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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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tensun
11.12.2019, 20:22
Klar.
Bücher: benkert, Stahl
Internet: compendium ch
Zitat "Clopixol Depot wird intraglutäal injiziert."

Auch: "Most LAAI are administered by deep intramuscular injection. This is based upon recent literature, which supports the fact that this is a lower risk site in terms of potential harm to the patient, and facilitates the LAAI being effectively given into the muscle, rather than inadvertently into the sub-cutaneous (fatty) tissues from which absorption of the drug will be significantly delayed.

Some medications, such as zuclopenthixol
decanoate, are only licensed for administration in the dorsogluteal site."

Atya
15.01.2020, 19:07
Liebe Psychiater,innen,

wieviele Common Trunk habt ihr pro Woche?
Ich kann mir iwie nicht vorstellen in einem großen Psychiatrischen Krankenhaus, das mehr Fachbereichen als Uni Psych hat nur 1 Stunde Fortbildung pro Woche hat.
Und wie rotiert ihr? Bleibt man 1 Jahr auf eine Abteilung ( 1 Jahr Sucht/ 1 Jahr allgemein Psyh, 1 Jahr Neuro/ 1 Jahr geschlossene ...usw) dennach hat man das Facharzt? Wie läuft das genau?

Ich habe mich nur auf die Weiterbildung in der Inneren informiert, da ich auch gerne in der Innere anfangen wollte. Da aber zur Zeit in beiden Kliniken keine Stellen frei zuvergeben gibt's, musste ich mir eine Alternative aussuchen. Ich bin leider Ortgebunden und kann bis 30km weiter entfernt von Wohnort suchen alles andere ist mir zu weit weg.

morgoth
15.01.2020, 19:15
Liebe Psychiater,innen,

wieviele Common Trunk habt ihr pro Woche?
Ich kann mir iwie nicht vorstellen in einem großen Psychiatrischen Krankenhaus, das mehr Fachbereichen als Uni Psych hat nur 1 Stunde Fortbildung pro Woche hat.
Und wie rotiert ihr? Bleibt man 1 Jahr auf eine Abteilung ( 1 Jahr Sucht/ 1 Jahr allgemein Psyh, 1 Jahr Neuro/ 1 Jahr geschlossene ...usw) dennach hat man das Facharzt? Wie läuft das genau?


Die ersten Sätze sind nicht verständlich, bitte ggfs. umformulieren.

Die Rotation ist denke ich krankenhausabhängig - wenn mit verschiedenen Stationen mit unterschiedlichem Schwerpunkt (akut/geschlossen, offen-Psychosen, offen-psychotherapeutisch, …) gearbeitet wird, macht eine Rotation natürlich Sinn. Das legt aber der Chefarzt fest, idealerweise berücksichtigt er natürlich Wünsche und ausstehende Weiterbildungsdefizite der Assistenzärzte.
Das Neurojahr muss in aller Regel unter einem anderen Chefarzt mit Weiterbildungsermächtigung Neurologie erfolgen, das klären letzten Endes auch wieder die Chefärzte (wann ist eine Stelle frei, welcher Assistent ist wann dran …). Wann du das Neurojahr machst, ist aber prinzipiell egal, es muss nicht zwingend am Ende sein.

davo
15.01.2020, 19:24
Ich hab mich auf mehrere Psych-Stellen beworben und mein Eindruck war: Es ist überall anders. Manche Kliniken sind echte Weiterbildungsriesen, aber es gibt auch durchaus große Versorgungskliniken mit wenig Fokus auf Weiterbildung. Bzgl. Rotationen war mein Eindruck, dass gute Kliniken oft ein klar strukturiertes und auch durchdachtes Rotationskonzept haben (meist am Anfang 1 Jahr Akutstation, danach der Rest, beispielsweise 1 Jahr Sucht, 1 Jahr Geronto, 1 Jahr Ambulanz).

Ich hoffe, dass du dich auch aktiv erkundigt hast bzgl. Innere-Stellen. Oft gibt es ja offene Stellen, die nicht ausgeschrieben sind.

rafiki
15.01.2020, 21:40
Ich kann mir iwie nicht vorstellen in einem großen Psychiatrischen Krankenhaus, das mehr Fachbereichen als Uni Psych hat nur 1 Stunde Fortbildung pro Woche hat.

In einer großen Klinik wurden damals in meiner Assi-Zeit ein 4-Jahres-Curriculum zu allgemeiner Psychiatrie 1,5 h/Woche sowie fortlaufende wöchentliche Balintgruppe, zweiwöchentliche Psychotherapiesupervionsgruppe und spezielle Kurse entweder zu VT oder zu TP, auch wöchentlich, angeboten, dazu gelegentlich workshops zu Begutachtungen und Psychopathologieseminare. Also durchaus umfangreiches hausinternes Programm, was aber eher selten ist.



Ich habe mich nur auf die Weiterbildung in der Inneren informiert, da ich auch gerne in der Innere anfangen wollte. Da aber zur Zeit in beiden Kliniken keine Stellen frei zuvergeben gibt's, musste ich mir eine Alternative aussuchen.

Von der Psychomedizin als Verlegenheitsentscheidung würde ich abraten, es sei denn, du willst es als Horizonterweiterung als späterer Internist/Allgemeinarzt mal ein Zeitlang machen.

Atya
17.01.2020, 16:26
Genau so hat der Chef mir erzählt @ Rafiki und das Neuro-Jahr machen die auch da allerdings kürzer also nur 6 Monaten aber wird als 1 Jahr angerechnet.
Danke Davo. Ich gucke gleich nach.

Rettungshase
18.01.2020, 16:08
Geschätzte psychiatrische Kollegen,
würdet ihr mir bitte eure Vorgehensweise schildern:
Was passiert in der Akutsituation mit Patienten, die wahnhaft, ohne jegliche Krankheitseinsicht in die Psychiatrie zwangseingewiesen werden? Angenommen, es handelt sich um einen knapp 60-jährigen Patienten, der im Rahmen seines Verfolgungswahns die Leitstelle angerufen hat ("die da oben schauen mir ins Haus und beobachten mich die ganze Zeit"), allein lebt, nicht anamnestizierbar ist und im Rahmen der fehlenden Krankheitseinsicht fremdagressiv auffällig wurde.
(ich frage v.a. als interessierte Notärztin und natürlich ohne konkreten Patientenbezug)

davo
18.01.2020, 16:19
Bin kein psychiatrischer Kollege, aber in meinem PJ-Haus Zyprexa und Temesta, und dann meist erst am Folgetag ein richtiges Gespräch.

jijichu
18.01.2020, 17:48
Geschätzte psychiatrische Kollegen,
würdet ihr mir bitte eure Vorgehensweise schildern:
Was passiert in der Akutsituation mit Patienten, die wahnhaft, ohne jegliche Krankheitseinsicht in die Psychiatrie zwangseingewiesen werden? Angenommen, es handelt sich um einen knapp 60-jährigen Patienten, der im Rahmen seines Verfolgungswahns die Leitstelle angerufen hat ("die da oben schauen mir ins Haus und beobachten mich die ganze Zeit"), allein lebt, nicht anamnestizierbar ist und im Rahmen der fehlenden Krankheitseinsicht fremdagressiv auffällig wurde.
(ich frage v.a. als interessierte Notärztin und natürlich ohne konkreten Patientenbezug)

Wir würden Medikation anbieten, den Patienten erst mal im Isobereich isolieren damit er ankommen kann, eine Pflegekraft ist da dabei (mit offener Tür zum Stützpunkt) und es wird geschaut ob da ein Gespräch möglich ist oder erst später, ggf. erst am nächsten Tag. Wenn der Patient sich beruhigt hat würde die Tür Isobereich geöffnet, dass er in den Gemeinschaftsraum u.s.w. und Kontakt zu anderen Patienten haben kann, sofern er den wünscht. Spätestens am nächsten Tag im OA Gespräch wird entschieden, wie's weiter geht. In meiner aktuellen Klinik werden von Freitag Mittag bis Montag, manchmal Dienstag morgen keine Unterbringungen gemacht, da die Bereitschaftsrichter es ablehnen dafür zu kommen. Die Zeit versuchen wir dann zu nutzen um eine Behandlungsabsprache mit dem Patienten zu treffen, so fern möglich. Sollte es aufgrund von Drogen/Alkohol zu dem Zustand gekommen sein bei fehlender Entugssymptomatik ggf Entlassung auf eigenen Wunsch.

vanilleeis
18.01.2020, 19:18
Bei uns (NRW): Aufnahme, bei Bestätigung des eingeleiteten PKG Kontakt zum Gericht (zw. 6 und 21 Uhr, zwischen 21 und 6 Uhr dann am nächsten Tag). Medikation anbieten (meist Benzo plus Neuroleptikum), bei Fremd- oder Eigenaggressivität, die durch Gespräch nicht zu regulieren ist, ggf. Fixierung, die dann in dem o.g. Zeitraum richterlich genehmigt werden muss, Richter kommt dann kurzfristig zur Anhörung und ordnet entweder die Unterbringung/Fixierung/ggf. Zwangsmedikation an oder eben nicht

Rettungshase
18.01.2020, 23:40
Danke für den Einblick!

Aloya
19.01.2020, 15:05
Hallo!
Die Psychiatrie/KJP hat es in die sehr enge Auswahl meiner Facharztwahl geschafft, und da wollte ich euch mal nach ein paar Infos aus erster Hand fragen :). Wie sieht es später aus in punkto Niederlassung (ich weiß dauert noch was bei mir, aber ich bin gerne frühzeitig informiert :) . Man hört ja dass man als Niedergelassener Psychiater / KJPler eher das gehaltstechnische Schlusslicht aller Mediziner bildet, ist das wirklich so? Und ist es schwer eine Praxis aufzumachen in einer Großstadt oder geht das auch ziemlich unkompliziert aufgrund des Psychiatermangels?

Dann noch eine Frage zum Thema alternative Berufszweige als Psychiater: Ist es möglich als Facharzt auf eine Stelle in der Pharmaindustrie umzusatteln? Nicht dass dies jetzt unbedingt mein Plan wäre, jedoch finde ich es immer angenehm wenn man später die Möglichkeit dazu hätte. Könnte mir bei mir gut vorstellen dass ich in 15-20 Jahren keine Lust mehr auf klinisches arbeiten habe, aber man weiß ja nie..

ehem-user-31-01-2020-1555
19.01.2020, 20:31
Meine Freundin arbeitet in einer sozialpsychiatrischen KJP-Praxis.Diese Praxen haben angestellte Sozial- und/oder Heilpädagogen und bekommen ein deutlich höheres Honorar. Lange Zeit wurde die Pauschale nicht angepasst. Das hat sich jetzt geändert. Die Honorare bei KJP sind im ärztl. Mittelfeld angesiedelt, deutlich über den Psychiatern, die eher hinten liegen. KJP ist eine kleine Welt und auch unsere Bekannten aus dem Bereich können es bestätigen. Natürlich gibt es auch schlecht verdienende KJP. Oft werden ärztl. und päd. KJ-Psychotherapeuten nicht gesondert aufgeführt, was das Ergebnis verfälscht. Alles was ich hier schreibe, hat mir meine Freundin bestätigt. Das KJP im guten ärztl Mittelfeld liegen, lässt sich auch durch die offziellen KBV-Honorarberichte belegen. Das ZI Praxis Panel gibt die Situation, trotz Möngeln, auch ganz gut wieder: Auf der einen Seite schlechter gestellte „normale Praxis“, auf der anderen Seite besser gestellte Sozialpsych. Praxen. Die Peronalkosten sand natürlich deutlich höher. Quartile waren glaub ich Q1 80.000 und Q3 250.000 pro Inhaber. Das ist ein sehr großer Unterschied. Was den Überschuss aber für den durchschnittl. KJP schmälert (150.000 ist glaube ich Durchschnitt) sind die fast fehlenden Privatpatienten (Klientel). Das also KJP per se schlecht ist, kann ich nicht bestätigen. Wie so oft muss gesagt werden: Es kommt darauf an.Insgesamt scheint die Berufszufriedenheit auch relativ groß zu sein. Was Gehälter von angestellten KJP in einer Praxis angeht, ist es weniger als z.B. ein angestellter Orthopäde,etc.. Zu Erwachsenenpsychiatern kann ich nichts sagen. Wie stressig die Arbeit in der Klinik aktuell ist weiss ich natürlich auch nicht. Arbeitszeiten, Dienste etc. Meine Freundin ist schon länger aus der Klinik raus. Damals war die Work-Life-Balance wohl ganz gut. Geräteintensive Fachrichtungen verdienen natürlich mehr, allerdings sind auch die Investitionskosten und der Schaden bei Scheitern der Praxis (sehr selten, aber möglich) deutlich höher.Man muss das Fach aber schon mögen. Es ist noch relativ unbekannt und die Arbeit ist anders als in den typischen somatischen Fächern. Zudem ist das Ansehen der Psychiater bzw. des Klientels nicht so groß wie beispielsweise bei einem Chirurg

ehem-user-31-01-2020-1555
19.01.2020, 22:02
Hier ist ein Bericht über eine solche sozailpsychiatrische Praxis. Es ist überigens nicht die Praxis in der meine Freundin arbeitet.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/101587/Sozialpsychiatrische-Versorgung-von-Kindern-und-Jugendlichen-Wir-schwoeren-auf-das-Modell

Atya
20.01.2020, 18:03
Meine Einschätzung ist Psych gut mit Pharma kombinierbar. Auch für später, wenn du dich für Forschung zum Beispiel interssiert. Ich bin selbst noch Berufsempfänger daher nicht 100% sichere Ansage.

Aloya
20.01.2020, 19:13
...

Danke für den ausführlichen Einblick! Das hört sich ziemlich positiv an :)

Mukopolysaccharid
28.01.2020, 14:06
hat mir jemand eine Übersicht, welche Diagnosen im Kindesalter zu den internalisierenden, und welche zu den externalisierenden gehören? bin gerade weiter weg von der uni bib, aber hätte gerne eine vernünftige icd 10 klassifizierung. wäre wirklich mega, danke schon mal

vanilleeis
28.01.2020, 15:51
Ich verstehe die Frage nicht. Diverse Störungsbilder können sowohl internalisierend, als auch externalisierend auftreten

Mukopolysaccharid
28.01.2020, 16:03
hmm ok, ich würde nämlich gerne meine icd 10 diagnosen trennen nach internalisierend und externalisierend. aber dann geht das wohl nicht. mein problem ist, ich hätte gerne eine art liste, welche diagnosen internalisierend und welche externalisierend sind. F90.- würde ich in externalisierend einordnen. F32. internalisierend. aber hab das nicht schwarz auf weiß literatur entnommen, sondern einfach der definition nach so eingeordnent.
kannst du mir vlt literatur dazu empfehlen?

erdbeertoertchen
28.01.2020, 18:56
Klinikmanual, dort ist im Inhaltsverzeichnis aufgezeigt, welche Diagnosen internalisierend und welche externalisierend sind
https://www.amazon.de/Klinikmanual-Kinder-Jugendpsychiatrie-psychotherapie-Fegert/dp/3642298982/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=1EG1IHG9QAMM3&keywords=klinikmanual+kinder-+und+jugendpsychiatrie&qid=1580237944&sprefix=KLinikmanual%2Caps%2C163&sr=8-2