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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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Reflex
06.07.2025, 06:59
Gibt es hier niedergelassene Kolleginnen und Kollegen, die die Ziffer 35151 regelmäßig abrechnen? Laut einem Bekannten würde das gehen bei längeren Gesprächen. Vorteile sind nach meiner Recherche auch, dass die Leistung zeitabhängig besser vergütet wird als die 21220, extrabudgetär vergütet wird und nicht in den RLV-Topf fällt. Unklar sind mir die Dokumentationspflicht und Indikation, um die Ziffer anwenden zu können. Reicht ein einfaches Gespräch mit therapeutischem Inhalt, in dem das Zeitkriterium erfüllt ist?

Die Ziffer kannst Du halt gut für einen Kontakt nutzen, in dem Du klärst, ob eine psychotherapeutische Indikation besteht. Dann musst Du zur Dokumentation einen PTV11 ausfüllen und dem Patienten mitgeben. Voraussetzung ist, dass Du das zeitliche Kriterium von 1-2x 25min erfüllst. Ärztliche PT müssen das sogar 1x pro Woche mindestens machen. PT-Ziffern haben eben den o.g. Vorteil. Gerade für Erstkontakte ist das neben der Biografie eine Möglichkeit auch als Psychiater Ziffern aus dem 35er Kapitel zu bedienen, weil die inhaltlichen Voraussetzungen gegeben sind.

Rudiologe
06.07.2025, 08:04
Die Ziffer kannst Du halt gut für einen Kontakt nutzen, in dem Du klärst, ob eine psychotherapeutische Indikation besteht. Dann musst Du zur Dokumentation einen PTV11 ausfüllen und dem Patienten mitgeben. Voraussetzung ist, dass Du das zeitliche Kriterium von 1-2x 25min erfüllst. Ärztliche PT müssen das sogar 1x pro Woche mindestens machen. PT-Ziffern haben eben den o.g. Vorteil. Gerade für Erstkontakte ist das neben der Biografie eine Möglichkeit auch als Psychiater Ziffern aus dem 35er Kapitel zu bedienen, weil die inhaltlichen Voraussetzungen gegeben sind.

Danke für die Rückmeldung! Im EBM-Kommentar steht sogar, dass die Erstellung des PTV11-Formulars fakultativer Leistungsinhalt ist. Ich werde die Ziffer in jedem Fall mal öfter benutze jetzt. Eine Indikationsprüfung für eine ambulante Psychotherapie ist ja oft Gesprächsgegenstand.

Rudiologe
06.07.2025, 08:18
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?50062-Kollegen-gesucht!-Der-Markt-f%FCr-Stellenanzeigen&p=2291105#post2291105

falls Interesse besteht!

Reflex
06.07.2025, 11:31
Danke für die Rückmeldung! Im EBM-Kommentar steht sogar, dass die Erstellung des PTV11-Formulars fakultativer Leistungsinhalt ist. Ich werde die Ziffer in jedem Fall mal öfter benutze jetzt. Eine Indikationsprüfung für eine ambulante Psychotherapie ist ja oft Gesprächsgegenstand.

Eben und psychotherapeutische Kurzinterventionen macht man in der Regel auch als Psychiater. Einfach mal überprüfen, ob auch andere 35er Ziffern in Frage kommen. Testpsychometrische Untersuchungen laufen z.B. ja auch darüber. Akuttherapie wäre auch noch etwas was man prüfen kann. Wir nutzen das auch für schwer erkrankte Patienten, die man dann häufiger und länger sehen möchte. Das hat den Vorteil, dass man es nur anmelden und nicht beantragen muss.

Rudiologe
25.07.2025, 07:12
Nochmal eine Frage an die Kollegen mit eigenem Kassensitz. Ich arbeite gerade in einem MVZ, der Job ist ganz komfortabel mit guter Work Life Balance und gutem Gehalt, zudem habe ich für meine allgemeinpsychiatrischen Patienten eine 20 Minuten Taktung. Jetzt hätte jetzt aber vielleicht die Möglichkeit auf Übernahme eines lukrativen Kassensitzes in einer Gemeinschaftspraxis. Wie sind bei euch denn so die Taktungen im ambulanten Bereich? Seht ihr Patienten im 10-Minuten Takt? Und macht euch die Arbeit noch Spaß in der Form?

nystagmus
26.07.2025, 16:57
Nochmal eine Frage an die Kollegen mit eigenem Kassensitz. Ich arbeite gerade in einem MVZ, der Job ist ganz komfortabel mit guter Work Life Balance und gutem Gehalt, zudem habe ich für meine allgemeinpsychiatrischen Patienten eine 20 Minuten Taktung. Jetzt hätte jetzt aber vielleicht die Möglichkeit auf Übernahme eines lukrativen Kassensitzes in einer Gemeinschaftspraxis. Wie sind bei euch denn so die Taktungen im ambulanten Bereich? Seht ihr Patienten im 10-Minuten Takt? Und macht euch die Arbeit noch Spaß in der Form?

Das ist sehr individuell. Ich würde dir raten, erst nach etwa einem Quartal als Kassenarzt darüber nachzudenken, dann hast du dich in deiner neuen Rolle ein wenig eingelebt hast. Vieles lässt sich auch später noch umgestalten. Am Anfang wirst du mit viel Bürokratie beschäftigt sein und andere Verantwortungen übernehmen, weshalb du dir lieber einen ruhigen Start gönnen solltest, also mit weniger Veränderung.

Mir persönlich war es wichtiger, vor meiner Sitzübernahme zwei Wochen Urlaub zu machen :-dance

Reflex
27.07.2025, 06:38
Nochmal eine Frage an die Kollegen mit eigenem Kassensitz. Ich arbeite gerade in einem MVZ, der Job ist ganz komfortabel mit guter Work Life Balance und gutem Gehalt, zudem habe ich für meine allgemeinpsychiatrischen Patienten eine 20 Minuten Taktung. Jetzt hätte jetzt aber vielleicht die Möglichkeit auf Übernahme eines lukrativen Kassensitzes in einer Gemeinschaftspraxis. Wie sind bei euch denn so die Taktungen im ambulanten Bereich? Seht ihr Patienten im 10-Minuten Takt? Und macht euch die Arbeit noch Spaß in der Form?

Theoretisch kann man das alles gestalten wie man will. Die Frage ist halt wie ticken deine Mit-Gesellschafter. Das ist ein bisschen wie heiraten. Wenn es passt, führt man eine lange gute Ehe. Mein Terminkalender ist da auf meine Bedürfnisse angepasst und eine gute Mischung aus Kurzterminen von 15min, Neupatienten mit 45min, Einzel (50min)- und Gruppentherapie (100min) und Bürozeiten und Fortbildungen. Und dazu kommen noch die Sachen, die man als quasi Arbeitgeber auch noch erledigen muss. das verteilt sich aber bei uns auf mehrere Schultern. Ich mag meinen Job so wie er ist, weil er vielfältig und nie langweilig ist. Außerdem ist das Gehalt um längen besser als als angestellter Arzt.

GloriaSchmidt
27.07.2025, 07:43
. Wenn es passt, führt man eine lange gute Ehe. Mein Terminkalender ist da auf meine Bedürfnisse angepasst und eine gute Mischung aus Kurzterminen von 15min, Neupatienten mit 45min, Einzel (50min)- und Gruppentherapie (100min) und Bürozeiten und Fortbildungen.

Wow - da wird man neidisch! Ich hab in der Gemeinschaftspraxis (als Angestellte) grad das Handtuch geschmissen, da mir die Taktung 10min für Bestandspatienten, 20 für Neupatienten einfach überhaupt keine Freude mehr gemacht hat.
50 min Einzeltherapie hat auch keine Freude gemacht, wenn davor und danach die Leute im 10 Minuten Takt kommen und das Wartezimmer überquillt 🫣

Reflex
27.07.2025, 09:30
Wow - da wird man neidisch! Ich hab in der Gemeinschaftspraxis (als Angestellte) grad das Handtuch geschmissen, da mir die Taktung 10min für Bestandspatienten, 20 für Neupatienten einfach überhaupt keine Freude mehr gemacht hat.
50 min Einzeltherapie hat auch keine Freude gemacht, wenn davor und danach die Leute im 10 Minuten Takt kommen und das Wartezimmer überquillt 🫣

Wenn Du nen neuen Job suchst und die Strecke nicht scheust, Du weißt ja, wo du mich findest. Wir suchen grad Fachärzte zur Anstellung. Unsere Angestellten Fachärzte sind da auch eigentlich alle zufrieden. 🙂

Rudiologe
27.07.2025, 13:35
Danke für eure Beiträge! 20 Minuten für Neupatienten und 10 Minuten für Wiedervorstellungen finde ich fast nicht zumutbar in unserem Job, weder für uns noch für die Patienten. 45/15 klingt für mich nach einer ganz guten Lösung. Bin gespannt auf mein Gespräch mit den aktuellen Praxisinhabern.

GloriaSchmidt
27.07.2025, 21:05
Wenn Du nen neuen Job suchst und die Strecke nicht scheust, Du weißt ja, wo du mich findest. Wir suchen grad Fachärzte zur Anstellung. Unsere Angestellten Fachärzte sind da auch eigentlich alle zufrieden. 🙂

Oh hätte ich mal vorher bei dir angefragt, stimmt 🙂
Falls mein neues Dasein als OÄ, das ich bald starte, mir nicht zusagt, frag ich nochmal nach 😇😀

Rudiologe
10.09.2025, 08:34
Haben hier Kolleginnen oder Kollegen Erfahrung mit dem Jobsharing bzw. Teilen eines Kassensitzes? Könnte evtl. in einer etablierten Einzelpraxis einsteigen, die gemeinschaftlich fortgeführt werden soll. Wäre von der Work-Life-Balance her sicherlich super, ich könnte mir nur vorstellen, dass es mit einem halben Kassensitz einkommensmäßig knapp werden könnten bei mir (teure Stadt mit hohen Lebenshaltungskosten). Auf der anderen Seite könnte man die "überschüssige" Zeit ja ggfs. auch für Angebote auf Selbstzahlerbasis (z.B. ADHS-Diagnostik) oder Gutachten oder so nutzen. Gibt es aus eurer Sicht spezielle Dinge zu beachten bei so einem Modell, also Fallstricke o.ä.?

nystagmus
10.09.2025, 13:08
Haben hier Kolleginnen oder Kollegen Erfahrung mit dem Jobsharing bzw. Teilen eines Kassensitzes? Könnte evtl. in einer etablierten Einzelpraxis einsteigen, die gemeinschaftlich fortgeführt werden soll. Wäre von der Work-Life-Balance her sicherlich super, ich könnte mir nur vorstellen, dass es mit einem halben Kassensitz einkommensmäßig knapp werden könnten bei mir (teure Stadt mit hohen Lebenshaltungskosten). Auf der anderen Seite könnte man die "überschüssige" Zeit ja ggfs. auch für Angebote auf Selbstzahlerbasis (z.B. ADHS-Diagnostik) oder Gutachten oder so nutzen. Gibt es aus eurer Sicht spezielle Dinge zu beachten bei so einem Modell, also Fallstricke o.ä.?

Jobsharing ist sinnvoll, wenn man gerne mit anderen arbeitet und Fixkosten teilen möchte – besser als ein halber Sitz in Einzelpraxis. Für mich persönlich mindern jedoch die ständige Rücksprache mit dem Sharer und die zehnjährige Bindung den Reiz deutlich.

Nach der Niederlassung lohnen sich Gutachten kaum: hoher Aufwand bei vergleichsweise wenig Ertrag. Man übernimmt alles selbst – Termine vereinbaren, Befunde anfordern, Rechnungen schreiben, Zahlungseingänge kontrollieren. Vor allem Letzteres ist nervig: Zahlungen kommen teils erst nach Monaten. Einmal verweigerte mir ein Gericht sogar die Berechnung nach neuem JVEG (98 statt 90 €/h) mit der Begründung, der Auftrag sei vor der Änderung erteilt worden – obwohl die Leistung danach erbracht wurde. Im Schreiben stand sinngemäß: „Dann verklagen Sie uns halt.“ Mit solcher Mentalität muss man klarkommen. Mit sowas würde ich keinen Standbein aufbauen wollen.

In Großstädten gibt es genug private Psychotherapieanfragen – sinnvoller und erfüllender als Gutachten. Deshalb nehme ich nur noch vereinzelt Gutachtenaufträge an, um außerhalb der Praxis-Bubble etwas Erfahrung zu sammeln.

Selbstzahlerleistungen in der Psychiatrie, außer Psychotherape, sehe ich kritisch. Vieles wirkt nach angebotsinduzierter Nachfrage – besonders beim Thema ADHS, wo es regelrecht als Cashcow boomt. Wer noch eins draufsetzen will, kann „Cannabis-Arzt“ werden – :-kotz

Dazu kommt: Der Staat kassiert fast die Hälfte der Umsätze. Man sollte seine Lebens-/Arbeitskraft also sinnvoll einteilen.

Als Alternativen bieten sich z. B. Tätigkeiten in einer JVA an – ein spannendes Einsatzgebiet, wo ein Kollege neben seiner Praxis dort psychotherapeutisch tätig ist. Außerdem kann man sich weiterbilden oder sogar in Teilzeit Neurologie nachholen (letzteres überlege ich selbst).

Rudiologe
10.09.2025, 13:49
Danke für die umfangreiche Antwort! ADHS-Diagnostik für Selbstzahler kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen. Die zahlen ja nicht 500 Euro, um dann den Ausschluss der Diagnose zu bekommen gegebenenfalls. Psychotherapie wäre schon interessanter auf Selbstzahlerbasis, das wäre vielleicht wirklich was. Denkbar wäre vielleicht auch eine Tätigkeit als Honorararzt einmal wöchentlich oder mal am Wochenende in irgendeiner Klinik in der Pampa. Da kann man als Facharzt auch sehr gut verdienen. Ein Kumpel von mir hat das mal als Assistenzarzt gemacht und war da in einer recht entspannen Notaufnahme tätig.

nystagmus
10.09.2025, 16:26
Danke für die umfangreiche Antwort! ADHS-Diagnostik für Selbstzahler kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen. Die zahlen ja nicht 500 Euro, um dann den Ausschluss der Diagnose zu bekommen gegebenenfalls. Psychotherapie wäre schon interessanter auf Selbstzahlerbasis, das wäre vielleicht wirklich was. Denkbar wäre vielleicht auch eine Tätigkeit als Honorararzt einmal wöchentlich oder mal am Wochenende in irgendeiner Klinik in der Pampa. Da kann man als Facharzt auch sehr gut verdienen. Ein Kumpel von mir hat das mal als Assistenzarzt gemacht und war da in einer recht entspannen Notaufnahme tätig.


Bei ADHS geht es leider in die andere Richtung: Es wird fast nur noch bestätigt. Gefühlt alle die Diagnose. Die Verschreibungsrate hat sich in den letzten 15 Jahren bei Erwachsenen mehr als VERDREIZENFACHT! (≈ 1200 %). Es würde mich nicht überraschen, wenn in den nächsten Jahren ein Post-Methylphenidat-Syndrom beschrieben wird – falls man sich überhaupt damit befassen möchte.

https://www.gelbe-liste.de/psychiatrie/adhs-medikamente-verschreibungsanstieg-therapieeffekt

Es wird sogar aus „humanistischen“ Gründen großzügig mit Attesten und Diagnosen aus der Psychiatrie „ausgetobt“ – nach dem Motto: „Validiere alles brav und stell bloß keine unbequemen Fragen zur Diagnose“.


Du darfst mit einem KV-Sitz nicht unbegrenzt nebenbei tätig sein. Bei einem vollen KV-Sitz darf man höchstens 13 Stunden außerhalb des KV-Sitzes tätig werden; bei einem halben KV-Sitz ist wahrscheinlich mehr erlaubt.

JumpRopeQueen
11.09.2025, 11:23
Wenn wir schon beim Thema Gutachten sind: Wie lukrativ ist es sich heutzutage nur noch mit Gutachten zu beschäftigen?
Ich bin aktuell im 3. WBJ und weiß jetzt schon, dass ich nicht in Kassenmedizin arbeiten will, sprich nicht als angestellte FÄ in einer Klinik und nicht in einer Kassenpraxis. Was gibt es für mich sonst für Möglichkeiten in Psychiatrie halbwegs gut zu verdienen? Ich wohne in einer Großstadt und hätte die Möglichkeit eine Praxis ohne Mietkosten zu betreiben. Amtsärztin kommt auch nicht in Frage.

Rudiologe
11.09.2025, 11:41
Wenn wir schon beim Thema Gutachten sind: Wie lukrativ ist es sich heutzutage nur noch mit Gutachten zu beschäftigen?
Ich bin aktuell im 3. WBJ und weiß jetzt schon, dass ich nicht in Kassenmedizin arbeiten will, sprich nicht als angestellte FÄ in einer Klinik und nicht in einer Kassenpraxis. Was gibt es für mich sonst für Möglichkeiten in Psychiatrie halbwegs gut zu verdienen? Ich wohne in einer Großstadt und hätte die Möglichkeit eine Praxis ohne Mietkosten zu betreiben. Amtsärztin kommt auch nicht in Frage.

Was spricht denn gegen eine Privatpraxis? Die fehlenden Mietkosten wären ja schonmal super. Dann kann man psychiatrische und psychotherapeutische Arbeit ggfs. auch frei kombinieren. Eine psychotherapeutische Privatpraxis kann man in deutschen Großstädten leicht relativ lukrativ betreiben, da rennen einem die Patienten die Bude ein. Psychiatrisch kommt es ggfs. ein bisschen auf deine Vita und "Vermarktung" an. Verdienst mit psychotherapeutischem Schwerpunkt ist gut aber sicher nicht herausragend, da ist mit einer ambulanten psychiatrischen Tätigkeit mehr drin. Gerade im "privaten" psychiatrischen Bereich kann es sich auch lohnen, sich auf bestimmte Gebiete zu spezialisieren, idealerweise natürlich entsprechend deiner Interessen. Bei uns gibt es sogar eine "Spezialpraxis" für ADHS bei Frauen.

JumpRopeQueen
14.09.2025, 07:17
Was spricht denn gegen eine Privatpraxis? Die fehlenden Mietkosten wären ja schonmal super. Dann kann man psychiatrische und psychotherapeutische Arbeit ggfs. auch frei kombinieren. Eine psychotherapeutische Privatpraxis kann man in deutschen Großstädten leicht relativ lukrativ betreiben, da rennen einem die Patienten die Bude ein. Psychiatrisch kommt es ggfs. ein bisschen auf deine Vita und "Vermarktung" an. Verdienst mit psychotherapeutischem Schwerpunkt ist gut aber sicher nicht herausragend, da ist mit einer ambulanten psychiatrischen Tätigkeit mehr drin. Gerade im "privaten" psychiatrischen Bereich kann es sich auch lohnen, sich auf bestimmte Gebiete zu spezialisieren, idealerweise natürlich entsprechend deiner Interessen. Bei uns gibt es sogar eine "Spezialpraxis" für ADHS bei Frauen.

Danke für den Tipp!

Rudiologe
02.10.2025, 15:24
Noch eine Frage an die Kollegen aus dem KV-Bereich: wie macht ihr das mit der Langzeitverordnung von Benzodiazepinen, falls das bei euch eine Rolle spielt? Z.B. Diazepam ist ja nur zugelassen für die "symptomatisch Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs und Angstzuständen" und nicht für eine konkrete Diagnose, die man kodieren könnte (wie die meisten anderen Medis). Mir ist nicht ganz klar, wie man in dem Fall möglichen Regressforderungen aus dem Weg geht. Reicht irgendeine psychiatrische Diagnose (die ja alle mit den o.g. Zuständen einhergehen können)? Oder gibt man einfach jedem Pat. die F41.2 (wäre ja diagnostisch Quatsch). Wie macht ihr das?

EPMS
30.10.2025, 07:41
An diejenigen in der neuen WBO. Hier sind ja u.a. die Psychotherapie-Stunden nach Dauer unterteilt. Zwei Fragen hätte ich dazu:

1) Sowohl hier an der Klinik als auch woanders laut Kollegen ist es schwierig/unmöglich so viele Psychotherapie-Patienten z.B. über die PIA zu akquirieren. Wie läuft das dann bei euch praktisch ab?

2) Es sind ja auch 2 Langzeitpatienten mit über 45 Stunden gefordert. Wie läuft das ab, wenn man z.B. den Wohnort wechselt oder ein Patient nach 40 Stunden sagt "Ich will nicht mehr"? Pech gehabt und alles von vorne? Das dauert ja pro Langzeitpatient gerne mal ein Jahr. Wie soll man so die Weiterbildung in den 5 Jahren schaffen?