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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dein 1. Dienst....



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Fr.Pelz
14.05.2011, 11:48
Bin auch grad als PJlerin im Dienst mitgelaufen. Ich wollte endlich mal eine Appendektomie sehen und die kommen ja nur im Dienst. Was passierte: Nach einigem kleineren Zeugs kommt ein 9-jähriges Mädchen mit V.a Appendizitis , keiner ist sich so richtig sicher ob sie operiert werden soll (Obstipation in der Vorgeschichte, nur wenig Leukos, kein CRP dafür Urin auffällig). Schließlich laparoskopieren wir sie doch, ich darf assistieren. Der Wurm sieht nicht besonders schlimm aus, wir holen ihn raus und beim abschließenden Rumgucken sieht der Chirurg n komisches Ding im kleinen Becken....Ende vom Lied: 2 Gyns rangeholt die die hämorrhagische Ovarzyste entfernt haben. Bei ner 9jährigen wohlgemerkt. Dann noch eine inkarzerierte Hernie operiert (war nur eingeklemmt) dann wars 3 Uhr nachts und ich durfte mich hinlegen. Alles in allem recht spannend aber wohl nicht damit zu vergleichen, dass man Verantwortung trägt. Außerdem musste ich geschätzt 100Mal dem Personal erklären wer ich bin. Dass am Tag irgendwelche Leute mitanpacken und blöde Fragen stellen ist normal...aber ich bin wohl die erste Studentin die das in dieser Klinik nachts gemacht hat :-D

Bärentöter
14.05.2011, 12:11
lang, lang ist's her... Ich bin mir auch nicht mehr sicher, ob es der allererste Dienst war. Innere, Haus mit knapp 200 Betten (Grund- und Regelversorgung) in der bayerischen Provinz. Die Notärztin bringt einen verwahrlosten, ca. 50-jährigen Patienten mit Hämatemesis. Sie wörtlich: "der sieht ein bißchen blaß aus". Notfallabor: Hb 3g/dl, persistentes Bluterbrechen, im Aufnahme-EKG ein nicht ganz kleiner Vorderwandinfarkt. Klasse Kombination! Oberarzt und ich waren dann bis zum nächsten Morgen beschäftigt. Notfall-ÖGD. blutende Ösophagusvarizen, die konnten verödet werden. Den VWI konnten wir nicht spezifisch behandeln, alles mit Blutverdünnung oder negativer Inotropie schied ja aus. Letztendlich haben wir den Patienten durchgebracht. Was mich heute noch ärgert: im Rahmen der weiteren Abklärung wurde ein kolorektales Karzinom festgestellt, der Patient wollte sich nicht spezifisch behandeln lassen und verstarb nach einem Jahr. Also im Nachhinein alles vergebens...

lomé
14.05.2011, 15:53
Ich habs auch hinter mir... 1. Jahr Chirurgie in einem Regionalspital in der italienischen Schweiz (aber für ins Unispital nach Zürich brauchst den Heli; da landet schon erst mal fast alles bei uns)

mein erster Pickettdienst war in der 2. Arbeitswoche und begann mit einem rupturierten AAA und dem Erlernen wie man einen Totenschein ausfüllt.

Mein erster Wochenenddienst war letztes Wochenende nach 5 Wochen - bei uns ist man zu zweit, immer einer im Nofall und einer Pickett (für OP), und im Hintergrund ein Kaderarzt. Bei mir wars der Vize-chef, zum Glück super lieb und auch gar nicht böse dass ich ihn Sonntag morgen früh aus dem Bett geklingelt habe.
Ich habe Freitag bis Montag fast nichts geschlafen, wenn ich nicht auf dem Notfall war war ich im OPS, und die paar Stunden am Sonntag Nachmittag als das Telefon ruhig blieb konnte ich irgendwie auch nicht gescheit nutzen so sehr angespannt war ich.
Insgesamt war es bewältigbar, das grosse Wirbelsäulentrauma blieb aus und es waren ein paar sehr interessante Sachen dabei (OSG-Luxation mit Trimalleolarfraktur bei einem Patienten mit G6DP-Mangel - Antalgie dann gar nicht so einfach ;-)). Es gab zwar Momente der Verzweiflung (Rega und Ambulanz gleichzeitig angekündigt bei übervollem Wartezimmer und dazu den ganzen Tag weder gegessen noch getrunken..). Grosse Angst hatte ich auch vor der Visite auf Station (bei alles Patienten die ich nicht kannte da ich sonst immer auf dem Notfall war) und natürlich deren Problemen - das ging dann aber erstaunlich gut und ich konnte auch auf eigenen Wunsch die Visite kurz mit Vize-Chef besprechen und mich versichern, ob ich alles richtig gemacht habe.

Nächstes Wochenende ist es schon wieder so weit. Bis man keine Angst mehr hat dauert es glaub eine Weile, aber dass es nicht mehr der allererste Dienst ist ist schon mal beruhigend.

Wünsch allen die ihn noch vor sich haben viel Glück und Ruhe bewahren!
lomé

LasseReinböng
14.05.2011, 16:20
"tu endors le thorax? - moi j' réveille la vésicule!"

Schläferst du den Thorax ein ? Ich erwecke die Blase...

was ist das für ne ulkige Signatur ?! :-))

lomé
14.05.2011, 17:52
@lasse: originalzitat von zwei anästhesisten gehört im kaffeepausenräumli im OPS :-party

lööö
24.07.2011, 22:17
Donnerstag ist es soweit... Innere. Kleines Haus, keine Intensiv, daher auch kein anderer Kollege im Haus. Mal sehen...

shake
30.07.2011, 11:32
Donnerstag ist es soweit... Innere. Kleines Haus, keine Intensiv, daher auch kein anderer Kollege im Haus. Mal sehen...

und wie wars? ich finds immer spannend wie andere dienste so empfinden v.a.anfänger

lööö
01.08.2011, 06:12
Ich habs überstanden und die Patienten auch :) War ganz schön erleichtert, als morgens die Kollegen zur Übergabe kamen.

War eine relativ ruhige Nacht, hatte sogar gut 2 Stunden Schlaf. Eigentlich nur Kleinzeugs und eine Sturz aus dem Bett früh morgens. Wenn ich selbst die Ruhe gehabt hätte, hätte ich mich auch früher hinlegen können. Wenn Dienste immer so sind, schaffe ich das :) Habe allerdings gut 2 Tage zum regenerieren gebraucht, dass muss noch etwas schneller werden, wenn nicht gerade ein Wochenende folgt :)

Hatte ganz viele Kollegennummern und einen netten Hintergrund, den ich nach 10 nicht mehr gebraucht habe. In einer Woche gehts weiter...

Pille_McCoy
21.08.2011, 09:12
Mein erster richtiger Dienst ( bisher immer nur Teildienste wo noch ein erfahrener Kollege auf Intensiv erreichbar ist ) rückt auch näher.
Am 5. September ist es soweit. Innere Medizin. Theoretisch 86 Betten ( die natürlich nicht immer alle belegt sind zum Glück ), Notfallambulanz und leider auch die Intensivstation wo, je nachdem, auch durchaus 10 oder mehr interistische Patienten liegen können. Dummerweise gibt es bei uns noch das Abkommen mit den Neuros ( die sind zu dünn besetzt ), dass wir deren Patienten in der Nacht mit aufnehmen und versorgen. Da ruft man dann natürlich sofort den Hintergrund wenn irgendwas ist aber erstmal hat man die Patienten an der Backe :/

Ich bin seit dem 1.7. am Arbeiten und hatte auch noch eine Woche Urlaub letzte Woche. Fühle mich für draußen ( also ohne Intensiv ) halbwegs wohl in meiner Haut wenn alte Hasen ( Schwestern ) mit auf der Ambulanz sind, aber Intensiv ist halt doch noch was anderes.
Dafür ist aber immer ein erfahrener Gasmann im Haus und die Pfleger auf Intensiv sind ultrafit und wissen, dass ich ein Küken bin, dazu ein netter Hintergrund und Kollegen die ich wirklich jederzeit anrufen kann und auch 2 Chefs die ich ( ob Hintergrund oder nicht ) immer anrufen könnte.

Jetzt habe ich hier natürlich Horrorgeschichten ohne Ende gelesen und habe ab und an etwas Bammel vor der Sache. Erstmal habe ich für eine Weile aber auch nur die Dienste in der Woche, da ist zumindest bis 21:30 noch ein Kollege auf Intensiv. Irgendwann muss man halt anfangen zu schwimmen. In meinen Teildiensten habe ich schon gemerkt, dass man sich nicht auf die wirklichen Notfälle vorbereiten kann. Man muss einfach Schwimmen wenn man ins Wasser geworfen wird, so lernt man am Schnellsten und das auch am besten in dem Wissen, dass man wirklich nicht alleine ist und immer jemand hilft wenn es wirklich eng wird.

SuperSonic
21.08.2011, 11:27
:-(( Verstehe ich das richtig, dass du erst seit dem 1.7. als Arzt arbeitest und dich am 5.9. schon, also gerade mal nach zwei Monaten in WB, im Dienst um Stationen, Notfallambulanz und auch noch die ITS kümmern "darfst"?

Muriel
21.08.2011, 11:33
Och, was ich so von ehemaligen Kommilitonen gehört habe, ist das "schon" ersatzlos durch ein "erst" zu ersetzen :-nix

WackenDoc
21.08.2011, 11:50
Für den normalen Bereich ist das ja noch ok, gerade wenn noch ein erfahrener Kollege auf der Intensiv ist.

Aber so ganz alleine inclusive Intensiv- das find ich für so nen jungen Anfänger schon heftig.

Muriel
21.08.2011, 11:54
Damit mich hier keiner falsch versteht: Ich finde das auch sehr heftig, aber unnormal ist das ja leider dennoch nicht :-dagegen
Andererseits ist es ja auch eine Frage, wie man das gerade in kleineren Häusern realisieren möchte/kann. Ein zahlenmäßig überschaubarer ITS-Bereich braucht ja nun mal nicht zwangsläufig einen alleinigen AvD, so dass es logisch ist, dass der AvD des Gesamthauses diesen Bereich mit abdeckt. Entweder jeder noch so hinter den Ohren grüne Anfänger wird in die Mühle mit hinengeworfen oder aber man macht nach mehr als einem Jahr irgendwann seinen ersten Dienst. Beides ist suboptimal.

Brutus
21.08.2011, 12:59
Bei uns war es damals normal, dass man nach 3 Monaten auf der Intensiv eingearbeitet wurde und nach 5-6 Monaten seinen ersten Dienst auf der Intensiv gemacht hat. Da gab es noch den FA-Dienst, der aber erst mal für den OP zuständig war. Dennoch konnte man den halt jederzeit rufen, wenn man Hilfe brauchte...

Ich kenne aber auch Häuser, in denen man nach 3-4 Monaten ALLEINE Dienste schieben darf. Da ist zwar ein Hintergrund vorhanden, aber in der Anästhesie alleine für ITS, OP, Schockraum und REA-Funk ist schon als altgedienter nicht ohne. Als Anfänger mal gar nicht akzeptabel...

Pille_McCoy
21.08.2011, 13:02
:-(( Verstehe ich das richtig, dass du erst seit dem 1.7. als Arzt arbeitest und dich am 5.9. schon, also gerade mal nach zwei Monaten in WB, im Dienst um Stationen, Notfallambulanz und auch noch die ITS kümmern "darfst"?

Korrekt.

Doppeldienste sollen kommen. Personal wird gerade aufgestockt und die Teildienste erweitert, sodass bis 22 Uhr immer zwei Ärzte da sind.
Es ist eigentlich zu viel für einen alleine. Schlaf im Schnitt 1-3h mehr ist nicht drin. Wobei 3h schon ungewöhnlich sind.

Die Intensiv hat 10 Zimmer mit jeweils zwei Betten wobei ein Zimmer 5 Betten hat. Aber das verteilt sich noch auf andere Fachrichtungen. Wobei wir Internisten die meisten Betten haben. Ich habe einen Hintergrund für alle Fragen und wenn es brennt und dazu noch einen Gastroenterologischen und einen PTCA-Hintergrund. Wir können aber wirklich immer jeden anrufen. Da hilft und kommt jeder. Das beruhigt.
Ich kenne das Haus aus dem Pflegepraktikum, Famulaturen und dem PJ, kennen also Abläufe und wen ich um Hilfe bitten kann. Normal werden " hausfremde Neulinge länger eingearbeitet. Es dauert aber auch bis man weiss wo was ist. Das fällt bei mir weg.
Mal abgesehen von den Intensivpatienten machen mir die neurologischen Patienten mit die größten Sorgen. Für die bin ich auch noch zuständig bis der Hintergrund der Neurologen da ist.
Zur Zeit werde ich so gut es geht fit gemacht für das was auf mich zukommen kann. Nervös bin ich, klar. Aber bereit ist man nie, oder?

shake
21.08.2011, 13:50
also für stationen, intensivbetten und notaufnahme bist du alleine zuständig ab ca 22uhr? und der hintergrund, den du anrufen kannst, ist der im haus und pennt oder würde der von zu hause reinkommen?

ich wünsch dir trotzdem viel glück beim ersten dienst!! berichte dann man wie es war.

Pille_McCoy
21.08.2011, 14:16
Der Hintergrund kommt rein. 10-15 Minuten.
Im Haus ist noch der diensthabende Chirurg und ein Anästhesist ( da habe ich schon mal nachgefragt, die setzen einen der erfahrenen auf meine ersten Dienste ). Also ich bin da nicht alleine.
Wir werden sehen wie es wird ...

SuperSonic
21.08.2011, 16:48
Krass, dass das gar nicht so unüblich ist. :-((
Wünsch dir alles Gute bei den Diensten!

Miss
21.08.2011, 16:50
Zur Zeit werde ich so gut es geht fit gemacht für das was auf mich zukommen kann. Nervös bin ich, klar. Aber bereit ist man nie, oder?
Nee, aber bereiter ;-)
klar, man kann vieles nicht vorher üben, und seine Erfahrungen sammelt man auch im Dienst -aber wir werden da definitiv besser drauf vorbereitet.
Ich weiß ja nicht, wie heikel Eure Intensiv vom Patientengut her ist, aber mir reicht es nachts schon, wenn ich meine 16 Patienten nachts alleine bespassen muß (plus Schockraum und abwechselnd ReaTelefon). Auf die internist. Intensiv dürfen wir auch oft mal rüber zum Helfen, weil in unserem Haus auch die absoluten Anfänger da ihre Dienste machen. Gar kein Problem, jemandem in Not zu helfen, aber schon nervig, daß die da nicht besser eingearbeitet werden (tut uns oft einfach leid).

Nichtsdestotrotz viel Glück! :-)

Brutus
21.08.2011, 21:20
Der Hintergrund kommt rein. 10-15 Minuten.
Im Haus ist noch der diensthabende Chirurg und ein Anästhesist ( da habe ich schon mal nachgefragt, die setzen einen der erfahrenen auf meine ersten Dienste ). Also ich bin da nicht alleine.
Wir werden sehen wie es wird ...

Moin. Bitte nicht falsch verstehen, aber:
Ich würde Euch was Husten!!! Wenn ich als Anästhesist Dienst schiebe, dann habe ich mit meinen eigenen Patienten genug zu tun. Da muss ich nicht noch den Aufpasser für fachfremde Frischlinge spielen. Wenn ich einen neuen Kollegen Dienst machen lasse, dann soll der Hintergrunddienst seinen Hintern schön im KH lassen, wenn er nicht in adäquater Zeit da sein kann. Ich habe gehört im KH gibt es durchaus auch Betten, wo man schlafen kann.... Wäre ja noch schöner, wenn ich die Arbeit der anderen Fachrichtungen auch noch mitmachen soll.

Noch einmal: Ich bin sicherlich der Letzte, der nicht zum Helfen kommt, wenn der Tubus / ZVK / Arterie / REA oder sonstwas nicht so will, wie man will. Aber den Hintergrund auf Kosten der anderen Fachabteilungen zu schonen ist ein absolutes No-Go!!!

Da ich das selbst schon mitgemacht habe, bin ich da ein gebranntes Kind. Einer unserer damaligen Internisten hatte in einem seiner ersten Dienste auf der Intensiv eine ziemlich beschissene REA. War ja kein Thema, den Patienten zu intubieren und vernünftig zu verkabeln. Aber als der Hintergrund per Telefon verkündete, dass man ja noch eine Lyse starten sollte, und 2 Stunden weiterreanimieren, und dass der Kollege ja mit dem Anästhesisten kompetente Hilfe habe, so dass er im Bett liegen bleiben könne und nicht kommen müsse, da hat's bei mir ein wenig gehakt... ...

Das es auch anders geht, hat ein chirurgischer kommissarischer Chef demonstriert. Den habe ich nachts um 3 in der Ambulanz getroffen. Auf meine Frage, was ER denn um diese Uhrzeit hier mache, kam folgende Antwort: Ach weisste, der XY macht heute seinen ersten Dienst. Und da der mich sowieso alle 10 Minuten anruft habe ich ihn auf die Station geschickt und mache die Ambulanz lieber selber, da bin ich schneller fertig und wieder im Bett, als wenn ich ihm beim Platzwunden nähen zusehen muss... :-)) :-))