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Harvey
14.03.2024, 19:42
Wenn man jetzt die Zeit in einem Kurs hochrechnet mit verlorenen Einnahmen, die man stattdessen beim ärztlichen Notdienst verbringen könnte, um Geld zu verdienen, darf man demnach ja keine freie Minute bzw. Wochenende mehr verbringen - ebenso finanzielle Katastrophe?

Kurse bei der Ärztekammer müssen nicht die qualitativ besten sein, auch teuer oder günstig ist kein Qualitätsmerkmal. Ist halt auch eine Frage, wieviele Dozenten müssen bezahlt werden, Räumlichkeiten usw.

Die KV ist nicht zuständig für die Anerkennung einer Fortbildung sondern die Ärztekammer.

Bei jeder Fortbildung ist doch etwas zu lernen mal mehr mal weniger. Sei es nun Manuelle Medizin, Akupunktur, Schlafmedizin, Palliativmedizin usw.

Wichtig ist doch ob einen das Thema interessiert, da würde ich mich nicht von Meinungen im Forum beeinflussen lassen sondern einfach mal ausprobieren.

Manuelle Medizin ist neben der Beschäftigung des Themas Blockierung eben generell das Thema Bewegungsapparat, die Patienten richtig untersuchen, Einschätzen usw.

Seitdem ich Manuelle Medizin mache - und das gewiss nicht bei jedem Patienten mit Problemen des Bewegungsapparates ist der Bedarf nach Schmerzmitteln und Frage nach Physiotherapie gesunken und habe damit deutlich der Physiotherapie Budget übrig für andere Indikationen…

Bezüglich DMP - normalerweise muss man für jedes DMP Thema (Diabetes/KHK/COPDundAsthma) einmal im Jahr eine anerkannte Fortbildung dazu besuchen - idealerweise im örtlichen Qualitätszirkel. Schaue mal z.B. beim Institut für Hausärztliche Fortbildung (IHF), die bieten das regelmäßig an.

denkstdu
14.03.2024, 20:00
Wegen DMP ich musste für DMP Diabetes aber extra Eibe einmalige Fobi über die KV machen.Sonst mache ich jährlich kostenlose DMP Fortbildungen gesponsert über fie Industrie.Geht auch mittlerweile gut online.

Grombühlerin
15.03.2024, 06:47
Wegen DMP ich musste für DMP Diabetes aber extra Eibe einmalige Fobi über die KV machen.Sonst mache ich jährlich kostenlose DMP Fortbildungen gesponsert über fie Industrie.Geht auch mittlerweile gut online.

So ist das hier auch.
Für Diabetes einen kostenpflichtigen 'Grundkurs ' bei der KV, dann für alles jährliche Auffrischungen.

(Ich halte es aber durchaus für möglich, dass das im Bundesland nebenan anders ist, als nachfragen!)

ehem-user-19-05-2025-1430
15.03.2024, 07:41
@*Skywalker: ich finde die Rechnung überhaupt keine Milchmädchenrechnung sondern betriebswirtschaftlich einfach ehrlich. Diese Mentalität seine Eigene Freizeit/Arbeitszeit mit 0 Euro zu bewerten gibt es echt nur bei Medizinern :D Als Hauasrzt bzw Notarzt hat man eben auch in vielen Regionen unbegrenzten Zugang zu Notdiensten also könnte das schon so machen... ist ja als Art Gedankenexperiment gemein zur ehrlichen Kostenrechnung...

@Harvey: bin trotzdem auch deiner Meinung, dass es primär darum geht seine eigenen interessen zu folgen und wenn es einem Spaß macht und den Patienten gut tut, ist es doch eine tolle Sache. Die ehrliche Kostenrechnung steht dem ja nicht entgegen, muss einem halt wert sein.

Cor_magna
15.03.2024, 10:25
@*Skywalker: ich finde die Rechnung überhaupt keine Milchmädchenrechnung sondern betriebswirtschaftlich einfach ehrlich. Diese Mentalität seine Eigene Freizeit/Arbeitszeit mit 0 Euro zu bewerten gibt es echt nur bei Medizinern :D Als Hauasrzt bzw Notarzt hat man eben auch in vielen Regionen unbegrenzten Zugang zu Notdiensten also könnte das schon so machen... ist ja als Art Gedankenexperiment gemein zur ehrlichen Kostenrechnung...

@Harvey: bin trotzdem auch deiner Meinung, dass es primär darum geht seine eigenen interessen zu folgen und wenn es einem Spaß macht und den Patienten gut tut, ist es doch eine tolle Sache. Die ehrliche Kostenrechnung steht dem ja nicht entgegen, muss einem halt wert sein.

Das was DrSkywalker beschreibt, wird in der BWL Welt als "Opportunitätskosten" bezeichnet.
Auf gut deutsch: Die Kosten, die dadurch entstehen, weil man sich für etwas entscheidet, obwohl man in der gleichen Zeit etwas lukrativeres machen köntne (sei das lukrativ jetzt in Geldeinheiten bemessen oder einfach in Freizeit).

Und in der Tat denken die meisten Nicht-Mediziner genau so.

Als ich meinem BWL Kumpel erzählt habe, dass ich in meiner Freizeit am Wochenende einen Weiterbildungsvortrag für den Chefarzt erstelle, meinte er, das würde ihm und seinen Kollegen ja nicht im Traum einfallen. Wenn der Chef was will muss er ihn dafür bezahlen.

Soviel dazu.

Fr.Pelz
17.03.2024, 20:28
Benutzt jemand von euch das IFightDepression-Tool? Ich hab jetzt mal den Zugang beantragt und gucke mal, wie es wird. Mich nerven die fehlenden Psychotherapie-Kapazitäten so sehr und ich stelle mir vor, dass das für den ein- oder anderen Patienten eine Krücke sein kann bis zum Therapieplatz (oder Spontanremission beim Warten auf denselben).

abcd
20.03.2024, 18:23
Im aktuellen Nervenarzt gibt es einen Artikel (https://www.springermedizin.de/affektive-stoerungen/digitale-gesundheitsanwendungen/wirksamkeit-in-deutschland-verfuegbarer-internetbasierter-interv/26653616)zu internetbasierten Interventionen und DIGAs bei affektiven Störungen. Soweit ich gesehen habe müsste es ein Open access sein.

davo
20.03.2024, 18:45
Man sollte auch gute alte Arbeitsbücher nicht vergessen. Manche davon sind wissenschaftlich fundiert und von echten Experten geschrieben, wie z.B. das MBCT-Arbeitsbuch von John Teasdale und Koautoren. Im Vergleich zu dem, was DiGa-Anbieter der GKV verrechnen, sind diese auch spottbillig.

nappy
20.03.2024, 19:50
Mal eine Frage in die Runde:

Behandeln viele von euch auch Kinder und machen regelhaft Vorsorge-Untersuchungen ab U3?

Bin aktuell nach hoffentlich bald abgeschlossenen Facharzt auf der Suche nach einer neuen Stelle und habe doch einige Praxen jetzt gesehen, die auch viel im pädiatrischen Bereich arbeiten. Bin mir noch nicht sicher, wie ich dazu stehe.
Oft ist es wohl auch aus der Not bei fehlenden Kinderärzten…

denkstdu
20.03.2024, 20:02
Kinder mit akuten Sachen habe ich schon ein paar (meist jeden Tag so 2-3), aber Us machen wir nicht.Machen nur die J1 bei manchen und die Jugendarbeitsschutz.

freestyler
20.03.2024, 20:14
Ich habe relativ viele Kinder in der Praxis. Knapp 200 pro Quartal. Us machen wir aber Kapazitätsgründen auch nicht.

nappy
20.03.2024, 20:22
Ja vorallem vor den Us habe ich irgendwie ziemlichen Respekt

aschenputtel1977
21.03.2024, 06:04
Oh ich bin unseren Allgemeinmedizinern hier so dankbar. Wir als Pädiater sind so übervoll, ich nehme maximal bis 12 Jahre (eine Kollegin ein Städtchen weiter hatte das mal auf "nur bis Schulalter" begrenzt) und wenn die Kinder schwer behindert sind auch älter auf. Alles andere muss zu den Allgemeinmedizinern. Das ist zugegebenermaßen auch schwer, die sind nämlich auch alle übervoll. Wir haben hier auch noch Kollegen, die schon etwas älter sind, die machen auch Kinder ab der U3 mit. U2 dürfen sie nicht, ist aber auch sehr selten.

Trenn
21.03.2024, 06:55
Man sollte auch gute alte Arbeitsbücher nicht vergessen. Manche davon sind wissenschaftlich fundiert und von echten Experten geschrieben, wie z.B. das MBCT-Arbeitsbuch von John Teasdale und Koautoren. Im Vergleich zu dem, was DiGa-Anbieter der GKV verrechnen, sind diese auch spottbillig.

Was kannst du sonst noch so an Büchern, Ratgebern etc. empfehlen? Vorteil ist natürlich, dass man weniger abgelenkt ist als am Computer. Nachteil ist, das man es selbst bezahlen muss...

Absolute Arrhythmie
21.03.2024, 13:08
Ich arbeite in einer größeren Praxis im ländlichen Raum und wir behandeln viele Kinder. Gäbe gar nicht genug Kinderärzte... Wir machen auch ab U3, also die beiden Chefs zumindest. Ich selbst mache als WBA in der Regel keine US, sehe aber jeden Tag Kinder in der Sprechstunde, meist mit akuten Infekten oder kleinen chirurgischen Sachen (Verletzung, Panaritium,etc). Anfangs war es mir auch gar nicht geheuer, aber mittlerweile macht es mir echt Spaß. Alles was unklar ist oder sich im kurzen Verlauf nicht bessert schicken wir Haut großzügig zu den niedergelassenen Pädiatern oder eben ins Krankenhaus zur Abklärung.
Aber ohne uns würde das System hier völlig kollabieren.

Immerweiter90
22.03.2024, 06:00
Die Preise sind aber auch verwirrend. Habe jetzt nochmal genauer nachgeschaut. Für mich ist die Referenz die Akademie der Landesärztekammer Hessen, da kostet ein Kurs 1200€ (reduziert 1080€) bei 7 Kurse. Woanders werden schon Komplettpakete für 3800€ angeboten. Die Frage ist natürlich, ob die KV dann den günstigen Kurs anerkennt. Ein Mittelweg wäre nur den Grundkurs zu machen und es nach GOÄ anzubieten. Man sollte aber schon daran interessiert sein, um es gut zu können. Wir haben in unserer Gegend auch einen Orthopäden, der nur noch manuelle und Akupunktur macht (arbeitet ohne Kassenzulassung). Der hatte aber auch eine Ausbildung über mehrere Jahre in China gemacht. Wenn meine Patienten danach fragen (sind aber nicht viele), schicke ich dort hin. Die meisten sind trotz den Preisen relativ zufrieden.

Mach das trotzdem. Es macht so viel Spaß. Ich habe meine Kurse auch bei der Landesärztekammer Hessen gemacht und sie waren echt gut. Teuer aber gut. Ich freue mich mittlerweile auf Patienten mit Nacken- und Rückenschmerzen. Früher war ich immer genervt. Muss viel weniger NSAR und Physio verschreibt, muss weniger überweisen. Und zwischendurch macht es auch Spaß, vom Schreibtisch aufzustehen und was mit den Händen zu machen

hebdo
24.03.2024, 09:08
Ich stelle mal meine Frage zur ZB Sportmedizin in dieses Forum:

1. Habt ihr eure Weiterbildung über die Zweitageskurse oder an einem Institut gemacht? Was haben euch die ZTK in etwa gekostet und wie lange habt ihr dafür gebraucht?
2. Wo habt ihr die sportmedizinische Tätigkeit absolviert
3. Macht ihr viele sportmedizinische Untersuchungen in eurem Praxisalltag und was rechnet ihr ab?

JAK1
30.04.2024, 13:35
Liebe Kollegen,

ich gehe bald in einige Bewerbungsgespräche für eine Assistenzarztstelle Allgemeinmedizin (24 Monate, dann bin ich Facharzt).
Habe mir einige große Praxen angeschaut. Wisst ihr was wichtige Fragen für den Alltag neben Gehalt und Sprechzeiten sind? Klar habe ich auch geschaut, dass ich bestimmte Schwerpunkte Sono etc. noch mitnehmen kann. Sonst fehlt mir aber bisschen die ambulante Erfahrung was in dem Bereich noch große Relevanz hat und ich vorher unbedingt abklären sollte.

Trenn
30.04.2024, 15:05
Überleg wo du noch Zahlen für die KV-Genehmigung brauchst und ob die Ärzte eine Zulassung dafür haben, sodass sie es dir bescheinigen können. (Auf der KV Facharztsuchseite nachlesbar). Sono venös Extremitäten, Thoraxorgane ohne Herz, Urogenital, LZ-EKG.... Machen sie auch bei privaten Echos... Dann schau, ob sie den Patienten untersuchen oder nur überweisen. Eine Praxis mit 1,5k Scheine pro Arzt ist eher eine Überweiser-Praxis. Stellen sie selbst Insulin ein, sind sie versiert in Schulter und Knie-Untersuchungen, machen sie auch Knie-Injektionen etc. Machen sie auch kleinere OPs wie Abszesse oder eingewachsene Zehnagel selbst (könnte man dann alles dort üben). Wie ist das Wundmanagement aufgebaut. Haben Sie eine engagierte Wundmanagerin, die dir viel beibringen kann. Gibst viele Hausbesuche, Pflegeheimbetreuungen, wo du einen Arzt begleiten kannst, um den einen oder anderen Kniff zu lernen (alleine hin zu müssen ist für das Selbstbewusstsein sein, lerntechnisch aber Humbug). Bedenke, du wirst nie so viel von deinem Weiterbilder lernen können wie sein Können ist, bisschen Schwund ist immer. Von DocHoliday wirst du auch nur AUs ausstellen lernen.

ehem-user-19-05-2025-1430
30.04.2024, 15:29
Kann was Trenn sagt nur unterstützen. Die Zahlen sammeln so gut es geht, während der Weiterbildung kann man das enspannt mitnehmen (je nach Fachkunde), sobald man niedergelassen ist nervt es gewaltig die Sachen nachzuholen.

Zusätzlich: ich finde auch 1 freien Tag die WOche wichtig für bspw. Zusatzbezeichnung Palliativmed/Notfallmed oder was einem sonst so Spaß macht, sich einzulesen, psychsomkurs usw! Also auch als selbsternannter "Schaffer" ist 1 Tag die Woche sehr zu gebrauchen.

Wenn du später selbständig sein willst ist es vielleicht sinnvoll statt im riesen MVZ eher in sp einer 2-3 Mann/Frau Praxis zu schaffen, in der Mann sich das "selbständigen-Leben" anschauen kann...war mir zB. wichtig....