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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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anjij
25.11.2020, 15:57
Kratzen, beißen, in den Bauch treten.

WackenDoc
25.11.2020, 16:00
Ich hab noch was vergessen: JEDER Mitarbeiter (egal ob männlich, weiblich, divers, egal ob schwanger oder nicht) muss über die wesentlichen Ergebnisse der GB für Schwangere unterrichtet werden.

anjij
25.11.2020, 16:01
Hmm, danke. Ich hab halt überlegt wie so das reelle Risiko ist, die Vorschriften sind ja manchmal etwas übervorsichtig, denke ich.

vanilleeis
25.11.2020, 16:21
Kratzen, beißen, in den Bauch treten.

Das passiert im Rahmen von Fixierungen immer mal wieder bis häufig. Was bringt es Dir, die Schwangerschaft zu verschweigen? Du wirst mit Sicherheit zügig in den Dienstplan geschrieben, wenn nicht ohnehin schon geschehen, willst Du dann erst offen machen, dass Du schwanger bist? Oder schwanger Dienste machen?

Vergiss auch nicht, dass auf einer Akutstation auch immer Zwangsmedikation notwendig werden kann. Die Gefahr der NSV ist natürlich deutlich höher.
Eine (geschützte) Akutstation ist kein guter Ort für eine verheimlichte Schwangerschaft in meinen Augen. Es wird mit Sicherheit andere Stationen bei Euch geben, die besser geeignet sind

anjij
25.11.2020, 17:21
Danke Dir, das ist wichtig für mich. Dann werde ich es wohl doch noch vor Vertragsunterschrift ansprechen und mal sehen, was passiert ...

charmingbaer
26.11.2020, 08:45
Für mich das beste Buch für Einsteiger, ist der Klassiker Tölle/Windgassen Psychiatrie, schon in der 17. Auflage, flüssig zu lesen und fundiert, so wie die Autoren selbst, einen von ihnen durfte ich noch als Direktor kennenlernen.

Vielen Dank dir! :-)

ninahe
01.12.2020, 20:21
Für mich das beste Buch für Einsteiger, ist der Klassiker Tölle/Windgassen Psychiatrie, schon in der 17. Auflage, flüssig zu lesen und fundiert, so wie die Autoren selbst, einen von ihnen durfte ich noch als Direktor kennenlernen.

Eignet sich das Buch auch als Einstieg in die kjp?

tensun
05.12.2020, 14:03
Beim einreichen des Logbuchs.musstet ihr da außer der Selbsterfahrung noch andere Sachen gesondert vorweisen? Bei mir wird balint und supervision nicht gesondert bestätigt, sondern bloß vom CA abgezeichnet.

jijichu
05.12.2020, 14:09
Beim einreichen des Logbuchs.musstet ihr da außer der Selbsterfahrung noch andere Sachen gesondert vorweisen? Bei mir wird balint und supervision nicht gesondert bestätigt, sondern bloß vom CA abgezeichnet.

In Hessen waren Balint und Selbsterfahrung gesondert nachzuweisen, der Rest vom CA unterschrieben.

vanilleeis
05.12.2020, 14:15
gelöscht

ninahe
06.12.2020, 13:14
Zugegeben eine sehr spezielle Frage: hat jemand zufällig Tipps für Selbsterfahrung in Verhaltenstherapie (Gruppe oder Einzel) in Berlin?
Ansonsten telefoniere ich wahrscheinlich einfach am besten die KV Liste durch Oder gibt es etwas was ich berücksichtigen sollte?

vanilleeis
06.12.2020, 13:26
Du hast doch noch nicht mal angefangen?

Reflex
06.12.2020, 15:11
Zugegeben eine sehr spezielle Frage: hat jemand zufällig Tipps für Selbsterfahrung in Verhaltenstherapie (Gruppe oder Einzel) in Berlin?
Ansonsten telefoniere ich wahrscheinlich einfach am besten die KV Liste durch Oder gibt es etwas was ich berücksichtigen sollte?

Erst einmal Anfangen zu Arbeiten? Ich würde erst einmal gucken, was einem liegt. Sonst legt man sich direkt auf ein Verfahren fest ohne zu Wissen, ob man darin später weiter Arbeiten möchte und gerade die SE macht auch erst mit etwas PT Erfahrung mMn Sinn.

VT hat zumindest in meinen Breitengraden den großen Nachteil, dass das eher das Metier psychologischen Psychotherapeuten ist und man deshalb SE und Supervision für Ärzte nur schwer findet. Vor allem jenseits der Kliniken.

ninahe
06.12.2020, 15:48
Du hast doch noch nicht mal angefangen?

völlig richtig! Ich muss mich diese Woche zwischen Pädiatrie und KJP entscheiden und versuche mir deshalb möglichst detailliert zu erschließen, was die Weiterbildung beinhaltet und ablaufen wird.

ninahe
06.12.2020, 15:59
Erst einmal Anfangen zu Arbeiten? Ich würde erst einmal gucken, was einem liegt. Sonst legt man sich direkt auf ein Verfahren fest ohne zu Wissen, ob man darin später weiter Arbeiten möchte und gerade die SE macht auch erst mit etwas PT Erfahrung mMn Sinn.

VT hat zumindest in meinen Breitengraden den großen Nachteil, dass das eher das Metier psychologischen Psychotherapeuten ist und man deshalb SE und Supervision für Ärzte nur schwer findet. Vor allem jenseits der Kliniken.

Vielen Dank für den Hinweis, das ist sehr hilfreich für mich!

Meine Gedanken waren, dass auch meine Patienten davon profitieren würden, wenn ich möglichst früh, möglichst viel Psychotherapie Erfahrung mache/sammle/erfahren und das ein oder andere anwenden kann.
Außerdem dachte ich mir, dass es sicher auch für Ärzte und Psychologen lange Wartelisten geben wird und man auch erst den "passenden" Therapeuten finden muss, wo die Beziehung stimmt.
Wenn ich das richtig verstanden habe, macht man ja auch immer neben dem gewählten "Hauptverfahren" (ca. 150 h) noch min. 1 Weiteres (ca. 50 h).

Aber ich sehe deine Hinweise vollkommen und nehme diese dankbar an.

Dudelwu
15.12.2020, 12:14
Hallo:) ich begebe mich für die nächsten Monate in die Allgemeine Psychiatrie, nachdem ich 2 Jahre in der Inneren gearbeitet habe. Finde es wichtig, mich der Psychiatrie zu stellen, weil es einem doch überall begegnen kann und lasse es mir dann für meine FA Weiterbildung anrechnen. Habe mir die letzten Tage immer mal wieder was in Amboss und im Intensivkursbuch von Lieb durchgelesen, in meinen Diensten in der Inneren hatte ich auch immer mal wieder mit zb deliranten Patienten zu tun.. langsam werde ich aber doch ziemlich nervös. Ich kann mir die gelernten Sachen deshalb grade auch immer schlechter merken und habe Sorge, in der neuen Stelle auf Station dann aufgeschmissen zu sein oder schlecht dazustehen, weil ich auch nicht einschätzen kann ob man von mir mehr erwartet durch die Berufserfahrung, allerdings eben in einem anderen Bereich.. ich komme außerdem aus einem Maximalversorger, wo das Klima auch nicht so angenehm war und wo man direkt von Zeitpunkt 0 sehr auf sich alleine gestellt war... sorry, musste einfach mal meine Sorgen loswerden und vielleicht habt ihr noch ein paar Tipps zur Vorbereitung für mich. Liebe Grüße!:)

davo
15.12.2020, 12:34
Der Intensivkurs ist echt ein tolles Buch.

Ich hab bis jetzt 3,5 Monate als Arzt in der Akutpsychiatrie gearbeitet (plus einen Monat in der akuten Gerontopsychiatrie).

Sehr viele Medikamentenklassen gibt es ja nicht, man muss also keine große Angst haben. Präge dir ein, welche Medikamente es für die perorale und intramuskuläre Akutversorgung gibt (oder, noch einfacher, schreib es dir einfach auf und nimm es mit, inkl. Dosierung für Erwachsene und geriatrische Patienten), schau dir wichtige Kontraindikationen gegen Benzodiazepine an, schau dir an, welche Antipsychotika man bei M. Parkinson geben kann. Überwache die, die viele Psychopharmaka bekommen haben, zumindest mit einem Pulsoxymeter - falls bei dir möglich auch weiterführend. Sprich Suizidalität und Paktfähigkeit offen an.

Aber eigentlich noch viel wichtiger: Rede einfach mit den Patienten, hör ihnen zu, versuch, ihnen ihre Ängste zu nehmen. Viele Probleme im Dienst gehen einfach auf nachvollziehbare oder auf überwertige bis wahnhafte Ängste zurück. Mit einem kurzen Gespräch kann man vielen Patienten soweit helfen, dass man gar nicht erst auf Medikamente zurückgreifen muss.

Viel Spaß in der Psychiatrie - ist ein wirklich tolles Fach! :-top

rafiki
15.12.2020, 12:41
Finde es wichtig, mich der Psychiatrie zu stellen, weil es einem doch überall begegnen kann und lasse es mir dann für meine FA Weiterbildung anrechnen.

Das ist außerordentlich klug und anerkennenswert!:-top

Kaas
16.12.2020, 08:07
Lass die Psychiatrie entspannt auf dich zukommen. Großes Wissen ist für den Anfang nicht erforderlich, das lernt man dann eben on the job. Wenn du aus einer harten internstischen Klinik kommst, ist es zudem wahrscheinlich, dass du dich wundern wirst, wie nett deine Kollegen und Vorgesetzten sind und wie angenehm das Arbeitsklima ist. Ist jedenfalls recht wahrscheinlich. Psychiater sind in aller Regel sehr tolerant und selten cholerisch. Auf die Medikamente wurde ja schon kurz eingegangen. Man benötigt eigentlich für Akutsituationen nur eine Handvoll Medikamente. Spontan würde ich z.B. sagen, dass man mit Haloperidol, Olanzapin und Tavor schon sehr viele Notfallsituationen abdecken kann (ich meine jedenfalls die, bei denen man nicht noch vorher schnell den Hintergrund anrufen kann). Dann gibt es noch ein paar Regeln, die immer wieder wichtig sein werden (z.B. bei Aggressivität unter Alkohol oder anderen sedierenden Substanzen bzw. unklaren Mischintoxen erstmal nur Haloperidol geben; Benzosund Olanzapin nicht zusammen parententeral usw.). Ach so, und noch mein persönlicher Tipp aus Erfahrung: Betrunkene sind nicht absprachefähig ;)

Viel Spaß in der Psychiatrie!

Dudelwu
16.12.2020, 11:54
Danke für eure Tipps! Ich bin schon sehr gespannt. Habe mir ein paar Sachen in ein kleines Heft geschrieben, u.a. Eben auch die von euch genannten Notfallmedikamente:) die ganzen diagnostischen Kriterien für Depression, Angststörung etc. das kann ich mir jetzt einfach nicht wirklich in den Kopf hauen und hoffe, dass es sich dann dort ergibt.


Wenn du aus einer harten internstischen Klinik kommst, ist es zudem wahrscheinlich, dass du dich wundern wirst, wie nett deine Kollegen und Vorgesetzten sind und wie angenehm das Arbeitsklima ist. Ist jedenfalls recht wahrscheinlich. Psychiater sind in aller Regel sehr tolerant und selten cholerisch.

Ja, bei uns war wenig Kollegialität, wenig Bereitschaft auf die Assistenten einzugehen wenn man Kritik geäußert hat. Fühle mich deshalb auch etwas vorbelastet, versuche aber auch unvoreingenommen in die neue Stelle zu gehen.

Habe jetzt erfahren, dass ich zu Beginn auf einer geschlossenen Abteilung eingesetzt werden soll.. das finde ich für den Anfang etwas sonderbar, zumal ich auch geäußert habe, dass es mir wichtig ist, vorallem die alltäglichen psychiatrischen Erkrankungen zu sehen wie zb Depression, Angststörungen und Suchterkrankungen, um dann darauf im Praxisleben besser eingehen zu können.. aber wie oben schon beschrieben versuche ich unvoreingenommen da ranzugehen und falls es nix für mich ist hoffe ich, dass ich das auch äußern kann und evtl in einen anderen Bereich versetzt werden kann... (In meiner alten Stelle wurden die Assistenten da hingesteckt, wo Not am Mann ist und wenn es nicht gepasst hat dann hat es niemanden interessiert; ich hoffe, dass sich das nicht überträgt ins nächste Krankenhaus)
LG:)