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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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Colourful
22.08.2022, 17:05
@rafiki
Ja, das passiert halt genau nicht.
Das sind aber gerade die Dinge, die mir liegen (nicht nur meine Wahrnehmung), daher stammt halt wahrscheinlich auch ein Teil des Konfliktes.

Ich möchte halt fachlich noch etwas lernen, diskutieren und mich austauschen, auch psychotherapeutisch besser werden, stattdessen reden wir über die Doku.

*editiert

RussianAngel
22.08.2022, 18:59
Falsche Zeitangaben in der Doku???? OMG, mein Beileid, dieser Oberärztin ist echt nicht mehr zu helfen...

Colourful
22.08.2022, 19:07
Ja, ich kenne auch Stationen, da muss ich im Dienst erstmal lange nach dem Rechtsstatus und den eventuellen Fixierungsgenehmigungen suchen, wenn ich sie überhaupt finde. Aber hey, ich mache schon krasse Sachen "falsch".

Züschata
22.08.2022, 21:28
Manchmal müssen sich OÄ auch einfach durch ihr fehlendes Wissen gegenüber motivierten AÄ auf einer Spielebene abgrenzen. Mein besagter Ltd. Psychologe bspw. streicht mir jeden Entlassbrief kommentarlos durch und schmiert mir dann auf dem Flur aufs Brot, dass er den Text erst einmal „ins Deutsche“ übersetzt habe. Und wenn’s dann in der Supervision gezielte Fragen zum verhaltenstherapeutischen, handwerklichen Vorgehen meinerseits (aber auch anderer) gibt, dann wird man nach dem Motto: „es geht hier nicht um den verhaltenstherapeutischen Kleinscheiss, sondern ums große Ganze.“ abgebügelt und bekommt nach zwei Sätzen die Welt und vor allem den Pat. erklärt. Man bekommt dann den Eindruck, als wäre die Person einerseits sehr weit entfernt vom einzeltherapeutischen Geschehen mit all den Fragen und Zweifeln, die man so hat und andererseits wird die Hierarchie noch einmal deutlich geklärt. Aber jemanden zu finden, der einen da unterstützt und weiterbringt finde ich sehr schwer zu finden. Ich glaube es ist auch wirklich schwer, einen ordentlichen verhaltenstherapeutisch orientierten OA zu finden, da doch viele tendenziell älter und tiefenpsychologisch geprägt sind, was mir manchmal etwas pseudowissenschaftlich anmutet. Muss mir selbst mal eine externe Supervisorin suchen.

OhDaeSu
22.08.2022, 22:07
Dumme Frage aber ist das üblich, dass Psychologen Ärzte zu irgendwas anweisen oder Entlassbriefe schreiben?

rafiki
23.08.2022, 04:40
Das finde ich auch unglaublich. Hätte mir niemals von einem Psychologen etwas anweisen lassen.

Aber Tiefenpsychologie (eine deutsche Wortschöpfung, international heißt es Psychodynamik) hat fundierte wissenschaftliche Grundlagen, neurobiologisch bestätigt, während die VT oft nicht viel mehr als Pseudozahlen aufweisen kann, davon aber sehr viel.

Colourful
23.08.2022, 14:50
Ja, dass leitende Psychologinnen Arztbriefe schreiben und korrigieren, ist ja eher normal. Ich finde es eher krass, wenn die dann Dienste machen. Das geht gar nicht.

Heute schon wieder so eine Situation, ich mag echt nicht mehr. Es wäre auch gar kein Ding, wenn das Verhältnis sonst gut wäre und sie mir etwas erklären würde und/oder ansprechbar wäre, aber so, wenn der einzige Kontakt immer nur Kritik ist, dann wird das nichts.
Vielleicht bin ich auch einfach für sie total insuffizient, aber selbst mit super insuffizienten Mitarbeitern gehe ich anders um. Oder?

Züschata
23.08.2022, 15:10
Da hast du auf jeden Fall Recht, Colourful. Neben dem Durchhalten könnte eine Intervention sein, Rückmeldung bezüglich positiver Aspekte einer Handlung/psychotherapeutischen Intervention/Arztbrief aktiv einzufordern. Sinngemäß: „jetzt müssen Sie mir noch sagen, was gut läuft.“ Also Shaping, wie wir es ja auch mit unseren Pat. machen. Fehlende Wertschätzung und positives Feedback bei Dingen, die in die richtige Richtung gehen, ist wirklich Mangelware. Ich muss dazu aber auch ehrlicherweise sagen, dass ich da resigniert habe und überwiegend mein eigenes Ding durchgezogen habe. Zum Glück lernt man ja auch dadurch, dass man Pat. sieht und eigene Erfahrungen machen kann, was funktioniert, und was vielleicht nicht. Nicht optimal, keine Frage, aber wohl leider Realität im Klinikbetrieb.

rafiki
23.08.2022, 16:43
Ja, dass leitende Psychologinnen Arztbriefe schreiben und korrigieren, ist ja eher normal. Ich finde es eher krass, wenn die dann Dienste machen. Das geht gar nicht.


Normal finde ich das nicht, sondern skandalös, ebenso wie Dienste. Ich erlebe „A“vD-Psychologen, die in einem fort die ärztlichen Kollegen belästigen, weil sie verständlicherweise bei der schreienden Dementen, dem intoxikierten Randalierer und dem Patienten mit Suizdversuch nicht weiter wissen. Arztbriefe tragen nicht umsonst diesen Namen, für deren abschließende Beurteilung Psychologen die Qualifikation fehlt. Und Ärzten leider der Arxch in der Hose, sich dieser Entwicklung u. a. bei der GF, denn es geht ums Geld, entgegen zu stellen.

turaBu12
23.08.2022, 17:27
nochmal eine kurze Frage zum Thema Selbsterfahrung:

Ich lese bei einem Institut z.B. bzgl. der Anerkennung:

"Zur Anerkennung der Selbsterfahrung für Ärzte / Ärztinnen in der Facharztweiterbildung in Deutschland: Assistenzärzte, die sich in der Facharztweiterbildung befinden, werden von einer Person betreut, die als Weiterbilder*in bezeichnet werden kann. In der Regel handelt es sich um leitende Ärzte oder Oberärzte in der Klinik mit entsprechender Weiterbildungsbefugnis, es kann sich allerdings auch um entsprechend befugte Weiterbilder*innen auch außerhalb der Klinik handeln. Am besten bittet man den bzw. die Weiterbilder*in darum, dem Weiterbildungsschritt "Selbsterfahrung" zuzustimmen, der für die Sitzungen geplant ist. "

Nun bin ich ja gerade in meinem Neurojahr, habe dementsprechend keinen psychiatrischen Weiterbildner, der dem zustimmen könnte. Wie würde ich hier am besten vorgehen? Oder kann man voraussetzen, dass eine Anerkennung gegeben ist (das hier ist etwa von Altaussee)

rafiki
23.08.2022, 18:35
Oder kann man voraussetzen, dass eine Anerkennung gegeben ist (das hier ist etwa von Altaussee)

Davon kann man ausgehen, da Altaussee seriös und renommiert ist. Nach meiner Meinung aber keinesfalls ausreichend als SE, falls man beabsichtigt, psychotherapeutisch zu arbeiten.

nie
23.08.2022, 20:38
@colourful: ein innerklinischer Wechsel ist nicht möglich? Also nochmal anderer Einsatzbereich außerhalb der Zuständigkeit der betreffenden Oberärztin? Oder brauchst du für den Facharzt noch was speziell aus diesem Bereich?

Ich hatte vor einiger Zeit eine ähnliche Situation. Menschlich sehr schwierig und fachlich kam für mich auch genau gar nichts bei rum weil die betreffende Person fachlich selbst sehr große Defizite hatte. Ich war eine Mischung aus Sekretärin und Sündenbock. Alles was schief ging, wurde mir in den Schuhe geschoben. Und ich hab schon viele Defizite kompensiert aber ich kannals Assistenzärztin halt auch nicht alle oberärztlichen Versäumnisse glattziehen. Jeder Versuch des konstruktiven Gesprächs wurde im Keim erstickt und auf eine unfaire und persönliche Ebene gezogen. Zum Glück bin ich mittlerweile in der fortgeschrittenen Weiterbildung und kann ganz gut einschätzen wie gut ich meinen Job mache und wann ich wirklich Mist baue. Wäre ich Berufsanfängerin gewesen, wäre ich nach 2 Wochen mit dieser oberärztlichen Betreuung davon überzeugt gewesen, dass ich zum dumm und unfähig für den Arztberuf bin.

Stattdessen war mir das nach zwei Wochen und einem gar nicht mehr konstruktiven Gespräch dann zu blöd und ich habe um meine Versetzung auf eine andere Station gebeten. Diesen „Krieg“ konnte ich mir einfach nicht weiter geben und ich wollte nicht wochenlang wütend nach Hause fahren.

Colourful
24.08.2022, 20:03
@nie
Ja, doch eine Versetzung innerhalb der Abteilung ist möglich, ich wüsste aber auch nicht, wo ich dann hin wollen würde, Möglichkeiten gäbe es da. Ich denke, dass das auch meine Strategie sein wird, das in Angriff zu nehmen.

Klingt bei dir aber auch gut, wie du das gelöst hast. Fachlich ist sie ja auch sehr gut, ich mag nur auch nicht mit Bauchschmerzen zur Arbeit fahren und mir anhören, was ich schon wieder "falsch" gemacht habe.

turaBu12
02.09.2022, 16:13
ich nerve nochmal zum Thema Selbsterfahrung :-oopss

Also entweder stelle ich mich ziemlich doof an oder, wenn man auf der Suche ist nach Instituten / Kliniken usw. die Selbsterfahrung für die WB anbieten, ist das ein totaler Dschungel. Teilweise finde ich Anbieter, wenn ich die Wörter google, dann wieder andere, die ich sonst nicht finde, nur wenn ich zusätzlich noch eine beliebige Großstadt eingebe. Gibt es irgendwo eine Art Verzeichnis oder eine Suche oder eine Idee, wie man am besten vorgeht, wenn man auf der Suche ist?

RussianAngel
02.09.2022, 16:45
Ja, örtlich nahe...Da geht sehr viel Zeit darauf, was bringt es Dir, wenn Du jedes Mal nach Berlin oder so müsstest (es sei denn, Du willst es so). Ebenfalls Online-Möglichkeit eine Alternative. Oder eben auf Mallorca? (wird dieses Jahr noch nicht angeboten)...

turaBu12
02.09.2022, 18:33
bei geplanten Blockveranstaltungen, die dann insgesamt nur z.B. 3-6 mal stattfinden, wäre eine größere Entfernung ok, wenn terminlich gut passend. Die Suche fühlt sich nur wie ein Stochern im Nebel an. Online-Selbsterfahrung? Kann mir nicht vorstellen, dass es sowas gibt

RussianAngel
02.09.2022, 18:52
Die Online-Psychotherapie/Selbsterfahrung hat mit Corona einen regelrechten Boom erlebt...Ich habe persönlich sowie Supervision, als auch Selbsterfahrung teilweise online absolviert.

davo
02.09.2022, 19:34
Für Gruppenselbsterfahrung mag eine geplante Blockveranstaltung sinnvoll sein. Aber für Einzelselbsterfahrung sicher nicht. Die bieten deshalb in der Regel niedergelassene Lehrtherapeuten an, nicht Institute oder Kliniken. Und online ist als Notlösung sicher ein gangbarer Weg, aber sollte, wenn es Alternativen gibt, nie die erste Wahl sein.

Frag doch einfach mal die Assistenz- und Oberärzte sowie die Psychotherapeuten deiner lokalen Psychiatrie bzgl. Selbsterfahrung! Die können dir ja hoffentlich gute Leute in der Umgebung nennen. Und auch gute Blockveranstaltungen.

Welche Therapierichtung willst du denn überhaupt machen?

turaBu12
02.09.2022, 21:43
Ja genau da liegt das Problem. Aufgrund verschiedener Ursachen gerade Neuro Jahr eingelegt und umgezogen, das heißt überhaupt nicht vernetzt hier. Meine ehemaligen Kollegen aus meiner früheren Psych haben alle dort die hauseigenen Kurse mittlerweile belegt (die nicht mehr zur Verfügung stehen) und aktuell bin ich hier alleine als psychiatrischer Rotand. Daher die Suche "von außen". Gerne auch Tipps bzgl konkreter Anbieter auch online (auch per PM wie ihr möchtet), prinzipiell VT

davo
03.09.2022, 05:38
Du kannst ja trotzdem mit Mitarbeitern der Psychiatrie deines aktuellen Wohnorts Kontakt aufnehmen und diese um Tipps bitten. Ich versteh nicht so ganz, was daran so schwer sein soll.