Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TdL Tarifverhandlungen 2023
Einerseits ist es ja echt cool, vorher zu wissen, was abgeht, andererseits muss sich der MB oder die TdL echt überlegen, was Vertraulichkeitsvereinbarungen für sie bedeuten.
Der Streik 2006 hat ja auch nicht funktioniert. Wird nur seit 18 Jahren als Beispiel genommen, was der MB alles erreichen kann/konnte.
Unabhängig davon, ob es nun stimmt oder nicht: Lasst alle betroffenen Ärzte darüber abstimmen. An der Entscheidung, ob man für bessere Bedingungen weiterkämpfen will oder nicht, sollten alle Betroffenen beteiligt werden. Für mich verliert der MB jede Glaubwürdigkeit, wenn man bei den Demos große Reden schwingt und dann solchen Kompromissen zustimmt (falls es denn stimmt).
Berringer
28.03.2024, 06:30
Dieser Verein verdient den Namen Gewerkschaft echt nicht. Große Reden schwingen, letztes Mal Durchhalteparolen ohne Ende und jetzt das. Let‘s Face it: das einzige, was der breiten Masse was bringt, sind Tabellensteigerungen und zwar heute. Wir hatten eine Inflation sondersgleichen, haben die letzten Jahre diese Pandemie gemanagt während unsere Verwaltungen mit Prämien im
home Office saßen und diese ganzen kleinen Zulagen hier und da bringen doch nur einer kleinen Gruppe etwas und werden im Zweifel nicht umgesetzt. Auch die Wochenarbeitszeit 2026 - da ist die Hälfte, die die letzten Jahre durchgehalten hat, vielleicht nicht mehr an der Uniklinik. Bei Lokführern, die bis zum Lebensende im
Betrieb sind, bringt das vielleicht was. Aber hier haben die jetzt Streikenden nix davon. Und am Ende werden eh nur zwei Überstunden mehr nicht ausbezahlt. Die sollten doch wissen wie das läuft in der Realität.
Falls das stimmt, und ohne Abstimmung von den Mitgliedern so angenommen wird, hat der MB sich als Verhandlungspartner für uns meiner Ansicht nach delegitimiert.
1. Kollegen informieren
2. aus MB austreten
3. Unmut sachlich auf Insta, Facebook und per Mail an den MB kundtun.
Das ist schlicht nicht akzeptabel!
.
Die Hauptelemente des neuen TV sind:
- Gültigkeit: 1.10.23-31.3.26 (=30 Monate)
- Für die ersten 6 Monate keine rückwirkende Erhöhung (=1.10.23 - 31.3.24)
- Ab 1.4.24 +4%
- Ab 1.2.25 +6%
- Ab 1.1.26 Reduktion der regelmäßigen Arbeitszeit auf 40 Stunden.
- Erweiterung der Nachtarbeitszeiten um eine Stunde (Beginn um 20 Uhr statt 21 Uhr)
- Erweiterung der Eingruppierung Ä3 (Oberärzte) um eine weitere Stufe
Falls das stimmen sollte, wäre das ein schlechterer Abschluss als letztes Jahr. Aber nochmals, lässt uns auf die Fakten warten und dann die Mistgabeln herausholen.
4% zum 1.4.
Weitere 6% zum 1.2.25.
Entsprechend Erhöhung der Zuschläge inkl. RD-Einsatzzuschlag
ND-Bewertung jetzt zwischen 20-6 Uhr inkl Zusatzurlaub-Anspruch
40-Stundenwoche u zusl. OA-Stufe ab 2026
Dienstplanveröffentlichungs-Regelung +10% jetzt für alle Dienstarten (auch Vollarbeit Schicht/Wechselschicht), allerdings alle jetzt nur noch 4 Wochen vorher
Nachbesserungen zum 10(2) „Arbeitszeitdokumentation“
Regelungen zum Jobbike (in BY entsprechend Teilnahme am bestehenden Tarif der TdL geplant).
Laufzeit 2 Jahre ab jetzt.
Alles bislang noch inoffiziell und und unter Vorbehalt!
Wir aus unserer Abteilung haben gestern schon alle Beschwerdemails a den MB geschrieben! Hoffe einfach, dass das ein schlechter Witz ist!
Puh, die kleinen Erhöhungsschritte überraschen mich jetzt nicht wirklich, was anderes war nach der verhaltenen Pressemitteilung gestern sowieso nicht zu erwarten gewesen.
Schlimmer finde ich hier der lange Laufzeit und vor allem, das die Arbeitszeitverkürzung erst in 2 Jahren starten soll. Das zerstört natürlich auch alle Möglichkeiten "klinikintern" Druck zu machen (ala 5% weniger Arbeitszeit = 5% mehr (OA) Stellen nötig).
Was ich aber noch an positivem Gemunkel gehört habe: Mit der 40h Woche soll auch die Stechuhr wieder Thema sein.
Die Reduktion auf 40h wäre reine Makulatur für die erkleckliche Menge an KollegInnen, die keine Überstunden ausbezahlt bekommen.
Ich finde die Nullrunde der letzten Monate und die absolut aufgegangene Verzögerungstaktik der TdL einfach bodenlos.
Ich finde die Nullrunde der letzten Monate und die absolut aufgegangene Verzögerungstaktik der TdL einfach bodenlos.
Ich glaub auch vom allgemein Volumen her ist es nicht verkehrt, aber die ewig lange Laufzeit + 6 Monate erneute Nullnummer wäre eine Frechheit
Ganz genau, dieses Ergebnis hätte man auch in der 1. Oder 2. runde erzielen können.
Ist bestätigt, Mitglieder Info ist jetzt öffentlich...
Anne1970
28.03.2024, 08:36
http://www.marburger-bund.de/bundesverband/pressemitteilung/tarifabschluss-10-prozent-mehr-gehalt-zwei-stunden-weniger
Endoplasmatisches Reticulum
28.03.2024, 08:49
Rechnet man das Volumen der Arbeitszeitreduzierung und den Zinseszinseffekt mit ein, steht über die Gesamtlaufzeit von 30 Monaten eine faktische Gehaltserhöhung von 15,75 Prozent zu Buche.
Endlich wieder 2 Scheiben Cervelatwurst auf dem Frühstücksbrötchen!
Das ist aber nur Makulatur. Der eigentliche Verhandlungserfolg steht im Kleingedruckten:
Zusicherung, die erbrachten Leistungen nicht nur zu dokumentieren, sondern auch tatsächlich zu vergüten.
Ja, richtig. Die Arbeitgeber geloben, keinen Arbeitszeitbetrug zu begehen. Damit kann der MB in Zukunft eeendlich auch an Uniklinika abgezogene Ärzte darauf verweisen, dass das ja so im Tarifvertrag steht, und wenn es lokal nicht umgesetzt wird, sie halt klagen müssen. Eine Sorge weniger im Postfach!
claptrap
28.03.2024, 08:54
Wir hatten uns mehr vorgenommen, mussten aber zur Kenntnis nehmen, dass mit der TdL derzeit keine Neuordnung des Schicht- und Wechselschichtsystems zu verhandeln ist. Besonders schmerzhaft ist auch die beharrliche Weigerung der Länder, höhere Zuschläge für Dienste zu ungünstigen Zeiten zu tarifieren.
Der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist in den zurückliegenden knapp 20 Jahren offensichtlich der Mut abhandengekommen, als Architekt neuer tariflicher Regelungen Vorreiter einer zukunftsorientierten Gestaltung ärztlicher Arbeitsbedingungen zu sein: Sie überlässt diese Chance und den Anspruch auf das Urheberrecht nun anderen.
Ich finde es schwierig zu ertragen, wie der MB die Verhandlung zusammenfasst: Es klingt so, als ob die TdL komplett alleine das Zepter in der Hand hat. Der MB möchte alles vermeiden, um unangenehm aufzufallen, argumentiert wie ein Weltmeister gegen das Streiken.
Jetzt mal ernsthaft, ist das mehr als nur eine Gewerkschaft auf Papier?
Endoplasmatisches Reticulum
28.03.2024, 09:56
Schade, dass der MB seine Anmerkungen zum Abschluss, die eben noch frei auf seiner Website aufrufbar und über die Suche findbar waren, jetzt hinter einer Mitgliederschranke versteckt hat. Darf man dort getroffenen Aussagen aus dem Gedächtnis in eigenen Worten diskutieren, oder wird das wegzensiert?
Da sind ja wieder so einige Knüller bei.
Süddeutschland einfach redefreudig ;)
Danke an alle, die, trotz allem, weiterhin geleaked haben. Frag mich gerade, bei der Arroganz, ob die Tarifkommission tatsächlich mit 80 % Zustimmung bei einer Abstimmung gerechnet hätte?
Es war meiner Meinung nach zu erwarten, dass eine Einigung dieses Mal schlechter wird. Letztes Mal war es wirklich die Jahrhundertchance. Zu dieser Zeit derartig versagt zu haben ist, doch wirklich ein Alarmsignal. Ich bin überrascht, dass hier anscheinend doch einige erwartet haben, dass der MB nach dem letzten Mal eher einen Leistungsdruck hat, besser verhandeln kann. Meine Erwartungen erfüllt der MB sehr wahrscheinlich. Ich hatte umgerechnet auf 1 Jahr 0-4 % erwartet. In meiner Abteilung war das nun gerade großes Thema und eigentlich waren alle überrascht, dass es überhaupt eine prozentuale Erhöhung gibt.
Zu den scheinbaren Meisterleistungen seit 2006 wollte ich auch noch sagen, dass dies eben von einem bestimmten Habitus kommuniziert wird, der oft genug 2006-2024 tarifbeschäftigt ist. An der Uni gibt es so was seltener. Da kann man im Normalfall nicht Jahrzehnte auf einer Stelle hocken und warten, bis man hochgespült wird.
P. S.: Ah enjoy: Noch keine creepy Antworten von MB, MB Fans und Mitgliedern der Tarifkommission, aber das kommt bestimmt. https://www.instagram.com/p/C5DURUeI5_o/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==
P. P. S.:
Schade, dass der MB seine Anmerkungen zum Abschluss, die eben noch frei auf seiner Website aufrufbar und über die Suche findbar waren, jetzt hinter einer Mitgliederschranke versteckt hat.Hab ich verpasst. :( Beim MB muss man wirklich immer alles screenshotten.
Und nicht mal eine Einmalzahlung. Gut, dass sie nicht mehr zur Diskussion stand, schlecht, dass ihr Fehlen nicht in eine tabellenwirksame Änderung umgesetzt werden konnte.
Salatsultan
28.03.2024, 10:40
Die 200€ Sockelerhöhung bei Verdi entsprechen grob 4% in Ä1A1, kommen aber auch erst im September 24, eine Einmalzahlung wurde seitens der Mitglieder und auch hier scharf kritisiert und es ist der Eindruck entstanden diese wäre nicht im Interesse der Mitglieder. Das rechtfertigt nicht das man jetzt mit leeren 6 Monaten dasteht, aber die lineare Erhöhung und die davon abhängigen unstetigen Bezüge (Überstunden, Dienste) wurden durch das weg-verhandeln einer Einmalzahlung natürlich beeinflusst, der Effekt knallt natürlich nicht wie 3000€ auf die Hand sondern erst im Verlauf.
Cor_magna
28.03.2024, 10:49
Ich vertrete weiterhin die Meinung, dass das Hauptproblem an den Kliniken in den Fächern der akuten Patientenversorgung die Arbeitsbedingungen sind.
Selbst bei einem guten Tarifabschluss (monetär gesehen) , wären die Ärzte dort auf Dauer unzufrieden, eben weil man ausgebeutet wird und die Arbeitsverdichtung pro Arzt weiter steigt und der Job sich MASSIV auf das Privatleben auswirkt. Klar, mehr Geld für Leibeigenschaft ist nett, aber die Grundprobleme sitzen woanders, den Scheiß wollen sich viele junge und auch erfahrene Ärzte einfach nicht mehr antun.
Daran ändern auch voller Inflationsausgleich nichts, die Bedingungen werden schlechter, und beim aktuellen mittelfristigen Ausblick bzgl der nächsten 5-10 Jahre erwarte ich da keine Besserung in der Personalstruktur (weil mal ehrlich, genau das bräuchten wir: Mehr Ärzte pro Patient oder eher für den ganzen Bürokratieaufwand).
Das ist natürlich keine Ausrede für das jetzige Abschneiden in der Tarifverhandlung, ich gebe nur zu bedenken, dass sich die Unzufriedenheit aller Wahrscheinlichkeit nicht durch mehr Gehalt beheben lässt. Höchstens etwas mildern.
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