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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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hmp24
18.10.2022, 15:41
Erkrsnkungsbilder und Therapie halt in kurz. Der Benkert ist toll, aber sehr umfangreich.... keine Ahnung, ich fühle mich einfach gerade dumm und unsicher - ist bestimmt normal, aber unangenehm.
Meine Kollegin muss so viel übernehmen, weil ich vieles noch nicht kenne....

davo
18.10.2022, 16:00
Für den Einstieg finde ich den "Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie" von Lieb et al. sehr gut. Relativ kurz aber dennoch ausführlich genug, deckt alles gut ab, auch die Grundlagen psychotherapeutischer Aspekte. Ist finde ich die beste Wahl, wenn man ein einziges Buch kaufen will. Ist wahrscheinlich das, was du suchst.

Für eine Art Checkliste der praktischen Basics für den totalen Anfänger ist das "Massachusetts General Hospital/McLean Hospital Residency Handbook of Psychiatry" ganz gut - klein und dünn. Sofern man es irgendwo billig findet.

Auch klein und dünn, aber eher therapeutisch und weniger faktenorientiert, ist das "Manual of Inpatient Psychiatry" - finde ich echt gut zu lesen.

Für später sehr empfehlenswert finde ich "Psychodynamic Psychiatry in Clinical Practice" - ein wirklich tolles Buch. Sehr klinisch, aber trotzdem sehr tiefgründig.

hmp24
18.10.2022, 19:25
Vielen Dank <3 Den Intensivkurs kenne ich. Beim Rest mal gucken. - Hab die Bücher online gebraucht gefunden. Müssen es da die halbwegs aktuellen Auflagen sein?

davo
18.10.2022, 19:43
Wenn du den Intensivkurs hast, bist du IMHO gut gerüstet. Alles andere ist dann absolut optional, und nur je nach Lust und Laune.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du zu Erkrankungsbildern und Therapie alles wichtige im Intensivkurs findest. Wahrscheinlich wäre eine neue Auflage da schon ganz sinnvoll - vor ein paar Jahren ist eine rausgekommen.

Ansonsten finde ich auch die DGPPN-App recht hilfreich. Beinhaltet u.a. einen recht guten Wissensteil in dem man kurz und knapp die Krankheitsbilder inkl. Therapie und die wichtigsten Wirkstoffe findet, und auch viele Leitlinien. Außerdem gibt's einen Quizteil, der auch nicht schlecht ist, und dann noch ein gutes Lexikon zu wichtigen Notfallthemen.

hmp24
19.10.2022, 05:20
Vielen Dank. Vermutlich bin ich einfach zu neu und erwarte zu viel.
2. Woche auf Station und ich bin alleine (+Oberarzt).

Züschata - hab mir einige alte Anträge besorgt und ne grobe Ausfüllanleitung. Mal gucken was die Woche so bringt noch.

rafiki
19.10.2022, 05:35
2. Woche auf Station und ich bin alleine (+Oberarzt).
.

Echt jetzt? Bei mir gab es damals noch Pflegepersonal, von dem ich in den ersten Wochen viel gelernt habe.

hmp24
19.10.2022, 09:16
Die Pflege ist super bei uns! Da kann man immer fragen. Aber vieles kenne ich zwar aus dem PJ aber ist halt auch etwas her bei mir.
Eigentlich sind wir hier 2 Stationsärzte. Die Kollegin wurde aber für einige Tage abgezogen. 🤷🏻*♀️Ich wuschel mich durch.

davo
19.10.2022, 11:04
Es ist völlig normal, dass du 2-4 Monate brauchst, bis die Basics sitzen. Wenn die Kollegin nicht da ist, ist das natürlich nicht so optimal. Zögere nicht den Oberarzt zu löchern... der ist unter anderem ja auch dafür da, dich auszubilden.

Shelby Ville
28.10.2022, 19:47
Hallo zusammen, nach längerem Mitlesen benötige ich nun auch einmal eure Schwarmintelligenz ��
Ich komme jetzt ins 4. WBJ Psychiatrie und möchte den Rest der Weiterbildung ambulant machen. Tatsächlich gestaltet sich die Suche nach einer Stelle in einer psych. Praxis trotz Ballungsgebiet schwierig. Ich würde zudem gerne mehr Psychotherapie erlernen, was mich zu der Idee gebrecht hat, mich auch in psychosomatischen Praxen zu bewerben. Meine Frage ist, ob ein solches Fremdjahr von der KV gefördert werden würde? Bei Neuro scheint das ja zu gehen, aber das Jahr wird ja auch zwingend benötigt. Hat jemand Erfahrung mit solchen „Konstrukten“? Bei mir ginge es um die KV Nordrhein.
Vielen Dank ��

Reflex
29.10.2022, 06:16
Sowohl Psychiatrie als auch Psychosomatik wird beides von der KV ambulant großzügig gefördert. Allerdings musst Du für den Antrag erklären den jeweiligen Facharzt erlangen zu wollen. In der Regel ist es kein Problem die Förderung zu bekommen, wenn man vorher noch keine hatte. Die bekommt man ja auch z.B. für das neurologische Fremdjahr. Ich hab die Förderung auch bekommen, obwohl ich schon meine erste abgeschlossene Facharztausbildung hatte. Ich war dann darüber hinaus in der Übergangsphase zwischen abgeschlossener Weiterbildungszeit Psychiatrie, Facharztprüfung Psychiater und Niederlassung formal einige Zeit auch als Weiterbildungsassistentin für Psychosomatik angestellt. Allerdings dann ohne Förderung, weil ich die vorher schon für zwei Jahre für die Weiterbildungszeit Psychiatrie bekommen habe. Das hat die Praxis aber nur gemacht, weil ich nach der Prüfung einen Sitz übernehmen sollte. Ich kenne im Umfeld aber auch Praxen, die bestehen darauf die Förderung zu beantragen, ansonsten stellen sie die Weiterbildungsassistenten nicht an.

Shelby Ville
29.10.2022, 10:57
Danke für deine Antwort!
Anspruch auf die Förderung hätte ich noch in vollem Umfang, allerdings ist das Facharztziel definitiv Psychiatrie und ich könnte mir vorstellen, dass die KV dann hellhörig werden könnte, wenn ich erst die Förderung für Psychosomatik und dann für Psychiatrie beantrage. Hatte irgendwie gehofft, dass die doch großzügiger im Umgang mit Fremdjahren sind, auch solche, die nicht zwingend für den Facharzt benötigt werden. Zumal in der Psychosomatik ja mit Psychotherapie auch übergreifende Inhalte vermittelt werden könnten. Darf ich fragen, welche KV für dich zuständig war?

Reflex
29.10.2022, 22:33
Nordrhein. Bei uns wird die Förderung nur für einen Facharzt vergeben. Beantragt man sie mehrfach, ist sie wohl schon abgelehnt worden.

Shelby Ville
31.10.2022, 19:37
Vielen lieben Dank dir für die Infos!

Züschata
07.11.2022, 09:10
Heute morgen noch vor 6 vom Richter geweckt worden, weil er gleich die fixierte delirante Oma anhören möchte. Ich finde jegliche Anhörung vor 8 Uhr unglücklich, aber der Bereitschaftsrichter muss ja dann auch regulär arbeiten. Wie ist das bei euch so?

fxf90
13.11.2022, 15:30
Hallo zusammen,

ich bräuchte dringend Input/ Denkanstöße bzgl. meiner WB von Erfahrenen..
Bin grade "in-between-jobs" und nun ist die große Frage wie es weiter geht. Ich habe das Gefühl, ich suche die eierlegende Wollmilchsau.

Auf der Haben-Seite: Habe 1 Jahr stationär Psychiatrie + Neurojahr abgehakt + Ausbildung in VT begonnen (juhu!).
Bin örtlich an eine beliebte Großstadt gebunden, kann Vollzeit arbeiten, bin Deutsch-Muttersprachlerin. Nicht an Forschung interessiert. Soweit so gut.
Langfristig möchte ich in den ambulanten Sektor, eigentlich so schnell wie möglich, und Psychotherapie machen. Ich möchte im folgenden stationären Jahr möglichst viel in kurzer Zeit sehen und lernen. Anderseits kann ich mir diese brutalen Bereitschaftsdienste (die ganze Nacht durcharbeiten, ein Polizei-Einsatz nach dem nächsten) in vielen der hiesigen Psychiatrien nicht vorstellen, weder körperlich (Schlafentzug) noch so von der Belastung. An 2-3 "ruhigeren" Psychiatrien finde ich aber auch wieder Makel :/

Wie nun also weiter? Irgendwie kann ich mir da selber nicht helfen und im Umfeld auch keiner so richtig.
Sind meine Anforderungen zu "engstirnig", sollte ich mich lieber "durchbeißen" und mich gedanklich auf 2-3 Jahre stationär gefasst machen? Ein Träumchen wäre auch, 1x Tag die Woche in einer Praxis parallel zur Klinik zu arbeiten. Dann verzögert sich aber dort die Zeit, also das stationäre Arbeiten. HELP, ich weiß nicht weiter.

GloriaSchmidt
13.11.2022, 16:07
Hallo zusammen,

ich bräuchte dringend Input/ Denkanstöße bzgl. meiner WB von Erfahrenen..
Bin grade "in-between-jobs" und nun ist die große Frage wie es weiter geht. Ich habe das Gefühl, ich suche die eierlegende Wollmilchsau.

Auf der Haben-Seite: Habe 1 Jahr stationär Psychiatrie + Neurojahr abgehakt + Ausbildung in VT begonnen (juhu!).
Bin örtlich an eine beliebte Großstadt gebunden, kann Vollzeit arbeiten, bin Deutsch-Muttersprachlerin. Nicht an Forschung interessiert. Soweit so gut.
Langfristig möchte ich in den ambulanten Sektor, eigentlich so schnell wie möglich, und Psychotherapie machen. Ich möchte im folgenden stationären Jahr möglichst viel in kurzer Zeit sehen und lernen. Anderseits kann ich mir diese brutalen Bereitschaftsdienste (die ganze Nacht durcharbeiten, ein Polizei-Einsatz nach dem nächsten) in vielen der hiesigen Psychiatrien nicht vorstellen, weder körperlich (Schlafentzug) noch so von der Belastung. An 2-3 "ruhigeren" Psychiatrien finde ich aber auch wieder Makel :/

Wie nun also weiter? Irgendwie kann ich mir da selber nicht helfen und im Umfeld auch keiner so richtig.
Sind meine Anforderungen zu "engstirnig", sollte ich mich lieber "durchbeißen" und mich gedanklich auf 2-3 Jahre stationär gefasst machen? Ein Träumchen wäre auch, 1x Tag die Woche in einer Praxis parallel zur Klinik zu arbeiten. Dann verzögert sich aber dort die Zeit, also das stationäre Arbeiten. HELP, ich weiß nicht weiter.

Schau doch mal, wieviel Zeit du stationär benötigst und mach dann den Rest in ner Praxis. Eine Freundin hat ein Jahr in einer rein psychotherapeutischen Praxis gemacht - schau doch mal, ob es welche mit Weiterbildungsermächtigung bei euch gibt (VT dann) und frag mal an!

Ansonsten fallen in der Klinik halt Dienste an, klar. Aber fürs Tagesgeschäft kannst du ja schauen, ob du in die PIA kommen kannst!

davo
13.11.2022, 16:18
Eigentlich ist es doch ganz simpel - an den stressigen Psychiatrien kannst du dir die Arbeit nicht vorstellen, an den ruhigeren findest du hingegen nur Makel. Makel sind besser als wo zu arbeiten, wo man es sich nicht vorstellen kann. Also muss du dir einen Job an einer der ruhigeren Psychiatrien suchen.

fxf90
13.11.2022, 16:38
@ Gloria: Danke! Genau das habe ich auch vor. Weiß nur noch nicht, ab wann es sinnvoll ist. Offiziell, für die WB-Ordnung, benötige ich noch 1 Jahr stationär Psychiatrie. Das ist nicht viel, vor allem da ich noch nicht immens viel psychiatrische Erfahrung habe. Benötige auch noch diese erforderlichen Gutachten (mehrere) - weißt Du zufällig, ob man die auch ambulant machen kann?

@ davo: So klingt das wirklich herrlich einfach :-dance . Genau deshalb find ich einen Input von außen gut! :D habe mich halt gefragt, ob ich mich "verstellen" sollte und ich diese Dienste ja vlt doch schaffe. Ich weiß es nicht. Tief in meinem Inneren will ich sie aber eigtl nicht machen.

GloriaSchmidt
13.11.2022, 17:11
Gutachten sind so ne Sache - in ner Psychotherapie Praxis gibt es eher gar keine (Ausnahmen bestätigen die Regel) und in psychiatrischen Praxen gibt es schon manchmal jemanden, der DRV Gutachten macht- aber das ist eher Glückssache. Mach in der Klinik einfach alle Betreuungsgutachten die du kriegen kannst (ich hatte am Ende das eine geforderte forensische, das eine geforderte sozialmedizinische und 27 Betreuungsgutachten 😅) Wenn du ein Jahr lang in der Klinik gut nutzt, kriegst du da ein paar zusammen!

Züschata
13.11.2022, 17:36
Also wenn du psychotherapeutisch arbeiten möchtest, dann kann ich von deinen Plänen nur abraten. Ich arbeite jetzt bald 3 Jahre stationär psychotherapeutisch und erlebe das Fach als sehr anspruchsvoll und umfassend. Und nach den 3 Jahren (+1,5 Psychiatrie) habe ich noch immer das Gefühl, eher am Anfang zu stehen. Ich denke du solltest, wenn du einen guten Job machen möchtest, noch !einige! Jahre in die rein psychotherapeutische Arbeit investieren. Geh in das ruhigere Haus und sammel weiter Erfahrung!