal sehr dankbar für jegliche Tips :-)
Die APP in Köln ist empfehlenswert. Auf der Honepage bieten diese auch 20 St oder 50 St Selbsterfahrung in Köln an.
VT Fobi https://www.vfkv.de/

Reflex
14.01.2019, 06:01
Plant jemand dieses Jahr zum DGPPN zu fahren oder war schon mal da?

Colourful
14.01.2019, 08:43
Ich glaube, ich müsste da mal hin und würde auch sehr gern. Muss mir das nur irgendwie organisieren.

jijichu
14.01.2019, 09:20
Ich war ein paar mal da. Dieses Jahr wird aus diversen Gründen nicht möglich sein.
@Colour, die haben dort eine Kinderbetreuung

tensun
14.01.2019, 09:29
Ich war und plane wieder zu gehen. War großartig.

Colourful
14.01.2019, 10:31
@jijichu
Die haben eine Kinderbetreuung, wie geil!

jijichu
14.01.2019, 10:34
@jijichu
Die haben eine Kinderbetreuung, wie geil!

Musst dann vielleicht nicht ganz so viel organisieren ;-)

Reflex
14.01.2019, 18:26
Unsere Praxis macht das jedes Jahr geschlossen zusammen und ich würde gerne mal hin. Viel Vorteil ist, dass wenn man sich frisch bei der Dgppn anmeldet. Das erste Jahr wohl kostenlos hin fahren kann. Man könnte ja einen Abend über nen medi learn Stammtisch nachdenken, wenn sich ein paar finden?

jijichu
14.01.2019, 19:06
Unsere Praxis macht das jedes Jahr geschlossen zusammen und ich würde gerne mal hin. Viel Vorteil ist, dass wenn man sich frisch bei der Dgppn anmeldet. Das erste Jahr wohl kostenlos hin fahren kann. Man könnte ja einen Abend über nen medi learn Stammtisch nachdenken, wenn sich ein paar finden?

Genau, wenn Du frisch DGPPN Mitglied bist, zahlst Du keine Kongressgebühren. Fahr hin, ich fand's bisher immer gut bis auf einen Kurs, aber das war zu verschmerzen.
Sollte ich es doch dahin schaffen fände ich einen Stammtisch super :-top

BlubberFasel
20.01.2019, 19:37
Danke :) dann werde ich mir die Angebote von denen mal genauer anschauen.

BlubberFasel
20.01.2019, 19:53
Arbeitet jemand von euch zufällig in Offenburg in der Lindenhöhe oder kennt jemanden, der dort arbeitet? Ich bin mit meiner jetzigen Situation weiter unzufrieden und schaue mich deshalb nach alternativen Stellen um.
Die Weiterbildung klingt recht strukturiert, allerdings wirkt ein privater Klinikträger auf mich erst mal eher abschreckend. Vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen :).

schmapie
21.01.2019, 07:28
Hallo liebe Psychiatrisch-tätige Kollegen,

ich bin an anderer Stelle über eine Initiative die sich PatVerfü nennt gestolpert. Das was dort stand klang für mich etwas krude, daher würde mich interessieren ob ihr damit schon mal etwas zu tun hattet? Ich stelle mir gerade vor dass ich mit dem NEF zu einem psychotischen Patienten mit akuter Eigengefährdung komme und der mit diesen Wisch unter die Nase hält.

rafiki
21.01.2019, 16:03
Das was dort stand klang für mich etwas krude,

....heißt was genau?

melba_
21.01.2019, 20:56
Das ist ja herrlicher Schwachsinn. "Unter keinen Umständen darf bei mir irgendeine psychiatrische Diagnose erstellt werden. Ich verbiete hiermit jedem psychiatrischen Facharzt oder Fachärztin, mich zu untersuchen, genauso wie ich jedem anderen approbierten Mediziner untersage, mich hinsichtlich irgendeines Verdachts einer angeblichen „psychischen Krankheit“ zu untersuchen."

Ich würde den Wisch einfach als Willensbekundung (und Symptom...) zur Kenntnis nehmen. Wenn es allerdings ohne das Ding Gründe gäbe, jemanden gegen seinen Willen in die Psychiatrie zu schaffen, dann gibt es die natürlich auch weiterhin. Der akut gefährdete Psychotiker kann dir sonstwas unter die Nase halten - wenn du eine akute Gefährdung mit Notwendigkeit zur Behandlung gegen den Willen siehst, muss er erstmal mit.