Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt
Ist eigentlich eine dauerhafte Tätigkeit als Facharzt (etwa als OA) in einer psychosomatischen Reha denkbar?
Sicher! Warum denn nicht? Solche Stellen werden ja auch oft ausgeschrieben.
Ein Jahr akut ist IMHO recht knapp bemessen. Zwei Jahren sollten es IMHO schon mindestens sein. Meine persönliche Empfehlung ist außerdem auch, sich zumindest zwei verschiedene Abteilungen anzuschauen, da Akutpsychiatrie sehr unterschiedlich gelebt werden kann - und da auch die Patienten je nach Einzugsgebiet sehr unterschiedlich sein können.
Herbstblume90
23.02.2023, 19:22
Ein paar KJPler sind hier auch unterwegs, oder? Ich schwanke zwischen der alten und der neuen Weiterbildungsordnung… gibt es da Erfahrungswerte?
vanilleeis
24.02.2023, 09:15
Ich switche auf neue WBO, weil mir dann das Fremdjahr in der Allgemeinmedizin komplett anerkannt wird. Nachteil der neuen WBO ist vor allem mehr Fortbildungsstunden (zb 200 Std. Selbsterfahrung statt 150)
Herbstblume90
24.02.2023, 20:15
Ich hab ja bislang kein fremdjahr.. könnte mir aber prinzipiell Pädiatrie/SPZ oder auch Psychosomatik gut vorstellen ..
An die FachärztInnen unter euch: wie habt ihr euch auf die Facharztprüfung vorbereitet? Leitlinien, klar. Und sonst? Gibt es irgendwelche sinnvollen Bücher speziell für die Prüfung? Die meisten sind ja fallbasiert, da bin ich mir unschlüssig, wie sinnvoll das ist.
Ich bin noch kein FA, aber finde "Psychische Erkrankungen" von Berger recht gut.
Wenn du ein prüfungsorientiertes Buch willst, das nicht fallorientiert sein soll (ich glaub schon, dass die Fallorientierung sinnvoll ist...), könntest du dir ja mal "Facharztprüfung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik" von Klein et al. anschauen.
An die FachärztInnen unter euch: wie habt ihr euch auf die Facharztprüfung vorbereitet? Leitlinien, klar. Und sonst? Gibt es irgendwelche sinnvollen Bücher speziell für die Prüfung? Die meisten sind ja fallbasiert, da bin ich mir unschlüssig, wie sinnvoll das ist.
Ich fand als Überblick Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie von Frank Schneider ganz hilfreich und hab das mit den Leitlinien und spezialisierten Fachbüchern kombiniert. Die Zusammenfassung vor allem der diagnostischen Kriterien der Erkrankung fand ich gut. Das ist nicht ganz günstig, aber es lohnt sich. Ich habe mich als Vorbereitung gar nicht mit fallbasierten Büchern auseinander gesetzt.
JumpRopeQueen
19.03.2023, 13:39
Mal ein Themawechsel.
Wie läuft es eigentlich bei euch mit Teilzeitmodellen? Ich befinde mich aktuell in einer ziemlich schwierigen Situation. Bin auf Vollzeit angestellt, aktuell noch in Probezeit. Habe ein kleines Kind, was immer mal wieder (also etwa 1x in 1-2 Monaten) krank wird, einen Mann, der sich beruflich auf der Leitungsebene befindet und nur selten zu Hause bleiben kann, und aktive Schwiegereltern, die nicht immer zu Hause sind. Nun wollte ich den Chef nach einem Teilzeitmodell i.S. einer 4-Tage-Woche fragen und musste mir gleich anhören, dass ich so oft kindkrank gemeldet bin und mir eine Lösung überlegen soll. Eine 4-Tage-Woche komme in unserem Haus nicht in Frage (was wirklich so ist), da dadurch die Suizidgefahr der Patienten steigen würde...
Mich würde nun einfach mal eure Meinung dazu interessieren.
Kannst deinem Chef ja nett andeuten, dass es 4 Tage oder 0 Tage sind, die er dich die Woche haben kann. Was immer ihm lieber ist?
JumpRopeQueen
19.03.2023, 13:58
Kannst deinem Chef ja nett andeuten, dass es 4 Tage oder 0 Tage sind, die er dich die Woche haben kann. Was immer ihm lieber ist?
Ich habe eher Angst, dass ich aufgrund der Fehltage (wie gesagt 2-3 Tage im Monat) in der Probezeit gekündigt werde und mir diese Zeit nicht auf WB anrechnen kann... ich hätte sowieso selbst gekündigt, weil ich es doch nicht schaffe, den Haushalt, das Kind und eine VZ-Stelle unter einen Hut zu bringen, aber eben zum Ende der Probezeit hin, dass ich die 6 Monate nicht umsonst gearbeitet habe.
Nefazodon
19.03.2023, 13:59
Eine 4-Tage-Woche komme in unserem Haus nicht in Frage (was wirklich so ist), da dadurch die Suizidgefahr der Patienten steigen würde...
Mich würde nun einfach mal eure Meinung dazu interessieren.
Das Argument ist meiner Meinung nach hanebüchener Unsinn!
Warum sollte es die Suizidalität der Patienten fördern, wenn jemand abgesprochen nur 4 Tage arbeitet? Es muss halt auf Leitungsebene für einen Ersatz gesorgt werden.
Wie hält man es in eurer Klinik denn dann mit Nachtdiensten? Da fehlt der Diensthabende doch auch am nächsten Tag? Und was ist mit Urlaub? Steigert der auch die Suizidalität eurer Patienten?! Müsst ihr wohl durcharbeiten....
Sorry, aber so ein Bullshit-Argument von deinem Chef....
Allerdings....an deiner Stelle hätte ich mit dem Gespräch bis nach der Probezeit gewartet und dann einfach auf mein Recht auf Teilzeit bestanden...
Sollte es wirklich nicht möglich sein dort bzw. möglich gemacht werden, musst Du dir überlegen, ob Du gehen willst:-nix
JumpRopeQueen
19.03.2023, 14:06
Kannst deinem Chef ja nett andeuten, dass es 4 Tage oder 0 Tage sind, die er dich die Woche haben kann. Was immer ihm lieber ist?
Das Argument ist meiner Meinung nach hanebüchener Unsinn!
Warum sollte es die Suizidalität der Patienten fördern, wenn jemand abgesprochen nur 4 Tage arbeitet? Es muss halt auf Leitungsebene für einen Ersatz gesorgt werden.
Wie hält man es in eurer Klinik denn dann mit Nachtdiensten? Da fehlt der Diensthabende doch auch am nächsten Tag? Und was ist mit Urlaub? Steigert der auch die Suizidalität eurer Patienten?! Müsst ihr wohl durcharbeiten....
Sorry, aber so ein Bullshit-Argument von deinem Chef....
Allerdings....an deiner Stelle hätte ich mit dem Gespräch bis nach der Probezeit gewartet und dann einfach auf mein Recht auf Teilzeit bestanden...
Sollte es wirklich nicht möglich sein dort bzw. möglich gemacht werden, musst Du dir überlegen, ob Du gehen willst:-nix
Das mit der Begründung ist mir schon klar, dass es ein Bullshit ist. Wollte es nur loswerden...
Momentan habe ich eher Sorgen, dass ich wegen Kindkrank rausgeschmissen werde. Ein Recht auf TZ besteht ja, aber nur i.S. von jeden Tag arbeiten, bloß eher Schluss machen. Ich denke, wir wissen hier alle, dass dieses eher Schluss machen nicht immer funktioniert.
Klar, du lässt um 14:15 den Stift fallen und gehst. Was übrig bleibt ist das Problem der anderen.
Ob dir gekündigt wird oder nicht liegt nicht in deiner Hand.
In deiner Hand liegt was du für dich entscheidest. Wieso solle eine 4-Tage-Woche in der Psych nicht gehen? Meiner Meinung nach geht das immer... vorausgesetzt der Wille ist da. Und ich glaub vor allem daran mangelt es. Und dass du vollständig ohne Unterstützung deines Mannes Haushalt, Kind und VZ-Stelle nicht auf die Reihe bekommst... was hattest du dir denn vorgestellt? Dass das easy wird? Besprich das doch auch mal nochmal ernsthaft mit deinem Mann. Meine Frau hat es auch ernsthaft mit mir besprochen und wir wechseln uns inzwischen bei Kindkrank ab. Und bei mir in der Arbeit hat das auch entsprechende Konsequenzen für den Ablauf dort wenn ich fehle. Aber eben bei meiner Frau auch...
Ein Recht auf TZ besteht ja, aber nur i.S. von jeden Tag arbeiten, bloß eher Schluss machen. Ich denke, wir wissen hier alle, dass dieses eher Schluss machen nicht immer funktioniert.
Ein Recht auf TZ besteht. Genau. Den Rest muss man mit dem AG besprechen. Und wenn du beispielsweise dein Kind täglich um 14:15 Uhr abholen musst, dann musst du da einfach gehen. Das machen andere auch! Und auch das kann man mit dem AG besprechen. Ob es dem lieber ist dass man jeden Tag zu exakt der gleichen Uhrzeit geht und alles stehen und liegen lässt, egal um was es geht. Oder ob man nicht stattdessen 3 oder 4 Tage mehr oder weniger "normal" arbeitet. Denn eines muss einem klar sein: eine 80%-Stelle in der Medizin sind oftmals trotzdem über 40 Wochenstunden. Und das ist nicht ganz so wenig. Es gibt Berufe in denen arbeiten die Leute nur 35h oder 38,5h und behaupten es wäre 100%. Und meist sind solche Leute sogar in der gleichen Klinik zu finden. Halt nur in der Teppichetage.
JumpRopeQueen
19.03.2023, 14:15
Ob dir gekündigt wird oder nicht liegt nicht in deiner Hand.
In deiner Hand liegt was du für dich entscheidest. Wieso solle eine 4-Tage-Woche in der Psych nicht gehen? Meiner Meinung nach geht das immer... vorausgesetzt der Wille ist da. Und ich glaub vor allem daran mangelt es. Und dass du vollständig ohne Unterstützung deines Mannes Haushalt, Kind und VZ-Stelle nicht auf die Reihe bekommst... was hattest du dir denn vorgestellt? Dass das easy wird? Besprich das doch auch mal nochmal ernsthaft mit deinem Mann. Meine Frau hat es auch ernsthaft mit mir besprochen und wir wechseln uns inzwischen bei Kindkrank ab. Und bei mir in der Arbeit hat das auch entsprechende Konsequenzen für den Ablauf dort wenn ich fehle. Aber eben bei meiner Frau auch...
Ein Recht auf TZ besteht. Genau. Den Rest muss man mit dem AG besprechen. Und wenn du beispielsweise dein Kind täglich um 14:15 Uhr abholen musst, dann musst du da einfach gehen. Das machen andere auch!
Ich habe nicht damit gerechnet, dass mein Kind gerade nach meinem Jobwechsel so oft krank wird... ich hatte vorher eine andere VZ-Stelle und es ging. Habe dann aber das Fach gewechselt und festgestellt, dass es doch nicht mehr geht. Man glaubt es kaum, aber ich hatte Schwierigkeiten eine Stelle in Psych zu finden. Ich denke wegen meinem Kind. Ich wurde bei jedem VG darauf angesprochen. Klar, springen die Schwiegereltern auch immer wieder ein, sind aber, wie gesagt, sehr aktiv und reiselustig... das mit meinem Mann... lass ich lieber ohne Kommentare. Ein, 2 Tage gehen meistens, und die teilen wir uns auch. Aber somit bleiben mir trotzdem 2-3 Tage, die ich zu Hause bleiben muss.
Nefazodon
19.03.2023, 14:18
Momentan habe ich eher Sorgen, dass ich wegen Kindkrank rausgeschmissen werde.
Das tut mir leid. Aber es hilft nichts, wenn Du dir darüber Sorgen machst, denn im Moment kannst Du nichts an der Situation ändern.
Wieviele Monate sind es denn noch bis zum Ende der Probezeit?
Wenn Du noch in der laufenden Probezeit gekündigt wirst, ohne dass die 6 Monate voll sind, wäre das sicherlich ärgerlich. Aber ganz ehrlich: Auf ein Arbeitsleben betrachtet, kommt es auf die 6 Monate auch nicht an.
Außerdem, aber da kenne ich mich nicht so aus, sollte es in der neuen WBO nicht sowieso so sein, dass es weniger um starre Zeiten geht, sondern mehr um Kompetenzen?
JumpRopeQueen
19.03.2023, 14:50
Das tut mir leid. Aber es hilft nichts, wenn Du dir darüber Sorgen machst, denn im Moment kannst Du nichts an der Situation ändern.
Wieviele Monate sind es denn noch bis zum Ende der Probezeit?
Wenn Du noch in der laufenden Probezeit gekündigt wirst, ohne dass die 6 Monate voll sind, wäre das sicherlich ärgerlich. Aber ganz ehrlich: Auf ein Arbeitsleben betrachtet, kommt es auf die 6 Monate auch nicht an.
Außerdem, aber da kenne ich mich nicht so aus, sollte es in der neuen WBO nicht sowieso so sein, dass es weniger um starre Zeiten geht, sondern mehr um Kompetenzen?
Leider noch die Hälfte...
Irgendwie geht eine 4-, sogar 3-Tage-Woche bei allen anderen Berufsgruppen, auch Psychologen, bei uns, bloß nicht bei den Ärzten.
Nefazodon
19.03.2023, 14:58
Naja....realistisch betrachtet hat dein Chef ja ein Interesse daran, dich bis zum Ende der Probezeit zu behalten und erst zum Ende hin zu kündigen.
Warum sollte er vorher auf deine Arbeitskraft verzichten?
Also würde ich an deiner Stelle abwarten.
Thema Teilzeit bei anderen Berufen, aber nicht bei Ärzten: Ja, das ist so, leider:-nix Ob sich das jemals ändern wird, solange wir in der Weiterbildung so abhängig sind, und solange es willigen Nachschub gibt?
Augen auf bei der Berufswahl kann man da nur sagen....
Wobei es ja Kliniken gibt, wo auch für Ärzte Teilzeit möglich ist.
Autolyse
19.03.2023, 15:10
Ich habe eher Angst, dass ich aufgrund der Fehltage (wie gesagt 2-3 Tage im Monat) in der Probezeit gekündigt werde und mir diese Zeit nicht auf WB anrechnen kann... ich hätte sowieso selbst gekündigt, weil ich es doch nicht schaffe, den Haushalt, das Kind und eine VZ-Stelle unter einen Hut zu bringen, aber eben zum Ende der Probezeit hin, dass ich die 6 Monate nicht umsonst gearbeitet habe.
Mal ganz nüchtern gesagt: Wie viel fehlt Dir noch bis zu den sechs Monaten (drei nach neuer WBO)? Wenn es nur noch Wochen sind, dann führt man notfalls eben den Rechtsstreit wegen einer Sanktionskündigung. Der nahe zeitliche Zusammenhang führt dann schon dazu, dass die Arbeitgeberin unter Druck gerät und man einigt sich im Termin auf ein Ende zum Ende der Probezeit. Dann gibt's Lohn nachgezahlt und die Weiterbilungszeit.
Ansonsten das was Nefazodon sagt. Abwarten, Ersatz fällt auch nicht sofort vom Himmel...
Herbstblume90
19.03.2023, 16:23
Ich bin ja in der KJP, wir haben tatsächlich keine einzige Vollzeitärztin. Vielleicht wäre das ja auch was? Ich abarbeite auch eine 4 Tage Woche.
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