Rael
28.05.2008, 13:40
NA ja, falls auch jdn interessiert ist, mich würde es interessieren, Eure Einschätzungen, Erfahrungen etc.
b.
Ich gehöre zu den Bekloppten, die an eine Uniklinik gehen, bleibe also an meiner Alma mater und fröne den unermesslichen Freuden der Dreierbelastung Forschung - Klinik - Lehre :-)).
Das Studium fand ich auch nicht berauschend. Die Angst vor dem HEx gehörte allerdings nicht zu den Faktoren, welche mir mein Studium verleidet haben, sondern die starke Verschulung, die vor allem den ständigen Leistungs und Anwesenheitskontrollen, starrem Lehrplan und unsinnigem "Kleinvieh" geschuldet war, so z.B. Fächer wie Prävention, Gesundheitsökonomie, 3 Wochen Biometrie (Mathematik ist ein Steckenpferd von mir, aber ein derart langer Kurs steht in keinem Verhältnis zu beispielsweise nur 1 Woche HNO oder 2 Wochen Pädiatrie), Geschichte/Ethik, Rehabilitationsmedizin etc. pp. Statt dessen wären vernünftige praktische Kurse wie Sonographie, Nahtkurse, idealerweise (Kosten- und Personalfrage...) systematisches Heranführen an praktische Diagnostik und Therapie, indem man in speziellen Stationspraktika mit der Betreuung von Patienten unter Anleitung eines Supervisors betraut wird etc begrüßenswert. Außerdem ist die radiologische Ausbildung fast überall unterirdisch schlecht, es fehlen Kurse, in welchen die systematische Herangehensweise an ein Röntgenbild, CT, MRT etc. eingeübt wird. Ferner befürworte ich eine Spezialisierung spätestens ab dem 7. Semester auf bestimmte Fächerkombinationen (z.B. Neurologie, HNO-Heilkunde, Augenheilkunde), die übrigen Fächer oder werden in Form von Grundkursen gelehrt. Wie das Curriculum dann aussehen müsste, ist sicher diskussionswürdig. Jedoch bietet dieser Vorschlag vielleicht die Chance, die Studierenden früher an die praktischen Komponenten der Fächerkombination heranzuführen, mit ihrem per Bücherscan erlernten Wissen zu arbeiten, dieses zu festigen und zu vertiefen und in den übrigen Fächern ein so suffizientes Wissen zu erwerben, das sie in die Lage versetzt, die richtigen Hebel in Form von Konsilen und weiterführenden Basisuntersuchungen in Bewegung zu setzen.
Für das bisherige System spricht sicherlich das Argument der möglichst breitgefächerten Ausbildung, jedoch: Die meisten Inhalte werden schnell nach dem Examen wie unnötiger Ballast abgeworfen, man konzentriert sich auf sein erwähltes Gebiet und ist dort als frischgebackener Arzt sicher weder praktisch noch fachlich so fit, wie man sich das eigentlich als Berufsanfänger wünschen würde und sicher auch für den Arbeitgeber von enormem Vorteil ist.
b.
Ich gehöre zu den Bekloppten, die an eine Uniklinik gehen, bleibe also an meiner Alma mater und fröne den unermesslichen Freuden der Dreierbelastung Forschung - Klinik - Lehre :-)).
Das Studium fand ich auch nicht berauschend. Die Angst vor dem HEx gehörte allerdings nicht zu den Faktoren, welche mir mein Studium verleidet haben, sondern die starke Verschulung, die vor allem den ständigen Leistungs und Anwesenheitskontrollen, starrem Lehrplan und unsinnigem "Kleinvieh" geschuldet war, so z.B. Fächer wie Prävention, Gesundheitsökonomie, 3 Wochen Biometrie (Mathematik ist ein Steckenpferd von mir, aber ein derart langer Kurs steht in keinem Verhältnis zu beispielsweise nur 1 Woche HNO oder 2 Wochen Pädiatrie), Geschichte/Ethik, Rehabilitationsmedizin etc. pp. Statt dessen wären vernünftige praktische Kurse wie Sonographie, Nahtkurse, idealerweise (Kosten- und Personalfrage...) systematisches Heranführen an praktische Diagnostik und Therapie, indem man in speziellen Stationspraktika mit der Betreuung von Patienten unter Anleitung eines Supervisors betraut wird etc begrüßenswert. Außerdem ist die radiologische Ausbildung fast überall unterirdisch schlecht, es fehlen Kurse, in welchen die systematische Herangehensweise an ein Röntgenbild, CT, MRT etc. eingeübt wird. Ferner befürworte ich eine Spezialisierung spätestens ab dem 7. Semester auf bestimmte Fächerkombinationen (z.B. Neurologie, HNO-Heilkunde, Augenheilkunde), die übrigen Fächer oder werden in Form von Grundkursen gelehrt. Wie das Curriculum dann aussehen müsste, ist sicher diskussionswürdig. Jedoch bietet dieser Vorschlag vielleicht die Chance, die Studierenden früher an die praktischen Komponenten der Fächerkombination heranzuführen, mit ihrem per Bücherscan erlernten Wissen zu arbeiten, dieses zu festigen und zu vertiefen und in den übrigen Fächern ein so suffizientes Wissen zu erwerben, das sie in die Lage versetzt, die richtigen Hebel in Form von Konsilen und weiterführenden Basisuntersuchungen in Bewegung zu setzen.
Für das bisherige System spricht sicherlich das Argument der möglichst breitgefächerten Ausbildung, jedoch: Die meisten Inhalte werden schnell nach dem Examen wie unnötiger Ballast abgeworfen, man konzentriert sich auf sein erwähltes Gebiet und ist dort als frischgebackener Arzt sicher weder praktisch noch fachlich so fit, wie man sich das eigentlich als Berufsanfänger wünschen würde und sicher auch für den Arbeitgeber von enormem Vorteil ist.