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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfung gegen Corona- ja oder nein?



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tragezwerg
10.01.2021, 06:49
Bei unserer Impfung (Comirnaty) tauchte als Kontraindikation noch "eine andere Impfung innerhalb der letzten 4 Wochen" auf.
Das war mir neu.

Ansonsten hab ich alles gut vertragen. Ich stelle mir gerade vor, wie mein Körper kleine Corona-Spikes produziert o_O

Ich hab mir auch vorgestellt, wie man wohl.aussehen würde, wenn man an der Haut von Coronaspikes bedeckt ist :D
Ich hoffe die Kategorie 2 wird bald geimpft. Meine Angehörigen warten sehr ungeduldig drauf.

habichnicht
10.01.2021, 07:49
Stimmt! Umso erstaunlicher, dass es zur Aufnahme der RNA durch die Zellmembran hilfreich ist.

Das liegt daran, dass das Impfstoffkonzentrat eben kein Polyethylenglykol enthält, wie oft vereinfacht in den Medien zu lesen ist, sondern ein Polyethylenglykolderivat mit lipophilen und hydrophilen Komponenten: 2-[(polyethylene glycol)-2000]-N,N-ditetradecylacetamide

=> Vereinfachte Strukturformel (https://en.wikipedia.org/wiki/ALC-0159)

Die beiden Kohlenwasserstoffketten der Acetamidkomponente (ganz „rechts“ in der Zeichnung) sind lipophil; der Polyethylenglokolanteil („links“) ist hydrophil. Insgesamt hat das Molekül dadurch Tensidcharakter und bildet zusammen mit den drei anderen in [1] genannten Komponenten mit Tensidcharakter Micellen, die die mRNA einschließen. Jedenfalls stelle ich mir das so vor.

Der fertige Impstoff wäre demnach eine Dispersion solcher Micellen in einer – vereinfacht gesagt - Natriumchloridlösung.

[1] https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf

Anne1970
10.01.2021, 08:00
wow- sophisticated

habichnicht
10.01.2021, 08:05
wow- sophisticated
Aber doch hoffentlich verständlich. :-)

Anne1970
10.01.2021, 09:07
Ja :D

Evil
10.01.2021, 10:56
Das liegt daran, dass das Impfstoffkonzentrat eben kein Polyethylenglykol enthält, wie oft vereinfacht in den Medien zu lesen ist, sondern ein Polyethylenglykolderivat mit lipophilen und hydrophilen Komponenten: 2-[(polyethylene glycol)-2000]-N,N-ditetradecylacetamide

=> Vereinfachte Strukturformel (https://en.wikipedia.org/wiki/ALC-0159)

Die beiden Kohlenwasserstoffketten der Acetamidkomponente (ganz „rechts“ in der Zeichnung) sind lipophil; der Polyethylenglokolanteil („links“) ist hydrophil. Insgesamt hat das Molekül dadurch Tensidcharakter und bildet zusammen mit den drei anderen in [1] genannten Komponenten mit Tensidcharakter Micellen, die die mRNA einschließen. Jedenfalls stelle ich mir das so vor.

Der fertige Impstoff wäre demnach eine Dispersion solcher Micellen in einer – vereinfacht gesagt - Natriumchloridlösung.

[1] https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf
Mein ursprünglicher Gedankengang war der Gleiche, daher auch meine Annahme, das Zeug sei lipophil, bzw. habe Tensidcharakter und könne dadurch eine Art Emulsion bilden. Habe mich da aber nicht im Detail informiert, deswegen Danke für die Erläuterung!
Chemie ist ja doch immer wieder interessant :-love

davo
10.01.2021, 11:00
Ich finde es gleichzeitig beruhigend, dass:

1. Ich Chemie hinter mir habe
2. Ich die Grundzüge des o.a. Beitrags nach wie vor verstehe
3. Es andere gibt, die sich um solche Sachen kümmern :-p

Günni Gürtelrose
10.01.2021, 11:07
Hahaha, das waren genau meine Gedanken!

Heerestorte
10.01.2021, 11:25
Laut Stiko-Empfehlung

Meinst du STIKO?

habichnicht
10.01.2021, 14:41
Mein ursprünglicher Gedankengang war der Gleiche, daher auch meine Annahme, das Zeug sei lipophil, bzw. habe Tensidcharakter und könne dadurch eine Art Emulsion bilden.
Etwa so stelle ich mir das auch vor.
Und der Tensidcharakter einiger Komponenten dürfte IMHO auch der Grund für den zweimaligen Hinweis „Nicht schütteln!“ in der Anleitung zur Aufbereitung des Impfstoffs sein, weil Schütteln vermutlich zur Schaumbildung führen würde.

Habe mich da aber nicht im Detail informiert, deswegen Danke für die Erläuterung! Als Ruheständler im Lockdown hat man ja auch mehr Zeit, sich mit solchen Details zu beschäftigen, als ein ausgelasteter Hausarzt.


Chemie ist ja doch immer wieder interessant :-love:-top

h3nni
10.01.2021, 23:09
https://verdareno.wordpress.com/2021/01/01/covid-impfstoffe-und-keine-langzeitdaten/

Dieser Blogbeitrag ist mir schon ein paar Mal über den Weg gelaufen. Darin wird angenommen, eine Impfung (oder eine Infektion, die abgeheilt ist) könnte keine Langzeitfolgen verursachen, die nach 5 Jahren "plötzlich" auftreten. Die Pharmakodynamik sei ja vorbei und das Immunsystem würde vor allem am Anfang arbeiten.

Jetzt haben einige von euch ja gemeint, dass man von Langzeitfolgen in 10 Jahren jetzt noch nichts wissen könnte, und GK meinte, auch ein DM1 würde erst ein halbes Jahr nach Autoimmunität Manifest.
Findet ihr diesen Artikel dementsprechend stichhaltig oder vermutet ihr trotzdem, dass man auch nach einem stummen Intervall noch Nebenwirkungen erwarten könnte?

In einem gestern erschienenen Artikel (https://science.sciencemag.org/content/early/2021/01/06/science.abf4063) der zumindest eine lange Immunität in Aussicht stellt, wurden nach einiger Zeit steigende Memory-B-Zell-Spiegel gefunden. Scheint sich im Immunsystem also nach Primärinfektion doch was zu tun (Übertragbarkeit auf Impfung natürlich nicht 100%,aber teilweise schon?)

GelbeKlamotten
11.01.2021, 00:21
Ich finde es durchaus etwas beunruhigend, dass eine Frau die so einen Käse verzapft angeblich "Gutachterin in der Zulassung für Impfstoffe" ist.


Nebenwirkungen zeigen sich binnen weniger Stunden bis 1 – 2 Tage nach der Impfung, bei Lebendimpfstoffen nach der Inkubationszeit der natürlichen Erkrankung (z.B. sogenannte – ungefährliche – „Impfmasern“ können ca. 10 – 12 Tage nach der Masernimpfung auftreten). [...]. Als sehr seltene Nebenwirkungen sind unterschiedliche Autoimmunreaktionen möglich, aber selbst diese treten spätestens nach wenigen Wochen auf.

Um das zu widerlegen, muss man sich doch nur den letzten bekannten Fall von unerwarteten Impf-Nebenwirkungen ansehen: Pandemrix und Narkolepsie.

Laut Paul-Ehrlich-Institut (https://www.pei.de/DE/newsroom/veroffentlichungen-arzneimittel/sicherheitsinformationen-human/narkolepsie/narkolepsie-studien-europa.html) muss man von "2−6 zusätzlichen Fällen von Narkolepsie pro 100.000 verimpften Dosen Pandemrix bei Kindern und Jugendlichen und von 0,6−1 zusätzlichen Fällen pro 100.000 verimpften Dosen Pandemrix bei Erwachsenen ausgehen."

Keine sehr hohe Zahl, aber doch eine relevante. Und diese Fälle traten eben nicht spätestens nach wenigen Wochen auf, sondern zum Teil noch nach Jahren.

Dazu gibt es auch Erklärungsansätze: Man geht davon aus, dass die für die Krankheitsentstehung verantwortlichen Autoantikörper erst durch die Blut-Hirn-Schranke hindurch müssen. Die Autoantikörper können viele Jahre lang zirkulieren und wenn irgendwann ein anderes Ereignise eintritt, dass die Blut-Hirn-Schranke kurzfristig durchlässiger macht, dann gehts auch mit der Narkolepsie los.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63356/Grippeimpfung-Wie-Pandemrix-eine-Narkolepsie-ausloest

Abgesehen davon: Neben dem schon genannten DM1 gibt es unzählige weitere Autoimmunerkrankungen mit teils enorm langer Inkubationszeit. Eine Primär Biliäre Cholangitis kann über viele Jahre symptomfrei sein, obwohl die pathognomonischen Antimitochondrialen Antikörper bereits positiv sind.

Die Pharmakodynamik der Impfung selbst ist dann längst "vorbei", da hat sie recht. Aber das ist halt auch gar nicht der entscheidende Punkt. Da hat sie als angebliche Impfstoff-Gutachterin ganz schön zielstrebig das Thema verfehlt.

h3nni
11.01.2021, 00:45
Naja, zu Pandemrix ist ja ihr zweites Beispiel und da meinte sie, die meisten Narkolepsie-Fälle seien innerhalb von Wochen aufgetreten, einige 4 Monate später. Würde ja gegen die these sprechen, dass sich das erst deutlich im Verlauf zeigt, wenn die meisten Fälle innerhalb des ersten halben Jahres aufgetaucht sind (wären).

DrSkywalker
11.01.2021, 06:33
Nebenwirkungen der Impfung, ja, gibt es. Wenn junge Leute sich sowas verdeutlichen, dann ist die Impfung wohl doch das kleinere Übel

https://pbs.twimg.com/media/ErZChJqW8AIIwCL?format=jpg&name=large

ehem-user-02-08-2021-1033
11.01.2021, 07:57
Es ist gut, dass wir laut Nachrichten bald mehr Impfstoff bekommen sollen. Dann kann man endlich schneller Impfen und diese Krise meistern.
Ich finde es eine positive Nachricht.

crossie
11.01.2021, 09:10
Ich kann dieses "es gibt zu wenig Impfstoff" einfach nicht mehr hören! Das ist eine dreiste Lüge um über die vielerorts beschi$$ene Vorbereitung und Organisation hinweg zu täuschen, mehr nicht.

https://www.spiegel.de/gesundheit/covid-19-impfungen-in-deutschland-die-meisten-gelieferten-dosen-lagern-im-depot-a-3fd82237-9e1e-4a1d-acf2-293eb907e361

In meinem Nachbarlandkreis fangen die jetzt (!) über die regionale Tageszeitung an, Interessenten für ein zweites mobiles Impfteam zu suchen, das muss man sich mal vorstellen. Da gibt es rund 100 Pflegeheime mit rund 5000 Bewohnern.
Seit heute sind in Sachsen die Impfzentren geöffnet. Terminvereinbarung? Fehlanzeige. Weder Onlineplattform noch Hotline gibt es. Ist ja auch alles Quantenphysik-Raketenwisenschaft.
Wenn ich das tägliche sehe und lese werde ich tatsächlich aggressiv.

nie
11.01.2021, 09:38
Mich frustrierte vor allem, dass es anderswo in Deutschland läuft.

Wenn’s überall schlecht organisiert wäre, hätte ich vermutlich einfach resigniert gesagt, dass es wohl nicht besser ging in dem kurzen Zeitraum.
Aber wenn in anderen Bundesländern schon das komplette ärztliche Personal in den Kliniken geimpft ist während es hier weder einen konkreten Impfstart noch den Hauch einer Organisation der zu Impfenden gibt, find ich’s schon frustrierend.

Choranaptyxis
11.01.2021, 09:43
Ich hab so das Gefühl, es gibt beides, Impfstoffmangel und Organisationsmangel.
Bei uns in der Klinik könnten problemlos mehr Mitarbeiter geimpft werden als momentan, aber es gibt kaum Impfstoff.
Woanders scheitert es dafür an der Orga im Impfzentrum oder der mobilen Impfteams.
Soll keine Ausrede sein, und man könnte meinen, so ne Pandemie hat dann doch Priorität, aber über die Feiertage ist so ne Organisation halt nochmal schwieriger, aber ich hoffe, es wird diesen Monat noch besser, damit zumindest die Zahlen fallen und etwas mehr erlaubt werden kann.

h3nni
11.01.2021, 11:41
Nebenwirkungen der Impfung, ja, gibt es. Wenn junge Leute sich sowas verdeutlichen, dann ist die Impfung wohl doch das kleinere Übel

https://pbs.twimg.com/media/ErZChJqW8AIIwCL?format=jpg&name=large

Da sind gesunde Kontrollen mit Patienten verglichen worden, die an COVID19 gestorben sind. Also "normale" Alte (die waren ja alle über 50!) mit Leuten nach vermutlich längere Intensivaufenthalt mit ARDS usw. Wieso vergleicht man nicht Leute nach einer "leichten" COVID-Krankheit oder mit long-COVID gegen die "normal" kranken? Oder die COVID-ARDS-Patienten mit Influenza-ARDS? Wenn ich aufm Bauch lieg, weil meine Lunge, meine Leber und meine Niere keinen Bock mehr haben, sagen meine Eier ja auch nicht "oh, schau mal, lass Spermien produzieren, die Zeit ist grad so schön", sondern die sagen eher "ah, ungemütlich, im Moment isses nich so mit Fortpflanzung". Das weiß man doch vorher und ich vermute, dass das mit einer anderen schweren systemischen Erkrankung ähnlich wäre.

Hier wurde gezeigt: Hoden sind nach einer schweren Systemerkrankung, während derer man gestorben ist, nicht auf der Höhe. Nichts weiter.

pineapple
11.01.2021, 17:38
Ich kann dieses "es gibt zu wenig Impfstoff" einfach nicht mehr hören! Das ist eine dreiste Lüge um über die vielerorts beschi$$ene Vorbereitung und Organisation hinweg zu täuschen, mehr nicht.

https://www.spiegel.de/gesundheit/covid-19-impfungen-in-deutschland-die-meisten-gelieferten-dosen-lagern-im-depot-a-3fd82237-9e1e-4a1d-acf2-293eb907e361

In meinem Nachbarlandkreis fangen die jetzt (!) über die regionale Tageszeitung an, Interessenten für ein zweites mobiles Impfteam zu suchen, das muss man sich mal vorstellen. Da gibt es rund 100 Pflegeheime mit rund 5000 Bewohnern.
Seit heute sind in Sachsen die Impfzentren geöffnet. Terminvereinbarung? Fehlanzeige. Weder Onlineplattform noch Hotline gibt es. Ist ja auch alles Quantenphysik-Raketenwisenschaft.
Wenn ich das tägliche sehe und lese werde ich tatsächlich aggressiv.


was passiert in euren Zentren mit übrigen Impfdosen?