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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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Kaas
30.05.2022, 19:39
Habe von einem ehemaligen Kollegen gehört, der jetzt als frischer Facharzt in einer Praxis anfängt. Der hat ein volles Facharztgehalt ausgehandelt bei 32 Stunden/drei Tage die Woche frei. Finde ich traumhaft.

Arrhythmie
30.05.2022, 22:17
32h die Woche und 3 Tage frei

???
Hä?

jijichu
30.05.2022, 23:03
32h die Woche und 3 Tage frei

???
Hä?

Ich denke, er meint damit eine 4 Tage Woche

Reflex
31.05.2022, 04:46
Ich denke, er meint damit eine 4 Tage Woche

So hab ich das auch verstanden.

Kaas
31.05.2022, 05:55
4-Tage-Woche, genau.

Colourful
31.05.2022, 08:01
Das wäre auch ein Konzept für mich, nur, dass ich mir die 32h auf 5 Tage verteilen würde. ;-)

Wobei ich ehrlicherweise sagen muss, dass ich meine Arbeit hier in der stationsäquivalenten Behandlung (aufsuchend) schon ziemlich optimal finde, momentan möchte ich gar nichts anderes machen.

throni
31.05.2022, 12:38
STÄB ist gut. Aber du bist dann trotzdem noch im Dienstsystem der Klinik, oder?

Colourful
31.05.2022, 13:10
Ja, so viel wie unbedingt nötig halt. :-oopss Ich mache aber wirklich nur 2-3 Dienste im Monat und geht halt auch nicht gut unter der Woche wegen den Stäb-Terminen und der Kinderbetreuung, das trifft sich ganz gut. Mal einen Freitag und eine Sonntagnacht kann ich verschmerzen.

Aber StÄB ist halt auch Arbeit, ist viel Organisation und man muss vorher gut planen und an vieles einfach denken, und teilweise macht der Stadtverkehr auch nicht soviel Spaß, aber heute bin ich meine Tour dann mit dem Rad gefahren (das geht eher schneller), das macht schon Spaß.

Arrhythmie
01.06.2022, 08:15
Achso, ok, 4 Tage/Woche mit 32h, klingt entspannt.

tensun
09.06.2022, 07:04
So... Hab jetzt auch meinen Termin zur Facharztprüfung. Hat jemand Tipps wo das psychkhg gut erklärt wird?

Reflex
09.06.2022, 07:35
In welchem Bundesland arbeitest Du denn und machst deine Facharztprüfung?

tensun
09.06.2022, 08:38
Baden Württemberg 🙂

jonusKade
12.06.2022, 09:46
wie seht ihr eigentlich den (offenbar steigenden?) Markt der Telepsychiatrie / Tele-Psychotherapie / Video-Psychotherapie usw.? Ich habe jetzt schon verschiedene Stellenanzeigen dazu gelesen (sogar eine mit ziemlich astronomischen angepriesenen Gehältern) und prinzipiell hat es sicherlich Abstriche aber kann für ausgewählte PatientInnen und Indikationen funktionieren - und wäre dann (aus meine naiven Sicht) schon eine Option für erhebliche Zeit- und Kostenersparnis und eine relativ attraktive (Zusatz-) Verdienstoption, oder?

Reflex
12.06.2022, 11:19
Videosprechstunde sehe ich eher als eine Erweiterung des Spektrums der Psychotherapie. Finanziell macht es allerdings nach EBM oder GOÄ keinen großartigen Unterschiede, ob ich die Patienten online oder in der Praxis sehe. Die Behandlung läuft eh über das reguläre bewilligte Behandlungskontingent. Und es kommt halt extrem auf den Patienten und dessen Möglichkeiten und Bedürfnisse an, ob eine Videosprechstunde überhaupt geeignet ist. Ich finde Videosprechstunde prinzipiell gut und nutze sie auch seit der Corona Pandemie intensiver, komme aber bei weitem nicht über die budgetierte Menge von 30% der Behandlungsfälle, weil die meisten Patienten lieber in die Praxis kommen. Man muss sich halt klar machen, dass die Kamera schon eine gewisse Distanz erzeugt, mit der nicht jeder Patient klar kommt und für einige Patienten ist die Praxis als geschützter Raum ein wichtiger Ort. Viele haben zu Hause gar nicht die Ruhe um offenen Reden zu können. Videosprechstunde biete ich auch nur denjenigen an, bei denen gewährleistet ist, dass sie zu Hause in Ruhe Therapien wahrnehmen können und der Beziehungsaufbau bereits abgeschlossen ist. Dann profitieren die Patienten auch von der Onlinebehandlung. Die Patienten, die ich derzeit ausschließlich in der Videosprechstunde sehe, sind allerdings aus dem intensiven Therapieprozess fast alle raus und haben Sitzungen eh nur noch in größeren Abständen. Das sind aber auch alles Patienten Videokonferenz erfahren sind, weil sie im Home office arbeiten und sich das bewusst so ausgesucht haben. Und bei einer Handvoll Patienten konnte die Behandlung trotz Umzug dann weitergeführt werden. Entsprechend ist die Viedeosprechstunde eine gute Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten, aber unserer Wahrnehmung nach wird die Behandlung in der Praxis von den meisten Patienten vorgezogen. Das war übrigens auch die Rückmeldung unserer Patienten als 2020 in der ersten Welle viele Psychotherapeuten komplett auf Online umgestellt haben und viele Patienten sich dann anfingen umzusehen, ob andere Praxen nicht weiterhin Präsenzbehandlungen anbieten. Daher denke ich, dass sich da der „markt“ von alleine regulieren wird.

Pkl
13.06.2022, 09:44
wie seht ihr eigentlich den (offenbar steigenden?) Markt der Telepsychiatrie / Tele-Psychotherapie / Video-Psychotherapie usw.? Ich habe jetzt schon verschiedene Stellenanzeigen dazu gelesen (sogar eine mit ziemlich astronomischen angepriesenen Gehältern) und prinzipiell hat es sicherlich Abstriche aber kann für ausgewählte PatientInnen und Indikationen funktionieren - und wäre dann (aus meine naiven Sicht) schon eine Option für erhebliche Zeit- und Kostenersparnis und eine relativ attraktive (Zusatz-) Verdienstoption, oder?

Wo hast du die Anzeigen denn gesehen?

Züschata
13.06.2022, 16:57
Mal ne eingeschobene Frage: Wie steht ihr dazu, dass ehemalige Patienten in eurer Klinik beruflich tätig werden? Tatsächlich ist es so, dass ein Pat., der vor 1-1,5 Jahren bei uns behandelt wurde, nun im Rahmen seines „Einsatzes“ in der Pflegeausbildung für unsere Klinik eingeteilt wurde (ist planmäßig für alle Azubis im Kreis so). Es kam zwar noch nicht dazu, aber ich fände es aus mehreren Gründen sehr fragwürdig, mit diesem nun auf einer Station gemeinsam zu arbeiten. Im Rahmen von Diensten wird es nicht zu vermeiden sein. Dieser Mensch hat durch seinen Job Zugriff auf Pflegeanamnesen von Pat., mit denen er auch behandelt wurde, von der eigenen mal abgesehen! Die Pflegedienstleitung scheint von der Behandlung verständlicherweise nichts gewusst zu haben. Habt ihr eine Idee, wie man damit umgehen könnte/sollte? Ich meine es steht mir nicht zu diesbezüglich etwas zu sagen, da ich auch die Schweigepflicht brechen würde (?).

Liebe Grüße

Feuerblick
13.06.2022, 17:07
Wo genau ist jetzt dein Problem? Soll ja öfter mal vorkommen, dass Pflegekräfte irgendwo behandelt werden müssen und danach wieder arbeiten…

Nefazodon
13.06.2022, 17:44
@Z?schata: Ich kann dein Unbehagen ein Stück weit nachvollziehen. Mir persönlich wäre das auch zu nah. Anstelle des Pat. würde ich das selbst auch überhaupt nicht so wollen, und um einen Einsatz woanders bitten.
Allerdings: Vielleicht ist das nicht möglich, oder der Pat. kann es nicht ansprechen, weil er auch gegenüber der Ausbildungsstelle seine Vorbehandlung nicht offenbaren will...

und naja: Feuerblick hat recht. Jeder muss mal irgendwann behandelt werden, wegen irgendwas. Also warum nicht. Ich meine, darf jemand der einmal in der Psychiatrie behandelt wurde, jetzt nie wieder im Gesundheitswesen arbeiten?! Bisschen übertrieben oder?
Und gerade auch in der Psychiatrie hat man ja wegen der Sektorisierung oft keine Wahl, wo man im Notfall behandelt wird...
also, wenn man ungünstig wohnt, kann es schon sein, dass man mit einer Krise beim Arbeitgeber landet

Was den Zugriff auf die Pflegeanamnesen angeht, würde ich mir keine Sorgen machen. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber normalerweise sind die Daten in der Psychiatrie doch hoch gesichert und jeder Zugriff wird protokolliert. Also, die Person sollte sich hüten, "nur mal so" auf irgendwelche Behandlungsdaten zuzugreifen. Wie übrigens jeder. Aber warum sollte das überhaupt von Interesse sein?
Wer findet denn die Depression seines Nachbarn so spannend?

Kurzum: Du kannst es nicht ändern. Also verhalt dich in den Diensten einfach ganz normal. Vielleicht geht es dem Expatienten und Pfleger sogar ähnlich.

Und ja: natürlich wäre es ein unzulässiger Bruch der Schweigepflicht, das gegenüber der PDL anzusprechen. Versteht sich von selbst.
Man stelle sich vor, man wollte selbst nach einer Krise neu anfangen, und dann sagt jemand: "wir haben aber gehört dass... sie selbst mal behandelt wurden".
So what? Ehrlich gesagt geht das Niemanden etwas an.

Züschata
13.06.2022, 18:10
Mir gehts nicht um die allgemeine Tauglichkeit für den Beruf, die sehe ich nicht gefährdet. Nur um den Einsatz in unserer Klinik. Ich fände es als Pat. beispielsweise sehr irritierend, wenn mein ehemaliger Mitpat. nun auf der anderen Seite steht. Also ja, mir geht es um das „zu nah“, wie Nefazodon sagte, insbesondere wenn man auch mal Frei Schnauze hinter verschlossenen Türen seine Gegenübertragung ausbreiten möchte.

Feuerblick
13.06.2022, 18:22
Wie viele Mitpatienten von vor 1,5 Jahren sind denn noch dort?