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Salatsultan
21.01.2024, 06:40
Immer wieder fällt ein Feiertag auf einen Wochentag oder auch nicht und niemand macht einen Aufstand das wichtige Eingriffe deswegen verschoben werden müssen.
Bonnerin
21.01.2024, 07:11
Immer wieder fällt ein Feiertag auf einen Wochentag oder auch nicht und niemand macht einen Aufstand das wichtige Eingriffe deswegen verschoben werden müssen.
???
Es war explizit die Rede von Eingriffen (eventuell Beginn Bestrahlung/Chemo), die a) keine elektive Routine sind und b) von langer Hand geplant waren. Sowas würde man ja nicht auf einen Feiertag legen, die ja eben schon Jahre im Voraus bekannt sind.
Nefazodon
21.01.2024, 11:51
???
Es war explizit die Rede von Eingriffen (eventuell Beginn Bestrahlung/Chemo), die a) keine elektive Routine sind und b) von langer Hand geplant waren. Sowas würde man ja nicht auf einen Feiertag legen, die ja eben schon Jahre im Voraus bekannt sind.
Ja. Ich muss sagen, ich finde es okay, dass für solche Fälle die Besetzung dann etwas höher ist.
Ein bis zwei Ärzte mehr, um eine Notaufnahme besser besetzt zu haben als am WE und um solche elektiven "Spezialaufträge" abzuarbeiten finde ich vernünftig.
Die Intention hinter dem und die Wirkung des Streiks mindert es nicht relevant.
Aber es ist fair gegenüber den Patienten und (Stichwort Besetzung in der Notaufnahme) es entlastet die Kolleginnen und Kollegen, die da bleiben und die Stellung halten müssen.
???
Es war explizit die Rede von Eingriffen (eventuell Beginn Bestrahlung/Chemo), die a) keine elektive Routine sind und b) von langer Hand geplant waren. Sowas würde man ja nicht auf einen Feiertag legen, die ja eben schon Jahre im Voraus bekannt sind.
Sorry, aber ich finde es schwer vorstellbar, dass eine Erstchemo/Erstbestrahlung nicht in den meisten Situationen verschoben werden kann.
Ich habe durchaus Verständnis für onkologischen Indikationen, man will dass die Patienten nicht leiden. Aber wo genau ist die Linie (für mich wirklich notfallmäßige/unmittelbar lebensbedrohende Krankheiten)? In solchen Fällen können wir uns nicht wundern, dass seitens der Arbeitgebern keine große Dringlichkeit zur Einigung besteht.
Nefazodon
21.01.2024, 12:07
Aber wo genau ist die Linie (für mich wirklich notfallmäßige/unmittelbar lebensbedrohende Krankheiten)?
Es stimmt natürlich, dass man irgendwo eine Grenze ziehen muss. Irgendwelche Leistungen müssen spürbar eingeschränkt werden, sonst ist es kein Streik.
Nur: wo ist diese Grenze?
Sorry, aber ich finde es schwer vorstellbar, dass eine Erstchemo/Erstbestrahlung nicht in den meisten Situationen verschoben werden kann.
Die Frage ist, wann der nächste freie Termin wäre. Ich arbeite nicht in einer Onkologie sondern in einem ganz anderen Bereich, aber die Terminambulanz ist bei uns auf Monate ausgebucht....
Ich weiß nicht, ob es in der Onkologie genauso ist, würde es aber vermuten....
Und dann wird die Wartezeit irgendwann natürlich schon Prognose-relevant.
In solchen Fällen können wir uns nicht wundern, dass seitens der Arbeitgebern keine große Dringlichkeit zur Einigung besteht.
Das Problem ist doch: Erstens wird in der TdL nicht direkt mit den Arbeitgebern verhandelt, sondern mit den Landesvertretern, soweit ich weiß.
Und zweitens: Selbst wenn...Einen Tag Streik merken die Kliniken doch gar nicht....das ist nicht erlösrelevant, weil alles nachgearbeitet wird.
Insofern ist es allgemein schwierig, da Druck aufzubauen....
Wenn ich mich richtig erinnere, hat die Pflege in NRW an den Unikliniken, das mit ihrem Streik damals (vor 1 oder 2 Jahren) geschafft.
Aber die haben auch 6 Wochen gestreikt und es mussten Betten gesperrt werden.
Endoplasmatisches Reticulum
21.01.2024, 12:25
........
Irgendwelche Leistungen müssen spürbar eingeschränkt werden, sonst ist es kein Streik.
Nur: wo ist diese Grenze? 2020 war es in meiner Klinik laut Notdienstvereinbarung die Wochenendbesetzung. Alles als wichtig eingestufte muss dann von den Professor:innen, CÄ und andere, die nicht streiken dürfen, abgearbeitet werden. Dauert dann halt ggf. länger und andere administrative Dinge müssen dann ggf ausfallen. Aber ist ja nicht so, dass wirklich bei allen Streikbereitschaft besteht. Dann ist naturgemäß mehr als Notdienstbesetzung da.
Wenn ich mich richtig erinnere, hat die Pflege in NRW an den Unikliniken, das mit ihrem Streik damals (vor 1 oder 2 Jahren) geschafft.
Aber die haben auch 6 Wochen gestreikt und es mussten Betten gesperrt werden.Meinst wahrscheinlich „Notruf NRW“. Da hat das gesamte Personal, das von Verdi vertreten wird, nicht nur die Pflege, 11 Wochen gestreikt. Vor 1,5 Jahren und geändert hat sich wenig, bis ortsweise gar nichts.
Nefazodon
21.01.2024, 14:54
Meinst wahrscheinlich „Notruf NRW“. Da hat das gesamte Personal, das von Verdi vertreten wird, nicht nur die Pflege, 11 Wochen gestreikt. Vor 1,5 Jahren und geändert hat sich wenig, bis ortsweise gar nichts.
Ich hatte das Thema zugebenermaßen nicht weiter verfolgt. Hat der Entlastungsvertrag wirklich nichts gebracht?
Gibt es Quellen, die darüber aktuell berichten?
Sollte es tatsächlich so sein, dass der Entlastungsvertrag nichts gebracht hat, spricht das ja für die Argumentation, die einige hier verteten, eben keine Verbesserung bei Arbeitsbedingungen zu fordern, sondern ganz schnöde nur mehr Geld, weil das wenigstens kontrollierbar und für den Einzelnen durchsetzbar ist.
Ich verfolge das auch nicht aktiv und bekomme die Infos nur über Social Media. Mir ist auch keine offizielle Mitteilung von Verdi bekannt aber z. B. von einer Verdi Ortsgruppe. https://www.instagram.com/reel/CvwxW6BRCDJ/?igsh=MW0zcDhsdm5peDU1NQ==
Noch länger ist das Erstreiten des TVE in Berlin her, hierzu findest du auch einige Berichte (Berliner Krankenhausbewegung). Es entstehen stattdessen in den großen Städten insbesondere für die Pflege Möglichkeiten wesentlich mehr Geld zu erarbeiten, z. B.
https://karriere.charite.de/karrieremagazin/was-sind-charite-stabi-dienste#:~:text=Was%20verdient%20man%20mit%20den,€ %20brutto%20pro%20Dienst%20hinzuverdienen.
Es wäre auch nicht schlecht, wenn relevante Fortbildungen bis zu einem gewissen Grad als Arbeitszeit gewertet werden, auch wenn sie z.B. aufs Wochenende fallen. Falls vom MB hier jemand mitliest.
Ich verfolge das auch nicht aktiv und bekomme die Infos nur über Social Media. Mir ist auch keine offizielle Mitteilung von Verdi bekannt aber z. B. von einer Verdi Ortsgruppe. https://www.instagram.com/reel/CvwxW6BRCDJ/?igsh=MW0zcDhsdm5peDU1NQ==
Noch länger ist das Erstreiten des TVE in Berlin her, hierzu findest du auch einige Berichte (Berliner Krankenhausbewegung). Es entstehen stattdessen in den großen Städten insbesondere für die Pflege Möglichkeiten wesentlich mehr Geld zu erarbeiten, z. B.
https://karriere.charite.de/karrieremagazin/was-sind-charite-stabi-dienste#:~:text=Was%20verdient%20man%20mit%20den,€ %20brutto%20pro%20Dienst%20hinzuverdienen.
Danke für die Infos. Die Charite Website war wirklich interessant:
Ausgangsverdienst bei Pflegefachkräften ist ein Brutto-Stundenlohn von 50 €. Wird der Dienst in der Nacht geleistet, kommen weitere 30 € pro Stunde hinzu. Findet der Dienst dann auch noch am Wochenende oder einem Feiertag statt, gibt es weitere 30 € die Stunde. Sprich, die Pflegenden verdienen 110 € brutto pro Stunde. Bei einem Nachtdienst, der neun Stunden dauert, entspricht das 990 €.
Ich gönne es den Kollegen der Pflege vom ganzen Herzen, so ein Stundenlohn zu haben. Es zeigte allerdings wie unterbezahlt unsere Arbeit im Vergleich ist.
Z.B. ein AiW im 3. WBJ (Entgeltgruppe Ä 1, Stufe 3) verdient im Monat Brutto ohne Dienste 5600 €. Nehmen wir den best case Scenario, dass man lediglich 42 Stunden/Woche arbeitet. Es ergibt sich einen Stundenlohn von ca. 33,3 €. Und für Dienste wird man meistens sogar weniger bezahlt. Für mich wirklich krass zu sehen.
Mehr und mehr denke ich tatsächlich, dass die Forderung eher mehr Geld sein soll, da bis dato keine wesentliche Besserung der Arbeitsbedingungen ankam UND unsere Kaufkraft nur schlechter wird.
Danke für die Infos. Die Charite Website war wirklich interessant:
Ich gönne es den Kollegen der Pflege vom ganzen Herzen, so ein Stundenlohn zu haben. Es zeigte allerdings wie unterbezahlt unsere Arbeit im Vergleich ist.
Z.B. ein AiW im 3. WBJ (Entgeltgruppe Ä 1, Stufe 3) verdient im Monat Brutto ohne Dienste 5600 €. Nehmen wir den best case Scenario, dass man lediglich 42 Stunden/Woche arbeitet. Es ergibt sich einen Stundenlohn von ca. 33,3 €. Und für Dienste wird man meistens sogar weniger bezahlt. Für mich wirklich krass zu sehen.
Unterschied ist halt, wenn zu wenig Pflegekräfte = Betten gesperrt. Zu wenig Ärzte = müssen die Ärzte halt mehr arbeiten. ;-)
Cor_magna
22.01.2024, 10:46
Hmm vielleicht satteln irgendwann die ersten Ärzte auf Pflege um :-))
Im Anhang mal die Gehaltstabellen zum Vergleich mit dem BG und VKA Tarif. Das Dokument wurde im Zuge des MB Netzwerktreffens rumgeschickt.
Das sind aktuell 16-18% Abstand zum BG und ab 1.April 14% zum VKA Tarif!
Ich frage mich, wie man da nur eine 12,5%ige Gehaltserhöhung fordert, wenn man doch angeblich zu den anderen Tarifen aufschließen möchte?!
Und ich dachte schon im kirchlichen Haus verdient man schlecht...
Helios z.B. wird dieses Jahr auch noch ca. 18% drüber liegen. Scheinbar manchmal doch nicht soo schlecht die "böse Privatisierung" im Gesundheitswesen.
Ich habe gestern an einem weiteren Netzwerktreffen teilgenommen. Zwischen den Zeilen wurde da kommuniziert, dass die TdL wohl aktuell etwa 4-5% bieten. Ansonsten das übliche Gelaber, dass es der Haushalt nicht hergebe etc. Zu den anderen Forderungen sind keine Infos durchgesickert.
Umso wichtiger ist eine zahlreiche Teilnahme am 30.01. Das kann man sich echt alles nicht mehr ausdenken.
Das sind aktuell 16-18% Abstand zum BG und ab 1.April 14% zum VKA Tarif!
Ich frage mich, wie man da nur eine 12,5%ige Gehaltserhöhung fordert, wenn man doch angeblich zu den anderen Tarifen aufschließen möchte?!
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Diese durchaus berechtigte Frage wurde im Netzwerktreffen auch gestellt und leider mit einer typischen Nichtantwort beantwortet: weil die Große Tarifkommission des MB das so beschlossen habe. Danke, sehr hilfreich. :-keks
@tragezwerg et al.: Danke für die Aufklärung wegen der Besetzung, das ergibt Sinn.
Endoplasmatisches Reticulum
24.01.2024, 11:57
........
Marburger Bund ein zahnloser Wolf
FirebirdUSA
24.01.2024, 15:38
Spannend zu lesen wie alle sich beschweren, es aber fast unmöglich ist lokale Streikleitung zu finden.
Ich fände +20% auch besser... mal sehen wieviele tatsächlich streiken.
Spannend zu lesen wie alle sich beschweren, es aber fast unmöglich ist lokale Streikleitung zu finden.
Ich fände +20% auch besser... mal sehen wieviele tatsächlich streiken.
Was zu 95% daran liegt, dass kaum einer überhaupt Mitglied in der Gewerkschaft ist, deren Treffen logischerweise intern sind und kaum Informationen an die restlichen Ärzte herausgegeben wird. Bei uns gibt es weniger als eine Hand voll Mitglieder bei über 30 Ärzten.
Die Hälfte hat von Arbeitsrecht, Tarifvertrag etc. sowieso noch nie etwas gehört. Im Netzwerktreffen war man erstaunt, überhaupt Rückmeldung von den Ärzten bekommen zu haben. Wir telefonieren seit über einer Woche wie blöde im Klinikum rum, um überhaupt alle Abteilungen vom Streikaufruf zu unterrichten.
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