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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : IMPPeachment - Wir danken ab! *Stex F2020*



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vim3
25.03.2020, 08:35
Das schon, für diese Petition habe ich mich auch extrem geschämt. Aber sie hat es meines Erachtens nach gut auf den Punkt gebracht, ohne das wie einen Brandbrief (wie die meisten Posts der Gruppe) zu formulieren:

Ich habe nach wie vor das Bedürfnis auf meiner Facebookseite und in meinem Bekanntenkreis Stellung zu nehmen und die Tragik unserer aktuellen Situation darzustellen. Hier mein Vorschlag dessen, was ich gerne zumindest privat posten möchte, ohne dass es als "Alleingang" verschrien wird. Ich bin offen für jegliche Kritik. Besonders der Teil zu Jana ist durchaus kritisier-und optimierbar. Zur Not lasse ich den auch komplett weg. Sollten sich viele in der Darstellung wiederfinden und auch das Gefühl haben, dass diese Inhalte in diesem Zusammenhang fehlen, kann man über weitere Schritte nachdenken. Ich habe als Studentin das Bedürfnis öffentlich den frechen Annahmen von Fr. Jünger zu widersprechen und mir "Solidarität" nicht absprechen zu lassen:
-----> auch im PDF angehängt, da dort übersichtlich formatiert.

Es ist Zeit zu entscheiden – Medizinexamen und PJ im Chaos:

Das Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) und der Medizinische Fakultätentag (MFT) empfehlen das zweite Staatsexamen der Medizinstudierende (M2) ausfallen zu lassen und 2021 die Studierende die M2 zusammen mit der M3 nach einem Praktischen Jahr in der Coronakrise abhalten zu lassen.
Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) hat sich schon mehrfach positioniert und erklärt, warum dieser Ansatz, so wie er aktuell diskutiert wird aus Sicht der Studierende nicht akzeptabel ist. (Positionspapiere finden sich im Anhang)
Der Marburger Bund und das Bündnis junger Ärzte stellen sich hinter die Studierende (s. Anhang) und lehnen ein Zusammenlegen von M2 und M3 in der bisher geplanten Form ab.
In der Presse werden zunehmend Kommentare von einzelnen Studierende unter Zeitungsartikeln zitiert oder einzelne Studierende interviewt. Dabei fällt auf, dass teilweise eindimensional berichtet wird. Es hilft nicht ein authentisches Bild zu gewinnen, indem man einzelne, oft sehr emotional verfasste Kommentare zitiert, ohne den Kontext realistisch aufzuzeigen: die Studierende stehen seit Monaten unter massivem Druck und bereiten sich auf „das“ große Staatsexamen in der medizinischen Ausbildung vor - auch ohne Corona befinden sie sich in einer Ausnahmesituation und sind enorm angespannt.
Hauptproblem ist, dass die Kommunikation sämtlich zuständiger Behörden (wie IMPP, MFT, Bund) über die Köpfe der Studierende hinwegläuft. Zur Lösungsfindung werden die Studierende weder eingebunden, noch wird mit ihnen direkt kommuniziert. „Wer spricht mal mit uns? Wieso wird über uns fremdbestimmt?“, melden sich einige Studierende in Kommentaren unter den entsprechenden Artikeln seit Tagen zu Wort. „Warum bezieht uns nach wie vor niemand in die Überlegungen mit ein?“

Offiziell findet das für den 15.4. geplante Examen nämlich weiterhin statt! Dass geplant ist, es eventuell abzusagen und im gleichen Schritt die Bedingungen des PJs gleich mit zu ändern, und nebenbei eine zurecht obsolete Prüfungsmodalität zu reaktivieren, erfahren die unter Hochdruck lernenden Studierende aus Zeitungsartikeln. Dabei wird auch noch behauptet wird das sei „im Sinne der Studierenden“ (IMPP) und ein “Benefit für die Studiereden“ (MFT). Dieses Vorgehen ist im besten Fall noch als schlechter Stil zu bezeichnen. Im schlechtesten Fall könnte man den Institutionen vorwerfen, dass sie ihre Stellung missbrauchen, um öffentlich Stimmung gegen Positionen oder Vorschläge der Studierenden zu machen und die Tatsachen zu verzerren (Jana Jünger (IMPP)).

Kommen wir also zurück zu den Tatsachen. Klar steht schon jetzt:
Dass sich die große Mehrheit der Medizinstudierende ihrer Verantwortung der Gesellschaft gegenüber bewusst ist und durchaus gewillt ist ihren Teil in der Versorgung von Patienten zu übernehmen, indem sie – in welcher Art auch immer – das Gesundheitssystem zu entlasten. Die vielen von Medizinstudierenden ins Leben gerufenen Initiativen, die schon heute mehrere hundert Unterstützer haben und Medizinstudierende, die in Kliniken aushelfen zeigen, dass wir durchaus gewillt sind unseren Teil in der Krise beizutragen. Beharrungen auf einem Examen oder eine unglücklich formulierte Petition widersprechen dieser Tatsache nicht, da durchaus nach Kompromissen gesucht wird und mittlerweile sehr unterschiedliche Lösungsansätze vorgebracht wurden.

Beides ist vielmehr Ausdruck des Frustes und der Angst, dass über die Köpfe entschieden wird und diese Krise nicht auf dem Rücken und zu Lasten der Studierenden ausgetragen werden soll. Wer der Mehrheit der Studierende Unsolidarität vorwirft, hat sich mit den Gründen hinter einzelnen Forderungen nicht ausreichend beschäftigt oder sieht nicht, wie variabel die Meinungen auch unter den Studierende sind. Wenn sie sich in einem Punkt einig sind, dann in dem, dass sie Verantwortung gerne übernehmen und sich einbringen, solange man sie nicht nur ausnutzt, sondern gemeinsam nach flexiblen Lösungen für die aktuellen Probleme sucht.

Egal wie die kommenden Entscheidungen ausfallen: Der aktuelle Jahrgang von Medizinstudierende wird aller Wahrscheinlichkeit nach kein PJ absolvieren, wie es laut Approbationsordnung vorgesehen ist, sondern in diesem Ausnahmezustand Hilfsdienste leisten, um an „vorderster Front“, die Ärzteschaft und die Pflege zu unterstützen. Die in Zeiten außerhalb der Corona-Krise vorgesehene Lehre und praktische Ausbildung wird in diesem Kontext zu kurz kommen. Darüber hinaus steht die mit dem PJ verbundene Einsicht in verschiedene Fachbereiche auf dem Spiel. Das PJ bietet im Regelfall die einmalige Chance praktische Fähigkeiten auch in den Fachbereichen zu sammeln, in denen man später eventuell nicht arbeiten wird, Kliniken kennen zu lernen, die potenzielle Arbeitgeber sein könnten und bildet einen wichtigen Pfeiler in der Ausbildung eines Arztes. Die Arbeitsbedingungen in diesem Jahrgang werden all dies höchstwahrscheinlich nicht ermöglichen. Beispielsweise wird darüber diskutiert Studierende umzuverteilen und dort einzusetzen, „wo sie gerade gebraucht werden“. Dass wir keine vollausgebildeten Ärzte sind, ist kein Grund unsere Motivation und Bereitschaft zu helfen herabzuwürdigen. In diesem Kontext muss man wissen, dass Studierende schon jetzt unter Umständen Mietverträge gekündigt, Verträge unterschrieben, andere Wohnungen angemietet haben und große Veränderungen ohne Rücksprache mit den Studierende nicht berücksichtigen, dass für viele das oft unbezahlte PJ auch ohne Coronakrise enorme Hürden mit sich bringt. Von offizieller Seite wird hier deutlich zu eindimensional nur daran gedacht, uns möglichst effizient einzusetzen und schnell durchzuschleusen, damit durch unseren Sondereinsatz keine Leerlaufzeiten entstehen und der ohnehin schon bestehende Ärztemangel verschärft wird. Hier muss die Lehre mitberücksichtigt werden und es müssen die Studierende in der individuellen Situation berücksichtigt werden. Pauschallösungen über unsere Köpfe hinweg helfen nicht. Kaum ein Student hat aktuell keine Sorgen im Hinblick auf das kommende Jahr. Seien sie finanzieller, logistischer oder familiärer Natur. Die Belastung, die auf uns zukommt, wird egal mit welcher „Lösung“ enorm sein.

Die Studierenden stehen seit Wochen unter hohem Druck. Viele helfen schon jetzt und bringen ihre Fähigkeiten ein. Die Prüfungsvorbereitung gestaltet sich bei geschlossenen Bibliotheken und Kitas für viele deutlich belastender, als es bei einem solchen Examen sonst schon der Fall ist. Für Verwandte und Bekannte sind wir schon jetzt Ansprechpartner und leisten unseren Teil in dieser Krisenzeit. Hinzu kommt die unakzeptable Unwissenheit, durch die mangelnde Informationsversorgung über den aktuellen Stand des Entscheidungsprozesses. Wir wissen nicht, wie es weiter geht mit Examen und PJ, geschweige denn, wann eine definitive Entscheidung getroffen werden soll. Dabei wäre das Examen schon am 15.04.!

Ein Wort zu den Fakten im Hinblick auf die M2 Prüfung: Schon jetzt wären Examensergebnisse mit früheren Examina nicht vergleichbar. Die Konzentration und das Lernen leiden unter den genannten Unsicherheiten. Auch das Absagen des Examens wäre keine „rosarote, geschenkte Optimallösung“, sondern ein bitterer Kompromiss, da sich die Studierende monatelang vorbereitet haben und durchaus die Prüfung ablegen woll(t)en. Es ist aber ein Vorschlag, den man nicht nur belächeln sollte, da die Studierende bisher schon durch zahlreiche Prüfungen bewiesen haben, dass sie fachliches Wissen besitzen. Bitter und suboptimal wäre die Lösung dennoch, da die Vorwürfe eines erschlichenen Examens ja schon laut werden, sobald man nur die Idee äußert. Internationale Beispiele wie Italien und Spanien zeigen aber, dass es möglich ist. Die mit Abstand unfairste Lösung ist es, das Examen nach all den Vorbereitungen abzusagen, die Studierende in ein PJ im Ausnahmezustand zu schicken und anschließend von den Studierende nach ihrem Einsatz zu verlangen, dass sie sich parallel zum PJ noch einmal auf die Prüfung vorbereiten für die unter normalen Umständen ein 100 Tage Lernplan vorgesehen ist. Gleichzeitig sollen sie dann auch noch die M3 ablegen. Das wäre dreifach unschön, unzumutbar und im Gegensatz zu den Behauptungen von IMPP und MFT durchaus zum Nachteil der Studierende.

Der Appell des Gesundheitsministers Jens Spahns oder des IMPPs an die Solidarität der Studierenden begrüße ich und möchte doch daran erinnern, dass Solidarität keine einseitige Sache sein kann.

Denn, wenn ich von etwas überzeugt bin und mir etwas nicht absprechen lasse, dann dass:
- wir alle helfen wollen
- wir alle respektvoll behandelt werden wollen
- bei so spontanen und ggf. weitreichenden Veränderungen, Beteiligte die Möglichkeit haben müssen selbst „mitzuentscheiden“ oder flexible Lösungsmöglichkeiten angeboten werden
- die finanziell teils prekäre Lage der Studierende berücksichtig werden muss. Seit Jahren fordern wir ein fair vergütetes PJ und das ist in Umbruchzeiten wie diesen nötiger denn je.
- Alle Lösungsvorschläge, selbst das „Ausfallenlassen“ des Examens in Zeiten wie diesen ernst genommen werden müssen. Es lohnt sie zu durchdenken und nicht nur zu belächeln. Wir haben uns auf dieses Examen intensiv vorbereitet und hätten es gerne unter den üblichen Bedingungen absolviert. Diese Bedingungen liegen längst nicht mehr vor.
- die aktuelle Kommunikation mehr als zu wünschen übriglässt und es ist dringend notwendig den Studierenden zu sagen woran sie sind und sie besser mit einzubeziehen.

Eines muss endlich klar sein:
Jegliche weitere Verzögerung der Entscheidung schadet unserem Gesundheitssystem langfristig. Die Vertrauensbasis, der Respekt, die Aufopferungsbereitschaft und die Energie der Studierenden leidet enorm unter dem offiziellen Schweigen, der Kräfte zehrenden Ungewissheit und der Anspannung der letzten Tage und Wochen. Das sind in Zeiten wie diesen alles enorm wertvolle Ressourcen, die aktuell im Nichts verläuft und die wir für deutlich Sinnvolleres aufwenden könnten oder sollten wie:
- vernünftige Vorbereitung auf die Prüfungen, sollten sie denn stattfinden
- vernünftige Vorbereitung auf ein Corona-PJ, aneignen von Wissen und Tätigkeiten, die uns wirklich im kommenden Jahr helfen können, statt Kolibris für ein Examen zu pauken
- Planungen und Organisation eines PJs, das offenbar anders ablaufen wird, als wir es uns noch vor wenigen Monaten vorgestellt haben.

Stema202
25.03.2020, 08:54
Ich hab das Gefühl, das wollte uns jemand richtig einen reinwürgen - und zwar mit Genuss!
@vim3: ist das der Text von Sarah? Ist ganz gut geschrieben, aber viel zu lang (für mich heute morgen, ich weiß nicht, ob generell) und ich hab da auch nichts zu den Fehlzeiten gefunden.
Ich denke, wenn das heute im Bundestag beschlossen wird, ist die Sitzung des Bundesrates am Freitag nur noch Formsache. Die wollen, dass das Ganze am 01.04.2020 in Kraft tritt und werden sich nicht an uns aufhalten - da bringt auch alle Presse der Welt nichts. Ich hoffe, dass das, was heute vom BVMD kommt gut ist

Mukopolysaccharid
25.03.2020, 09:05
ja, so funktioniert das. die wollen, das wir von selbst unsere Forderungen zurücknehmen. aber genau das dürfen wir nicht.

vim3
25.03.2020, 09:09
Ich denke der Text muss so lang sein, damit man der Presse also Laien das ganze vernünftig vermitteln kann. Die sind ja Profis darin Dinge zu formulieren und würde das dann hoffentlich gekürzt mit dem gleichen Inhalt wiedergeben um das der Allgemeinheit zu vermitteln.
Sich jetzt komplett kampflos ohne vernünftige Stellungnahme dem ganzen zu ergeben, halte ich für äußerst dumm. Das führt auf Dauer nur zu Frust und Ressentiments.

Stema202
25.03.2020, 09:17
Ich hoffe, das Statement und die Änderungen vom BVMD sind gut und kommen noch rechtzeitig! Vor allem brauchen wir auch Unterstützung in der Ärzteschaft!

vim3
25.03.2020, 09:25
Habt ihr Kontakte zu Ärzten? Ich arbeite nebenbei im OP und habe das denen dort mitgeteilt, die waren echt erschrocken wie mit uns umgegangen wird und haben versprochen das weiter in der Ärzteschaft publik zu machen. Ohne mich hatten sie allerdings noch nichts davon gehört. Wahrscheinlich geht unser Aufschrei gerade selbst bei Ärzten in der Masse der Nachrichten unter. Deswegen liegt das an uns, das möglichst weit zu verbreiten.

Stema202
25.03.2020, 09:32
Ja, auf jeden Fall! Das "Bündnis junger Ärzte" würde bei mir ganz oben stehen. Die wollten uns ja schon vorher unterstützen.
PS: die haben im Corona-Thread noch ne ganz andere Passage gefunden, nach der es (so wie ich es verstehe) auch egal ist, ob wir Schutzausrüstung haben oder nicht.

vim3
25.03.2020, 09:39
Ist derzeit schon der Fall. Eine Freundin von mit ist momentan im PJ und soll in den kommenden Tagen mit den anderen PJlern in einem Zelt vor dem Krankenhaus mögliche Coronapatienten aussortieren, um die gesondert behandeln zu können. Die bekommen aber keine Schutzkleidung gestellt. Die haben die sich jetzt privat mit FFP 3 Masken eindecken müssen. Das ist schon rein infektiologisch absuluter Unsinn. Die stecken ja in kürzester Zeit anderes Personal ud möglicherweise bisher negative Patienten bei ihrer Vorabsortierung an. Mal schauen, ob das tatsächlich in den nächsten Tagen eintritt. Allein die Möglichkeit für solch ein Szenario hätte ich mir niemals in Deutschland nur im Traum vorstellen können.
Habt ihr euch den Passus zum Aussetzen des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit durchgelesen? Wenn der Gesetzesentwurf genehmigt wird, darf man das ganze dann sogar offiziell machen.

Bonnerin
25.03.2020, 09:47
Das würde ich ganz klar verweigern, wenn ich noch da wäre und sich irgendwer einbilden würde, mich zu sowas zu zwingen.

Ich habe mit der Immatrikulation nicht mein Recht auf körperliche Unversehrtheit abgegeben und so oder so wird sich irgendwer, der den Kram mit dem Berufsethos glaubt, finden und das machen. Sich so unzulässig für 400€ in Gefahr zu befinden geht gar nicht.

Stema202
25.03.2020, 09:51
Ist derzeit schon der Fall. Eine Freundin von mit ist momentan im PJ und soll in den kommenden Tagen mit den anderen PJlern in einem Zelt vor dem Krankenhaus mögliche Coronapatienten aussortieren, um die gesondert behandeln zu können. Die bekommen aber keine Schutzkleidung gestellt. Die haben die sich jetzt privat mit FFP 3 Masken eindecken müssen. Das ist schon rein infektiologisch absuluter Unsinn. Die stecken ja in kürzester Zeit anderes Personal ud möglicherweise bisher negative Patienten bei ihrer Vorabsortierung an. Mal schauen, ob das tatsächlich in den nächsten Tagen eintritt. Allein die Möglichkeit für solch ein Szenario hätte ich mir niemals in Deutschland nur im Traum vorstellen können.
Habt ihr euch den Passus zum Aussetzen des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit durchgelesen? Wenn der Gesetzesentwurf genehmigt wird, darf man das ganze dann sogar offiziell machen.

Den meinte ich. Das geht gar nicht. Leider geht es den Ärzten anscheinend nicht anders.

Mark_3559
25.03.2020, 09:52
Als stiller Mitleser und M2-Absolvent F 2019: Lasst euch das bitte nicht gefallen! Ich habe selten so inkompetente Vorschläge gesehen, Medizinstudierende durch eine so unglaubliche Hölle zu schicken und es dann als Benefit darzustellen.

Die wollen was von euch, nicht umgekehrt! Ihr sitzt komplett am längeren Hebel! Ja, es mag gesellschaftlich unsolidarisch sein. Euren guten Willen maßlos zu missbrauchen ist absolut falsch. Und diesen Willen missbrauchen zu lassen noch viel falscher (jaja, das Wort gibts nicht).

Es ist ein absolut beschissenes Signal, das gesendet wird, alles mit uns machen zu können (vor allem für die folgenden Generationen), was gerade irgendwie passt und - ich liebe es das nochmal zu betonen - es als Benefit darzustellen.

Tut was!

Ein guter Wille und sich solidarisch zu zeigen ist kein Grund zu akzeptieren, dass man euch durch die Hölle schickt, mit euch macht, was gerade passt und zeitgleich komplett auf eure Bedürfnisse und euer Wohlbefinden scheißt.

vim3
25.03.2020, 10:16
Es soll jetzt einen hastag bei instagram geben: #denpreiszahlenalle
Ist zwar ziemlich populistisch, aber Jens Spahn hat uns ja auch letzte Woche über instagram informiert und keinen offziellen Kanal gewählt. Dann können wir das auch, außerdem könnte der hashtag eine gute Reichweite bekommen.

Stema202
25.03.2020, 10:20
Es soll jetzt einen hastag bei instagram geben: #denpreiszahlenalle
Ist zwar ziemlich populistisch, aber Jens Spahn hat uns ja auch letzte Woche über instagram informiert und keinen offziellen Kanal gewählt. Dann können wir das auch, außerdem könnte der hashtag eine gute Reichweite bekommen.

wobei ich eigentlich "den Preis zahlen wir" passender fände. Ich weiß aber, worauf das "den Preis zahlen alle" hinaus will

vim3
25.03.2020, 10:21
https://lookaside.fbsbx.com/file/%23denpreisbezahlenalle.pdf?token=AWwCzCsKiIiGgV2e LktuELjfE430Fw-xNPmPmJhwNT5Pb7keAzcbuD2vh3LtXsCZyA1-a1ArlVUFn2TKJKBN_mpKjeHyUXi4oBPYXogrTF9zTFWfGizQvT vwzUxC8QIPgakWbIZ0N_jJH9eKe6qBNQQM5JMDto5NAQn3WQXg rzu1sw

Dooly
25.03.2020, 10:21
Habt ihr Kontakte zu Ärzten? Ich arbeite nebenbei im OP und habe das denen dort mitgeteilt, die waren echt erschrocken wie mit uns umgegangen wird und haben versprochen das weiter in der Ärzteschaft publik zu machen. Ohne mich hatten sie allerdings noch nichts davon gehört. Ich hatte die Tage auch auf der Arbeit mit Kollegen darüber gesprochen, darunter zwei Ärzte. Die haben die Situation ebenfalls nicht mitbekommen. Mehr als ein „generischer Schock“, dass momentan alles zum Kotzen ist, gab's nicht.


Die wollen was von euch, nicht umgekehrt! Ihr sitzt komplett am längeren Hebel!Das fühlt sich aber nicht so an :(

vim3
25.03.2020, 10:22
Menschen sind Egoisten, solange sie nicht selbst betroffen sind, interessieren sie sich auch nicht dafür. Das muss schon so formuliert sein.

Dooly
25.03.2020, 10:25
Ja, so ist es.

Stema202
25.03.2020, 10:26
Menschen sind Egoisten, solange sie nicht selbst betroffen sind, interessieren sie sich auch nicht dafür. Das muss schon so formuliert sein.

wie gesagt: ich verstehe. War nur ne Anmerkung am Rande :)

vim3
25.03.2020, 10:30
Klar, wollte dich auch nicht degradieren. Ich überlege die ganze Zeit, was man noch zusätzlich machen könnte. Demonstrieren ist ja momentan denkbar schlecht. Fällt euch noch etwas ein?

Mark_3559
25.03.2020, 10:30
Ich hatte die Tage auch auf der Arbeit mit Kollegen darüber gesprochen, darunter zwei Ärzte. Die haben die Situation ebenfalls nicht mitbekommen. Mehr als ein „generischer Schock“, dass momentan alles zum Kotzen ist, gab's nicht.

Das fühlt sich aber nicht so an :(

Das kann ich gut verstehen. Die Situation würde sich ganz schnell ändern, wenn kollektiv beschlossen wird, unter den Umständen nicht ins PJ zu gehen. Selbst wenn nicht alle dabei wären, es ist die einzige Möglichkeit Druck auszüben.

Klar, vielleicht würde es erst noch zur öffentlichen Diffarmierung kommen. Wenn dem standgehalten wird, sind sie zum Einlenken gezwungen.

Lasst euch nicht ausnutzen und verarschen! Solidarität und ein guter Wille sollten positiv belohnt werden und nicht mit absolut beschissenen PJ- und Vorbereitungsbedingungen für eure Examina.