Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dein 1. Dienst....
Huepftigger
01.03.2008, 14:42
Hatte letzte Nacht meinen ersten Dienst nach einem Monat Arbeit. Ist ein kleines Haus, daher war ich dann ab 17 Uhr auch ganz allein.
Der Dienst fing ja schon nicht so super an, nachdem wir um 12 Uhr einen Patienten mit AV_Block III° hatten. Das war halt mal für eine halbe Stunde aufregend, dann war er auch schon zur SM-Anlage verlegt.
Dann kurz nach Feierabend meiner Kollegen kam ein Mann mit Bluthusten, der sich dramatisch anhörte. Aber bei einem super Hb und vor Ort keinem Husten hab ich ihn erstmal aufgenommen und später nach ihm gesehen.
Dafür war die nächste Patientin etwas heftiger. Kam über die Ambulanz mit kardialer Dekompensation angekündigt. Die war auch rechtsführend nicht zu übersehen. Also aufgenommen und auf die Station gelegt. Über dem Herzen gab es ein so lautes Systolikum, dass ich noch nie gehört hab. Aber dank altem Brief und bekannter hochgradiger MI und ASD war das dann schon mal klar. Dafür war ich nach dem Labor etwas baff - Quick von 13%, Hb 8,6 bei Hk von 26, Digitoxinspiegel das doppelte des oberen therapeutischen Bereichs. Zum Glück hatte sie aber auch eine leichte Hyperkaliämie. Immerhin war bei der rektalen Untersuchung kein okkultes Blut nachzuweisen. Die Frau hab ich dann an die Überwachung genommen. Dort war sie dann natürlich recht bradykard mit Frequenzen um die 40...
Dann klingelte schon wieder das Telefon - ein Mann mit V.a. obere GI-Blutung. Passte ja ganz gut, da musste mein Hintergrund eh kommen. Letztlich hatte der Mann eine Refluxösophagitis III° - IV° mit stattgehabter Blutung. Es wurde auch nochmal auf die Frau an der Überwachung geschaut - und entschieden, sie nicht auf die ITS zu legen (wegen evtl. Noro). Aber ich war enorm frph, dass mein Hintergrund da mit drauf gesehen hat, denn die Frau war mir echt nicht geheuer...
Dann kamen noch 2 Noro-Verdachtsfälle auf die Isolierstation. Gegen 1 Uhr hab ich mich dann versuchsweise hingelegt, wobei das Schlafen echt nicht ging. Die ungewohnte Umgebung und Geräusche - dazu die Verantwortung. Um 2 Uhr wurde ich dann angerufen - ein Patient war verstorben (er durfte auch). Nach Feststellung des Todes hab ich michnochmal hingelegt und auch echt gepennt. Immerhin 4 Stunden.
Morgens dann der normale Stationskram und noch eine Patientin mit exazerbierter COPD. Um 10 Uhr bin ich mit einer Überstunde nach Hause gefahen und war echt platt...
Ich fand den Dienst trotz der eigentlich ruhigen Nacht schon heftig. Und das schlimme ist, dass ich am Montag schon wieder Dienst hab. Hoffentlich hab ich da etwas mehr Ruhe... :-sleppy
Hört sich ganz schön stressig an, aber auch so, als ob Du die Sache im Griff hättest :-top
Mal ne andere Frage, wann mußten denn die Betäuber unter Euch die ersten Dienste machen?
Bei uns ist das erst nach einem Jahr üblich, was mir ja recht ist, aber ein bißchen wundern tut es mich schon.
Mal ne andere Frage, wann mußten denn die Betäuber unter Euch die ersten Dienste machen?
Bei uns ist das erst nach einem Jahr üblich, was mir ja recht ist, aber ein bißchen wundern tut es mich schon.Ist bei mir nicht anders.
R.
Mal ne andere Frage, wann mußten denn die Betäuber unter Euch die ersten Dienste machen?
Ich war nach 7 Monaten dran, wo mir mit Gyn-Abteilung und ohne Hintergrund im Haus doch etwas mulmig war...
Huepftigger
01.03.2008, 19:09
Mein Hintergrund war auch nicht im Haus. Hat immerhin 25 Minuten gedauert, bis er dann wegen der Notfall-Gastro da war. Und wenn ich meinen Beitrag so lese, liest er sich harmloser, als ich es empfand.
Diese Frau mit der kardialen Dekompensation, der Marcumar- und Digitalisüberdosierung hat mir echt Angst gemacht. Und immer kreiste mir die Frage im Hinterkopf rum, ob ich auch bei allen Aufnahmen an alles gedacht habe...
Und das schlimmste war, dass mein Hintergrund mich irgendwie hat spüren lassen, dass es ihm gar nicht so recht war, kommen zu müssen. Ich bin ja auch nur Berufsanfänger im 1. Dienst. Da kommen solche spitzen Bemerkungen echt gut. Wenn ich wenigstens mehr Sicherheit bei Verordnungen etc. hätte. Ich hoffe nur, dass bald mehr Routine da ist. Und raubt mir jetzt nicht diese Illusion :-))
Evil, war es nicht so, dass Du Dienste machen wolltest aber nicht dringend musstest zu der Zeit?
Dringend nicht, wenn ich mich standhaft gesträubt hätte, hätt ich es vielleicht noch 1-2 Monate rauszögern können, aber meine Kollegen lagen mir schon ganz schön in den Ohren... Chef und OAs meinten, ich sei fit genug, naja, und dann ging's halt los...
Die Assis nach mir haben aber auch so nach 7-8 Monaten mit Diensten angefangen, von 1 Jahr war da auch nicht die Rede.
Gerechtigkeitshalber muß man aber sagen, daß wir echt fitte Anästhesiepfleger hatten, die älteren konnten sogar ZVKs und Spinale. Das beruhigt ungemein :-blush
Kathibaby
01.03.2008, 22:28
Ich war nach 7 Monaten dran, wo mir mit Gyn-Abteilung und ohne Hintergrund im Haus doch etwas mulmig war...
Ich hatte nach genau 10 Wochen meinen ersten Dienst, alleine im Haus für Gyn/Geburtshilfe, ITS, OP und evt. Rettungsstelle. Hintergrund zu Hause, in ca. 15 Minuten mit schnellem Auto vor Ort. Der eine OA ist meist zum Schlafen ins Haus gekommen wenn er Hintergrund hatte, aber wg. gewisser Differenzen haben wir eh bald keine Dienste mehr zusammen gemacht :-D .
Gerechtigkeitshalber muß man aber sagen, daß wir echt fitte Anästhesiepfleger hatten, die älteren konnten sogar ZVKs und Spinale. Das beruhigt ungemein :-blush
Ja, die sind echt ein Segen und haben in vielen Dingen noch tausendmal mehr Ahnung als ich. Wirklich beruhigend, wenn man die in der Nähe hat ;-)
Ich hatte nach genau 10 Wochen meinen ersten Dienst, alleine im Haus für Gyn/Geburtshilfe, ITS, OP und evt. Rettungsstelle.
Wow, das ist aber wirklich früh. Gings erstmal ruhiger los oder hattest Du gleich mal so kleine Katastrophen/Stress am Anfang?
Ja, die sind echt ein Segen und haben in vielen Dingen noch tausendmal mehr Ahnung als ich. Wirklich beruhigend, wenn man die in der Nähe hat ;-)Das stimmt einerseits schon, aber man darf sich auch nicht ins Bockshorn jagen lassen: das ist Wissen, welches aus Routine entstanden ist. Sobald es mal etwas komplexer wird oder man Sachen hinterfragt, tun sich teilweise erschreckende Löcher auf. Da ist man denen selbst als Jungassi weit vorraus und da tut man dann auch gut daran, wenn man sich durchsetzt und nicht jeden Vorschlag in deren Sinne befolgt.
R.
Das stimmt einerseits schon, aber man darf sich auch nicht ins Bockshorn jagen lassen: das ist Wissen, welches aus Routine entstanden ist. Sobald es mal etwas komplexer wird oder man Sachen hinterfragt, tun sich teilweise erschreckende Löcher auf. Da ist man denen selbst als Jungassi weit vorraus und da tut man dann auch gut daran, wenn man sich durchsetzt und nicht jeden Vorschlag in deren Sinne befolgt.
R.
Ja, das stimmt schon. Wissen in dem Sinne haben wir mehr, aber praktische Unterstützung bietet das einem v.a. am Anfang schon. Aber Du hast völlig recht, man muß das schon differenziert betrachten.
Kathibaby
02.03.2008, 16:51
Wow, das ist aber wirklich früh. Gings erstmal ruhiger los oder hattest Du gleich mal so kleine Katastrophen/Stress am Anfang?
Der 1. Dienst war easy, um 23 Uhr schlafen gegangen um um 3 Uhr wg. irgendweinem Patienten auf der ITS angerufen worden. Das wars dann auch schon. Aber dann ging es los: Andauernd Sectios, immer mind. eine Aufnahme auf die ITS (und natürlich nach 23 Uhr bzw. im Morgengrauen), akutes Abdomen für den OP, Knochenbrüche etc. Die Dienste waren danach leider kein Zuckerschlecken mehr, hab vom fachlichen Standpunkt her zwar nie Probleme gehabt, aber die waren vor allem körperlich sehr anstrengend, da es immer 7-8/Monat waren.
Mein Hintergrund war auch nicht im Haus. Hat immerhin 25 Minuten gedauert, bis er dann wegen der Notfall-Gastro da war. Und wenn ich meinen Beitrag so lese, liest er sich harmloser, als ich es empfand.
Ich finde, das liest sich ganz und gar nicht harmlos. :-? Also ohne ein Buch "was tue ich wenn" wär ich da aufgeschmissen :-((
Ich bewundere alle, die so schnell Dienste machen müssten...
aber, wie es aussieht, muss ich auch bald damit rechnen - entscheide mich gerade zwischen 2 Stellen, beide in der Gyn/Geburtshilfe - eine Stelle bedeutet Dienste nach 3-4 Wochen, die andere nach 4-6 Wochen... ich weiß echt nicht, wie ich es schaffen soll---
Claerchen
02.03.2008, 19:03
Also ich kann ja nur von meiner Gyn-Stelle berichten, meistens ist es nicht so schlimm im Dienst. Z.Z. mache ich allerdings nur zusätzlich und rufe den anderen Assi wenn ich nicht weiter weiß. Was so kommt sind eben Geburten, blutende Aborte und seit Wochen blutende nicht Schwangere denen das immer erst abends und am Sa einfällt dass man da ja mal was machen sollte. Sonst verteile ich die Pille danach in Massen. Schlimmes wie vorzeitige Lösung etc hatte ich noch nicht. Öfter nochmal eine eilige Sectio oder Ve´s.
Huepftigger
04.03.2008, 19:48
Ich finde, das liest sich ganz und gar nicht harmlos. :-? Also ohne ein Buch "was tue ich wenn" wär ich da aufgeschmissen :-((
Wär ich auch. Zum Glück hab ich die "Checkliste Innere" in der einen und ein selbst angefertigtes Skript von einem Assi speziell für das Krankenhaus in der anderen Tasche. Ohne wär ich so manches mal ewig am Überlegen und Nachlesen (gerade, was Dosierungen angeht).
Aber ich möchte auch mal ganz toll von meinem zweiten Dienst gestern berichten. Um 16 Uhr kam eine Frau mit Verwirrtheitszustanden bei V.a. Schlafmittelabusus (das heisst, in der Aufnahme war sie überhaupt nicht mehr wervwirrt). Und um 19 Uhr dann ein Mann mit akuter Alkoholintox, den ich direkt mit dem Taxi wieder nach Hause geschickt hab. Er war immerhin voll orientiert und konnte selbständig geradeaus gehen. Und den Rest der Nacht - kam niemand mehr :-)). War richtig unheimlich. Aber so konnte ich den Stapel zu diktierender Briefe etwas abarbeiten :-dagegen
Gucken denn die Schwestern/Patienten nicht komisch, wenn man sagt "Moment, ich muss das mal kurz nachgucken" und dann ein Buch aus der Tasche holt?
Kann zwar nicht sagen, wie es für den Assistenzarzt ist, aber als Pfleger fand ich das in Ordnung. Besser eben nachschlagen als Unsinn anordnen.
Seltsam war es nur, als mich die Assistenzärztin bei der Visite vor der Zimmertür fragte, welche Schmerzmedikamente placentagängig sind und was die anderen in dem Fall immer geben (Situation: Ich im 2. Lehrjahr als Schüler auf der Gyn und sie neu in der Klinik. Aber sie sah gut aus ;-) )
Gucken denn die Schwestern/Patienten nicht komisch, wenn man sagt "Moment, ich muss das mal kurz nachgucken" und dann ein Buch aus der Tasche holt?
Naja, man kann ja auch einfach mal zwischendurch rausgehen bzw. die Anordnungen gar nicht im Zimmer machen - ist bei uns normal, dass wir diese im Arztzimmer der Notaufnahme machen. Uns sonst sag ich mal gern, dass ich nachschauen gehe, ob die Blutergebnisse da sind - aber da ich noch kleine PJlerin bin ;-) , gehe ich dann meist zum diensthabenden Assistenten, berichte ihm und frage ihn um Rat, welche Untersuchung oder welches Medikament wohl als nächstes wichtig und richtig ist. Als Assistenzarzt kann man bei uns so aber auch gut mal etwas nachschauen. Und Dosierungen von seltenen Medis nicht auswendig zu wissen, halte ich für normal und absolut keine Schande. Besser nachschauen als falsche Dosierungen anzuordnen!!
LG,
Ally
eileiter
05.03.2008, 13:28
Heute beginnt mein erster Nachtdienst (der erste von 3 in Folge). Hab im Dez in der Gyn angefangen und mach seit Februar Spätdienste und Wochenend-Tagdienste.
Mich grausts schon.... Kann seit Tagen an nichts anderes mehr denken...
Drückt mir die Daumen, dass alles glatt geht!!!
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