Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TdL Tarifverhandlungen 2023
tragezwerg
24.01.2024, 18:24
Ich glaube ein großes Problem ist, dass hinter den Kulissen teils massiver Druck durch die Chefs ausgeübt wird. Beim letzten Streik wurde den Mitarbeitern einer Abteilung meiner Klinik durch die Chefsekretärin mitgeteilt, dass der Chefarzt den am Streik teilnehmenden Kollegen die Verträge nicht verlängern werde.
Das ist natürlich unter aller Sau, aber garantiert kein Einzelfall an deutschen Unikliniken. Mittelalterliche Machtgefüge sind da ja weiterhin sehr gefragt.
Sowas wird sicher häufiger angekündigt. Lässt sich aber durch kollektive Beteiligung und Aufklärung in der Abteilung ausgleichen, weil das möchte ich auch sehen, wie die Kliniken dann 85% der Mitarbeiter nicht verlängern/kündigen.
Endoplasmatisches Reticulum
24.01.2024, 19:18
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Assistentenbesprechung, fragen, was das Problem ist, ggf. die vor ein paar Beiträgen gepostete Gehalt-Vergleichstabelle an die Wand werfen und die Menschen über ihre Rechte und Möglichkeiten aufklären. Selbstwirksamkeit fördern quasi. Hat bei nem Freund gut funktioniert.
Endoplasmatisches Reticulum
24.01.2024, 19:35
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Dann such dir doch einfach ein neues Haus? Wir sind eine (für Radiologie) riesige Abteilung in einer großen Uni und bei uns werden alle Assistenten (minus Diensthabende, Urlauber, und Dienstfreie) und viele OÄ streiken...
Endoplasmatisches Reticulum
24.01.2024, 20:20
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FirebirdUSA
25.01.2024, 05:12
Und was macht man, wenn kollektive Beteiligung nicht zu erwarten ist?
Frage für einen Freund.
Pflichtfortbildungen abarbeiten?
Nefazodon
25.01.2024, 13:42
Was zu 95% daran liegt, dass kaum einer überhaupt Mitglied in der Gewerkschaft ist, deren Treffen logischerweise intern sind und kaum Informationen an die restlichen Ärzte herausgegeben wird. Bei uns gibt es weniger als eine Hand voll Mitglieder bei über 30 Ärzten.
Das ist etwas, was ich nicht verstehe.
Der Marburger Bund behauptet von sich selbst Deutschlands größter Ärzteverband mit 135.000 Mitgliedern zu sein. Bei 416.000 berufstätigen Ärztinnen und Ärzten 2021 laut BÄK wäre das ein Drittel aller Ärzte.
Wo sind die Alle?
So intern ist das MB-Treffen halt auch nicht gewesen. Bei uns hat sich einfach eine Person eingeloggt und dann saßen alle zusammen vorm Bildschirm und habe sich das angehört.
Habe jetzt auch nicht alle meine Kollegen gefragt aber zumindest alle, mit denen ich gesprochen habe, waren auch MB-Mitglieder.
Salatsultan
26.01.2024, 20:30
NRW aktuell mit 23 Bussen nach Hannover.
In meiner Abteilung war es mühe aufgrund der Streikbereitschaft noch genug arbeitende für eine etwas erweiterte Notversorgung zusammen zu suchen.
https://www.tagesschau.de/sport/streik-unikliniken-tarifverhandlungen-100.html
Tolle Stimmungslage in Hannover und in vielen Städten abseits der zentralen Kundgebung haben gestern das Gesamtbild geprägt. Ich denke, dass auch die lokale Beteiligung höher ausfiel als zunächst abzusehen war.
Was das jetzt für Auswirkungen hat, bleibt zu diskutieren. Frau Heinolds Worte (Finanzministerin SH) bestätigen hier jedoch eher die Befürchtungen, dass man sich am TVöD orientieren will. Also genau das, was die Universitätskliniken für Ärzte dann vollends ins Aus schießt und das, was hier im letzten Verhandlungsthread schon vor Ewigkeiten vorausgesagt wurde.
Zu dem Schluss kommt sogar die Tagesschau - wohlgemerkt in den letzten Sekunden des Videobeitrags.
Anne1970
31.01.2024, 12:43
https://www.marburger-bund.de/medienresonanz-zum-warnstreik-am-30-januar-2024-auswahl
hier eine Auswahl des Medien-Echos
medicinentia
31.01.2024, 19:40
Kein Beitrag in der 20 Uhr Tagesschau richtig bitter. Lieber wird ewig lang über die Lockführer berichtet….
Ja, die Berichterstattung in den Medien ist wirklich ziemlich mau, GDL, Landwirte etc. bekommt dtl. mehr Raum. Ärzte sind wie immer unwichtig... Ein guter Bericht der immerhin alle Probleme aufgreift und immerhin auch mal die Befristungspolitik anspricht gab es beim SWR https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/warnstreik-uniklinik-ulm-warum-aerzte-mehr-lohn-wollen-100.html
War denn viel Presse anwesend in H? Hab gestern nach Berichten gestöbert aber nur wenig beeindruckendes gesehen. Der MB hat super redundant re-postet, auch seitens der Streikenden war dieses Mal wenig verbreitet worden. Hab z. B. keine Rede aussagekräftig gefilmt gesehen.
Ich weiß nicht, ob das immer so ist, aber mir ist viel unvorteilhafte Presse aufgefallen. Nämlich, dass der Streik kaum spürbar war. Die Kliniksprecher gehen richtig ab. https://www.waz.de/panorama/warnstreik-von-aerzten-an-den-sechs-unikliniken-in-nrw-id241537316.html
„‚Allein in NRW rechnen wir mit 2500 Teilnehmern’, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Das entspreche etwa der Hälfte der Ärztebelegschaft. Viele Streikende hätten an der zentralen Kundgebung in Hannover teilgenommen. Einige Unikliniken nannten zum Teil deutlich niedrigere Zahlen zur Streikbeteiligung.“
Wenn man dann noch in den regionalen Zeitungen guckt (leider zwischenzeitlich meist hinter Paywalls), findet man relativ viele Beträge wie „Wie ein Sprecher der Uniklinik auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, soll der Betrieb am Dienstag aller Voraussicht nach normal ablaufen“ „Es gibt keine größeren Einschränkungen, in weiten Teilen läuft Regelbetrieb“ „Rund 70 Prozent aller Operationen an der Uniklinik Greifswald könnten stattfinden, so ein Kliniksprecher. Das seien mehr als in der Notfallvereinbarung festgehalten und auch mehr als im Wochenendbetrieb.“ „alle für den Dienstag angesetzte Operationen konnten durchgeführt werden“
Bei uns regional war es gut, dass keine Presse da war. Dann stehen da halt 25-30 Leute, das ist nicht berichtenswert. Der Streik war nicht spürbar, im Gegenteil von GDL oder Verdi im Nahverkehr.
Wann geht es weiter mit den Verhandlungen?
Den Eindruck hatte ich nach unserer regionalen Aktion ebenfalls. Aber was will man auch tun, wenn im Hintergrund noch genügend Streikunwillige sitzen oder die Notbesetzung sich dazu breitschlagen lässt, das Regelprogramm durchzuziehen.
Beides habe ich im Nachhinein aus verschiedenen Abteilungen gehört.
Spürbar war da, wie du schon richtig festhälst, nichts.
][truba][
01.02.2024, 10:35
Das ist schon verrückt wenn 50% und mehr normal läuft. Das ist ja weit weg von Notdiensten. Dass sich da so viele Kollegen gar nicht angesprochen fühlen.
Angeblich gab es in meiner Klinik laut Pressesprecher nur „minimale Einschränkungen und einzelne OP-Ausfälle“, was ich bei rund 300 streikenden Ärzten doch für unrealistisch halte. Und ich habe ja mitgestreikt und habe auch gesehen, wer alles beim Streik war. Und da die Anästhesie führend am Streik beteiligt war, können die Chirurgen niemals das normale OP-Programm durchgezogen haben. Nicht einmal wenn die komplette Führungsetage persönlich im Saal stand und Narkosen gemacht hat.
Dazu gabs in mehreren internistischen Kliniken Wochenendbesetzung, was auch bedeutet, dass es keine elektiven Aufnahmen gab und Ambulanzen und Funktionsabteilungen geschlossen waren.
Und das war auch tatsächlich so, selbst auch den malignen Abteilungen waren überraschend viele Leute beim Streik.
300 Streikende sind aber sehr wahrscheinlich weit überdurchschnittlich für eine Uniklinik. Insgesamt scheint bei dir viel außerordentlich zu sein. Austausch mit Leitungsebenen diverser Abteilungen, zahlreiche MB Mitglieder …solche Umstände kenn ich nicht. Wäre echt mal interessant die echten Hausnummern zu erfahren. Eine Klinik hatte einer Zeitung 10 % mitgeteilt, der MB hatte eine Angabe verweigert.
P. S. Ich vermisse Qwerty, als eine Person, die Streik so nachdrücklich befürwortet. Bin gespannt, wie es bei Qwerty war. Komm mal zurück und erzääääääähl!
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