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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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Mukopolysaccharid
29.01.2020, 09:46
Vielen Dank, das und die Tabellen am Beginn der Kapitel sind genau das, wonach ich gesucht habe.

Atya
02.02.2020, 23:03
Das ist unglaublich und kann ich auch nicht inteprtieren, warum ich nach einem Psych Visite mit einem OA (ca 2stunden) immer Kopfschmerzen bekomme. Passiert das mit jemand?
In der Familie haben meine Eltern Magrine

roxolana
02.02.2020, 23:46
Ich habe im Studium jedes Mal nach dem Psychiatrie-Seminar Migräne bekommen. Ich weiß allerdings nicht, ob es am Seminar selbst oder am Raum (Kellerraum mit stinkendem Teppich) lag. :-))

Kaas
05.02.2020, 14:44
Liebe Kollegen,
mich würde mal interessieren, in welcher Dosierung ihr bei den jeweiligen Substanzen reingeht zur Kramfprophylaxe im Alkoholentzug. Bei uns z.B.:

Oxcarbazepin 300 mg 1-1-1 oder 1-1-1-1 je nach Gewicht oder
Valproat 300 mg 1-1-1-1
Keppra 1000 mg 1-0-1

Kollegen, die etwa aus der Neuro zu uns rotieren, finden das sehr sportlich als Anfangsdosen...

morgoth
05.02.2020, 15:43
Wir haben Tegretal/Carbamazepin benutzt: 2x400 mg am Tag.

tensun
05.02.2020, 20:10
Oxcarbazepin, Carbamezepin und Valproat sind wegen Leber nicht gut geeignet. Gabapentin wg. Pankreas. Keppra mit aggressiver wesensveränderung unglücklich.
Carbamezepin hat als einziges ne Zulassung dafür. Die Dosen entsprechen den in der Leitlinie empfohlenen. Langsam Aufdosieren macht in der Situation wenig Sinn. Wenn der Patient nicht zuvor schon unter BZDs gekrampft hat, reichen die eh.

limbictree
07.02.2020, 06:31
Wir geben Benzos. Das reicht eigentlich auch.
Zusätzliche Krampfprophylaxe mit Antiepileptikum nur bei bekannten Entzugskrampfanfällen in der Vorgeschichte oder in anderen Ausnahmefällen.
Dann eigentlich alle Levetiracetam (geeignet bei Leberfunktionsstörung) zunächst 250mg 1x, dann 500mg 2x täglich.
Wir dosieren das dann auch vorsichtig wieder ab. 250mg reduzieren alle 3d ab 3d nachdem das letzte Benzo notwendig war.
Carbamazepin ist natürlich eigentlich das Mittel der Wahl außer bei schweren Leberfunktionsstörungen. Müsste mal den OA fragen, wie wir dazu kamen bei allen immer gleich Keppra zu geben.

waargh
08.02.2020, 14:36
Wir geben auch Keppra. Bei bekannten Krampfanfällen 2x 1000mg langsam abdosiert über 15 Tage, wenn keine Krampfanfälle bekannt sind entweder nichts oder bei großer Alkoholmenge 2x 500mg über 10 Tage. Und als Entzugsmedikament dann Oxazepam. Arbeite jetzt 7 Monate auf ner Alkoholentzugsstation (27 Patienten) und hab bisher nur einen Krampfanfall erlebt und keine Nebenwirkungen durch Keppra.

Kaas
10.02.2020, 07:23
Finde die Rückmeldungen sehr interessiert. Zeigt auch wieder mal, wie unterschiedlich Dinge in der Psychiatrie angegangen werden. Carbamazepin nehmen wir nie, fände ich aber inhaltlich eigentlich sinnvoll. Könnte das eine Kostenfrage sein? Kenne mich mit den Arzneimittelpreisen nicht gut aus.

SarahJulia90
04.03.2020, 20:22
Hey Leute, mich würde mal interessieren, wie bei euch mit stark alkoholisierten Patienten umgegangen wird. Bei uns wird da immer direkt der Psychiater gerufen in der ZNA. Hauptsächlich zielt meine Frage darauf ab, wann ihr Leute gehen lässt, die nicht bleiben wollen bzw. die kein akutes Anliegen haben (dazu zähle ich mal einen Entzugswunsch). Hatte gerade erst so einen Fall: Vorstellung im Beisein der Angehörigen spätabends, 3,1 Promille aber kardiopulmonal stabil und sicher geh- und stehfähig, dazu noch eine komplizierte Vorgeschichte, die ich hier nicht weiter erwähnen will, die aber auch eher gegen eine akute Aufnahme zum Entzug gesprochen hat. Ist dann mit geplantem Termin im Beisein der Angehörigen gegangen. Gibt es bei euch sowas wie eine Promillegrenze? Gibt ja auch die bekannten Alkoholiker, die mit 4 Promille gehfähig sind und die nach draußen drängen.

WackenDoc
04.03.2020, 20:24
Weswegen war der da?
Anno dunnemal hatten wir mal ne Regelung, dass die geschlossene Psychiatrie 2 Städte weiter bis 1,5?2? PRomille über Nacht aufgenommen hat. Alle anderen sind bei uns auf Intensiv gelandet. Wer gehen wollte- jo mei, ist dann halt abgehauen, Eigengefährdung vermeiden, Ordnungsamt anrufen.

SarahJulia90
04.03.2020, 20:35
Der wollte einen Entzug machen. Ab 1,5 Promille auf ITS oder IMC wäre nichtmal ansatzweise möglich bei unserem Aufkommen. Halte ich ehrlich gesagt auch nicht für notwendig. Aber bei stärkerer Alkoholisierung ist das ja schon manchmal grenzwertig.

rafiki
04.03.2020, 20:45
Meine Assistenzdienstzeit ist schon ein paar Jahre her: Damals habe ich in der Psychiatrie alle bis 3,9 Promille aufgenommen, wenn kardiopulmonal stabil. Bei Wunsch, wieder zu gehen ohne Begleitung: ab 1 Promille Unterbringung(sandrohung) aus forensischen Gründen (also Eigenschutz).

morgoth
04.03.2020, 21:12
Ich/Wir haben die auch eher sehr großzügig aufgenommen.
Mit irgendwelchen Floskeln/Gesprächen/"sanfter Drohung" und ggfs. auch mit der Nachtschwester ein Brot geschmiert, dann waren die meistens bereit, zumindest bis morgens auf Station zu bleiben. (geschlossene Tür, aber ohne eingeleitetes Unterbringungsverfahren)

ITS klappte meistens nicht, sobald der Patient 2x "ich will raus" sagt (nicht mal schreit), ist er ja dann doch nicht führbar und nachts um drei erst Konsil, um dann doch Aufnahmeprozedere zu machen, war nicht mein Fall.

Wenn Angehörige bei 3,1 Promille dabei sind: Warum nicht nach Hause?

SarahJulia90
04.03.2020, 21:16
Wenn Angehörige bei 3,1 Promille dabei sind: Warum nicht nach Hause?


Habe ich mir auch gedacht. Fand aber 3,1 Promille doch schon recht viel. Aber die letzte Alkoholzufuhr war schon über drei Stunden her, der hat orientiert mit mir geredet und hat sogar die erschwerte Gangprüfung hinbekommen. Ohne Angehörige hätte ich den aber vermutlich dabehalten.

PaulaBoston
05.03.2020, 15:21
Habe ich mir auch gedacht. Fand aber 3,1 Promille doch schon recht viel. Aber die letzte Alkoholzufuhr war schon über drei Stunden her, der hat orientiert mit mir geredet und hat sogar die erschwerte Gangprüfung hinbekommen. Ohne Angehörige hätte ich den aber vermutlich dabehalten.

Bei uns ist ganz klar die Regel wenn der Patient Gang und Standsicher ist und früher keinen Entzugskrampfanfall hatte oder ein Delir, dann kann er auch zu einen geplanten Aufnahmetermin kommen, wenn internistisch alles ok ist.

Bandwurm
11.03.2020, 19:40
Ich merke zunehmend Zwangspatienten und Corona ist eine interessant Mischung. Und falls ihr Wissen wollt wer den Virus WIRKLICH freigesetzt hat und zu welchem Zweck: Ich weiß Bescheid.....

morgoth
11.03.2020, 21:28
Ich weiß es auch, darf es aber (noch) nicht sagen.
Bald wird aber eine Überraschung kommen, mehr verrate ich nicht.

Bandwurm
18.03.2020, 20:52
So unsere Tagesklinik hat jetzt zu gemacht. Hat bei euch noch eine TK auf? Wie ist es mit den Stationen? Bei uns wir eine KJP-Corona Station geplant und allgemein reduziert.

vanilleeis
18.03.2020, 21:07
Bei uns: Business as Usus, inkl. TK und elektiven Patienten