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UweWoellner
24.08.2023, 18:42
Super, danke dir :)
Bitte bedenken, dass vom Gewinn noch Steuern bezahlt werden müssen und da langt Vater Staat kräftig zu. Außerdem musst du deine Krankenversicherung, Kammerbeiträge etc. Bezahlen
tsukuyomi
24.08.2023, 20:07
Bitte bedenken, dass vom Gewinn noch Steuern bezahlt werden müssen und da langt Vater Staat kräftig zu. Außerdem musst du deine Krankenversicherung, Kammerbeiträge etc. Bezahlen
Ja, das stimmt und den Kredit für die Praxis müsste man auch abbezahlen. Danke für deine Antworten, das ist sehr lieb von dir
runningMan18
25.08.2023, 12:17
Weiß einer wie viel man als Assistenzarzt in der Allgemeinmedizin so verdient? Und wie läuft eine Weiterbildung in einer Hausarztpraxis so ab? Sitzt der Arzt die ganze Zeit neben dir? Erlauben die Patienten das überhaupt, dass jemand neues jetzt da sitzt?
Als Arzt in Weiterbildung solltest du die Förderung erhalten. Das waren bei mir irgendwas bei 5400 Euro brutto. Lt. KV soll die Praxis das auf einen üblichen Tarifvertrag angleichen, das ist dann aber Verhandlungssache zwischen dir und der Praxis, für die du dich interessierst.
Die Weiterbildung läuft unterschiedlich ab, je nach Kenntnisstand, Praxisstruktur, etc.
Als Anfänger wirst du sicherlich neben deiner Weiterbilder*in sitzen und nach und nach Fälle übernehmen. Ziel ist dann sicherlich schon selbständiges Arbeiten unter Supervision. Ich empfehle dir dringend, die stationären Abschnitte VORHER zu machen oder den Praxiseinsatz zu splitten.
Die Patient*innen werden von der Praxis in der Regel informiert, dass die Behandlung auch von ÄiW unter Supervision durchgeführt werden. In meinen drei Jahren Praxis wollten drei oder vier zur Ärztin des Vertrauens und das ist auch völlig in Ordnung.
Speranza100
25.08.2023, 16:24
Die Patienten hatten bei meiner Praxis oft keine Wahl zu wem sie kommen in der Akutsprechstunde und ich hatte sehr schnell meinen eigenen Patientenstamm aufgebaut aus dieser, die freuen sich wenn da jemand sitzt der Interesse hat. Es kommen ja auch Neue, denen fällt das überhaupt nicht auf (nur dass man nicht auf dem Praxisschild steht). Nach 2 Jahren kannte ich sehr viele Patienten der Praxis. Ich habe nach 2 Monaten selbstständig gearbeitet, manchmal ZU selbstständig, aber das lag sicherlich an der Praxis. Im Rückblick hätte ich auf mehr Supervision bestehen sollen. Heimbetreuung ging auch komplett an mich, die meisten Hausbesuche ebenfalls (bis auf ein paar Stammpatienten der Inhaber).
Die Inhaberstammpatienten sind manchmal "aus Versehen" zu mir gerutscht durch Terminbuchungen, dann habe ich das offen angesprochen und gefragt und hatte vollstes Vertsändnis wenn sie nicht der nächsten neuen NAse alles ausbreiten wollen, das kann man ja Regeln.
Gehalt: Förderung + Aufstockung je nach Verhandlung. Eigentlich aber Pflicht! und die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung werden NICHT von der Förderung genommen sondern sollte der Weiterbilder selber investieren.
Ja, die Angaben sind realistisch und aus meiner Sicht auch nicht schwer zu erreichen. Ich betreibe selber eine Einzelpraxis.
https://www.arzt-wirtschaft.de/finanzen/honorare/honorar-ist-nicht-gleich-einkommen-soviel-bleibt-aerzten-netto/
ist das realistisch? laut artikel bleiben etwa 24% netto am ende über… hier als beispiel 5000 euro.
Ja 5000 Euro netto als Allgemeinärztin/-Arzt in Selbständigkeit sind realistisch und auch mehr zu erreichen - kommt aber auch einfach enorm auf unzählige Faktoren an.
Wieviel Bereitschaft zu arbeiten da ist an Zeit.
Eine Praxis zu haben bedeutet nicht nur, die Patienten zu behandeln (davon gibt es zudem mehr als genug.
Es stellt sich allein schon die Frage - auf dem Lande, Kleinstadt, Großstadt - Mieten und Personalkosten sind bei letzterem eher höher. Wobei auf dem Lande vielleicht mehr Personal nötig ist weil mehr zu verteile ist an Arbeit (Stichwort Hausbesuch durch Verah).
Zudem gibt es noch die brennende Frage HZV Hausarztzentrierte Versorgung machen?
Einzelpraxis oder mit mehreren zusammen. Muss ich die schickste und einrichtungsedelste Praxis haben. Brauche ich das Teuerste Sonogerät?
Und leider einfach sehr wichtig: man muss lernen Wirtschaften zu können. Und Abrechnungsziffern klug ansetzen ist das AundO.
Und natürlich zum Quartalsende richtig gut mit Kontrolllisten schauen, dass nichts fehlt. Oder gute Mitarbeiterinnen haben, die das können, wenn du selbst keine Lust drauf hast.
diese schönen Vergleichstabellen mit Einkommen usw. sind ganz nett aber eigentlich wenig aussagekräftig.
Letztlich zählt auch, ob man eine Medizin macht und eine Praxis führt, dass man dabei Abends noch selbst in den Spiegel schauen kann - und ja dann verdient man mit ehrlicher Medizin auch ohne groß Igel genug
ehem-user-19-05-2025-1430
27.08.2023, 13:33
Bei dem Thema werden häufig Äpfel mit Birnen verglichen. Da ist der Aufschrei dann groß dass der 60h arbeitende niedergelassene Kardiologe mehr als das doppelte netto raus hat als die 30h arbeitende auf Neuraltherapie spezialisierte Innenstadt-Hausärztin (klischeehaft ich weiß, sorry :) ).
Ich kennen eine Landarzt mit Einzelpraxis, der komplett auf hausarztzentrierte versorgung ausgelegt ist(keinerlei überflüssige diagnostik aber auch keinerlei igel, wenig privatpatienten) und mit knapp 10t netto pro Monat raus geht, allerdings schafft der auch keine 30h in 3.5 Tagen...
Ps: die 25% beziehen sich nicht auf den Reingewinn sondern auf die gesamteinnahmen. Vom Reingewinn bleibt so 50 bis 60% meist...
Praxisorganisation, Abrechnung beherrschen ist finanziell einfach entscheidender als jetzt minimal besser die Pankreas schallen zu können als wer anders;)
Ja 5000 Euro netto als Allgemeinärztin/-Arzt in Selbständigkeit sind realistisch
Ernsthaft? Wie furchtbar....naja, mit Mitte Dreißig wäre das noch ok.
Ja 5000 Euro netto als Allgemeinärztin/-Arzt in Selbständigkeit sind realistisch und auch mehr zu erreichen - kommt aber auch einfach enorm auf unzählige Faktoren an.
Wieviel Bereitschaft zu arbeiten da ist an Zeit.
ich lese das so als wäre 5000 netto/monat als einzelpraxis ein gutes ergebnis? bspw. bei angenommener 50h woche.
wurde ja mehrfach erwähnt, dass man nicht pauschalisieren kann. dann gibt es ja selbstständige, die unter umständen weniger verdienen, als assistenten im letzten jahr (unabhängig von der lebensqualität). ist schon interessant, aber vllt interpretiere ich die dinge ja auch falsch.
Ps: die 25% beziehen sich nicht auf den Reingewinn sondern auf die gesamteinnahmen. Vom Reingewinn bleibt so 50 bis 60% meist...
verwirrend, dass der artikel dann im durchschnitt 5000 euro pro monat erwähnt, wenn der durchschnittliche reinertrag in verschiedenen quellen im schnitt bei +200.000 liegt - wenn 50% überbleiben wären es ja eher >8000 netto
ehem-user-19-05-2025-1430
27.08.2023, 14:23
Die offiziellen Zahlen sind häufig mit Vorsicht zu betrachten und je nach Quelle zu interpretieren. Ärztelobbygruppen rechnen uns arm, staatliche Stellen zeichnen das Bild von 20h arbeitenden Golfspielern. Daher ist es so schwer verlässliche Zahlen zu bekommen.
Wenn man >40h arbeitet und nur 5000 netto raus hat dann läuft natürlich was falsch... Alles unter das 1.5fache eines oberarztgrhalts bei ähnlichen arbeitsstunden (!) ist betriebswirtschaftlich gescheitert (für interessierte: stichwort kalkulatorischer unternehmerlohn).
Der Reingewinn ist wie arbeitgeberbrutto minus praxisabzahlung(ohne zinsen). Bei hausarzpraxen muss man nicht viel abzählen also vernachlässigbar. 200.000 Reingewinn sind wie ca 170 bis 180k als angestellter (natürlich hat man als selbständiger mehr Risiko, schlechtere kra kheitsversicherung, dafür läuft vllt das Auto über die Praxis... ;) ).
Mehr als 5000 netto ist auf jeden Fall drin mindestens, wenn man sich nicht unglücklich anstellt oder eben Lagepech hat … man kann es nur nicht generalisieren. Und muss einfach betonen, dass es wichtiger ist Ahnung von Praxisführung zu bekommen und sich um Abrechnung zu kümmern und auch zielgerichtet zu arbeiten als jedes Pankreas zu finden.
Arbeitsstunden zu zählen ist auch schwierig - abends machst du noch Hausbesuche vielleicht und gehst ne Straße weiter um die Ecke in den Supermarkt und telefonierst auf dem Weg über das Autotelefon mit einem anderen Patienten. Sind die Kinder im Bett kannst du noch Emails beantworten oder dich ins Praxissystem von zuhause einloggen und Ziffern kontrollieren.
Das ist das enorm schöne an der Allgemeinpraxis es ist ein so weites Feld - du hast alles Freiheiten.
Und kannst dir dann auch deine 10000 netto oder noch mehr reinholen. Wurde aber ja schon erwähnt Äpfel nicht mit Birnen vergleichen und sich fragen, was einem lieber ist - Geld oder Lebenszeit
Immerweiter90
31.08.2023, 13:27
Wie viel sind Zusatzbezeichnungen wert für den Arbeitgeber? Ich mache aktuell einen Quereinstieg in die Allgemeinmedizin. Bin Facharzt für Anästhesiologie. Notfallmedizin seit 2018. Bin dabei manuelle Medizin und Palliativmedizin fertig zu machen, Prüfung wahrscheinlich 2025 (geplant in 2025: FA Prüfung Allgemeinmedizin, Prüfung: Geriatrie Zusatz/Palliativmedizin/Manuelle Medizin) ich möchte alle Prüfung in einem Jahr machen. Meine Chefin würde sich sehr freuen, wenn ich für immer bei ihr bleibe. Ich bin auch da sehr zufrieden aber weiß, was in 1,5 Jahren noch passiert. Ich mache in der Praxis viel US: Abdomen/Schilddrüse. Betreuung von GIP Patienten, geriatrische Assessments.
Als Praxisinhaber, wie viel Geld könnte ich die Praxis bringen? Wie viel bin ich dann wert? Was habt ihr für Vorschläge für mich? Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Angestellt bleiben? MVZ?
Für mich ist ein gutes Team und eine gute Arbeit zu leisten am wichtigsten. Geld eher weniger aber möchte mich unter meinem Wert verkaufen.
runningMan18
05.09.2023, 20:47
Ich bin am Überlegen, ob ich mich für die Weiterbildung für Allgemeinmedizin entscheiden soll. Ich bin aber überhaupt kein Fan von Krankenhäusern und möchte auf gar keinen Fall später dort arbeiten. Leider sind in meiner Ärztekammer 12 Monate im im Bereich der Inneren Medizin in der stationären Akutversorgung vorgeschrieben. Ich betone nochmal, dass ich Innere im Krankenhaus hasse und sogar überlege deswegen den FA Allgemeinmedizin nicht zu machen. Arbeitsmedizin interessiert mich nämlich ebenfalls. Ist es irgendwie möglich sich an den 12 Monaten Innere vorbeizuschlängeln? Vielleicht über einen Quereinstieg? Erst FA Arbeitsmedizin und dann Allgemeinmedizin? Ist das möglich? Oder Innere in einem Krankenhaus zu machen, wo die Arbeit entspannt ist mit wenig Diensten? Ich kenne einige Leute, die gerne Hausarzt geworden wären, es aber wegen der Innere nicht gemacht haben. Und wirklich KEIN Mensch kann mir sagen, dass man auf einer internistischen Station in den ersten 2 Jahren mehr lernt als Blut abnehmen, Zugänge legen oder Arztbriefe zu schreiben! Absolut nichts, was man in den ersten 12 Monaten macht, braucht man später für die hausärztliche Tätigkeit. Die Notaufnahme lassen wir mal außen vor.
Würde ich so tatsächlich nicht unterschreiben. Viele Krankheitsbilder aus der Inneren wirst du so oder ähnlich in der Praxis sehen und da brauchst du dann schon eine gewisse Vorbildung. Ich sag mal nur Einstellung Diabetes und COPD, mal ein ACS mitgemacht haben, Pneumonie erkennen, Herzinsuffizienztherapie. Aus meiner Sicht hat die Novelle der Weiterbildungsordnung der Allgemeinmedizin da keinen großen Gefallen getan, denn die von dir gesuchten Stellen gab es früher. Dann zwar für zwei Jahre, aber entspanner, zB in Reha Häusern. Fakt ist: du brauchst Innere.
Mein Haus bietet jetzt aus der Not einen Kompromiss an. Vertrag für den gesamten Facharzt, klinisch Einsatz für 12 Monate in der Geriatrie und 12 Monate in der Notaufnahme. Ob das die Bewerber*innen zieht... bleibt abzuwarten.
Doch, jeder Mensch kann dir genau sagen, dass man dabei eine Menge lernt. Ein solcher Lebenslauf führt dazu, dass man ein schlechter Hausarzt wird und ist. 90% der hausärztlichen Tätigkeit sind im weiteren Sinne internistisch
90% der hausärztlichen Tätigkeit sind im weiteren Sinne internistisch
Ich hörte mal, dass dort mindestens 70% im weitesten Sinne "psycho" seien?!
Ich wäre mit absoluten Zahlen auch vorsichtig, genauso wie das Einkommen ist das wahrscheinlich sehr klientel- und lageabhängig.
Aber ohne Innere gehts nun mal nicht.
Die Schnittmenge Innere und Psychiatrie sind doch erheblich (Mehrfachnnenung möglich)
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