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Winkelmesser
09.10.2006, 16:35
Der erste Dienst in der Chirurgie ist für mich jetzt auch vorbei.
Zwei Tage vorher begann ich schon etwas unruhig zu werden, und bin mit flauem Gefühl gestern da hin. Einzig verantwortliche Ärztin für die gesamte Chirurgie, oh je... Immerhin hatte man mir vier Monate Vorlaufzeit gewährt. Ich begann mit einem halben Dienst, d.h. von 21 h bis 9 h.

Der erste und kränkste Patient, den ich am Abend gesehen hab, hatte eine Tibiaschaftfraktur. Also beim Gipsen helfen. Dann noch so ein bisschen Kleckerkram, nichts besonderes.
Ab eins war es verdächtig ruhig, kein einziges Mal hat das Telefon geklingelt. Ich habe allerdings kein Auge zugemacht und mich zwischenzeitlich selbst auf dem Handy angerufen, um zu sehen, ob es nicht doch vielleicht kaputt ist :-)) Ab vier Uhr morens habe ich dann ferngesehen.

Ich war die ganze Zeit ziemlich unruhig und hatte schon Schiß, dass etwas kommt, was ich nicht bewältigen kann. Um so stolzer bin ich, nicht den Hintergrund angerufen zu haben.

Am Donnerstag habe ich dann einen ganzen Dienst, d.h. 24 h. Da bin ich echt mal gespannt, wie das so wird. Wenn ich nach einem normalen Ambulanztag schon völlig k.o. bin, wie bewältigt man dann die 24 h. Na ja, andere haben es ja auch geschafft.

annekii
21.10.2006, 17:37
Hallo!

Ich habe nun alle Beiträge gelesen und mir geht es schlechter als vorher :-nix

ich hab dermaßen Schiss, nichts zu können, wenn es drauf ankommt, dass ich mich noch wahnsinnig mache. Im November soll es losgehen, da werde ich bei Diensten der Oberärzte das Telefon bekommen und als erster angerufen werden und dann kann ich sie rufen. Ab Dezember sind die dann nur noch telefonischer Hintergrund ohne Möglichkeit, dass sie reinkommen, weil sie zu weit weg wohnen. In dem Kaff will ja auch kein Mensch wohnen :-( (ich bin in der Inneren, eher Kardio und Akutversorgung, und wollte in die Pädiatrie...)

LG
Anneke

Evil
21.10.2006, 18:04
Nu schmeiß mal nicht gleich das Stethoskop ins Korn, wenn's darauf ankommt, klappen die meisten Sachen gottseidank.

Ich hatte grad wieder meinen 1. Dienst nach 4 Monaten, und da war dann gleich ein multimorbider 85jähriger mit perforiertem Ileus dabei, der auch den ganzen Zauber mit ZVK und Arterie brauchte... und irgendwie hab ich den Kram da auch reingebastelt bekommen, ohne um Hilfe rufen zu müssen. Morgens kam dann noch ein SHT im CT dazu, das sich als fettes epidurales Hämatom herrausstellte, aber der war kreislaufstabil und das hat auch irgendwie hingehauen.
Was sagte meine Oma immer? Das Glück ist mit die Dummen :-)

Doktor_No
21.10.2006, 18:18
das mit den dummen unterschreib ich sofort! hab gestern meinen ersten darmeingriff selber machen dürfen (DD-segmentresektion bei ileus wg. eingeklemmter gangränöser ileumschlinge im rechten leistenkanal), und der dame gings heute morgen prächtigst auf ITS. und das allerbeste: ich hab von 22 bis 6 uhr durchgeschlafen, das gabs noch nie!!!!!!!!!!!!!!!!!! morgen den nächsten dienst, da können die es mir ruhig komplett besorgen, montag ist frei und der vertrag für die uro wird unterschrieben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !

Pünktchen
21.10.2006, 18:23
und das allerbeste: ich hab von 22 bis 6 uhr durchgeschlafen, das gabs noch nie!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ist es bei euch auch derzeit arg ruhig???? Ich hab den ganzen Tag auf den grossen schlag gewartet, weil es unheimlich ruhig ist...aber ich war auch 23 uhr im Bett und keiner kam in der Nacht....
:-nix aber ist auch noch kein Krupp-Wetter

Doktor_No
21.10.2006, 20:06
tagsüber ist es immer sauviel. da freu ich mich des nächtens über schlaf wenn möglich. dieses gestresse nachts muss ich echt nicht haben.

eatpigsbarf
21.10.2006, 21:21
ich hatte am Donnerstag meinen 2. Dienst überhaupt. War so lala, aber immerhin war ich mit der letzten Patientin nachts um 1.15h durch. Insofern war´s ruhig, allerdings hat stündlich aus unerfindlichen Gründen mein Diensthandy geklingelt, ohne daß jemand dran war (Nr. war auch immer unbekannt). Pforte wußte auch nicht weiter. Schon echt blöd, weil ich sowieso noch nur sehr wenig schlafen kann aus lauter Angst, daß jemand anruft, ich das Klingeln nicht höre (total bescheuert, weil das auch zu Hause nicht vorkommt) und ich sowieso keine Ahnung habe, was ich mit den Patientinnen machen soll. Naja, insofern war der Schlaf nur sehr wenig. Aber es war ansonsten ruhig.
Und für alles andere hab ich den OA da. Gottseidank!!!

FataMorgana
21.10.2006, 21:24
Ich hatte kürzlich meinen ersten Wochenenddienst allein im Labor. Ich kann Euch sagen, dass das deutlich angenehmer war als in der Klinik! ;-)

Feuerblick
27.10.2006, 07:48
*ächz* Morgen endet auch für mich der Welpenschutz. Mir ist jetzt schon schlecht....:-nix

Doktor_No
27.10.2006, 08:00
und ich geh jetzt von meinem ca. achtletzten chirurgischen dienst nach hause :-))

Feuerblick
29.10.2006, 12:03
*ächz* Ich habe es überlebt! Muriels und Billes "Abprallwand" hat teilweise funktioniert, ich habe den ganzen Tag Sicca-Sprechstunde und "Ich hab da was ins Auge bekommen"-Sprechstunde betrieben und musste nur abends meinen OA rufen, weil ich nicht selbst entscheiden wollte und konnte, ob der Bindehautriss, der seit Studen immer mal wieder blutete, noch chirurgisch versorgt werden sollte. Heute wieder Rufdienst und dann noch drei Nächte... *ächz*

Blumenmädchen
29.10.2006, 21:43
Hallo,

ich hatte gestern auch meinen ersten WE-Dienst. Es war schon die ganze Zeit gut zu tun, aber irgendwie konnte ich dann doch alles bewältigen. Hab zwar häufiger meinen OA angerufen, aber tagsüber ist das ja nicht so schlimm, hab ich mir gedacht... Irgendwie ist es ja immer das gleiche, vorher macht man sich den Kopf, dass man das alles nicht schafft und hinterher ist man erstaunt, dass es doch alles halb so wild war... im Studium warens die Examina, jetzt sinds die Dienste...

Schönen Abend noch, B.

Goborg
04.11.2006, 02:15
hallo.

bei mir ist es nächsten donnerstag soweit. erster dienst in der chirurgie.

bin für die stationen und für die intensiv zuständig (die anästheten ruhen daheim )
habe gerade 2 monate hinter mir und mir ist schon mulmig zumute.
bisher hab ich viel ambulanz gemacht aber gerade die akuten fälle sind an mir fast immer vorbeigegangen... bin mal gespannt, was mich so erwartet in meinem dienst....



werde berichten,

chris.

Lava
04.11.2006, 12:21
Also jemanden mit nur 2 Monaten Erfahrung auf die Intensivstation zu stecken halte ich für gefährlich!! Wieviele Beatmungsbetten? Kannst du überhaupt intubieren, reanimieren, die richtigen Medis bei katecholaminpflichtigen Pats ansetzen? :-((

Goborg
05.11.2006, 08:46
Naja intubieren und reanimieren kann ich wohl (habe bis august 14 jahre im rettungsdienst gearbeitet). bei den katecholamin-patienten wäre ich sehr unsicher. aber es ist ne gemischte intensiv, und bevor ich da mist baue, rufe ich halt den diensthabenden internisten dazu, der soll mir im fall der fälle halt helfen.

ausserdem kennen sich da die alten hasen der intensivpfleger auch gut mit aus. ich weiss -schwacher trost, aber es beruhigt schon etwas.

je näher der tag rückt, um so nervöser werde ich. naja, in ein paar monaten lache ich wahrscheinlich drüber ;)

Sackbauer
05.11.2006, 10:43
Also jemanden mit nur 2 Monaten Erfahrung auf die Intensivstation zu stecken halte ich für gefährlich!! Wieviele Beatmungsbetten? Kannst du überhaupt intubieren, reanimieren, die richtigen Medis bei katecholaminpflichtigen Pats ansetzen? :-((

Zustimm. Also ich hab 4 Monate Intensiv (6 Beatmungs-ITU-Betten, 6 Semiintensiv-Ueberwachungs-HDU-Betten) am Ende meines ersten Ausbildungsjahres gemacht, aber jemanden mit nur 2 Monaten Berufserfahrung die Verantwortung fuer eine Intensivstation zu ueberlassen, halte ich fuer schwer kriminell.

Wieviele zentrale Zugaenge hast du gelegt? Arterielle Leitungen? Tracheostomien? Thoraxdrains?

Glaub mir Goborg, du hast keinen blassen Schimmer von Intensivmedizin (ach ja, ich hab auch >10 Jahre Rettungsdienst hinter mir).

Lava
05.11.2006, 11:03
Meiner Meinung nach zeigt das, was für ein extremer Personalmangel mancherorts herrscht. Die Verwaltung hat offenbar nicht begriffen, dass auch mehr Leute eingestellt werden müssen, wenn man das Arbeitszeitgesetz umsetzen will. Und mit dem einstellen hätte man schon vor einem Jahr anfangen müssen, damit man jetzt genug Leute hat, um eine Intensivstation ausreichend besetzen zu können. :-meinung

Goborg
05.11.2006, 11:27
Ich hab nie behauptet, dass ich intensivmedizin könnte. das ist mir vollstens bewusst.
bei uns ist es eine eher kleine intensiv. da liegen erstmal planmässig alle pat., die am tage ne TEP bekamen, so proforma. natürlich auch mal bäuche, die operiert wurden.
wie gesagt, ich hab da auch echt nen mulmiges gefühl. aber was solls.... muss ich durch. die kitteltaschen vollgestopft mit leitfäden, die mir evtl. über die eine oder andere hürde hinweghelfen.

Evil
05.11.2006, 13:24
Außerdem gibt es noch einen oberärztlichen Hintergrund, der im Zweifel gerufen werden kann/soll/muß. Und das frühzeitig...

Goborg
07.11.2006, 09:59
Manchmal kommt es anders, als man denkt: gestern morgen zur arbeit, kollege krank. und der sollte gestern dienst machen. da wurde ich doch gleich mal gefragt, ob ich das nicht übernehmen könnte, da sonst keiner könnte... :-notify

gesagt-getan: so hatte ich gestern meinen ersten dienst.

war sehr ruhig. nur ein paar patienten, 2 koplawus geflickt, paar schmerzen gelindert auf station und nen paar BZ´s runtergespritzt, braunülen gelegt. Auf Intensiv lag nur eine stabile Patientin von uns.

die nacht war ruhig, schlafen konnte ich aber trotzdem nicht wirklich :-oopss

heute morgen rief mich gleich der OA an, ob denn alles okay wäre, da ich nicht einmal angerufen hätte :D der hatte sich auf ne unruhige nacht eingestellt :-D

bin froh, dass es ruhig war und auch, dass es rum ist.