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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hausarztpraxis - Treffpunkt für Allroundmediziner



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abcd
07.01.2025, 20:19
Ich habe noch nichts davon gehört, dass Papieranträge nicht mehr angenommen werden, auf die Schnelle dazu auf der Seite der KBV auch nichts gefunden. Auf der DRV-Seite ist explizit beides (idealerweise digital, Papier) erwähnt.
Bei den Anträgen auf Anschlussreha gab es letztes Jahr neue Formulare und in diesem Jahr soll irgendwann der elektron. Datenaustausch zw. Krankenhaus und GKV kommen.

Luuuks
15.02.2025, 13:27
Hallo! Ich bräuchte mal eure Hilfe :)

Ich strebe den Facharzt für Allgemeinmedizin an und bin gerade auf der Suche nach meiner ersten Stelle in der Inneren.

Ich habe 2 Angebote:

1. Stelle ist eine große Akutgeriatrie, mit einem breiten akutinternistischen Spektrum. Die Klinik hat keine ZNA und man hat 24h Hausdienste (4-5 im Monat). Soll wohl eine gute oberärztliche Betreuung geben. Und habe aufgrund der langen Liegezeit die Hoffnung, dass man sich mehr mit den Fällen beschäftigen kann und so mehr lernt. Vielleicht auch mal Zeit hat stationär ein Sono zu machen.

2. Sehr große pneumologische Abteilung. Die sind sehr spezialisiert und habe hier die Sorge, dass das Spektrum zu eng ist. Sehr viele Patienten mit NSCLCs. Funktionen sind ausgelagert und man lernt in den ersten Jahren sehr wenig praktisch. Hier nur sehr wenige 24h Dienste mit Mitbetreuung der ZNA. Sonst gefällt mir die Klnik sehr gut und das Team ist auch super.

Welche Stelle erscheint euch besser?

Übrigens, nach mind. 12 Monaten stationär möchte ich für mind. 6 Monate in eine ZNA. Was haltet ihr von dem Plan?

Vielen Dank und LG

anignu
15.02.2025, 15:31
Was willst du denn jetzt hören?
zu 1.: gute oberärztliche Betreuung = viel lernen; breites Spektrum = breite Ausbildung
zu 2.: sehr spezialisiert = enges Spektrum; Funktionen ausgelagert = keine Funktionsausbildung; super Team = kann angenehmes Arbeiten sein.

Das ist nur das was du schreibst nochmal in gleichen Worten oder ähnlichen Worten. Bei entsprechender Spezialisierung kommt man leicht rein. Bei gutem Team ist das Arbeiten angenehm. Also hast du in der zweiten Klinik voraussichtlich eher ein leichteres Reinkommen und angenehmes Arbeiten. In der ersten Klinik wird es mit breitem Spektrum deutlich anstrengender reinzukommen weil es mehr ist und eine gute oberärztliche Betreuung macht die Sache zwar dann auch einigermaßen angenehm aber bedeutet auch dass man viel lernt und wenn man sehr viel lernt ist man abends gern mal im A... und zu nichts mehr zu gebrauchen.
Was ist denn dein Ziel? Ein angenehmes Arbeiten oder eine breite Ausbildung? Daran solltest du dir überlegen welche Stelle besser zu dir passt. Und das kann dir auch keiner hier sagen.
Meine erste Stelle war vom Spektrum eher beschränkt und man kam gut und schnell rein. Nach sehr kurzer Zeit wurde es mir da aber zu langweilig und ich hab gewechselt. Andere Leute sind geblieben aus sehr vielen unterschiedlichen Gründen. Manche aufgrund der eigenen Persönlichkeit, manche aus privaten Zwängen usw... Es kommt doch darauf an was du willst! Ich wollte schneller mehr lernen und bin daher in eine Klinik gegangen deren Arbeitsbedingungen heutzutage nicht mehr tarifkonform sind. Aber dafür hab ich dort extrem viel gelernt.

davo
15.02.2025, 15:52
@Luuuks:

Wahrscheinlich beides nicht ganz optimal. Vielleicht findest du ja doch noch eine Stelle in einer normalen internistischen Abteilung an einer Klinik mit Notaufnahme.

nie
15.02.2025, 16:16
Würde mir halt überlegen, wo du mehr für deine spätere Tätigkeit lernen kannst.

Ich habe mal in einer großen spezialisierten pneumologischen Abteilung gearbeitet und habe dort viele spannende Sachen gelernt und gesehen aber wenig, was man als Allgemeinmediziner wirklich braucht. Ich wusste danach viel über interstitielle Lungenerkrankungen, Mukoviszidose, Lungentransplantierte und endoskopische Lungenvolumenreduktion aber wie man eine erstdiagnostizierte COPD medikamentös sinnvoll einstellt oder ein Asthma bronchiale sinnvoll therapeutisch angeht, hat man da nicht gelernt. Auch im Bezug auf Tumortherapien hat man da nur so die end-stage-NSCLC in der Drittlinie bzw. durchmetastasierten SCLC gesehen, die sowieso keinen Hausarzt mehr zu Gesicht bekommen. Das war zwar für mich persönlich interessant und spannend. Dazu niedrige Dienstbelastung ohne Nächte oder ZNA. Das hätte mich aber keinen Schritt weiter gebracht wenn mein Ziel Allgemeinmediziner gewesen wäre. Die hatten auch einen hohen Durchsatz und haben sich außerhalb der pneumologischen Fragestellung nicht wirklich mit den Patienten beschäftigt. So richtig internistisch hat man da also nichts gelernt.

Kann natürlich sein, dass es in „deiner“ Klinik bisschen anders läuft aber das sind meine Erfahrungen mit so einer spezialisierten Abteilung. Hat auch Vorteile, ist aber für das Allgemeinmediziner eher nutzlos.

Luuuks
16.02.2025, 17:14
Schonmal vielen Dank für eure Antworten! Es hat mir sehr dabei geholfen, das ganze nochmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ich werde mich wahrscheinlich für Stelle 1 entscheiden.

Luuuks
16.02.2025, 17:16
Das mit der fehlenden Notaufnahme sehe ich für die Lernkurve auch kritisch aber würde das ganze dann durch eine mehrmonatige ZNA Rotation ausgleichen. Die Fälle in dem Haus sollen schon auch häufig akut-internistisch seien, bei direkter Aufnahme von Patienten aus angrenzenden ZNAs.

Harvey
16.02.2025, 22:03
Letztlich nützt jedwede Erfahrung später in der hausärztlichen Praxis - man sollte diese auch ein wenig nach eigenen Interessen steuern - vielleicht möchtest du später mehr in Versorgung älterer Menschen gehen oder gerade gern viele Menschen mit Lungenproblemen.

Nochmal eine Extrazeit in der Notaufnahme einzuplanen kann ich sehr ans Herz legen.

Wichtiger ist insgesamt, sich die Freude und Motivation am Beruf zu erhalten.

Citratzyklus_92
19.03.2025, 21:49
Kann ich mir eigentlich die Zeit in der Allgemeinmedizin auch für andere Facharztweiterbildungen anrechnen lassen, wenn ich eine Förderung bekomme? Wenn nein, wie schafft es die KV mit der Ärztekammer zu kommunizieren, dass ich mir die 24 Monate Allgemeinmedizin auch nur für den FA Allgemeinmedizin anrechnen lassen kann?

escitalopram
20.03.2025, 07:06
Kann ich mir eigentlich die Zeit in der Allgemeinmedizin auch für andere Facharztweiterbildungen anrechnen lassen, wenn ich eine Förderung bekomme?

Ja, ich weiß von 2 Fällen, bei denen es absolut problemlos geklappt hat. Warum sollte es nicht möglich sein? KV und ÄK kommunizieren bezüglich WB gar nicht miteinander. Selbst wenn - WB ist WB, Förderung hin oder her. Und beim Einreichen der Unterlagen zur Anmeldung für die FA-Prüfung muss man ja gar nicht angeben, ob die Stellen gefördert wurden oder nicht (dies würde sowieso keine Rolle spielen, da es ja um die WB-Zeiten und -Inhalte geht - und nicht darum, wer die Gehälter gezahlt hat)... Kannst bei der für dich zuständige ÄK nachfragen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es da Probleme gäbe.

Citratzyklus_92
20.03.2025, 17:47
Ja, ich weiß von 2 Fällen, bei denen es absolut problemlos geklappt hat. Warum sollte es nicht möglich sein? KV und ÄK kommunizieren bezüglich WB gar nicht miteinander. Selbst wenn - WB ist WB, Förderung hin oder her. Und beim Einreichen der Unterlagen zur Anmeldung für die FA-Prüfung muss man ja gar nicht angeben, ob die Stellen gefördert wurden oder nicht (dies würde sowieso keine Rolle spielen, da es ja um die WB-Zeiten und -Inhalte geht - und nicht darum, wer die Gehälter gezahlt hat)... Kannst bei der für dich zuständige ÄK nachfragen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es da Probleme gäbe.

Und müsste ich die Förderung dann zurückzahlen, wenn ich nach 2 Jahren oder schon einem Jahr das Fach wechsle? Das macht mir gerade sehr Sorgen.

Trenn
21.03.2025, 07:06
Andere Fachärzte schnell abzuschließen scheitern am Logbuch und nicht an der Zeit. In manchen ÄK könnte man den Doppel-FA Neuro+Psych durch 1 Jahr Allgemeinmed verkürzen (je 1 Jahr Fremd, 1 Jahr Allgemeinmed und 3 Jahre Fach) und statt 8 Jahre nur 7 Jahre Weiterbildung machen. Es scheitert in der Neuro allerdings an die Intensiv, Sono und Elektrophysiologie-Rotation.

Harvey
21.03.2025, 07:07
Und müsste ich die Förderung dann zurückzahlen, wenn ich nach 2 Jahren oder schon einem Jahr das Fach wechsle? Das macht mir gerade sehr Sorgen.

Zunächst kann man immer erstmal sagen, dass ein Fachwechsel doch dazu gehört bei einer breiten Ausbildung FA Allgemeinmedizin.

Es ist auch keine Verpflichtung sofort direkt den FA Allgemeinmedizin zu machen - man darf auch zwei Facharztitel haben.

Theoretisch verpflichtet man sich mit der Förderung aber schon den FA Allgemeinmedizin zu machen. Wie es heutzutage mit Konsequenzen ausschaut, wenn es gar nicht macht - wer weiß ob es im Ingo-Dschungel der Förderungsveranstalter durchscheint…

Aber letztlich kann ich jedem nur die Allgemeinmedizin ans Herz legen - viele Freiheiten, familienfreundlich und wirklich Selbständigkeit, selbst im Angestelltenverhältnis.

Wenn ich mir die anderen Fachrichtungen im ambulanten Sektor angucke - Auge, Radiologie, Herz - viele Grosspraxen, MVZ usw. - da hat man kaum Chancen was eigenes aufzubauen.

Sh4dy21
23.04.2025, 20:39
Hey, an die Praxisinhaber mit angestellten oder auch angestellten Kollegen: Was ist aktuell als angestellter Facharzt Allgemeinmedizin realistisch im klassischen Setting? Hab bei der Apobank zahlen um die 75k gefunden, was ich als arg wenig empfinde wenn man als WBA schon knappe 70k bekommt. Freue mich über Rückmeldungen

Harvey
24.04.2025, 19:00
Hey, an die Praxisinhaber mit angestellten oder auch angestellten Kollegen: Was ist aktuell als angestellter Facharzt Allgemeinmedizin realistisch im klassischen Setting? Hab bei der Apobank zahlen um die 75k gefunden, was ich als arg wenig empfinde wenn man als WBA schon knappe 70k bekommt. Freue mich über Rückmeldungen

Die „70k“ für AiW muss man relativ sehen durch die Förderung von KV und Krankenkassen.

Es kommt zudem auf die Lage an. Will nicht generalisieren, doch in der beliebten Stadt ist die Konkurrenz groß, die Mieten teuer, die MfA Gehälter ebenfalls deutlich höher. Auf dem Land ersticken die Praxisbetreiber vor Arbeit und können daher besser zahlen bzw. sonst weniger Kosten.

Das muss dann alles erwirtschaftet werden.

Letztlich bitte immer berücksichtigen: Lohnnebenkosten muss man dazu rechnen. Und steuerliche Abzüge tun sehr weh, wenn man sieht, was man als Arbeitgeber zahlt und letztlich nur noch auf dem Konto der Mitarbeitenden ankommt…

Kann nur empfehlen statt nach möglichst viel Gehalt eher andere Dinge rauszuhandeln - Freizeit, Handy, Computer, , Fahrrad, tankgutscheine usw -

Fr.Pelz
25.04.2025, 13:59
Also hier in NRW wird die Weiterbildung ja gefördert (5000 Euro netto bzw im Quereinstieg mehr je nach letztem Gehalt). Die Fördersumme muss so an den WB-Assi weitergegeben werden. Das bedeutet wiederum, dass du nach der Prüfung mehr heraushandeln kannst und solltest. Ich habs hier schon mal geschrieben- Mein Bruttogehalt als Angestellte Allgemeinmedizinerin wären für 40h 10000 Euro - ich arbeite aber etwas weniger. Das ist sicher eher der obere Rand als der untere und liegt eben daran, dass ich nach dem ersten Facharzt ein ordentliches Gehalt inkl Dienste hatte - dann in einer unterversorgten Region angefangen habe- wo das letzte Klinikgehalt inkl Dienste die Grundlage für die Fördersumme bildete- und dann hab ich nach der Prüfung eben nicht zugelassen, dass ich weniger verdiene als in der Weiterbildung.

(Ich bin aber auch mit zwei Fachärzten hochqualifiziert - und man soll sich ja nicht selber loben, aber ich arbeite schnell und effizient und hole das auch raus :-D )

Relaxometrie
25.04.2025, 14:58
In NRW ist die Förderung für Allgemeinmediziner seit Januar nochmal höher:
"Der monatliche Gehaltszuschuss für Ärzte in Weiterbildung beträgt in der vertragsärztlichen Versorgung je Vollzeitstelle aktuell 5.800 Euro." (Brutto)
Quelle: https://www.kvwl.de/mitglieder/niederlassung/foerderung/allgemeinmedizin

Ida96
25.04.2025, 15:10
Hallo, ich beginne meine Weiterbildung erst und suche gerade meine erste Stelle (wahrscheinlich stationär erstmal).
Woran erkenne ich ob eine Klinik eine geförderte Stelle bietet? Oder ergibt sich das erst im Bewerbungsgespräch dann?
Und ist Umzug und damit verbundener wechsel der Äk bzgl der Förderung ein Problem?

Fr.Pelz
25.04.2025, 15:26
@Ida96 Also zumindest in NRW ist es so, dass nur die ambulanten abschnitte gefördert werden. In den stationären Abschnitten bist du ja beim Krankenhaus angestellt und wirst nach Tarifvertrag bezahlt. Ich würde auch immer empfehlen, die stationären Abschnitte zuerst zu absolvieren.
Ein Wechsel der ÄK kann schon umständlich sein, gut ist es, zumindest immer wenigstens 6 Monate voll zu machen und sich die bescheinigen zu lassen in form von Weiterbildungszeugnis udn Logbuch-Einträgen.
Die Förderung wird ja nicht von der Ärztekammer bezahlt, sondern von der KV, von daher ist es der egal, wo du vorher warst. Du musst halt die Förderbedingungen erfüllen.

Kampf-Muffin
25.06.2025, 07:19
Hey, ich hoffe meine Frage passt hier in den Thread: ich tendiere zur Allgemeinmedizin bzw. Eben zur hausärztlichen Tätigkeit. Jetzt würde mich mal von euch interessieren, welche Fächer ihr neben Innere in der Weiterbildung gemacht habt und wie das war. Zu lang/zu kurz? Was hättet ihr gern gemacht, was wäre nicht nötig gewesen…? Womit anfangen?
Meine Überlegungen zu Fächern neben der Inneren: Psychiatrie find ich total spannend und vermutlich auch relevant, da man ja oft die erste Anlaufstelle bei psychischen Problemen ist. Außerdem haben mir im PJ auch die chirurgischen Fächer gefallen (mein Wahlfach war auch Gyn), von daher könnte ich mir das auch vorstellen. Also entweder Gyn oder auch Allgemeinchirurgie.
Ergeben diese Überlegungen für euch Sinn?