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Bonnerin
19.11.2023, 09:48
BTW. Wir haben in NRW eine Umfrage an unsere Mitglieder geschickt wie die einzelnen Aspekte gewichtet und priorisiert werden sollen. Rücklaufquote knapp 10%, Kohle am aller wichtigsten.

Ich sehe da ein spannendes Grundproblem hinter der Frage, warum die Kohle angegeben wird (andere Meinungen sind aber gerne willkommen): Es glaubt niemand mehr daran, dass irgendeine Form von struktureller Verbesserung im Gesundheitswesen erreicht werden kann, egal mit welchem Verhandlungspartner.

Bei den ganzen Begrenzungen von Diensten etc. ist ja immer das caveat, dass das überhaupt geht ohne Patienten zu gefährden. Was aber Gefährdung in dem Zusammenhang ist, ist ja immer noch nicht definiert. Und so lange das fehlt, wird der Arbeitgeber ewig am längeren Hebel sitzen und Überstunden, Dienste etc. einfordern. Was bringen einem schöne Verträge mit Reduzierung des Workloads, wenn das praktisch nicht umsetzbar ist? Dann - polemisch gesagt - doch lieber einfach mehr Schmerzensgeld und gut ist. Manche Kliniken stellen ja willentlich Honorarpersonal ein, dass viel teurer ist als die eigenen Mitarbeitenden.

Man hat aber so das Gefühl, dass keiner sehen will, wie nah wir schon am Aufprall an die Wand sind. Scheint aber im Zuge der politisch gewollten Kliniksschließungen ja sogar gewollt zu sein. Ambulanter Sektor wird zwar zunehmend auch unattraktiver dank Investoren und fehlender Möglichkeit des eigenen Sitzes, aber immer noch besser als in der Klinik verheizt zu werden. Von daher eben mehr Geld und dann schnellstens weg aus der Patientenversorgung in der Klinik. Wird nicht mehr lange gutgehen.

Was ich damit als Wunsch äußere: Festlegung, was Patientengefährdung ist, damit die Kliniken das nicht mehr andauernd als Druckmittel verwenden zu können.

Endoplasmatisches Reticulum
19.11.2023, 09:59
......

Salatsultan
19.11.2023, 10:57
Definitiv ist es so, dass viele hochrangige Mitglieder des MB auch Präsidenten ihrer jeweiligen Ärztekammer sind. Und die können sich natürlich nicht in die Öffentlichkeit stellen und sagen: "Wir streiken"!


Das ist so faktisch nicht ganz korrekt. Über entsprechende Maßnahmen entscheiden nicht irgendwelche KammerpräsidentInnen sondern Tarifgremien.
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/der-marburger-bund/der-verband/tarifgremien



Seh ich auch so. Forderungen vorher übermitteln (so wie es jetzt ja auch gemacht wurde) ABER direkt verbunden mit dem Hinweis, dass man in der ersten Sitzung ein Konstruktives Angebot dazu erwartet und sonst gestreikt wird.

Versteh ich, aber: Wir verhandeln für Ärztinnen und Ärzte, wir sind mit Sicherheit sehr wichtig und unser Selbstbild ist berechtigt hoch, für die TdL ist das aber aktuell der kleinste Tarifvertrag der verhandelt wird. Der Forderungskatalog ist in Teilen nicht spezifisch um in Verhandlungen (Schichtdienstregelungen) Gestaltungsspielraum zu haben. Und die TdL hat das auch genau so benannt, die Forderungen zu Schichtdienstregelungen hätte man gerrne erläutert damit man dann auch über eine konkrete Grundlage für eine Einigung reden kann.




Konkreter Vorschlag: Mehr wie die GDL vorgehen. Die haben auch direkt gestreikt. Weder Bahn noch Bevölkerung finden es gut, aber es funktioniert....

Zweiter konkreter Vorschlag: Öffentlichkeitswirksam fordern! Am Tag des Bahnstreiks habe ich ein Radiointerview mit einem Lokführer gehört. Sowas würde ich mir für Ärzte wünschen.

Aufmerksamkeitsökonomie. Wenn die Bahn streikt beeinflusst das Millionen von Menschen, wenn wir am gleichen Tag Tarifverhandlungen beginnen interessiert dies keinen Mensch. Niemanden. Die Parallelität von Ereignissen muss berücksichtigt werden, alles andere ist weltfremd. Die Welt dreht sich nicht um uns und der bei einzelnen oder auch in der Breite vorhandene Frust kanalisiert sich nicht oder nur selten in irgendwelchem produktivem Aktionismus. Wenn ich hier darauf verweise das man sich halt auch in der eigenen Klinik engagieren darf wird mir das ja immer als Ausrede vorgeworfen, aber so ist es halt. Man kann sich halt einen AT Vertrag verhandeln oder aber auch mal den Arsch hoch kriegen und seine Kolleginnen und Kollegen animieren, informieren - damit alle parat stehen wenn der Aufruf zum Warnstreik kommt. Und dann treffen wir uns alle irgendwo in Deutschland und gucken uns mal ins Gesicht und ich hör mir die Kritik dann auch gerne in Person an.



Ja, schon, aber es ist nicht Aufgabe des MB diesen Kompromiss für alle vorweg zunehmen, wie ein Vermittler.
Das Prinzip von erfolgreichen Verhandlungen ist, dass man mit seinen Maximalforderungen einsteigt, die etwas höher liegen, als das, was man wirklich erreichen will. Dann schaut man, dass man der Gegenseite möglichst viel abringt.

Ich persönlich bin der Meinung das ein Warnstreik ein zeitnahes Mittel zur Härtung der Forderungen sein kann und sollte. Es gibt andere die dies als letztes Mittel nach langen Verhandlungen sehen. Was mehr zum Erfolg führt ist nicht Evidenzbasiert. Grundsätzlich sollte man aber einmal ausführlich alle Punkte miteinander besprochen haben. Deine Schilderungen sind sicherlich grundsätzlich richtig und ich hab sogar viele Büchern über Verhandlungen, Verkauf, Machtdynamiken usw. gelesen. Aber man bewegt sich halt nicht im Vakuum. Die TdL geht ja mit gleicher Aufgabe und viel Professionalität an die Aufgabe einen möglichst günstigen Abschluss zu erzielen ohne irgendeine unmittelbare Verantwortung für PatientInnen, Uniklinika oder das Gesundheitswesen zu haben.

Salatsultan
19.11.2023, 11:00
In 5 Minuten runtergeschrieben. Kann sicher Feinschliff vertragen - ich bin kein Rhetoriker. Einfach mal mehr Biss, Entschlossenheit und aktives Zügelführen als das übliche "Die Gegenseite spielt nicht mit! Ooooh ...".

Gefällt mir, ehrlich. Ich würd für mich mal mitnehmen bei der nächsten Runde einzufordern das wir als Verhandlungskommission Einfluss auf die Pressemeldung bekommen.

Dooly
19.11.2023, 11:48
Wir haben in NRW eine Umfrage an unsere Mitglieder geschickt wie die einzelnen Aspekte gewichtet und priorisiert werden sollen. Rücklaufquote knapp 10%, Kohle am aller wichtigsten.Hab ich nicht mitbekommen, wieso hat das hier denn niemand berichtet. Kann jemand die Umfrage noch teilen? Welche Konsequenzen zieht der Landesverband aus dieser schlechten Mitgliedsbindung und was macht er das nächste Mal anders?

OhDaeSu
19.11.2023, 11:59
Ich persönlich bin der Meinung das ein Warnstreik ein zeitnahes Mittel zur Härtung der Forderungen sein kann und sollte. Es gibt andere die dies als letztes Mittel nach langen Verhandlungen sehen. Was mehr zum Erfolg führt ist nicht Evidenzbasiert.

Also dass das aktuelle Vorgehen nicht zum Erfolg führt ist eigentlich ziemlich offensichtlich - selbst für Außenstehende, die sich gar nicht im Geltungsbereich irgendwelcher Tarifverträge bewegen.

Was genau ist denn die Sorge bzgl der Außenwirkung? Dass die Leute aus Protest nicht mehr ins Krankenhaus kommen?

Endoplasmatisches Reticulum
19.11.2023, 12:36
......

Nefazodon
19.11.2023, 12:59
Das ist so faktisch nicht ganz korrekt. Über entsprechende Maßnahmen entscheiden nicht irgendwelche KammerpräsidentInnen sondern Tarifgremien.
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/der-marburger-bund/der-verband/tarifgremien


Na, komm, als wenn die Vorsitzenden keinerlei Einfluss auf ihren Verband hätten und wie der auftritt...



Versteh ich, aber: Wir verhandeln für Ärztinnen und Ärzte, wir sind mit Sicherheit sehr wichtig und unser Selbstbild ist berechtigt hoch, für die TdL ist das aber aktuell der kleinste Tarifvertrag der verhandelt wird. Der Forderungskatalog ist in Teilen nicht spezifisch um in Verhandlungen (Schichtdienstregelungen) Gestaltungsspielraum zu haben. Und die TdL hat das auch genau so benannt, die Forderungen zu Schichtdienstregelungen hätte man gerrne erläutert damit man dann auch über eine konkrete Grundlage für eine Einigung reden kann.


Die GDL vertritt aber *überwiegend* auch die Lokführer und nicht alle Beschäftigten der Bahn.

Gerade weil es der kleinste Tarifvertrag für die TdL ist, sollte es ihnen dann ja leicht fallen, die Forderung zu erfüllen, oder?

Wenn *Wir* nicht wichtig genug für die TdL sind um vorbereitet in Verhandlungen zu gehen, müssen wir halt wichtig genug werden! Sprich: Unbequem! Es muss mehr kosten, die Verhandlungen in die Länge zu ziehen, als sie schnell zu beenden.

Hm..der Forderungskatalog war also in Teilen nicht spezifisch um Verhandlungsspielraum zu haben.... Und jetzt ist also *deswegen* nichts passiert. Weil die Gegenseite gerne detailliertere Erläuterungen hätte....sodass man diese jetzt nachreichen, und doch spezifisch erläutern muss.

Da beißt sich die Katze in den Schwanz...Aber war erwartbar oder? Welche Lektion zieht ihr daraus fürs nächste mal?
-> Forderungen direkt konkret formulieren! Kommt man eh nicht drum herum.

Respekt bekommt man nur entgegengebracht, wenn man ihn sich verdient.



Aufmerksamkeitsökonomie. Wenn die Bahn streikt beeinflusst das Millionen von Menschen, wenn wir am gleichen Tag Tarifverhandlungen beginnen interessiert dies keinen Mensch. Niemanden. Die Parallelität von Ereignissen muss berücksichtigt werden, alles andere ist weltfremd.

Und unsere Arbeit in den Krankenhäusern beeinflusst nicht Millionen von Menschen?
Warum bekommt die Pflege soviel Aufmerksamkeit?
Ich würde erwarten, dass die Ärztevertreter in den Talkshows viel präsenter werden, dabei aber nicht nur über die Krankenhausreform oder Corona sprechen, sondern auch mal über ärztliche Arbeitsbedingungen und Nachwuchsprobleme.

Wenn wir Tarifverhandlungen beginnen interessiert das Niemanden. Liegt aber auch daran, dass wir unsichtbar sind. Der Normalbürger hat keine Vorstellungen von den Bedingungen im Krankenhaus, Arztserien sei dank.
Auch einen Streik bemerkt der normale Patient nicht. Wartezeiten sind normal und der Arzt/die Ärztin hat eh keine Zeit um mit einem vernünftig zu reden.

Wir müssen sichtbarer werden. Sonst werden wir wegrationalisiert. Sieht man am Gebaren der TdL, an der Gehaltsentwicklung, aber auch an den Bestrebungen ärztliche Arbeitskraft zu substituieren.


Die Welt dreht sich nicht um uns und der bei einzelnen oder auch in der Breite vorhandene Frust kanalisiert sich nicht oder nur selten in irgendwelchem produktivem Aktionismus. Wenn ich hier darauf verweise das man sich halt auch in der eigenen Klinik engagieren darf wird mir das ja immer als Ausrede vorgeworfen, aber so ist es halt. Man kann sich halt einen AT Vertrag verhandeln oder aber auch mal den Arsch hoch kriegen und seine Kolleginnen und Kollegen animieren, informieren - damit alle parat stehen wenn der Aufruf zum Warnstreik kommt. Und dann treffen wir uns alle irgendwo in Deutschland und gucken uns mal ins Gesicht und ich hör mir die Kritik dann auch gerne in Person an.

Und was tut der MB um seine Mitglieder dabei zu unterstützen? Du forderst aktives Engagement, das ist prinzipiell richtig, aber was tut der MB, um dieses Engagement zu unterstützen?
Ich bin doch nicht in einem Verband um dann alleine dazustehen und alles selbst lokal organisieren zu müssen...!



Ich persönlich bin der Meinung das ein Warnstreik ein zeitnahes Mittel zur Härtung der Forderungen sein kann und sollte. Es gibt andere die dies als letztes Mittel nach langen Verhandlungen sehen. Was mehr zum Erfolg führt ist nicht Evidenzbasiert.

Dass das Verhalten des MB zu zahm ist und *nicht* zum Erfolg führt, haben wir jetzt oft genug gesehen und es wurde oft genug kritisiert.
Andersherum scheinen die Gewerkschaften von Lokführern und Piloten regelmäßig Erfolg zu haben.


Grundsätzlich sollte man aber einmal ausführlich alle Punkte miteinander besprochen haben. Deine Schilderungen sind sicherlich grundsätzlich richtig und ich hab sogar viele Büchern über Verhandlungen, Verkauf, Machtdynamiken usw. gelesen. Aber man bewegt sich halt nicht im Vakuum. Die TdL geht ja mit gleicher Aufgabe und viel Professionalität an die Aufgabe einen möglichst günstigen Abschluss zu erzielen ohne irgendeine unmittelbare Verantwortung für PatientInnen, Uniklinika oder das Gesundheitswesen zu haben.

Grundsätzlich ja. Aber genau dem verweigert sich die TdL ja. Warum? WEIL sie professionell sind und daher wissen, dass sie es sich leisten können und nichts zu befürchten haben.
Respekt muss man sich verdienen.

Die TdL geht in die Verhandlungen mit dem Ziel einen möglichst günstigen Abschluss zu erzielen. Der MB sollte in die Verhandlungen gehen, mit dem Ziel, möglichst viel für seine Mitglieder rauszuholen.

Wieviel Geld ins Gesundheitswesen fließt, hängt auch vom Bedarf ab. Wenn Geld gebraucht wird, sind aufeinmal auch 100 Milliarden für die Bundeswehr da.
Geld fließt dahin, wo es gebraucht wird. Wir aber melden überhaupt keinen Bedarf an!

Die TdL geht ohne unmittelbare Verantwortung für PatientInnen, Universitätsklinika und das Gesundheitswesen in die Verhandlungen.

Es wäre Aufgabe des MB, zu zeigen, dass das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und dass man Ärzte adäquat bezahlen muss.

Die Pflege kriegt jetzt vielerorts die 4-Tage-Woche.
Was kriegen wir?

Endoplasmatisches Reticulum
19.11.2023, 13:04
......

DrArzt
19.11.2023, 15:08
Na, komm, als wenn die Vorsitzenden keinerlei Einfluss auf ihren Verband hätten und wie der auftritt...




Die GDL vertritt aber *überwiegend* auch die Lokführer und nicht alle Beschäftigten der Bahn.

Gerade weil es der kleinste Tarifvertrag für die TdL ist, sollte es ihnen dann ja leicht fallen, die Forderung zu erfüllen, oder?

Wenn *Wir* nicht wichtig genug für die TdL sind um vorbereitet in Verhandlungen zu gehen, müssen wir halt wichtig genug werden! Sprich: Unbequem! Es muss mehr kosten, die Verhandlungen in die Länge zu ziehen, als sie schnell zu beenden.

Hm..der Forderungskatalog war also in Teilen nicht spezifisch um Verhandlungsspielraum zu haben.... Und jetzt ist also *deswegen* nichts passiert. Weil die Gegenseite gerne detailliertere Erläuterungen hätte....sodass man diese jetzt nachreichen, und doch spezifisch erläutern muss.

Da beißt sich die Katze in den Schwanz...Aber war erwartbar oder? Welche Lektion zieht ihr daraus fürs nächste mal?
-> Forderungen direkt konkret formulieren! Kommt man eh nicht drum herum.

Respekt bekommt man nur entgegengebracht, wenn man ihn sich verdient.




Und unsere Arbeit in den Krankenhäusern beeinflusst nicht Millionen von Menschen?
Warum bekommt die Pflege soviel Aufmerksamkeit?
Ich würde erwarten, dass die Ärztevertreter in den Talkshows viel präsenter werden, dabei aber nicht nur über die Krankenhausreform oder Corona sprechen, sondern auch mal über ärztliche Arbeitsbedingungen und Nachwuchsprobleme.

Wenn wir Tarifverhandlungen beginnen interessiert das Niemanden. Liegt aber auch daran, dass wir unsichtbar sind. Der Normalbürger hat keine Vorstellungen von den Bedingungen im Krankenhaus, Arztserien sei dank.
Auch einen Streik bemerkt der normale Patient nicht. Wartezeiten sind normal und der Arzt/die Ärztin hat eh keine Zeit um mit einem vernünftig zu reden.

Wir müssen sichtbarer werden. Sonst werden wir wegrationalisiert. Sieht man am Gebaren der TdL, an der Gehaltsentwicklung, aber auch an den Bestrebungen ärztliche Arbeitskraft zu substituieren.



Und was tut der MB um seine Mitglieder dabei zu unterstützen? Du forderst aktives Engagement, das ist prinzipiell richtig, aber was tut der MB, um dieses Engagement zu unterstützen?
Ich bin doch nicht in einem Verband um dann alleine dazustehen und alles selbst lokal organisieren zu müssen...!



Dass das Verhalten des MB zu zahm ist und *nicht* zum Erfolg führt, haben wir jetzt oft genug gesehen und es wurde oft genug kritisiert.
Andersherum scheinen die Gewerkschaften von Lokführern und Piloten regelmäßig Erfolg zu haben.



Grundsätzlich ja. Aber genau dem verweigert sich die TdL ja. Warum? WEIL sie professionell sind und daher wissen, dass sie es sich leisten können und nichts zu befürchten haben.
Respekt muss man sich verdienen.

Die TdL geht in die Verhandlungen mit dem Ziel einen möglichst günstigen Abschluss zu erzielen. Der MB sollte in die Verhandlungen gehen, mit dem Ziel, möglichst viel für seine Mitglieder rauszuholen.

Wieviel Geld ins Gesundheitswesen fließt, hängt auch vom Bedarf ab. Wenn Geld gebraucht wird, sind aufeinmal auch 100 Milliarden für die Bundeswehr da.
Geld fließt dahin, wo es gebraucht wird. Wir aber melden überhaupt keinen Bedarf an!

Die TdL geht ohne unmittelbare Verantwortung für PatientInnen, Universitätsklinika und das Gesundheitswesen in die Verhandlungen.

Es wäre Aufgabe des MB, zu zeigen, dass das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und dass man Ärzte adäquat bezahlen muss.

Die Pflege kriegt jetzt vielerorts die 4-Tage-Woche.
Was kriegen wir?

Da ist es doch schon wieder.
Die MB-Vertreter sind allesamt Menschen, die sich bekannter Manierismen und Floskeln aus der Politikerschule bedienen.
Es geht immer nur darum, zu relativieren, die eigene Position schwächer darzustellen, um Verhandlungspositionen aus dem Negativen heraus auf ein Nullniveau hieven zu können und eigene Unfähigkeit durch die fehlende Aktivität einer breiten Masse zu erklären.

Salatsultan ist das perfekte Beispiel dafür. Wie kann man ernsthaft behaupten, dass ein Präsident/Vorsitzender sonstwas einer Vereinigung keinen Einfluss auf den Werdegang und den Ausgang von Verhandlungen einer Sache hat, die die Kernarbeit der Vereinigung darstellt? Wie naiv muss man sein (oder alle anderen für blöd halten), dass man denkt, dass bsp. als Analogie, der CA einer Abteilung keinen Einfluss auf die Arbeit seiner Mitarbeiter hat?

Partizipation funktioniert nie in der breiten Masse. Dennoch gibt es doch Ansätze für eine breitere Beteiligung der Masse an der tarifpolitischen Arbeit, die bereits in sämtlichen Diskussionen der letzten Jahre angeklungen sind und auch von anderen Interessenvertretern bereits so umgesetzt werden:
Breite Präsenz mit mehrfacher Kontaktierung der Mitglieder und penetrierenden Emails (wie Verdi bei uns), Abfrage des Stimmungsbildes mit Einholen von möglichen Verbesserungen bzgl. Arbeitsbedingungen, Gehaltsniveau, anderweitiges.., Formulierung von klaren Forderungen über die abgestimmt werden soll sowie am Ende natürlich, ebenfalls tausendfach wiederholt, eine Endabstimmung bzgl. der Einigung.

Ich persönlich würde auch fordern, dass alle ü50 aus den Gremien ausgeschlossen werden, und dass es eine Pflichtquote für verschiedene Hierarchiestufen der Ärzteschaft sowie für verschiedene gesellschaftliche Gruppen innerhalb der Ärzteschaft gibt.

So kann man effektiv verhindern, dass sinnfreie Forderungen über die Köpfe der Mitglieder hinweg zusammenkommen, wie aktuelle die Forderungen nach mehr OA-Stufen.
Ganz ehrlich, wer wäre denn hier davon betroffen? Niemand. Jeder, der ein wenig Grips hat und dazu zähle ich leider immer noch alle meine Kollegen, obwohl dies insb. mit Blick auf MB-Aktivisten bröckelt, würde bei einer Angestelltenzeit von ü20 Jahren, die es ja braucht, um in diese Stufen zu kommen, entweder vorher den Absprung zu VKA, Praxis oder sonstwas schaffen, sich vorher einen AT-Vertrag aushandeln, oder schlicht die Gehaltssteigerungen außerhalb des Tarifes mit dem AG besprechen, der sicherlich einsehen wird, dass man mit soviel Erfahrung auch mal alle 3 Jahre nach 150€ netto mehr fragen darf. Solcher Humbug kann wirklich nur von Menschen kommen, die eine Ein-Mann-Abteilung leiten und sonst nur als Pseudopräsidenten einer Ärzteschaft in die Kamera grinsen..

rafiki
19.11.2023, 15:56
Wollen wir unsere ärztliche Stellung erhalten….Oder akzeptieren wir den politisch motivierten Abstieg aus den Reihen der akademischen Spitzenverdiener, die Ärzte historisch immer waren, hin zu einer Position auf Augenhöhe mit Krankenpflegern, Hebammen und Physiotherapeuten in einem gemeinsamen Kessel mit einer homogenen Suppe aus Gesundheitsberufen?

„Wir“, „uns“?
Etwas provokativ: Wieso sollte ich mich mit Leuten gemein machen wegen ein paar Jahren desselben Studiums oder derselben FA-Ausbildung?

Endoplasmatisches Reticulum
19.11.2023, 17:56
......

Salatsultan
19.11.2023, 18:54
Da es anscheinend kein Gewicht hat was ich aus meinen Erfahrungen und meinem Einblick berichte und wir hier uns hier im Kreis drehen, seh ich keinen Gewinn für irgendwen von uns wenn ich mich hier weiter beteilige. Ich geh weiter Politikerplatitüden lerrnen.

Endoplasmatisches Reticulum
19.11.2023, 20:25
......

Tramaldol
19.11.2023, 20:34
Naja, mach den Facharzt ER, beste Empfehlung. Egal welcher, manchmal ist es auch gut irgendwas zu haben, auch wenn man dann nicht in dem Fach arbeiten möchte/kann.

h3nni
19.11.2023, 20:37
Der MB soll endlich 1% vom Brutto nehmen und eine vernünftige Gewerkschaft sein und kein Ärzteverband.

Eine Gewerkschaft für einen hochreglementierten Beruf würde es nicht vereinfachen, dass mehr Leute den Beruf machen können. Der MB lädt alle ein, von überall her.
Und mangels Streikkasse usw funktioniert halt auch nix.
Mit 1% und ein bisschen Zeit geht viel, siehe IGM

freak1
19.11.2023, 21:41
Aber was ist dann mit den lukrativen Aufsichtsratposten in Krankenhauskonzernen?

h3nni
19.11.2023, 21:58
Muss die Gewerkschaft halt mehr zahlen. Weselsky verdient wahrscheinlich auch zu viel, wenn er dafür dann unabhängig ist, meinetwegen

Dooly
19.11.2023, 23:05
Was macht eigentlich den Marburger Bund tariffähig? Wenn sich eine neue Gewerkschaft gründen würde, wie würde sie, statt des MBs, tariffähig werden?

Cor_magna
20.11.2023, 08:33
Da es anscheinend kein Gewicht hat was ich aus meinen Erfahrungen und meinem Einblick berichte und wir hier uns hier im Kreis drehen, seh ich keinen Gewinn für irgendwen von uns wenn ich mich hier weiter beteilige. Ich geh weiter Politikerplatitüden lerrnen.

Fände ich sehr schade, vergiss nicht, dass sehr viele (ich zum Beispiel) interessiert deine Einblicke verfolgen- auch ohne Beteiligung durch Posts. Fände es sehr schön wenn du weiter berichtest !